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Michail Bulgakow

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März 1940 in Moskau. Nach einem Medizinstudium arbeitete er zunächst als Landarzt und zog dann nach Moskau, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er gilt als einer der größten russischen Satiriker und hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden. Seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, seine bedeutendsten Prosawerke konnten erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Seine Werke liegen im Luchterhand Literaturverlag in der Übersetzung von Thomas und Renate Reschke vor..
Alexandra Berlina, geboren in Moskau, studierte in London und promovierte über Lyrikübersetzung. Sie lebt in Düsseldorf und arbeitet als Übersetzerin aus dem Russischen und Englischen. Sie übersetzte u. a. O. Henrys Kurzgeschichten, Bulgakows Romane sowie Nawalnys Reden vor Gericht ins Deutsche und Daniel Kehlmann ins Russische. 2023 erhielt Alexandra den Förderpreis für Literatur der Stadt Düsseldorf, und 2025 verfasste sie in einem Anfall von Wahnsinn ein Rockmusical-Libretto: »Der Teufel und Margarita«.

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Iwan Wassiljewitsch Produktbild: Iwan Wassiljewitsch

Iwan Wassiljewitsch

Michail Bulgakow (1891-1940) versuchte mit seinen phantastischen Stücken „Adam und Eva“, „Glückseligkeit“ und „Iwan Wassiljewitsch“ zu Beginn der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts die politische Zukunft Europas und der Welt darzustellen. Er war zu diesem Zeitpunkt selbst bedrängt von feindseligen Angriffen wegen seiner bisherigen realistischen und teilweise satirischen Stücke, die – zwar anfangs erfolgreich – dann aber von der Zensur verboten worden waren.
Mit dem Stück „Glückseligkeit“ hatte er versucht, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sein Protagonist war enttäuscht, die erhoffte Freiheit bot sich nicht und die Vergangenheit holte ihn auch da wieder ein. „Iwan Wassiljewitsch“ war dann der Blick zurück. Mit einer Zeitmaschine versetzt der Erfinder Tomofejew Moskauer des 20. Jahrhunderts zurück ins 16. Jahrhundert und umgekehrt. So trifft Iwan der Schreckliche in Moskau auf die Sowjetgesellschaft und sowjetische Alltagsmenschen erleben die Zeit der Opritschnina. Die Moral dieses Stückes vermittelt, dass unter Bedingungen einer despotischen Macht jede Mittelmäßigkeit an der Spitze des Staates stehen könne, und gleichzeitig würde die Staatsmaschinerie die Menschen weiterhin gnadenlos zermürben, während der souveräne Herrscher harmlosen Aufgaben des sowjetischen Alltags nicht gewachsen ist. Bulgakow zeigt die Degradierung der Tyrannei in Russland von der Zeit Iwans des Schrecklichen bis zur Sowjetzeit. Der grausame Zar Iwan kann durch den ebenso grausamen Hausmeister Bunscha ersetzt werden, nur weil ein geschickter Betrüger Miloslawskij im zur Seite steht. Nichts wird sich ändern. Bulgakows Botschaft an uns: „Russland bleibt eben immer Russland!“
„Iwan Wassiljewitsch“ durfte zu Bulgakows Lebzeiten in der damaligen Sowjetunion nie aufgeführt werden. Erst 1968 erfolgte eine erste Aufführung in der UdSSR.
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