Rückkehr nach Reims

edition suhrkamp Band 7252

Didier Eribon

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Beschreibung


Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist. Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller »Das Ende von Eddy«.

"'Rückkehr nach Reims' beschreibt die Ratlosigkeit der liberalen, großstädtischen Milieus im Umgang mit der rückständigen, abgehängten, rechts wählenden Provinz. Hellsichtig und düster, wütend und brillant."
Tobias Rapp, DER SPIEGEL 23/2016

Produktdetails

Verkaufsrang 21688
Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 08.05.2016
Verlag Suhrkamp
Seitenzahl 240
Maße (L/B/H) 20,2/12,3/2,3 cm
Gewicht 310 g
Auflage 14. Auflage
Originaltitel Retour à Reims
Übersetzer Tobias Haberkorn
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-07252-3

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Ein wichtiger Beitrag zum Diskurs übrigens die europäische Entwicklung

Uwe Kirstein aus Eisenach am 21.10.2018

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Ich halte 'Rückkehr nach Reims' für einen sehr interessanten und wichtigen Beitrag im gegenwärtig immer intensiver werdenden Diskurs über die Entwicklung in Europa. Was sind die Gründe für das Erstarken rechter Strömungen und für die zunehmende Rückwärts-Orientierung hin zum Nationalismus in etlichen europäischen Staaten. Am Beispiel seiner Heimat Frankreich beleuchtet Didier Eribon, den ich beim Internationalen Literaturfestival in Berlin im September 2018 kennenlernen durfte, die Entwicklung insbesondere in der Arbeiterklasse von der linken Tradition, die bis etwa zum Beginn der 90er Jahre andauerte, zur zunehmenden Hinwendung zum rechten Front National, insbesondere seit dieser von Marine Le Pen geführt wird. Interessant ist, dass Eribon das Themas anhand seiner eigenen Biographie bzw. der seiner eigenen Familie erläutert. Obwohl schon im Jahre 2009 geschrieben und leider erst 2016 ins Deutsche übersetzt, hat das Buch nichts an Aktualität eingebüßt, ganz im Gegenteil. Auslöser für das Buch war nach seinen Angaben der Tod des Vaters, der ihn veranlasst hat, nach vielen Jahren nach Reims zu seiner Mutter zurückzukehren. Man darf gespannt auf das nächste Buch zu diesem Thema sein, zu dem er sich jetzt nach dem Tod seiner Mutter veranlasst sieht.

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Ein wichtiger Beitrag zum Diskurs übrigens die europäische Entwicklung

Uwe Kirstein aus Eisenach am 21.10.2018
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Ich halte 'Rückkehr nach Reims' für einen sehr interessanten und wichtigen Beitrag im gegenwärtig immer intensiver werdenden Diskurs über die Entwicklung in Europa. Was sind die Gründe für das Erstarken rechter Strömungen und für die zunehmende Rückwärts-Orientierung hin zum Nationalismus in etlichen europäischen Staaten. Am Beispiel seiner Heimat Frankreich beleuchtet Didier Eribon, den ich beim Internationalen Literaturfestival in Berlin im September 2018 kennenlernen durfte, die Entwicklung insbesondere in der Arbeiterklasse von der linken Tradition, die bis etwa zum Beginn der 90er Jahre andauerte, zur zunehmenden Hinwendung zum rechten Front National, insbesondere seit dieser von Marine Le Pen geführt wird. Interessant ist, dass Eribon das Themas anhand seiner eigenen Biographie bzw. der seiner eigenen Familie erläutert. Obwohl schon im Jahre 2009 geschrieben und leider erst 2016 ins Deutsche übersetzt, hat das Buch nichts an Aktualität eingebüßt, ganz im Gegenteil. Auslöser für das Buch war nach seinen Angaben der Tod des Vaters, der ihn veranlasst hat, nach vielen Jahren nach Reims zu seiner Mutter zurückzukehren. Man darf gespannt auf das nächste Buch zu diesem Thema sein, zu dem er sich jetzt nach dem Tod seiner Mutter veranlasst sieht.

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Rückbesinnung auf die eigene Klassenherkunft

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Eribon fiel mir durch ein Interview im Fernsehsender Arte auf. Bekanntheit erlangte Eribon hierzulande durch seine biografische Arbeit zu Foucault. Eribon ist Schüler von Bourdieu und besitzt eine Professur an der Fakultät für Philosophie, Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität von Amiens. Als Soziologe publiziert er Fragen der Homosexualität und Psychoanalyse. Mit dem Phänomen, dass zurzeit vor allem Arbeiter und Arbeiterinnen rechtspopulistische Parteien wählen, obwohl sie traditionell zum Wählerklientel linker Parteien sind, fällt Eribon mit der These auf, dass die sogenannte Linke keine Klassenfrage mehr kennt und ihre traditionellen Wählerkreise aus dem Blick verloren haben. Sein neues Buch ist so gesehen seine biografische Rückbesinnung auf die eigene Klassenherkunft, die eben die Arbeiterklasse ist. Das Buch ist wunderbar geschrieben. Leichtfüßig und dennoch zeugt es von einer belesenden Klugheit. Ich kann nur hoffen, dass das Buch seine Leserinnen findet.
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Rückbesinnung auf die eigene Klassenherkunft

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Eribon fiel mir durch ein Interview im Fernsehsender Arte auf. Bekanntheit erlangte Eribon hierzulande durch seine biografische Arbeit zu Foucault. Eribon ist Schüler von Bourdieu und besitzt eine Professur an der Fakultät für Philosophie, Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität von Amiens. Als Soziologe publiziert er Fragen der Homosexualität und Psychoanalyse. Mit dem Phänomen, dass zurzeit vor allem Arbeiter und Arbeiterinnen rechtspopulistische Parteien wählen, obwohl sie traditionell zum Wählerklientel linker Parteien sind, fällt Eribon mit der These auf, dass die sogenannte Linke keine Klassenfrage mehr kennt und ihre traditionellen Wählerkreise aus dem Blick verloren haben. Sein neues Buch ist so gesehen seine biografische Rückbesinnung auf die eigene Klassenherkunft, die eben die Arbeiterklasse ist. Das Buch ist wunderbar geschrieben. Leichtfüßig und dennoch zeugt es von einer belesenden Klugheit. Ich kann nur hoffen, dass das Buch seine Leserinnen findet.

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Arbeiterfamilie, Homosexualität und soziale Scham

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Didier Eribon, seines Zeichens Soziologe, setzt sich nach dem Tod seines Vaters mit seiner eigenen Herkunft aus der Arbeiterklasse auseinander und hat mit „Rückkehr nach Reims“ eine gute Mischung aus Biografie und Sachbuch geschrieben. Er schreibt wie die Gesellschaft ihn als Homosexuellen geformt hat, schreibt über seine Kindheit und über die Politik. Trotz des eher anspruchsvollen Inhalts ist es leicht zu lesen. Èduard Louis hat sich von diesem biografischen Sachbuch inspirieren lassen und widmet sein Buch „Das Ende von Eddy“ Didier Eribon. Arbeiterfamilie, Homosexualität, soziale Scham – sind die Themen die hier der Schriftsteller okkupiert hat und in einen aufrüttelnden Roman verpackt hat.
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Arbeiterfamilie, Homosexualität und soziale Scham

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Didier Eribon, seines Zeichens Soziologe, setzt sich nach dem Tod seines Vaters mit seiner eigenen Herkunft aus der Arbeiterklasse auseinander und hat mit „Rückkehr nach Reims“ eine gute Mischung aus Biografie und Sachbuch geschrieben. Er schreibt wie die Gesellschaft ihn als Homosexuellen geformt hat, schreibt über seine Kindheit und über die Politik. Trotz des eher anspruchsvollen Inhalts ist es leicht zu lesen. Èduard Louis hat sich von diesem biografischen Sachbuch inspirieren lassen und widmet sein Buch „Das Ende von Eddy“ Didier Eribon. Arbeiterfamilie, Homosexualität, soziale Scham – sind die Themen die hier der Schriftsteller okkupiert hat und in einen aufrüttelnden Roman verpackt hat.

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