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Iwan Wassiljewitsch
Mit dem Stück „Glückseligkeit“ hatte er versucht, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sein Protagonist war enttäuscht, die erhoffte Freiheit bot sich nicht und die Vergangenheit holte ihn auch da wieder ein. „Iwan Wassiljewitsch“ war dann der Blick zurück. Mit einer Zeitmaschine versetzt der Erfinder Tomofejew Moskauer des 20. Jahrhunderts zurück ins 16. Jahrhundert und umgekehrt. So trifft Iwan der Schreckliche in Moskau auf die Sowjetgesellschaft und sowjetische Alltagsmenschen erleben die Zeit der Opritschnina. Die Moral dieses Stückes vermittelt, dass unter Bedingungen einer despotischen Macht jede Mittelmäßigkeit an der Spitze des Staates stehen könne, und gleichzeitig würde die Staatsmaschinerie die Menschen weiterhin gnadenlos zermürben, während der souveräne Herrscher harmlosen Aufgaben des sowjetischen Alltags nicht gewachsen ist. Bulgakow zeigt die Degradierung der Tyrannei in Russland von der Zeit Iwans des Schrecklichen bis zur Sowjetzeit. Der grausame Zar Iwan kann durch den ebenso grausamen Hausmeister Bunscha ersetzt werden, nur weil ein geschickter Betrüger Miloslawskij im zur Seite steht. Nichts wird sich ändern. Bulgakows Botschaft an uns: „Russland bleibt eben immer Russland!“
„Iwan Wassiljewitsch“ durfte zu Bulgakows Lebzeiten in der damaligen Sowjetunion nie aufgeführt werden. Erst 1968 erfolgte eine erste Aufführung in der UdSSR.
Buch (Taschenbuch)
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