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Vater unser

32

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11378

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2019

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21/13,4/2,5 cm

Gewicht

371 g

Farbe

Neon Pink

Auflage

8

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26259-1

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11378

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2019

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21/13,4/2,5 cm

Gewicht

371 g

Farbe

Neon Pink

Auflage

8

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26259-1

Herstelleradresse

Hanser Berlin
Lehrter Straße 57 Haus 4
10557 Berlin
DE

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  • Danyboy

    Book Circle Community

    5/5

    06.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die wahnsinnige Frau Gruber

    + Das Zitat “Ach Frau Gruber”, sagt Korb und seufzt, “so klug sind Sie. Was hätte aus Ihnen bloss alles werden können, wenn Sie nicht so verrückt wären.” Ich nicke. “Ja”, sag ich, “wenn ich einfach nur ein bisschen blöder wär, hätt ich zum Beispiel Psychiater werden können.” + Die Thematik Eva Gruber ist, wie sie selbst sagt, im “Irrenhaus” nahe Wien. Dort wird sie eingeliefert nachdem sie behauptet hat, eine Kindergartenklasse erschossen zu haben (was nie geschah). In der grossen psychiatrischen Einrichtung ist auch ihr magersüchtiger Bruder Bernhard. Und diesen will sie um jeden Preis beschützen. Nur: Vor wem und was eigentlich genau? Was hat es mit der Vergangenheit der Familie auf sich und mit der Besessenheit mit dem Vater…? Eva ist die unzuverlässige Erzählerin dieser Geschichte. Höchst manipulativ, mit derbem Witz und sich erst im Verlauf des Romans erschliessender Motivation führt sie uns durch ihren Anstaltsalltag und ihre Vergangenheit. Was stimmt? Was ist gelogen? Und wie krank ist wer eigentlich? + Zum Mitnehmen Wer mit der (traumatischen) Realität nicht zurechtkommt, erfindet alternative Geschichte(n). + Kritik Lehners 2019 erschienener Roman hat mich begeistert. Eva Gruber ist eine Protagonistin, wie man sie nur selten trifft. Abwechselnd will man sie abwatschen und umarmen. Krass manipulativ versucht sie Kontrolle über Leben und ihre eigene Geschichte zu bekommen, während man als Leser gleichzeitig schnell merkt, dass sie genauso sehr Opfer (ihrer Krankheit) wie “Täterin” ist. Wahn, Schutzbedürfnis und Überforderung spielen eine grosse Rolle. Die Geschichte überzeugt mich mit ihrem derben Witz, der ausgezeichneten Charakter- und Milieuanalyse sowie der tollen strukturellen und formalen Gestaltung. Die traumatisierte ländlich-katholische Familie wird hautnah beschrieben, dabei wirds nie frömmelnd oder bieder. Im Gegenteil. Hinzu kommen witzige persiflierende Passagen auf psychiatrischen Alltag und Behandlung. Ein toller Roman!

  • Bewertung

    aus Leipzig

    5/5

    23.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gänsehaut auf die andere Art und Weise

    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Die Protagonistin ist sarkastisch, witzig, manipulativ und doch habe ich an ihr gehangen und ihre Geschichte in mir aufgesogen. Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung nachvollziehbar, auch wenn der*die Leser*in nicht mehr zwischen Wahrheit uns Lüge zu unterscheiden weiß. Aber das ist das Leben. So wenig, wie man weiß, ab wann man tatsächlich verrückt ist. Das Ende hat mich mit Gänsehaut zurückgelassen, aber auf eine andere Art und Weise als ein Thriller es tut. Das Leben schreibt die krassesten Geschichten und auch wenn ich die Rezensent*innen verstehe, welche die Protagonistin nicht mögen, zeigt doch ihre Geschichte, warum sie ist, wie sie ist und das hat sie für mich liebenswert gemacht.

  • Bewertung

    5/5

    22.01.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bestes Buch

    ... seit langem. Richtig fesselnd. Das Thema Psychiatrie wird aufgearbeitet und hinterfragt. Und das mit viel Ironie. Empfehle ich sofort weiter!

  • Bewertung

    5/5

    02.12.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    VATER UNSER

    Böse, gestört? Sie lügt, dass sich die Balken biegen. Sie manipuliert geschickt und gekonnt. Eva Gruber, eine Irre, unterwegs mit der fixen Idee, ihren magersüchtigen kleinen Bruder Bernhard zu retten. Warum will sie das? Ihr Plan sieht ausserdem noch vor, den gemeinsamen Vater umzubringen. Hochkomisch, ideenreich, sprachlich in’s Wienerische tauchend, führt Angela Lehner durch die Geschichte, die sich im sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe, Steinhof in Wien abspielt, Bruder und Schwester sind dort zur Therapie untergebracht. Bis am Schluss spannend, verwirrend, eine Geschichte die nicht kalt lässt, in einem Zug durchgelesen!

  • Kaffeeelse

    5/5

    24.09.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intensive Verwirrungen

    "Vater unser" von Angela Lehner ist jetzt das dritte Buch der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019, welches mir vor die Augen kam. Und es lässt mich vollkommen begeistert zurück und steht für meine Begriffe vollkommen zu Recht auf dieser Liste. Was haben wir hier? "Vater unser" ist der Blick auf eine junge Frau und ihre Familie. Diese junge Frau, Eva Gruber, wird in die Psychiatrie gebracht, sie bezichtigt sich selbst eine Kindergartenklasse umgebracht zu haben. Hat sie nur nicht. Dies sieht man auch daran, dass Eva auf keine forensische Station gebracht wird. Eigentlich will sie meines Erachtens nur dahin, um ihrem Bruder nahe zu sein. Ihr wird eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Aber passt dies zusammen, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und der Drang, dem Bruder nahe zu sein, dem Bruder zu helfen? Wobei aber das, was uns die Protagonistin hier so erzählt, nicht immer der Wahrheit entsprechen muss, ich aber schon einen gewissen Leidensdruck auf Seiten der Eva erkennen kann. Ihr Bruder Bernhard ist in der Psychiatrie, weil er Essstörungen hat. Eva beschreibt, dass beide Kinder vom Vater sexuell missbraucht wurden. Die Essstörung und das Trauma als Ursache könnte passen. Könnte?!?! Gleichzeitig kommen aber auch andere schwierige familiäre Konstellationen und gegenseitige Verletzungen zum Vorschein. Wobei man sich aber immer wieder auch fragt, ist das jetzt wahr? Dabei ist das Beschreiben von Evas Leben geprägt von fast traumhaft/alptraumhaft anmutenden Sequenzen von einer äußerst eindringlichen Intensität, die einen immensen Sog erzeugen. Durch immer wieder sich gegenseitig widersprechende Informationen ist man beim Lesen verwirrt, sucht nach einer Wahrheit. Dabei besitzt die Erzählerin auch deutlich manipulative Züge, die sie meisterhaft einsetzt, aber dadurch auch gleichzeitig ein negatives Bild von sich erzeugt und beim Leser die Frage: Warum?. Herrlich sind die Gespräche zwischen dem Psychiater Dr. Korb und der Patientin Eva, einerseits bieten sie gewisse Einblicke in psychiatrisches Geschehen, andererseits sind sie von einem umwerfenden Humor gekennzeichnet, zeigen aber auch deutlich die Interaktionen zu denen Eva fähig ist und sie machen ungeheuer Spaß, auch wenn es manchmal ein etwas schmerzhafter Spaß ist. Die Sprache der Angela Lehner ist generell von einem interessanten Mix aus Spannung, Drama und Humor getragen, wobei ihr Humor aber auch manchmal sehr schmerzhaft und boshaft ist. Insgesamt betrachtet ist dieses Buch ein äußerst intensives Verwirrspiel, welches absolut fesselt, aber als einen kleinen gewissen Nachteil auch wenig Auflösung mitbringt. Schade. Ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung!

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  • Zum Bewerterprofil von Hans Wilhelm Schmölzer

    Hans Wilhelm Schmölzer

    Thalia Villach – Atrio

    Buchhändler*in

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    5/5

    15.08.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sarkastisch, witzig, zynisch, ernstes Thema, großes Schreibtalent

    „Frau Gruber“, sagt er …, „erzählen Sie mir doch einmal, wie ein so aufgeweckter junger Mensch dazu kommt, zu behaupten, er habe eine Kindergartenklasse erschossen.“ In Eva Grubers Familie dürfte einiges schief gelaufen sein. In einer Wiener Psychiatrie sucht die junge Frau ihren Bruder Bernhard. Gemeinsam mit ihm will sie ihren Vater umbringen. Sarkastisch, witzig, zynisch, ernstes Thema, großes Schreibtalent. „Du musst die alten Geschichten abschließen, einen Deckel drauftun wie auf einen Topf, damit du ein gesunder Mensch wirst.“ „Und dafür“, flüstert er, „muss ich den Vater umbringen?“ „Nein“, sag ich, „ich bring ihn eh um. Aber tot, tot ist er dann für dich.“

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