. Entspricht rund 400 Buchseiten
. Neu editiert, mit aktualisierter Rechtschreibung, ohne den Charakter des Textes zu verfälschen
. Voll verlinkt, und mit zusätzlichem Hypertext- Inhaltsverzeichnis
. Mit einem Stammbaum der Earnshaws und Lintons, sowie einer Timeline mit den Lebensdaten der Hauptpersonen - angefertigt vom britischen Brontë-Experten Paul Thompson
»Sturmhöhe« gehört zu den großen epischen Familienerzählungen, und ist in eine Reihe mit »Vom Winde verweht« oder »Doktor Schiwago« zu stellen. Die Geschichte ist so bewegend, weil sie - wie jeder dieser großen Romane - archaische menschliche Gefühle zur Triebfeder macht: Liebe, Hass, Schmerz, Sehnsucht, Ehrgeiz, Stolz. - In »Dr. Schiwago« ist es die Liebe, in »Vom Winde verweht«, sind es Sehnsucht und Stolz, doch in »Sturmhöhe« ist es das zerstörerischste aller Gefühle, der Hass.
Shakespeare¿sche Züge, sagten Kritiker, habe der Roman, andere fühlen sich an die griechische Tragödie erinnert. In jedem Fall ist es ein ganz großer Wurf, der der jungen Emily Brontë (1818-1848), der literarisch bedeutsamsten der drei hochbegabten Brontë-Schwestern, hier gelang.
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Ein grausames Melodrama
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 09.05.2025
Bewertungsnummer: 2486416
Bewertet: eBook (ePUB)
Emily Brontës Roman Sturmhöhe (Wuthering Heights), ein Klassiker aus dem viktorianischen England, ist die melodramatische, von Rachegelüsten durchtränkte Familiengeschichte zweier Generationen, die auf zwei Anwesen im nebligen Yorkshire Moor lebten: Wuthering Heights und Thrushcross Grange. Ein komplex aufgebauter Plot, der von verschiedenen Erzähler*innen in einer Art Tagebuch, Brief- oder Dialogform vorgetragen wird.
Es beginnt 1801 mit dem Erzähler Lockwood, Pächter von Thrushcross Grange, der seinen ersten Besuch auf Wuthering Heights beschreibt und von den schlechten Manieren seines Gutsherrn enttäuscht heimkehrt. Seine Angestellte, Ellen Dean, tritt nun als Haupterzählerin auf. In vielen einsamen Abendstunden schildert sie die düstere Familiensaga, in der viel gelitten, gestorben und unglücklich geheiratet wird. Manchmal lässt sie Catherine Earnshaw, Catherine Linton oder Heathcliff sprechen (auch in Ich-Form) oder liest einen Brief vor. So bekommt man neben ihrer moralinsauren Ansicht auf die Dinge auch die überspannten, verletzten oder bösartigen Charaktere verschiedener Familienmitglieder mit. Ich musste beim Lesen konzentriert bleiben, um die Übersicht zu behalten. Dabei half mir auch eine bildliche Darstellung der Genealogie aus Wikipedia.
Die Sprache ist naturgemäss altmodisch, da es 1847 erstmals veröffentlicht wurde – aber dennoch schön und wortreich. Das hat mir gut gefallen. Manche Kapitel sind in ihrer Wert- und Moralvorstellung so veraltet, dass sie schwer nachzuvollziehen waren. Das Ganze spielt sich ausserhalb einer gesellschaftlichen Rücksichtnahme ab, die Häuser liegen im Abseits, kein Fremder kommt je vorbei. Die Figuren lassen sich ganz von ihrem Temperament leiten und werden entweder als durch und durch bösartig, rachsüchtig, durchtrieben oder leidenschaftlich und bis in den Tod gesteigert krank skizziert. Ihr Handeln ist triebhaft, ausser das von Edgar Linton, der als Einziger als edelmütiger Mann auftritt. Die Charaktere entwickeln sich meist nicht zum Besten. Heathcliff z.B. wird vom Gedemütigten zum Besessenen. Und auch die Liebe, die er für Catherine zu empfinden scheint, zeigt sich krankhaft und besitzergreifend.
Die ausführlichen Dialoge, die einzelnen Handlungen und die Charaktere sind detailliert beschrieben. Es gibt viele langatmige Stellen, und gewisse Episoden fand ich zu überfüllt oder zu melodramatisch - andere hingegen liebte ich und genoss die meisterliche Sprache.
Sturmhöhe kann faszinieren, wenn man sich einlässt und bereit ist, über die unreif wirkende Episoden hinwegzusehen. Wenn man mehr über die Autorin erfährt, die selbst in Yorkshire gelebt und offenbar auch viel gelitten hatte, ist es umso interessanter. Im Kontext mit dem einfachen Leben der Brontë-Familie, in der die Fantasie und die Bücher den grössten Stellenwert inne hielten, gewinnt dieses von Schicksalsschlägen gefüllte Drama an Sinn. Ich staune, woher diese in sich gekehrte Autorin, mit kränklicher Konstitution, die kaum ihr Geburtshaus verlassen konnte, ohne depressiv oder krank zu werden, die Ideen für ihre grausamen Figuren nahm.
Aufwühlende Familiengeschichte…
buecherwurm_01 aus Heinsberg am 17.02.2023
Bewertungsnummer: 2794321
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufwühlende Familiengeschichte Lesenswerter gesellschaftskritischer Klassiker Was für ein Buch, spannungsgeladen und intensiv. Die Autorin schafft eine eindrucksvolle Atmosphäre. Die Geschichte ist ziemlich düster, aber voller Emotionen und schicksalhafter Begegnungen. Schlagworte wie Verrat, Rache, menschliche Abgründe, Bosheit und Tragik treffen ebenso zu wie Gesellschaftskritik. Ausdrucksstarke Formulierungen und viele Schachtelsätze sorgen für diese Atmosphäre, die aufwühlt. Die Lektüre ist nicht einfach, sie erfordert volle Konzentration. Das Düstere in und rund um die Charaktere ist manchmal schwer zu ertragen, macht für mich aber auch den Reiz an der Lektüre aus. Die Entwicklung der Geschichte hat mir gut gefallen, die Charaktere sind stark und die Emotionen vielfältig. Dieser Roman ist die einzige Veröffentlichung der Autorin mit absolutem Klassiker-Potential, leider muss ich sagen. Gerne hätte ich mehr von ihr gelesen. Dieser Klassiker ist empfehlenswert, man sollte sich Zeit nehmen, ihn zu lesen und zu verstehen sowie die sprachlichen Feinheiten zu genießen.
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