Produktbild: Sämtliche Werke in zwanzig Bänden

Sämtliche Werke in zwanzig Bänden Zehnter Band: Der Gehülfe. Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.08.1985

Herausgeber

Jochen Greven

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

17,8/11/2 cm

Gewicht

199 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

18

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-37610-2

Beschreibung

Rezension

»Bezwingend vor allem die Sprache, die fast jeden Satz zum kulinarischen Ereignis werden lässt.« Andreas Jacob Forschung & Lehre 20221224

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.08.1985

Herausgeber

Jochen Greven

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

17,8/11/2 cm

Gewicht

199 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

18

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-37610-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Der Gehülfe

Bewertung aus Oberglatt/ZH am 16.06.2021

Bewertungsnummer: 801283

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Inhalt: Der Inhalt dieses Romans, den Robert Walser 1908 geschrieben hat, ist relativ schnell erzählt: Joseph Marti erhält eine Stelle im technischen Bureau des Erfinders Tobler. Er geniesst das Leben in dessen Villa "Abendstern". Aber die Erfindungen finden keine Geldgeber und binnen eines halben Jahres muss Marti mitansehen, wie Tobler immer weiter in Geldschwierigkeiten gerät. Schliesslich muss er die Villa wieder verlassen, weil Tobler Bankrott geht. Angedeutet werden eine Schwärmerei für die Dame des Hauses, Kindsvernachlässigung, Ausflüge in die Kantonshauptstadt und die Bekanntschaft mit den Wichtigen des Dorfes sowie Martis Vorgänger, der wegen Trunksucht entlassen worden war. Meine Meinung: Beschrieben wird der Alltag in einem Schweizer Dorf zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das ist im Grunde genommen nichts Aussergewöhnliches. Was diese Geschichte auszeichnet und besonders macht, ist der Schreibstil. Der Roman ist ein sprachliches Kunstwerk und wiederspiegelt auf scharfsinnige Weise die damalige Gesellschaft. Alltagsgeschehnisse, wie zum Beispiel ein sommerliches Bad im See werden literarisiert und so zu filigranen und doch gewaltigen sprachlichen Kunstwerken. Wenn man bedenkt, dass der Roman autobiografisch ist, erhalten auch kleine Szenen, wie zum Beispiel jene, als sich Marti während einer Rast in einem sommerlichen Wald an einen Ausflug aus Kindertagen erinnert, einen sehr persönlichen Zauber. Wenn sich der Leser auf die Schönheit der Sprache (mit starker schweizerischer Färbung) einlässt und sich von der Genauigkeit der Beobachtungen einfangen lässt, wird er an diesem Roman grosse Freude haben, wenn nicht, wenn er auf der nackten Handlungsebene bleibt, wird er wahrscheinlich enttäuscht sein.

Der Gehülfe

Bewertung aus Oberglatt/ZH am 16.06.2021
Bewertungsnummer: 801283
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Inhalt: Der Inhalt dieses Romans, den Robert Walser 1908 geschrieben hat, ist relativ schnell erzählt: Joseph Marti erhält eine Stelle im technischen Bureau des Erfinders Tobler. Er geniesst das Leben in dessen Villa "Abendstern". Aber die Erfindungen finden keine Geldgeber und binnen eines halben Jahres muss Marti mitansehen, wie Tobler immer weiter in Geldschwierigkeiten gerät. Schliesslich muss er die Villa wieder verlassen, weil Tobler Bankrott geht. Angedeutet werden eine Schwärmerei für die Dame des Hauses, Kindsvernachlässigung, Ausflüge in die Kantonshauptstadt und die Bekanntschaft mit den Wichtigen des Dorfes sowie Martis Vorgänger, der wegen Trunksucht entlassen worden war. Meine Meinung: Beschrieben wird der Alltag in einem Schweizer Dorf zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das ist im Grunde genommen nichts Aussergewöhnliches. Was diese Geschichte auszeichnet und besonders macht, ist der Schreibstil. Der Roman ist ein sprachliches Kunstwerk und wiederspiegelt auf scharfsinnige Weise die damalige Gesellschaft. Alltagsgeschehnisse, wie zum Beispiel ein sommerliches Bad im See werden literarisiert und so zu filigranen und doch gewaltigen sprachlichen Kunstwerken. Wenn man bedenkt, dass der Roman autobiografisch ist, erhalten auch kleine Szenen, wie zum Beispiel jene, als sich Marti während einer Rast in einem sommerlichen Wald an einen Ausflug aus Kindertagen erinnert, einen sehr persönlichen Zauber. Wenn sich der Leser auf die Schönheit der Sprache (mit starker schweizerischer Färbung) einlässt und sich von der Genauigkeit der Beobachtungen einfangen lässt, wird er an diesem Roman grosse Freude haben, wenn nicht, wenn er auf der nackten Handlungsebene bleibt, wird er wahrscheinlich enttäuscht sein.

Ein Gehilfe zwischen Menschlichkeit und Dienerschaft

Zitronenblau am 04.11.2009

Bewertungsnummer: 616262

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Marti, ein 24jähriger Mann, erhält einen Job als "Gehülfe" im Ingenieursbureau Tobler. Von hier an bleibt er etwa ein halbes Jahr, bis Neujahr, um dann wieder zu kündigen. Bis dahin erlernt er das Geschäft, die Familie Tobler, die typische Dialektik von Herr und Knecht, die heut um die kritische Theorie (soweit ich weiß, aus Nietzsches Willen zur Macht heraus geboren) erweitert ist, entwickelt sich jedoch nicht, sondern bleibt in seinem Dienerwesen verhaftet, kann mitunter aber die Zustände und Vorgänge nicht ertragen, die seine empfindliche Seite, seine Meschlichkeit und Empathie, attackieren, so blättert der Leser Seite um Seite in einem dramaturgisch eher mittelmäßigen Roman herum, simultan geht auch das Geld der Arbeit gebenden Familie aus, der Ingenieur entwicklet sich zu einem zunehmend cholerischer werdenden Pleitier, der am Ende durch seine Frau seine Mutter um Geld anbettelt. Joseph erkennt die Zeichen, verschwindet wieder aus dem Hause, zusammen mit seinem Vorgänger. Bleibt unentwickelt zurückgeworfen, beginnt wieder von vorn; der neue Anfang ist ein alter... Als einen Masochisten würde ich den Protagonisten nicht charakterisieren, dafür agiert er mitunter zu widerspüchlig, was menschlich ist, aber seinen Charakter "verwässert", ihm keine strikte Linie gibt, ihn (m. E.) langweilig macht. Stilistisch besticht Walser mit Süffisanz und ironischer Einmischung. Lesenswertes Buch, aber mit Abstrichen.

Ein Gehilfe zwischen Menschlichkeit und Dienerschaft

Zitronenblau am 04.11.2009
Bewertungsnummer: 616262
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Marti, ein 24jähriger Mann, erhält einen Job als "Gehülfe" im Ingenieursbureau Tobler. Von hier an bleibt er etwa ein halbes Jahr, bis Neujahr, um dann wieder zu kündigen. Bis dahin erlernt er das Geschäft, die Familie Tobler, die typische Dialektik von Herr und Knecht, die heut um die kritische Theorie (soweit ich weiß, aus Nietzsches Willen zur Macht heraus geboren) erweitert ist, entwickelt sich jedoch nicht, sondern bleibt in seinem Dienerwesen verhaftet, kann mitunter aber die Zustände und Vorgänge nicht ertragen, die seine empfindliche Seite, seine Meschlichkeit und Empathie, attackieren, so blättert der Leser Seite um Seite in einem dramaturgisch eher mittelmäßigen Roman herum, simultan geht auch das Geld der Arbeit gebenden Familie aus, der Ingenieur entwicklet sich zu einem zunehmend cholerischer werdenden Pleitier, der am Ende durch seine Frau seine Mutter um Geld anbettelt. Joseph erkennt die Zeichen, verschwindet wieder aus dem Hause, zusammen mit seinem Vorgänger. Bleibt unentwickelt zurückgeworfen, beginnt wieder von vorn; der neue Anfang ist ein alter... Als einen Masochisten würde ich den Protagonisten nicht charakterisieren, dafür agiert er mitunter zu widerspüchlig, was menschlich ist, aber seinen Charakter "verwässert", ihm keine strikte Linie gibt, ihn (m. E.) langweilig macht. Stilistisch besticht Walser mit Süffisanz und ironischer Einmischung. Lesenswertes Buch, aber mit Abstrichen.

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    Nachwort des Herausgebers

    Einige Worterklärungen

    Im Manuskript gestrichene Passagen

    Änderungen gegenüber der Erstausgabe

    Zeittafel