Was wäre, wenn die Achsenmächte den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Und sich Hitler mit Japan die USA geteilt hätte? Die Grenze durch die Rocky Mountains verliefe, wo es neutrale Pufferstaaten gäbe? Und dort ein ›Orakel vom Berge‹?
Vor dieser Unwirklichkeit flüchten die Menschen in ein Buch über die ›Heuschrecken‹, in der die Welt so dargestellt wird, wie sie eher unserer Wirklichkeit gleicht – aber nur fast, oder ist es wirklich ganz anders herum? Das ›Orakel vom Berge‹ (1962) ist gegen den Strich erzählte Historie und ein legendärer Klassiker der amerikanischen Literatur.
Das Buch zur US-Kultserie »The Man in the High Castle«!
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Alternativwelt - erschreckend und nachdenklich machend
PMelittaM aus Köln am 28.12.2017
Bewertungsnummer: 1071642
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Was wäre wenn Deutschland und Japan den 2. Weltkrieg gewonnen hätten? Was wäre, wenn sie die USA unter sich aufgeteilt hätten? Wie hätten diese Länder sich weiterentwickelt, was hätte das für die Menschen bedeutet?
Philip K. Dick geht hier dieser Frage nach, man schreibt das Jahr 1962 (in diesem Jahr ist auch der Roman erschienen), die Pazifikstaaten gehören zum japanischen Kaiserreich, die Atlantikstaaten zum Dritten Reich, zwischen den beiden liegt eine neutrale Pufferzone.
Der Leser begleitet mehrere Charaktere, Amerikaner, Deutsche, Japaner, Mitläufer und Menschen, die sich, wenn auch meist im Geheimen, auflehnen. Ein Roman kursiert, der das Undenkbare beschreibt, eine alternative Welt, und überall auf Interesse stößt.
Schon lange wollte ich einmal etwas von diesem Autor lesen, dessen Werke mehrfach verfilmt wurden. Aber erst die Serie The Man in the High Castle, die auf diesem Roman basiert, und die mich von Anfang an faszinierte und erschreckte, brachte mich dazu, zu einem der Romane zu greifen. Man kann den Roman sehr gut zusätzlich zur Serie lesen, er ist anders, aber in vielem auch ähnlich, alle wichtigen Szenen des Romans sind auch in der Serie enthalten, erstaunlicherweise sogar die Szene mit Tagomi im Park. Die Serie geht weit, aber in meinen Augen passend, über das Geschehen im Roman hinaus.
Zurück zum Roman: Mich hat er sofort gefesselt, ich habe mich gefreut, wichtige Personen aus der Serie wieder zu treffen, sie ein bisschen anders beleuchtet zu sehen. Mich hat die Wirklichkeit des Romans, wie die der Serie, erschreckt und nachdenklich gemacht wie gut, dass sie nicht eingetroffen ist. Als Leser muss man sich schon seine eigenen Gedanken machen, der Roman geht nicht in die Tiefe und er bleibt in vielem offen, aber gerade das finde ich sehr gut.
Der Roman ist für mich ein Must-Read, ich bin froh, ihn endlich gelesen zu haben und werde sicher auch noch zu weiteren Werken des Autors greifen. Volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!
Ein Klassiker der Science Fiction!...
Bewertung am 18.11.2020
Bewertungsnummer: 487252
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Klassiker der Science Fiction! Düster, beklemmend und spannend. Was wäre gewesen, wenn...Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen und Amerika unter sich und Japan aufgeteilt hätte? Und wie würde die Welt dann aussehen? Wie gesagt: ein Klassiker!
Meinung aus der Buchhandlung
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Amerika im Jahr 1962. Alles ist so, wie wir das auch in der jetzigen Zeit kennen, allerdings mit einem großen Unterschied: Die Achsenmächte und nicht Alliierten haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen! Die Vereinigten Staaten sind, wie auch andere Länder Europas, Asiens und Teile Afrikas großteils unter Kontrolle des Großdeutschen Reiches. Die zweite Hälfte der USA, wie etwa San Francisco werden vom Japanischen Kaiserreich regiert.
Die letzten Kampfhandlungen liegen bereits 16 Jahre zurück, das Land ist wiederaufgebaut. Um zwischen den beiden Großmächten keine unmittelbaren politischen Streitereien auszulösen, gibt es eine Art Pufferzone in den Rocky Mountains. Dies ist auch gleichzeitig das letzte große Zentrum des Wiederstandes. Kopf der Bewegung ist der Mann im hohen Schloss, den alle nur als Mr. Andersen bezeichnen. Durch einen Roman versucht er innerhalb der amerikanischen Zivilbevölkerung eine größere Masse an Menschen zum Widerstand gegen die deutschen und japanischen Besatzungstruppen bzw. deren Verwaltungsapparat zu installieren. Mithilfe dieses Buches, es heißt Die Rache der Heuschrecke regt sich in allen Teilen der USA der Widerstand.
Hauptfigur im Roman ist der Kunst- und Antiquitätenhändler Robert Childran. Durch seine guten Verbindungen zu einigen Angehörigen der Japanischen Oberschicht gelingt es ihm immer öfter, nicht nur Originale, sondern auch gefälschte Ware an wohlhabende Japaner zu verkaufen. Hier ist übrigens auch der erste große Unterschied zur Serie, dort spielt er nur eine untergeordnete Rolle. Ursprünglich hat Childran gar nicht vor seine japanischen Gönner zu vergraulen. Erst durch einen Vorfall mit dem Maler Frank Frink wird er in dessen korrupte Machenschaften hineingezogen.
Frank Frink ist zugleich die Hauptfigur in der Serie, ebenso dessen Freundin Juliana Crain. Beide werden durch die Unterdrückungsversuche der Japaner bald Anhänger des Widerstandes. Beide nutzten den ominösen Tot Martin Bohrmanns in Berlin um weiteres Misstrauen innerhalb der Bevölkerung gegenüber den Besatzungstruppen zu säen. Nur wenn es ihnen beiden gelingt, das Buch für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen, kann ein Umsturz, sowohl bei der japanischen, als auch der deutschen Regierugn in den USA gelingen.
Viele Aspekte des Romans bleiben in der Fernsehserie leider vollkommen unerwähnt. Beispielsweise arbeitet die Organisation Todt am ersten bemannten Flug zum Mars. Das heißt die Deutsche Wehrmacht wäre, laut Dicks Roman, die erste Nation, die ein derartiges Weltraumprogramm auf die Füsse stellt. Weiters hat Italien sich nicht im letzten Weltkrieg von Deutschland abgewandt und nun kontrollieren Sie eine Art Neuauflage des Römischen Reiches über weite Teile Osteuropas bis hin zum Balkan.
Deutsche Wissenschaftler haben nach Ende der Kampfhandlungen in Amerika damit begonnen die zerstörten Straßen und Häuser wieder aufzubauen, federführend dabei war ein Reichsgouverneur namens Erwin Rommel. Außerdem hat das Deutsche Reich das Mittelmeer trocken gelegt, um die afrikanischen Agraranbauchflächen miteinander zu verbinden, einfach Irre!
Ein erschreckendes und zugleich faszinierendes Gedankenexperiment, das bereits zum Zeitpunkt seines Erscheinens in den 1960er Jahren für große Kontroversen sorgte.
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