Produktbild: Öffentlicher Nahverkehr
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Öffentlicher Nahverkehr Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

05.08.2026

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

228 (Printausgabe)

Dateigröße

2984 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783835394087

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PDF

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Erscheinungsdatum

05.08.2026

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

228 (Printausgabe)

Dateigröße

2984 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783835394087

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  • Bewertung

    aus Buchen

    5/5

    05.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von Haltestelle zu Haltestelle

    Thea Mengeler hatte viel Aufmerksamkeit für ihren ungewöhnlichen Roman Nach den Fähren bekommen und auch ihr neuer Roman hat eine besondere Energie. Man begleitet die Protagonistin auf ihren zahlreichen Busfahrten und ihren Gedanken über andere Passagiere. Da sie oft die selben Leute sieht, bekommen diese auch eine Identität. Sie ist offensichtlich in einer seelischen Krisensituation, da sie als ehemals erfolgreiche Influencerin sich jetzt nicht mehr in der Welt der Social Media befindet. Ein Vorfall mit ihrem Ex-Partner, der ein Video von ihr verbreitete, schickte sie in soziale Abseits. Erschreckend, wie alleine sie ist. Sie hat ihre Beziehung verloren und außer ein paar Anrufe bei ihrer Mutter anscheinend keine Kontakte mehr. Das ändert sich erst durch die Begegnung mit der älteren Rosa im Bus. The Mengeler schafft es, mit den intensiven Innensichten ihrer Protagonistin deren Situation zu vermitteln. Keine kleine Leistung! Applaus für diesen Roman!

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    05.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wem gebt ihr eure Scham zurück?

    In Thea Mengelers Roman „Öffentlicher Nahverkehr“ geht es um eine ehemals erfolgreiche Influencerin, deren Exfreund gegen ihren Willen ein intimes Video ins Netz stellte. Während es für ihn keine Folgen hatte, musste sie mit Hasskommentaren und Drohungen fertig werden. Also flieht sie in eine neue Stadt, ohne Smartphone, ohne Internet; ihre Social Media Accounts schließt sie. Um Einsamkeit, Scham und Angst zu entgehen, flüchtet sie sich in die öffentlichen Verkehrsmittel, der Bus mit der Ringlinie 100 wird ihr Zufluchtsort. Während sie täglich im Kreis fährt, beobachtet sie ihre Mitmenschen, erfindet Namen für sie und stellt sich deren mögliche Leben vor: „Ich sehe euch. Ich stelle Vermutungen über euch an. Ich bewerte euch nach dem flüchtigen Eindruck, den ich von euch bekomme in der kurzen Zeit zwischen zwei Orten. Ich gebe euch Namen […] Habt ihr ein Problem damit? Sorry, die Kommentarfunktion ist bei diesem Beitrag deaktiviert.“   Ihre Mutter weiß bisher nicht, was passiert ist – als sie es dann erfährt, war das eine Szene, die mich unheimlich mitgenommen hat: „‘Warum hast du uns nichts gesagt?’ Ich muss nicht fragen, was sie meint. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie es erfahren musste. […] ‘Warum gibt es überhaupt so ein Video von dir?’, fragt sie. Ich antworte nicht. ‘Damit muss man doch rechnen. Das weiß man doch.’“   Nach und nach setzt sich die Geschichte zusammen. Und man fühlt mit der Protagonistin mit, die alles verloren hat, unfreiwillig alles hinter sich lassen musste und nun ein Leben führen soll, das sie so nicht wollte. Erst als sie eine ältere Frau kennenlernt, findet sie den Mut, sich ihr Leben zurückzuholen …   „@everyone, ich bin zurück. Nicht für euch, sondern für mich. Ich weigere mich, zu akzeptieren, dass es Räume gibt, die ich nicht mehr betreten kann. Die meisten von euch wissen, warum ich verschwunden bin. Für alle, die es nicht wissen: Es wurde ein intimes Video von mir veröffentlicht. Shoutout an alle, die es geschaut und mich dafür geshamed haben. Und ich war beschämt. Ich war so beschämt, dass ich verschwunden bin. Aber mir ist klar geworden, dass die Scham bei mir nicht an der richtigen Stelle ist. Es ist Zeit, das richtigzustellen. Es ist Zeit, die Scham umzuverteilen.“   Der Schreibstil von Thea Mengeler ist einzigartig, ebenso der Aufbau des Buchs: In einer Art inneren Monolos spricht die Protagonistin in Gedanken mit ihren Mitreisenden. Das hat mich emotional tief berührt. Die Autorin verwebt auf außergewöhnliche Weise eine beeindruckende Themenvielfalt: digitale Gewalt und die Mechanismen der sozialen Medien, Hass, Scham, Frausein, Schönheitsideale, sexistische Rollenbilder, alltäglicher Sexismus, Angst, Trauma, Sprachlosigkeit und die Macht der Worte; aber auch Familienstrukturen und Sozialisierungen, mit denen wir aufwachsen - dieses Buch ist so tiefgründig und vielschichtig, dass es mich absolut sprachlos zurücklässt.   „Man erzieht uns zur Scham. Wer sich schämt, macht sich klein, wer sich schämt, bleibt leise. Mit unserer Scham kontrolliert ihr uns. Die Scham lebt davon, dass sie im Verborgenen bleibt. Sie wird größer, je weniger man über sie spricht. Aber wir können uns der Scham verweigern. Wir tun es, indem wir über sie sprechen.“   „Öffentlicher Nahverkehr“ ist ein sehr vielschichtiger, intensiver, bewegender Roman, der noch sehr lange in mir nachhallen wird. - Absolutes Jahres-Highlight !!!   Vielen Dank an den Wallstein Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    04.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein erschreckend aktueller Roman über Social Media, digitale Gewalt und den Mut, die eigene Stimme zurückzuerobern

    Ich wollte mal etwas anderes lesen und griff darum zu diesem Buch. Mit „Öffentlicher Nahverkehr“ hat Thea Mengeler einen Roman geschrieben, der mitten in die Gegenwart trifft. Die Geschichte beschäftigt sich mit Themen, die aktueller kaum sein könnten: Influencer-Kultur, digitale Gewalt, Cybermobbing, öffentliche Demütigung, Sexismus und die Frage, welchen Preis Sichtbarkeit im Internet haben kann. Dabei gelingt es der Autorin, diese brandaktuellen Themen in eine sehr persönliche sowie emotionale und sehr nachgehende Geschichte einzubetten, welche einen lange im Kopf bleiben wird und beschäftigt. Thea Mengeler schreibt modern, extrem beobachtend und für mich schon fast zu emotional. Ich empfand es als sehr krass wie gut die Gefühle der Prota aber auch Unsicherheit, Wut, Scham und Verletzlichkeit transportiert wurde. Es war sehr erschreckend realistisch und ging mir sehr nahe. Viele Szenen wirkten auf mich sehr beklemmend. Die Grundidee des Romans ist erschreckend und könnte eigentlich jeden treffen der auf Social Media aktiv ist. Eine junge Frau, die als Influencerin erfolgreich ist und ihr Leben öffentlich teilt, wird plötzlich selbst zum Ziel einer digitalen Hetzjagd. Was zunächst wie ein persönlicher Angriff erscheint, entwickelt sich zu einer schonungslosen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen, Vorurteilen und den Mechanismen sozialer Medien. Es geht um Verurteilung und Vorverurteilung ohne Hintergründe zu kennen und was solches Verhalten mit anderen macht, die es erleben. Wie glaubhaft sind wenige Szenen, welche zusammengeschnitten wurden? Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber sehr eindringlich. Mit jeder Seite wächst das Verständnis für die Hauptfigur und die Herausforderungen, denen sie ausgesetzt ist. Besonders stark fand ich die Darstellung der Gefahren, die mit dem Leben als Influencerin verbunden sein können. Oft wird Social Media von außen betrachtet mit Erfolg, Reichweite und Aufmerksamkeit verbunden. Hier wird gezeigt was mit einem passieren kann, wenn du vom Liebling zum Hassobjekt im netz gemacht wirst, was passiert wenn Druck und Hass, Mobbing und Drohungen auf einen echten Menschen mit Gefühlen treffen! Ich fand die Aufarbeitung der Themen unglaublich wichtig und gut, da es mich selbst vor einigen Jahren getroffen hat und ich das Gefühl hatte, dieses Buch zu brauchen um das Thema hinter mir zu lassen. Die Autorin hinterfragt, was cybermobbing mit einem macht, das Buch macht deutlich, welche psychischen Folgen ständige Anfeindungen, Beschimpfungen und öffentliche Demütigungen haben können. Besonders bedrückend ist dabei, wie realitätsnah die geschilderten Reaktionen der Online-Welt wirken. Es zeigt sehr deutlich, dass auch digitale Gewalt sehr ernst genommen werden muss! Die Protagonistin ist eine Figur, die sich im Verlauf des Romans bemerkenswert entwickelt. Zu Beginn erlebt man sie als jemanden, der durch die Ereignisse verunsichert, verletzt und teilweise handlungsunfähig geworden ist. Schritt für Schritt beginnt sie jedoch, ihre Situation neu zu betrachten und Wege zu finden, sich nicht länger ausschließlich über die Urteile anderer zu definieren. Diese Entwicklung wirkt glaubwürdig, nachvollziehbar und emotional sehr berührend. Während des Lesens wechseln sich viele Emotionen ab. Man empfindet Wut über die Ungerechtigkeit, Mitgefühl für die Betroffenen und Fassungslosigkeit darüber, wie schnell sich Hass im Internet verbreiten kann. Gleichzeitig regt das Buch dazu an, das eigene Verhalten in sozialen Netzwerken zu hinterfragen. Das Buch hält der Social Media Welt einen Spiegel hin. Die dargestellten Probleme fühlen sich weder konstruiert noch übertrieben an – im Gegenteil: Vieles wirkt erschreckend (fast schon zu) real und erschütternd glaubwürdig. Besonders Leserinnen und Leser, die sich mit Social Media, digitaler Kommunikation und den Schattenseiten öffentlicher Sichtbarkeit beschäftigen möchten, werden hier eine eindrucksvolle und wichtige Geschichte finden.

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