Der Mond und die Feuer

Roman

detebe Band 24434

Cesare Pavese

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Beschreibung

Der Roman führt ins Piemont, Ende der Vierzigerjahre. Der Erzähler, gut zwanzig Jahre zuvor aufgebrochen, sein Glück in Amerika zu machen, kehrt in sein Dorf zurück. Die Landschaft der Kindheit liegt vor ihm, die Rebhügel, der Fluss mit dem abschüssigen Ufer, die Eisenbahnlinie. Hier ist er, als angenommenes Kind, in einer Kleinbauernfamilie aufgewachsen, hier geschah die Entdeckung der Welt.
Aber viel ist seither passiert. Von Nuto, seinem einzigen verbliebenen Freund, erfährt er, wie der Faschismus das Dorf gespalten hat, dass der Kampf auf der Seite der Partisanen den Weggefährten das Leben gekostet hat und nicht Freudenfeuer, sondern Feuer der Wut und Verzweiflung auf den Höhen entfacht wurden.
In Der Mond und die Feuer, Paveses letztem Roman, leuchtet mit der mythischen Hügellandschaft der Langhe auch die Schönheit des Erzählens auf. Urbilder menschlicher Erfahrung - der Baum, das Haus, die Reben, der Abend, das Brot, die Frucht - erzeugen eine magische Melancholie. Virtuos verdichtet verhandelt Pavese große, auch in unserem Jahrhundert relevante Themen der Weltliteratur: Auswanderung und Rückkehr, Verwurzelung und Entwurzelung, Widerstand.

Cesare Pavese, 1908 geboren, wuchs in Santo Stefano Belbo, Piemont, und in Turin auf. Als er sechs Jahre alt war, starb sein Vater. Nach dem Philologiestudium Übersetzung von englischer und amerikanischer Literatur. 1935 Verbannung nach Kalabrien. 1938 Eintritt in das Verlagshaus Einaudi, Turin; 1943 Übernahme der Leitung des Büros in Rom.
Pavese gilt als wichtiger Vertreter des Neorealismo. 1950 erhielt er den Premio Strega. Im August desselben Jahres, auf dem Höhepunkt seines literarischen Erfolgs, nahm er sich in einem Turiner Hotelzimmer das Leben.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 07.10.2016
Verlag Rotpunktverlag
Seitenzahl 216 (Printausgabe)
Dateigröße 2016 KB
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Maja Pflug
Sprache Deutsch
EAN 9783858697233

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Blut ist überall rot.

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Der Mond ist für alle da, genau wie der Regen und die Krankheiten. Ob sie nun in einem Loch oder in einem Palast wohnen, Blut ist überall rot.“ (S. 138) Und genau um dieses Blut geht es Pavese in seinem letzten – kurz vor seinem Selbstmord geschriebenen – Roman, wenn er seinen Erzähler Anguilla Ende der 40er-Jahre nach einer langen Zeit der Abwesenheit wieder nach Italien zurückkommen lässt. Auch wenn die Landschaft, die Mühsal und das Treiben in den Städten und Dörfern stets gleich erscheinen, so erweist sich dieser Eindruck für den Daheimgekehrten als Täuschung. Auch die Johannisfeuer, die früher schon von der Ferne aus von den Festen kündeten, verbergen kaum noch die Verbrechen, die Bluttaten, die Kriege und Bürgerkriege und vor allem den Hass der Menschen. Während sein Protagonist Anguilla die Zeit des Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs in Amerika verbrachte, verblieb Pavese in der Zeit des Faschismus in Italien. Stets rang der Schriftsteller mit den (Selbst-)Vorwürfen, sich nicht den Partisanen angeschlossen zu haben. Einen alten Freund von Anguilla lässt Pavese im Roman sagen, dass er mit einem Anschluss an die Partisanen alles verloren hätte, das Haus und den Hof. Die Wunden sind riesig, auch wenn der Brandfleck nicht mehr zu erkennen ist, an der Santas Leiche unter dem Reisig des Weinbergs verbrannt wurde. Santina galt stets als die schönste Frau im Ort und wurde als faschistische Spionin von den Partisanen erschossen. Tote werden immer wieder im Wald und unterm Geröll gefunden. Auch wenn mir zur Neuübersetzung von Maja Pflug der Vergleich fehlt, so liest sich das Buch verdammt gut.
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„Der Mond ist für alle da, genau wie der Regen und die Krankheiten. Ob sie nun in einem Loch oder in einem Palast wohnen, Blut ist überall rot.“ (S. 138) Und genau um dieses Blut geht es Pavese in seinem letzten – kurz vor seinem Selbstmord geschriebenen – Roman, wenn er seinen Erzähler Anguilla Ende der 40er-Jahre nach einer langen Zeit der Abwesenheit wieder nach Italien zurückkommen lässt. Auch wenn die Landschaft, die Mühsal und das Treiben in den Städten und Dörfern stets gleich erscheinen, so erweist sich dieser Eindruck für den Daheimgekehrten als Täuschung. Auch die Johannisfeuer, die früher schon von der Ferne aus von den Festen kündeten, verbergen kaum noch die Verbrechen, die Bluttaten, die Kriege und Bürgerkriege und vor allem den Hass der Menschen. Während sein Protagonist Anguilla die Zeit des Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs in Amerika verbrachte, verblieb Pavese in der Zeit des Faschismus in Italien. Stets rang der Schriftsteller mit den (Selbst-)Vorwürfen, sich nicht den Partisanen angeschlossen zu haben. Einen alten Freund von Anguilla lässt Pavese im Roman sagen, dass er mit einem Anschluss an die Partisanen alles verloren hätte, das Haus und den Hof. Die Wunden sind riesig, auch wenn der Brandfleck nicht mehr zu erkennen ist, an der Santas Leiche unter dem Reisig des Weinbergs verbrannt wurde. Santina galt stets als die schönste Frau im Ort und wurde als faschistische Spionin von den Partisanen erschossen. Tote werden immer wieder im Wald und unterm Geröll gefunden. Auch wenn mir zur Neuübersetzung von Maja Pflug der Vergleich fehlt, so liest sich das Buch verdammt gut.

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