Unbeschwerte Dolce Vita: Das ist das Leben, von dem Tom Ripley in seinem New Yorker Kellerloch träumt - und das sein Schulfreund Dickie Greenleaf führt. Dickies Vater, ein reicher Reeder, bittet Tom, nach Italien zu fahren und seinen >verlorenen Sohn< nach Amerika zurückzuholen: ein Traumauftrag für einen armen Nobody wie Tom. Noch ahnt niemand, wie weit Ripley gehen wird, um für immer zu Dickies Welt zu gehören. Mehr als 20 Jahre nach der Verfilmung mit Matt Damon feiert die Netflix-Serie >Ripley< mit Andrew Scott in der Hauptrolle einen sensationellen internationalen Erfolg.
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Aus ungewöhnlicher Sicht erzählt, ein Klassiker
Barbaras Bücherbox aus Niederbayern am 02.02.2025
Bewertungsnummer: 2401761
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Inhalt:
Unverhofft erhält der junge Tom Ripley die Möglichkeit, Kost und Logis frei, von Amerika nach Italien zu reisen. Mit ausreichend Geld für einen längeren Aufenthalt im Gepäck, soll er Dickie Greenleaf, den reichen Reederei-Erben, im Namen seines Vaters nachhause holen und ihm die Flausen von Malerei und Kunst austreiben. Dass Tom Dickie weniger gut kennt, als er es vielleicht dessen Vater gegenüber hat den Anschein nehmen lassen, ist nur eine kleine Notlüge. Dass Tom zudem gerade in New York nicht besonders gern gesehen ist, erwähnt er auch nicht, passt ihm aber natürlich gerade ganz gut.
Doch angekommen in Italien verläuft Toms Plan nicht ganz nach dessen Geschmack, denn weder scheint Dickie Italien verlassen zu wollen, noch akzeptiert er Tom als neuen »besten« Freund. Und das, obwohl Tom doch alles für ihn tut. Nur akzeptiert der reiche Dickie Tom, den Nobody, nicht als gleichgesinnten – bis Tom zu einem äußerst drastischen Mittel greift und damit eine Verkettung von tragischen Ereignissen auslöst, die bis nach Amerika reichen.
Meine Meinung:
Tatsächlich kannte ich die Geschichte bisher nicht – weder durch den Film noch anderweitig. Dass Tom hier eindeutig der Bösewicht in der Geschichte ist (und daran lässt das Buch keinen Zweifel) war anfangs ungewohnt. Denn er ist nicht der sympathische Antiheld, sondern ein Mensch, der so verblendet von sich selbst ist, dass er egal, was er tut, sich selbst nie als Täter sieht. Er ist davon überzeugt, dass alles, was er tut, gerecht ist.
War es schließlich gerecht, dass Tom bei seiner nörgelnden Tante aufwachsen musste, die ihn nie ausreichend gelobt hatte? Eindeutig lag es an ihr, dass er nie einen Job lange behalten konnte und sich so sehr nach Aufmerksamkeit sehnte. Seine eigene Schuld war es ganz sicher nicht.
Toms Verstand ist vollkommen verklärt vor Selbstgerechtigkeit. Er sieht nicht Falsches, in dem was er tut. Das höchste der Eingeständnisse war zuzugeben, dass er »es immer einen Schritt zu weit treiben musste«. Kurz dachte man, er erkennt vielleicht das, was er getan hat, als falsch an, doch weit gefehlt.
Um sich selbst in das bestmögliche Licht (und aus dem Auge der Ermittlungen) zu rücken, spinnt er Geschichte um Geschichte um das, was mit Dickie Greenleaf passiert ist, verändert dessen Charakter und macht sich selbst zu Dickies bestem Freund. Und alle, die sich ihm in den Weg stellen, werden auf die ein oder andere Art »zum Schweigen« gebracht.
Als Leser befindet man sich in einer Zwickmühle: man will einerseits, dass Tom, als Protagonist der Geschichte, weitererzählen kann, kann ihn jedoch zu keinem Zeitpunkt leiden und wünscht sich Gerechtigkeit, dass Tom dorthin kommt, wo er hingehört: ins Gefängnis. Doch mit Charme, Erzählkunst und Schauspielkunst weiß er immer, wo ein Schlupfloch zu finden ist.
Chapeau, Tom Ripley – du wurdest zu einem der erinnerungswürdigsten Bösewichte, von denen ich je gelesen habe.
Spannend von Anfang bis Ende, voller italienischem Charme und mit Daphne-DuMaurier-Eleganz erzählt. Absolut empfehlenswert – auch für Thriller-Einsteiger, da es zwar zu schockieren weiß, dabei aber nie bestimmte Grenzen überschreitet.
Über das Buch muss man kaum…
VolkerM am 28.08.2024
Bewertungsnummer: 3010957
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Über das Buch muss man kaum etwas sagen. Es ist meiner Meinung nach der beste Roman von Patricia Highsmith, ein Meisterwerk psychologischer Charakterzeichnung, unglaublich raffiniert gestrickt, dramaturgisch auf den Punkt inszeniert. Von der ersten Zeile ist man gefesselt und kaum jemals fiebert man bei einem Kriminalroman dermaßen mit dem Täter. Es ist alles dabei: Exotische Kulissen, unerfüllte Liebe, intelligente Wendungen und ein grandios konstruiertes Finale. Es ist der perfekte Roman. Ich kannte bisher nur die klassische Übersetzung von Barbara Bordtfeld aus dem Jahr 1961, die ich eigentlich immer ganz gut fand, und war auf die alternative Übersetzung von Melanie Waltz (die aber auch schon von 2002 stammt) sehr gespannt, zumal sie die inhaltlichen Korrekturen Patricia Highsmiths von 1991 mit berücksichtigt und die leichten Kürzungen der Fassung von 1961 ergänzt. Außerdem soll es die homoerotischen Motive, die den Roman als Leitfaden durchziehen, deutlicher hervorheben. Genau vor diesem Hintergrund habe ich die Szene, die ich immer als Schlüsselszene des Romans empfunden habe, einmal Wort für Wort in beiden Übersetzungen gegeneinander gehalten: Es ist die Kleidertauschszene, in der Tom zum ersten Mal in die Rolle von Dickie Greenleaf schlüpft und von diesem dabei erwischt wird, als er dessen Kleider anzieht. Diese Szene steckt voller unterdrückter Erotik, ein typisches Stilmittel von Patricia Highsmith, die die direkte Darstellung von Sexualität verabscheute. Die Neuübersetzung bemüht sich erkennbar, sich von Bordtfelds Fassung abzugrenzen. Es ist buchstäblich jeder Satz anders konstruiert, aber wenn ich ehrlich sein soll, wird dadurch nicht jeder Satz gleichzeitig besser. Es ist vieles dabei, das heute klarer formuliert ist als damals, aber es gibt genauso viele Passagen bei Bordtfeld, die ich treffender und vor allem sprachlich eleganter finde. Ich habe keine Vergleichsmöglichkeit zum englischen Original und möchte das auch nicht werten, sondern ich bewerte es nur aus der Sicht eines deutschen Muttersprachlers und meinem Gefühl für „das richtige Wort am richtigen Platz“. Satzmelodie und Rhythmus sind nun mal Teil meiner Sprachästhetik. Mein Fazit ist, dass beide Übersetzungen ihre Gültigkeit haben und beide auch dem Roman gerecht werden. Perfekt wäre es aus meiner Sicht, aus diesen beiden Welten das Beste zu einem neuen Ganzen zu schmieden. (Das Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf meine Rezension wurde kein Einfluss genommen, der Inhalt stellt meine persönliche Meinung dar.)
Meinung aus der Buchhandlung
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Mit Ripley hat Patricia Highsmith den perfekten Bösewicht erschaffen.
Scheinbar ohne wirklich Plan torkelt Tom Ripley durchs Leben und landet, scheint die Situation auch noch so aussichtslos, immer wieder wie eine Katze auf den Beinen.
Mit Überzeugungskraft und Charisma zieht er die Leute auf seine Seite und benutzt sie zu seinen Gunsten. (Oder er wird einfach gleich zu ihnen)
Obwohl er der Übeltäter ist, fiebert man immer mit ihm mit und neigt dazu mit ihm wie mit einem Antihelden zu sympathisieren.
Zieht einen von der ersten Seite an in seinen Bann und lässt einen nicht so schnell wieder los!
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Tom Ripley rühmt sich als intelligenter, junger Mann mit vielversprechender Zukunft. Er bekommt die Möglichkeit nach Italien zu reisen, wo er sich mit dem wolhabenden Dickie anfreundet. Doch ist ihm wirklich Dickie oder dessen stattlicher Lebensstil sympathisch?
Ripley ist ein nervernaufreibender Roman mit vielen unvorhersebaren Wendungen und moralisch grauen Charakteren.
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