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Die Nickel Boys Roman. Pulitzer-Preis 2020

125

24,50 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.06.2019

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,8/14,1/3 cm

Gewicht

408 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

2

Originaltitel

??

Übersetzt von

Henning Ahrens

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26276-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.06.2019

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,8/14,1/3 cm

Gewicht

408 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

2

Originaltitel

??

Übersetzt von

Henning Ahrens

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26276-8

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

Email: info@hanser.de

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  • Danyboy

    Book Circle Community

    5/5

    02.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Heimmissbrauch und Willkürjustiz

    Sooo, trotz “nur” 220 Seiten hatte ich ne Weile an diesem Buch. Nach der “Harlem Shuffle”-Lesung in Zürich hab ich mir zunächst mal “Die Nickel Boys” vorgenommen. Den Pulitzerpreis hat Whitehead dafür gekriegt, sicherlich zurecht… Worum gehts? Um das “Nickel”, ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche, für jugendliche Straftäter und (angebliche) Tunichtgute. Wir sind in den frühen 1960er Jahren, das Heim ist zweigeteilt: In einen Teil für Weisse und einen für POC. Unnötig zu sagen, dass die POC-Jugendlichen noch wesentlich schlechter dran sind… Der Roman zeigt nüchtern und schonungslos den Rassismus der USA auf. Die katastrophale Situation von Farbigen, die Willkür der Justiz und vor allem: Der himmeltraurige Alltag in Heimen und Anstalten. Gewalt, Unrecht in kompletter Willkür. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Elwood, ein schwarzer Jugendlicher, der aus Versehen und unschuldig in einen Autodiebstahl verwickelt wird. Dabei war er immer fleissig, rechtschaffen, vielversprechend, intelligent. Und ein Verehrer von Martin Luther King. Whitehead lässt Elwood an der Welt und der Realität verzweifeln. Die rassistische Umgebung schleift seine Ideale, seine Werte ab. Und dies ist für Leser:innen wie ein Schlag in die Magengrube. Whiteheads Stil ist nüchtern, knapp, unspektakulär. Manchmal so knapp, dass es für mich den Lesefluss etwas störte. Wer es emotionaler mag, sollte Ann Petrys “Die Strasse” lesen. Aber “Die Nickel Boys” klagen leiser an. Deshalb aber nicht minder wuchtig. Es bleibt Wut und Hilflosigkeit. Insgesamt dringende Empfehlung!

  • Bewertung

    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Nickel Boys

    Durch Zufall gerät der sechzehnjährige Elwood in ein gestohlenes Auto und wird in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt.

  • Bewertung

    aus Gmunden

    5/5

    06.05.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    USA - Anfang der 60er Jahre

    Durch einen unglücklichen Zufall und einer Reihe unfairer Ereignisse landet der dunkelhäutige Elwood in die mysteriöse Besserungsanstalt NICKEL-Academy. Auch in unserer heutigen Zeit ist das Thema Rassismus ein unsausweichliches Problem. "Die Nickel Boys" hilft hier einem dabei, Eindrücke aus der Vergangenheit zu erhalten und animiert den Leser mit der Gegenwart zu vergleichen. Lesenswertes Buch für Jugendliche und Erwachsene!

  • Bewertung

    5/5

    07.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Keine leichte Kost, aber gute.

    Ein großartiges Buch, ein wichtiges Buch, ein schweres Buch. Großartig , weil Whitehead mit wenig Worten viel erzählen kann, wobei man manche Details erst überlist oder erst verspätet wahrnimmt. Wichtig, weil dieses Buch die Geschichte des (amerikanischen, aber gibt es den nicht auch hier) Rassismus' genauer unter die Lupe nimmt und es uns unmöglich macht, seine Grausamkeit zu ignorieren. Schwer, weil es ein Schlag in die Magengrube ist, weil es Gewalt und Schikane nicht versteckt und doch nicht in den Vordergrund stellt, weil es Ironie und die Unfairness der Welt gerade gegenüber der Unschuld so in Szene setzt, dass es weh tut. Absolute Leseempfehlung!

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    26.12.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit...

    Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit. Im Nachwort verrät Colson Whitehead, dass es die Nickel Academy zwar nicht gegeben hat, dass es aber vergleichbare Anstalten gab wie beispielsweise die ‘Dozier School for Boys ’. Whitehead hat hierzu intensiv recherchiert und die schockierenden Ergebnisse in diesem Roman verarbeitet. Erzählt wird überwiegend aus Sicht des jungen Elwood, der von seiner Großmutter zu Redlichkeit und harter Arbeit erzogen wurde. Täglich mit den Auswirkungen des Rassismus kontfrontiert, findet Elwood großen Trost in den Worten von Martin Luther King Jr., die er sich Dank einer Schallplatte immer wieder anhören kann. Ein intelligenter Junge ist dieser Elwood, erhält letztlich sogar einen Platz am College.  Als er auf dem Weg dorthin jedoch per Anhalter fährt und das Auto von der Polizei gestoppt wird, stellt sich heraus, dass der Wagen gestohlen wurde. Und Elwood als Schwarzer wird gleich ohne jede Gerichtsverhandlung in die Besserungsanstalt verbracht, denn den Polizisten ist klar: ‘den klaut nur ein Nigger’. Colson Whitehead erzählt in ruhigem, gemessenem Ton von den Geschehnissen in der Nickel Academy, die der Öffentlichkeit die schöne Fassade der wohlanständigen Schule präsentiert, die den Insassen aber ein Leben des Grauens bietet, v.a. wenn die Hautfarbe eine dunkle ist. Diskriminierung, Ausbeutung, Missbrauch, Misshandlung und Folter bis hin zum Tod, geheime Grabstellen  - nichts scheint hier undenkbar. Elwood glaubt zunächst, dass er sich nur an alle Regeln und Vorgaben halten muss, um unbeschadet aus der Nickel Academy herauszukommen - wenn er erst von den ‘Würmern’ zum ‘Ass’ aufgestiegen wäre, hätte er es geschafft. Und da Elwood immer schon ehrgeizig war, nimmt er sich vor, diesen Aufstieg besonders schnell zu schaffen. Außerdem zahlt seine Großmutter einem Anwalt eine Menge Geld, um Elwood rechtlich abgesichert aus der Anstalt holen zu können. Was soll also geschehen? Elwood lernt auf die harte Tour, was alles geschehen kann, und dass dies oft mehr mit Willkür denn mit einem Gerechtigkeitsempfinden zu tun hat. Martin Luther Kings Worte arbeiten in ihm weiter, und so kann er einfach nicht alle Missstände einfach so hinnehmen. Doch was soll er tun, um sein Leben nicht zu gefährden? Schließlich scheint er einen Weg gefunden zu haben. Doch wohin wird er ihn führen? Colson Whitehead verzichtet auf die dramatische Ausgestaltung des Geschehens, teilweise plätschert die Handlung  sogar recht unaufgeregt vor sich hin. Doch im Nacken lauert immer die Möglichkeit von Gewalt und Willkür, und taucht sie plötzlich vor einem auf, nimmt es einem trotz des oftmals nur angedeuteten Geschehens fast den Atem. Das Kopfkino sorgt für grauenvolle Bilder, verstärkt noch durch die nahezu greifbare Aussichtslosigkeit. Aushalten und Überleben kann nur die Devise sein - und das muss auch der Hörer erst einmal ertragen. Ein wichtiger Roman zum Thema Rassismus, der bis heute in den USA vorhanden ist - wenn auch oftmals in subtilerer Ausprägung. Ein Buch, das wachrüttelt…   © Parden

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Bewertungen (125)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    12.06.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gefangen in Freiheit

    „Dieser Roman ist fiktiv, alle Charaktere sind erfunden“, heißt es im Nachwort des Autors. Doch eben jene Fiktionalität, die es Colson Whitehead erlaubt, seinen literarischen Blick auf Menschen und Geschichte in Worte zu kleiden und in eine Dramaturgie einzubetten, ist zutiefst eingebettet Rassismus, Gewalt und Angst historischer Realität der 1960er Jahre Amerikas. Im Jahr 2017 gewann sein herausragender Vorgängerroman „Underground Railroad“ den Pulitzer Preis. Darin beschrieb er auf eindringliche Weise die mehrjährige Flucht einer jungen Sklavin zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Sklaverei haben die USA zur Zeit der „Nickel Boys“ zwar schon hinter sich gelassen, doch hat sich der Rassenwahn neue Bahnen gebildet: Elwood ist 16 Jahre alt, zurückhaltend und riskiert auch, unter seinen Freunden als Streber anzuecken, solange er dadurch die Chance erhält, aufs College gehen zu können. Doch kurz bevor dieser Traum Realität werden kann, gerät er in die Mühlen des Zufalls und wird fälschlicherweise als scheinbarer Autodieb in die „Besserungsanstalt“. In der streng nach Hautfarben getrennten Nickel Academy landen Jugendliche, die straffällig wurden, Jungen, die die Frau oder Tochter des falschen Mannes zu lang angeschaut hatten und ähnliche Schicksale, bei denen die Willkür des staatlichen Systems dem Lebensweg eines jungen Menschen eine neue Richtung verleihen wollte. Innerhalb von durchschnittlich zwei Jahren sollen die Nickel Boys durch eingetrichterten Gehorsam und psychische wie körperliche Züchtigung in sozialverträgliche Mitglieder der Gesellschaft verwandelt werden – so der offiziell nach außen kommunizierte Plan. Was Elwood in seiner Zeit dort jedoch begegnet, ist der kontinuierliche Versuch seitens der Anstaltsleitung und Betreuer, die Jungen systematisch zu brechen. Isolationshaft, Ausbeutung und körperlicher Missbrauch stehen an der Tagesordnung und wenn jemand eines Tages in sein altes Leben entlassen wird, ist er in den seltensten Fällen immer noch der intakte Mensch, als der er die Nickel Academy betrat. Dem tief verwurzelten Rassismus stellt Colson Whitehead aufblitzende Begegnungen und Momente entgegen, in denen die Sehnsucht nach Zusammenhalt und Fürsorge spürbar werden. Sein Protagonisten wird angetrieben von seiner Hoffnung auf ein besseres „Danach“, einer Rückkehr in ein Leben in Freiheit und seinem durch Martin Luther King inspirierten Streben nach einer besseren Welt abseits von Schwarz und Weiß. „Die Nickel Boys“ ist fokussiertes Gesellschaftsportrait, zeithistorisches Drama und gleichermaßen von aktueller Relevanz. Gewalt, Hass und Unterdrückung werden von Elwoods Hoffnungen und Whiteheads virtuos gefühlvoller und bildstarker Sprache konterkariert. Wem „Underground Railroad“ gefallen hat, sei dieser außergewöhnliche Roman sehr ans Herz gelegt.
  • Zum Bewerterprofil von Andrea Resch-Krenn

    Andrea Resch-Krenn

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    5/5

    19.05.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Elwood ist aufgrund seiner Hautfarbe...

    Elwood ist aufgrund seiner Hautfarbe ganz weit unten in der Hackordnung der Nickel Academy -einer Besserungsanstalt für Jugendliche. Die nüchterne Schreibweise lassen die Grausamkeiten des rassistischen Amerikas der 60er Jahre noch bewusster werden. Erschütternd geschrieben!
  • Zum Bewerterprofil von Gregor Schwarzenbrunner

    Gregor Schwarzenbrunner

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    5/5

    14.07.2019

    eBook (ePUB)

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Im Roman “Die Nickel Boys” erzählt der Schriftsteller Colson Whitehead vom jahrzehntelangen Missbrauch von Schützlingen in der Besserungsanstalt Nickel Academy. Es ist aus der Sicht des sechzehnjährigen Elwood geschrieben. Elwood selbst ist eine fiktive Person, die Dinge, die ihm widerfahren sind allerdings real. Die Besserungsanstalt gab es tatsächlich und nachdem unweit der Anstalt ein neues Büroviertel geplant war, stieß man auf einen grausigen Fund: Unzählige im Boden verscharrte Leichen. Beim Lesen möchte man vor dem erschütternden Leid, dem Rassismus und der Gewalt die Augen verschließen. Ähnlich ging es dem Schriftsteller, der bezüglich seiner Recherchearbeit, im Interview mit der L.A. Times folgendes sagte: “I’ll never go there. It's a place of incredible evil.” Colson Whitehead, der für seinen letzten Roman „Underground Railroad“ über die amerikanische Sklaverei mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet wurde, lotst den geneigten Leser auf zwei Zeitebenen zu einem grausamen Ende. Auf der ersten begegnen wir Elwood als Jugendlichen, der unrechtmäßig verurteilt worden ist und sein Dasein in der Anstalt fristete. Auf der zweiten Zeitebene lernt der Leser den Erwachsenen kennen, der rückblickend auf die Ereignisse der „Nickel Boys“ blickt. Langsam erschleicht sich eine Ahnung und dennoch hofft man als Leser, dass alles gut ausgehen wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu Letzt.

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