Produktbild: Im Erlebensfall

Im Erlebensfall Essays 2002-2013

1

23,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


  • Kostenlose Lieferung ab 30 € Einkaufswert
  • Versandkostenfrei für Bonuscard-Kund*innen

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2014

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

310

Maße (L/B/H)

21/13,4/3 cm

Gewicht

455 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-65956-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2014

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

310

Maße (L/B/H)

21/13,4/3 cm

Gewicht

455 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-65956-0

Herstelleradresse

Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Wilhelmstraße 9
80801 München
DE
produktsicherheit@beck.de

Kundinnen und Kunden meinen

1 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

(0)

4 Sterne

(0)

3 Sterne

(1)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Es war der Titel, der meine…

Volker Jentsch am 28.10.2014

Bewertungsnummer: 2698635

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es war der Titel, der meine Neugier geweckt und mich bewogen hat, 22 Euro zu investieren: was wollte er mir sagen? Aber auch nach der Lektüre des Buches bin ich nicht klüger geworden. Vielleicht erklärt mir der Autor, was er damit hat ausdrücken wollen? Ich würde mich freuen. Herr Muschg ist vielfach ausgezeichnet, Büchner- und Hesse-Preis sind ihm zuerkannt, den Nobelpreis für Literatur hat er vermutlich nur knapp verfehlt (aber auch der wäre noch möglich, im Erlebensfall, denn Preise, insbesondere die mit Literatur zu tun haben, sind voller Überraschungen, wie die vergangenen Ehrungen gelehrt haben). Das Buch besteht vor allem aus Vorträgen, die Muschg im Laufe von zehn Jahren verfaßt hat. In manchem stimme ich ihm gerne zu: wenn er die Flachheit und Geistlosigkeit der veröffentlichten Kommunikation beschreibt, die Impertinenz der Meinungsmacher, die Macht des globalen Marktes, die weitverbreitete Ökonomisierung der Lebensweisen. Auch darin kann ich ihm folgen: wenn er unter "Was heißt Bildung?" intellektuelle Vielseitigkeit fordert und das überall dominierende Spezialistentum wenn nicht verwirft, so doch ein ums andere Mal in Frage stellt; den Begriff der Elite, der heute den mit Bildung Beauftragten und Befaßten so leicht über die Lippen geht, nicht widerspruchslos akzeptieren will. Und ich bin ganz bei ihm, wenn er im Zusammenhang mit dem Wissenserwerb die Frage nach dem "Was" mit dem "Wofür" und "Wie viel" koppelt, was angesichts der rapide fortschreitenden biologischen Wissenschaften und ihren lukrativen Ablegern (wie z.B. Reproduktionsmedizin und Gentechnik), ganz sicher zeitgemäß ist. Andererseits: wie traditionell verengend auf Kulturelle beschränkt ist sein Bildungsbegriff! Er fordert die Zweckfreiheit, beruft sich auf Humboldt und Schiller, natürlich auch Goethe, redet vom reinen Wissen und wird doch wissen, daß das alles Ideologie ist; keine Wissenschaft oder Forschung je zweckfrei noch rein war; und das ist gut so. Wäre sie es gewesen, hätte die menschliche Gesellschaft keinen Fortschritt erfahren. Umfassende Bildung beinhaltet sowohl die kulturelle geisteswissenschaftliche wie die technische naturwissenschaftliche Seite, das eine ist ohne das andere nicht mehr denkbar; den Fokus allein auf Kunst und Kultur zu legen, zeugt von Einseitigkeit, die er doch zu Recht beanstandet. Und wie konservativ sein Artikel über die Burschenschaften! Hier wünschte ich ihm, daß er seinen kritisch-jugendlichen Blick, den er sich rückblickend bescheinigt, auf das Hierarchische, Gehorsame, Patrimoniale und Nationalistische bewahrt hätte, den Klientelismus nicht schön geredet hätte, mit dem die Verbindungen bei den jungen Leuten punkten. Wie das Publikum auf seine Reden reagiert haben mag? All das vorweg Gesagte mag unerheblich sein, wenn nur seine Texte und Sprache gezündet hätten. Sie haben es bei mir leider nicht. Warum? Erstens: Seine Sprache fand ich auf Kunstfertigkeit und Verkomplizierung getrimmt, sie kommt nicht selten daher als gelehrte Blase, wo der Effekt den Inhalt dominiert; was sich im Übrigen im Schriftbild widerspiegelt - ich halte es, wegen der zahllosen kursiven Setzungen, für unnötig dekoriert. Zweitens: Was er dem Hörer oder Leser mitteilt, ist von vielen anderen bereits gesagt, nur eben einfacher, klarer, natürlicher, durchsichtiger und eindeutiger.

Es war der Titel, der meine…

Volker Jentsch am 28.10.2014
Bewertungsnummer: 2698635
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es war der Titel, der meine Neugier geweckt und mich bewogen hat, 22 Euro zu investieren: was wollte er mir sagen? Aber auch nach der Lektüre des Buches bin ich nicht klüger geworden. Vielleicht erklärt mir der Autor, was er damit hat ausdrücken wollen? Ich würde mich freuen. Herr Muschg ist vielfach ausgezeichnet, Büchner- und Hesse-Preis sind ihm zuerkannt, den Nobelpreis für Literatur hat er vermutlich nur knapp verfehlt (aber auch der wäre noch möglich, im Erlebensfall, denn Preise, insbesondere die mit Literatur zu tun haben, sind voller Überraschungen, wie die vergangenen Ehrungen gelehrt haben). Das Buch besteht vor allem aus Vorträgen, die Muschg im Laufe von zehn Jahren verfaßt hat. In manchem stimme ich ihm gerne zu: wenn er die Flachheit und Geistlosigkeit der veröffentlichten Kommunikation beschreibt, die Impertinenz der Meinungsmacher, die Macht des globalen Marktes, die weitverbreitete Ökonomisierung der Lebensweisen. Auch darin kann ich ihm folgen: wenn er unter "Was heißt Bildung?" intellektuelle Vielseitigkeit fordert und das überall dominierende Spezialistentum wenn nicht verwirft, so doch ein ums andere Mal in Frage stellt; den Begriff der Elite, der heute den mit Bildung Beauftragten und Befaßten so leicht über die Lippen geht, nicht widerspruchslos akzeptieren will. Und ich bin ganz bei ihm, wenn er im Zusammenhang mit dem Wissenserwerb die Frage nach dem "Was" mit dem "Wofür" und "Wie viel" koppelt, was angesichts der rapide fortschreitenden biologischen Wissenschaften und ihren lukrativen Ablegern (wie z.B. Reproduktionsmedizin und Gentechnik), ganz sicher zeitgemäß ist. Andererseits: wie traditionell verengend auf Kulturelle beschränkt ist sein Bildungsbegriff! Er fordert die Zweckfreiheit, beruft sich auf Humboldt und Schiller, natürlich auch Goethe, redet vom reinen Wissen und wird doch wissen, daß das alles Ideologie ist; keine Wissenschaft oder Forschung je zweckfrei noch rein war; und das ist gut so. Wäre sie es gewesen, hätte die menschliche Gesellschaft keinen Fortschritt erfahren. Umfassende Bildung beinhaltet sowohl die kulturelle geisteswissenschaftliche wie die technische naturwissenschaftliche Seite, das eine ist ohne das andere nicht mehr denkbar; den Fokus allein auf Kunst und Kultur zu legen, zeugt von Einseitigkeit, die er doch zu Recht beanstandet. Und wie konservativ sein Artikel über die Burschenschaften! Hier wünschte ich ihm, daß er seinen kritisch-jugendlichen Blick, den er sich rückblickend bescheinigt, auf das Hierarchische, Gehorsame, Patrimoniale und Nationalistische bewahrt hätte, den Klientelismus nicht schön geredet hätte, mit dem die Verbindungen bei den jungen Leuten punkten. Wie das Publikum auf seine Reden reagiert haben mag? All das vorweg Gesagte mag unerheblich sein, wenn nur seine Texte und Sprache gezündet hätten. Sie haben es bei mir leider nicht. Warum? Erstens: Seine Sprache fand ich auf Kunstfertigkeit und Verkomplizierung getrimmt, sie kommt nicht selten daher als gelehrte Blase, wo der Effekt den Inhalt dominiert; was sich im Übrigen im Schriftbild widerspiegelt - ich halte es, wegen der zahllosen kursiven Setzungen, für unnötig dekoriert. Zweitens: Was er dem Hörer oder Leser mitteilt, ist von vielen anderen bereits gesagt, nur eben einfacher, klarer, natürlicher, durchsichtiger und eindeutiger.

Kundinnen und Kunden meinen

Im Erlebensfall

von Adolf Muschg

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Im Erlebensfall
  • Die Spinnerinnen – statt eines Vorworts

     

    Wie ein Tier die Tiere sieht

     

    Über Brücken

     

    Dulden heißt beleidigen

     

    Europa, das gerissene Lamm

     

    Die Akademie dankt

     

    Akademie und Simulation

     

    Die Alchemie der Wörter

     

    Europäische Identität und polnisches Veto

     

    Zu Hartmut von Hentigs 80. Geburtstag

     

    Kulturelle Evolution

     

    Leitkultur – und was leitet sie?

     

    Farbe tragen – Flagge zeigen?

     

    Von schöner Vergeblichkeit

     

    Was heißt Bildung?

     

    Freiheit der Karikatur – Karikatur der Freiheit

     

    Gibt es eine europäische Identität?

     

    Sehen, was noch keiner gesehen hat

     

    Null Toleranz?

     

    Das ungebrochene Wort

     

    Die verlorene Geschichte

     

    Gevatter Tod

     

     

    Nachweise