Produktbild: Ungesunde Verhältnisse

Ungesunde Verhältnisse Wie Klasse unser Leben bestimmt

2

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Verkaufsrang

17124

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

312 (Printausgabe)

Dateigröße

2492 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783709910030

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Produktdetails

Format

PDF

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  • alle zum Verständnis notwendigen Inhalte sind über Screenreader zugänglich
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  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • kurze Alternativtexte (z.B. für Abbildungen) vorhanden
  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Barrierefreiheit PDF / UA 2
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • navigierbarer Index
  • Seitennummerierung folgt dem gedruckten Werk
  • Sprachkennzeichnung vorhanden
  • Inhalt auch ohne Farbwahrnehmung verständlich dargestellt
  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • barrierefreie Steuerelemente vorhanden
  • Landmark-Navigation vorhanden
  • sehr hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • Funktion von Links klar erkennbar
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.2
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level A

Verkaufsrang

17124

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

312 (Printausgabe)

Dateigröße

2492 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783709910030

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  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    05.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Soziale Ungleichheit in Österreich

    Die Autorinnen Betina Aumair und Brigitte Theißl setzen sich seit langem privat und beruflich mit sozialer Ungleichheit und Klassismus auseinander. Nach ihrem Vorgängerwerk "Klassenreise: Wie die soziale Herkunft unser Leben prägt" geht es auch in diesem Buch wieder um ähnliche Themen, diesmal mit einem Schwerpunkt auf das Thema Gesundheit. Anschaulich zeigen die Autorinnen, wie neoliberales Denken in den letzten Jahrzehnten in immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft Einzug gehalten hat: Gesundheit wird nun oft als etwas propagiert, das man ausschließlich selbst in der Hand habe und für das nur die Individuen allein Verantwortung tragen würden, während gesellschaftliche und ökonomische Einflüsse darauf aufgeblendet werden. Dabei gibt es viele Bereiche, in denen Menschen aus sozioökonomisch schwächeren Milieus benachteiligt sind, was hier anhand des österreichischen Systems aufgezeigt wird: zwar sind die meisten Menschen gesetzlich krankenversichert, doch wer eine private Zusatzversicherung hat oder Wahlarztbesuche aus eigener Tasche zahlen will, bekommt oft schnellere und bessere Behandlungen, eine wichtige Zweitmeinung oder muss nicht monate- oder gar jahrelang krank auf eine notwendige Operation warten. Nach wie vor sind Bildungsniveau und sozialer Status die wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, welche Kinder in Mittelschule oder Gymnasium kommen, wer Lehre und wer Matura macht und wer studiert. Wer mehr Geld hat, wohnt außerdem in einer besseren Wohngegend, mit besserer Verkehrsanbindung, weniger Belastungen, mehr Möglichkeiten und lebt länger. Und vieles mehr. Dabei sind diese Tendenzen dabei, sich zu verschärfen, denn aus eigener Kraft alleine durch Erwerbseinkommen ist in Österreich sozialer Aufstieg kaum mehr möglich. Das hat sich noch einmal verstärkt, seit Erbschafts- und Schenkungssteuern abgeschafft wurden. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Autorinnen - von denen eine auch im Journalismus arbeitet - auch beschreiben, wie auch dieser Bereich zunehmend blinde Flecken entwickelt, weil immer mehr Journalisten und Journalistinnen studiert haben und eine Lehre nicht aus dem eigenen Umfeld kennen, sodass über diese und damit verbundene Themen auch weit weniger berichtet wird als über Themen, die Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende betreffen. Es wird also anhand verschiedener Bereiche von Medizin über Bildung bis zu Wohnen, Arbeit und dem Rechtssystem und anhand vieler auch persönlicher Beispiele realer Menschen, mit denen sich die Autorinnen zu Gesprächen getroffen haben, für soziale Ungleichheit sensibilisiert. Ein wichtiges Buch, dem ich wünsche, dass es von vielen Menschen gelesen wird, die in diesen Bereichen etwas verändern können.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    23.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Ungleichheit

    Betina Aumair und Brigitte Theißl haben in ihrem Buch „Ungesunde Verhältnisse: Wie Klasse unser Leben bestimmt“ Gesundheit als übergeordnetes Thema aller Kapitel definiert. Die Autorinnen decken schonungslos auf, inwiefern Gesundheit von der sozialen Klassenzugehörigkeit/Herkunft/Status bestimmt wird. Hierfür verknüpfen sie wissenschaftliche Fakten mit über realen Erfahrungsberichten. Es wird aufgezeigt, welche Ursachen soziale Ungleichheit hat, z.B. Geschlecht, Migrationshintergrund, Behinderungen, Obdachlosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse, soziale Klasse und Armut. Auch der Zusammenhang zwischen körperlich harter, schlecht bezahlter Arbeit und Krankheit wird deutlich gemacht. Die Autorinnen betonen dabei, dass Gesundheit mehr bedeutet als das Fehlen von Krankheit: Es geht auch um Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Hierbei gehen sie auch auf die Aspekte Zeitarmut und Zeitwohlstand ein.   Der Mythos, dass jeder durch eigene Leistung und „Selbstoptimierung“ ein gesundes und langes Leben (Stichworte „Longevity“ und „Healthismus“) erreichen kann, wird hier eindrucksvoll demontiert.   „„Healthismus“, dieser Begriff umfasst die Überzeugung, der eigene Körper sei beliebig formbar und die Gesundheit eine Frage des individuellen Verhaltens. Dass diese neoli­berale Ideologie einen rasanten Aufstieg erlebt, ist eng ver­bunden mit der zunehmenden Ungleichheit und Prekari­tät westlicher Wohlfahrtsstaaten, analysiert der Soziologe Friedrich Schorb: „Umso weniger Einfluss Menschen auf globale politische, ökonomische und technische Entwick­lungen haben, die für ihre Chancen auf den gesellschaftli­chen Märkten entscheidend sind, umso stärker konzentrier­ten sie sich auf die Optimierung ihrer Körper als das letzte Refugium, von dem sie glauben, dass sie es noch eigenstän­dig kontrollieren können.“ Das Prinzip Eigenverantwortung befeuert längst eine ganze Industrie: Fitnessstudios und Wellnessangebote aller Art boomen, immer mehr Menschen greifen zu Nahrungs­ergänzungsmitteln.“ „Das neoliberale Konzept der Eigenverantwortung sieht auch die Tiroler Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss in der Frage von Gesundheit und Krankheit besonders dras­tisch realisiert. „Ernährst du dich gut und biologisch voll­wertig? Machst du Sport? Baust du Meditationseinheiten ein, um den Stress abzubauen? Wir sind selbst dafür verant­wortlich, unsere Gesundheit zu managen, unseren Arbeits­platz zu erhalten und unsere ‚Beschäftigungsfähigkeit‘. Dass es sich dabei um eine Klassenfrage handelt, dass Ressourcen ganz unterschiedlich verteilt sind, das interessiert nicht“, bringt es Weiss auf den Punkt.“   Das Buch bezieht sich auf die Verhältnisse in Österreich, lässt sich meiner Meinung nach aber mehr oder weniger 1:1 auch auf Deutschland (und andere Länder) übertragen.   „Am Anfang jeder sozialen Frage steht eine grundlegendere:  Welchen Wert hat ein Mensch in unserer Gesellschaft? Ist dieser Wert bedingungslos oder wird er daran gemessen, wie leistungsfähig, angepasst und ökonomisch verwertbar jemand erscheint? Soziale Ungerechtigkeit beginnt nicht erst bei offenem Ausschluss, sondern dort, wo Gesellschaft bestimmten Menschen systematisch weniger Würde, weni­ger Sicherheit und weniger Zukunft zugesteht.“   ​”Ungesunde Verhältnisse“ ist ein wirklich wichtiges, augenöffnendes Buch, das aufzeigt, dass soziale Gerechtigkeit nötig ist, um ein gesundes Leben für ALLE möglich zu machen.   Vielen Dank an den Haymon Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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