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Alles, was wir geben mussten Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.10.2017

Verlag

Blessing

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,5/13,6/3,2 cm

Gewicht

469 g

Farbe

Khaki / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Never Let Me Go

Übersetzt von

Barbara Schaden

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-632-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.10.2017

Verlag

Blessing

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,5/13,6/3,2 cm

Gewicht

469 g

Farbe

Khaki / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Never Let Me Go

Übersetzt von

Barbara Schaden

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-632-0

Herstelleradresse

Blessing Karl Verlag
Neumarkter Strasse 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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In Großbritannien, Ende des…

Caro_liest am 19.07.2025

Bewertungsnummer: 2949538

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In Großbritannien, Ende des 20. Jahrhunderts, werden Klone gezüchtet, um als Organersatzlager ausgeschlachtet zu werden. Der Roman begleitet das Aufwachsen dreier solcher Klone von ihrer Kindheit in einem Internat bis zum jungen Erwachsenenalter, wo sie mit dem „Spenden“ anfangen sollen.  Das klingt wie der Auftakt zu einem spannenden SF-Thriller. Typischerweise würde die brutale Ausbeutung der Klone in allen Farben gezeigt werden und die Klone würden gegen ihre grausamen Unterdrücker aufbegehren.  Nichts davon in diesem Buch.  Was das Buch stattdessen zeigt, ist das Mitmachen. Das stillschweigende Einverständnis. Dass Menschen diese Vorgänge so selbstverständlich finden, dass sie nicht einmal anfangen, etwas zu kritisieren.  Weder sind die Ärzte, Krankenpfleger oder die Erzieher der Kinder besonders grausam, sondern einfach nur Menschen, die ihren Job machen. (Auch wenn eine Erzieherin Probleme damit hat.) Noch rebellieren die Klone, sondern fügen sich in ihr Schicksal, erkennen es als ihre Bestimmung an. Gezeigt werden lauter gute Menschen, die nur Gutes wollen, und am Ende kommt die massenhafte Ermordung von Menschen dabei heraus, was euphemistisch als „Abschließen“ bezeichnet wird.  Als ich das Buch zum ersten Mal las, fand ich das schwer vorstellbar. Mittlerweile halte ich es für ein passendes Abbild der bürgerlichen Gesellschaft, wo auch niemand jemals etwas Böses will. Komischerweise gibt es dann eben Armut, Obdachlosigkeit oder den ein oder anderen Massenmord, für den scheinbar niemand verantwortlich ist. Im Buch wird nie genauer erklärt, wie es zu dem Einverständnis kommt. Die Beteiligten halten einfach alle für richtig, was sie tun, und wollen ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Außerdem werden den Kindern im Heim Informationen bruchstückweise immer dann gefüttert, wenn sie noch zu jung sind, um sie wirklich zu verstehen.  Zu einer kleinen Rebellion kommt es dann aber doch, allerdings nur innerhalb des Systems. Unter den Klonen geht nämlich das Gerücht um, dass ein Junge und ein Mädchen einen Aufschub des Organspendens beantragen können, wenn sie einander wirklich lieben (das scheint nur für hetero Paare zu gelten). Das Gerücht weckt bei Ruth, Kathy und Tommy die Hoffnung, den Versuch zu wagen. Unglücklicherweise sind die drei in ein Liebesdreieck verstrickt, sodass sie erst nach Sortieren ihrer Beziehungen diesen Weg gehen können. Scheinbar viel zu spät. Dabei geht es viel um die zwischenmenschlichen Beobachtungen. Die Ich-Erzählerin Kathy beobachtet genau das Verhalten anderer, während sie über ihre eigenen Gefühle wenig sagt. Diese muss man zwischen den Zeilen lesen und sie treffen dafür umso heftiger.  Es geht auch um die Frage, ob man an Beziehungen wieder anknüpfen kann, die durch verletzende Worte zerbrochen wurden, oder ob es irgendwann zu spät dafür ist.  Die Sprache ist auf einem sehr hohen Niveau, lange Sätze, fast schon etwas altmodisch, was aber gut zur Stimmung passt. Insgesamt ein Buch, das lange nachhallt.

In Großbritannien, Ende des…

Caro_liest am 19.07.2025
Bewertungsnummer: 2949538
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In Großbritannien, Ende des 20. Jahrhunderts, werden Klone gezüchtet, um als Organersatzlager ausgeschlachtet zu werden. Der Roman begleitet das Aufwachsen dreier solcher Klone von ihrer Kindheit in einem Internat bis zum jungen Erwachsenenalter, wo sie mit dem „Spenden“ anfangen sollen.  Das klingt wie der Auftakt zu einem spannenden SF-Thriller. Typischerweise würde die brutale Ausbeutung der Klone in allen Farben gezeigt werden und die Klone würden gegen ihre grausamen Unterdrücker aufbegehren.  Nichts davon in diesem Buch.  Was das Buch stattdessen zeigt, ist das Mitmachen. Das stillschweigende Einverständnis. Dass Menschen diese Vorgänge so selbstverständlich finden, dass sie nicht einmal anfangen, etwas zu kritisieren.  Weder sind die Ärzte, Krankenpfleger oder die Erzieher der Kinder besonders grausam, sondern einfach nur Menschen, die ihren Job machen. (Auch wenn eine Erzieherin Probleme damit hat.) Noch rebellieren die Klone, sondern fügen sich in ihr Schicksal, erkennen es als ihre Bestimmung an. Gezeigt werden lauter gute Menschen, die nur Gutes wollen, und am Ende kommt die massenhafte Ermordung von Menschen dabei heraus, was euphemistisch als „Abschließen“ bezeichnet wird.  Als ich das Buch zum ersten Mal las, fand ich das schwer vorstellbar. Mittlerweile halte ich es für ein passendes Abbild der bürgerlichen Gesellschaft, wo auch niemand jemals etwas Böses will. Komischerweise gibt es dann eben Armut, Obdachlosigkeit oder den ein oder anderen Massenmord, für den scheinbar niemand verantwortlich ist. Im Buch wird nie genauer erklärt, wie es zu dem Einverständnis kommt. Die Beteiligten halten einfach alle für richtig, was sie tun, und wollen ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Außerdem werden den Kindern im Heim Informationen bruchstückweise immer dann gefüttert, wenn sie noch zu jung sind, um sie wirklich zu verstehen.  Zu einer kleinen Rebellion kommt es dann aber doch, allerdings nur innerhalb des Systems. Unter den Klonen geht nämlich das Gerücht um, dass ein Junge und ein Mädchen einen Aufschub des Organspendens beantragen können, wenn sie einander wirklich lieben (das scheint nur für hetero Paare zu gelten). Das Gerücht weckt bei Ruth, Kathy und Tommy die Hoffnung, den Versuch zu wagen. Unglücklicherweise sind die drei in ein Liebesdreieck verstrickt, sodass sie erst nach Sortieren ihrer Beziehungen diesen Weg gehen können. Scheinbar viel zu spät. Dabei geht es viel um die zwischenmenschlichen Beobachtungen. Die Ich-Erzählerin Kathy beobachtet genau das Verhalten anderer, während sie über ihre eigenen Gefühle wenig sagt. Diese muss man zwischen den Zeilen lesen und sie treffen dafür umso heftiger.  Es geht auch um die Frage, ob man an Beziehungen wieder anknüpfen kann, die durch verletzende Worte zerbrochen wurden, oder ob es irgendwann zu spät dafür ist.  Die Sprache ist auf einem sehr hohen Niveau, lange Sätze, fast schon etwas altmodisch, was aber gut zur Stimmung passt. Insgesamt ein Buch, das lange nachhallt.

Ishiguro weiß einfach, wie man...

D. Sinski am 07.06.2022

Bewertungsnummer: 1725912

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ishiguro weiß einfach, wie man unglaublich bewegende und tiefgründige Romane schreibt. Ein scheinbar ganz normales Internat, auf dem die Schülerinnen und Schüler auf eine besondere Zukunft vorbereitet werden. Wie "besonders" diese Zukunft ist, wird im Verlauf immer deutlicher...

Ishiguro weiß einfach, wie man...

D. Sinski am 07.06.2022
Bewertungsnummer: 1725912
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ishiguro weiß einfach, wie man unglaublich bewegende und tiefgründige Romane schreibt. Ein scheinbar ganz normales Internat, auf dem die Schülerinnen und Schüler auf eine besondere Zukunft vorbereitet werden. Wie "besonders" diese Zukunft ist, wird im Verlauf immer deutlicher...

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Alles, was wir geben mussten

von Kazuo Ishiguro

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Michaela Kletzander-Nassauer

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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5/5

Herausfordernde Lektüre

Bewertet: eBook (ePUB)

Ein Buch, das sich zu Anfang leicht liest - das gegen Ende, einen mit seiner Aussage konfrontiert und wenn man darüber redet, erst seine ganze Schrecklichkeit enthüllt. In dieser Parallel-Realität, begleitet man 3 Klone - Ruth, Kathy und Tommy, durch Ruths Augen. Sie wachsen behütet und intellektuell gefördert auf. In dieser Institution, die eigentlich eine Art Experiment ist, will anzeigen, dass Klone wie Menschen sind - Gefühle haben und eine Seele besitzen - doch wofür, wenn ihr einziger Lebenszweck ist, ihre Organe zu spenden und für die "normalen" Menschen zu sterben... Sie wachsen mit diesem Wissen auf, ihr Schicksal wird ihnen nicht verheimlicht... Doch fragt man sich, wie sie es so einfach annehmen können, warum sie den ureigenen Überlebensinstinkt des Menschen nicht besitzen....
  • Michaela Kletzander-Nassauer
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Herausfordernde Lektüre

Bewertet: eBook (ePUB)

Ein Buch, das sich zu Anfang leicht liest - das gegen Ende, einen mit seiner Aussage konfrontiert und wenn man darüber redet, erst seine ganze Schrecklichkeit enthüllt. In dieser Parallel-Realität, begleitet man 3 Klone - Ruth, Kathy und Tommy, durch Ruths Augen. Sie wachsen behütet und intellektuell gefördert auf. In dieser Institution, die eigentlich eine Art Experiment ist, will anzeigen, dass Klone wie Menschen sind - Gefühle haben und eine Seele besitzen - doch wofür, wenn ihr einziger Lebenszweck ist, ihre Organe zu spenden und für die "normalen" Menschen zu sterben... Sie wachsen mit diesem Wissen auf, ihr Schicksal wird ihnen nicht verheimlicht... Doch fragt man sich, wie sie es so einfach annehmen können, warum sie den ureigenen Überlebensinstinkt des Menschen nicht besitzen....

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