Produktbild: Ungesunde Verhältnisse
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Ungesunde Verhältnisse Wie Klasse unser Leben bestimmt

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

3510

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.05.2026

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

312

Maße (L/B/H)

20,3/12,8/3 cm

Gewicht

390 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8247-1

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

3510

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.05.2026

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

312

Maße (L/B/H)

20,3/12,8/3 cm

Gewicht

390 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8247-1

Herstelleradresse

Haymon Verlag
Erlerstraße 10
6020 Innsbruck
AT

Email: order@studienverlag.at

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Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Ungleichheit

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 23.05.2026

Bewertungsnummer: 3146843

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Betina Aumair und Brigitte Theißl haben in ihrem Buch „Ungesunde Verhältnisse: Wie Klasse unser Leben bestimmt“ Gesundheit als übergeordnetes Thema aller Kapitel definiert. Die Autorinnen decken schonungslos auf, inwiefern Gesundheit von der sozialen Klassenzugehörigkeit/Herkunft/Status bestimmt wird. Hierfür verknüpfen sie wissenschaftliche Fakten mit über realen Erfahrungsberichten. Es wird aufgezeigt, welche Ursachen soziale Ungleichheit hat, z.B. Geschlecht, Migrationshintergrund, Behinderungen, Obdachlosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse, soziale Klasse und Armut. Auch der Zusammenhang zwischen körperlich harter, schlecht bezahlter Arbeit und Krankheit wird deutlich gemacht. Die Autorinnen betonen dabei, dass Gesundheit mehr bedeutet als das Fehlen von Krankheit: Es geht auch um Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Hierbei gehen sie auch auf die Aspekte Zeitarmut und Zeitwohlstand ein.   Der Mythos, dass jeder durch eigene Leistung und „Selbstoptimierung“ ein gesundes und langes Leben (Stichworte „Longevity“ und „Healthismus“) erreichen kann, wird hier eindrucksvoll demontiert.   „„Healthismus“, dieser Begriff umfasst die Überzeugung, der eigene Körper sei beliebig formbar und die Gesundheit eine Frage des individuellen Verhaltens. Dass diese neoli­berale Ideologie einen rasanten Aufstieg erlebt, ist eng ver­bunden mit der zunehmenden Ungleichheit und Prekari­tät westlicher Wohlfahrtsstaaten, analysiert der Soziologe Friedrich Schorb: „Umso weniger Einfluss Menschen auf globale politische, ökonomische und technische Entwick­lungen haben, die für ihre Chancen auf den gesellschaftli­chen Märkten entscheidend sind, umso stärker konzentrier­ten sie sich auf die Optimierung ihrer Körper als das letzte Refugium, von dem sie glauben, dass sie es noch eigenstän­dig kontrollieren können.“ Das Prinzip Eigenverantwortung befeuert längst eine ganze Industrie: Fitnessstudios und Wellnessangebote aller Art boomen, immer mehr Menschen greifen zu Nahrungs­ergänzungsmitteln.“ „Das neoliberale Konzept der Eigenverantwortung sieht auch die Tiroler Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss in der Frage von Gesundheit und Krankheit besonders dras­tisch realisiert. „Ernährst du dich gut und biologisch voll­wertig? Machst du Sport? Baust du Meditationseinheiten ein, um den Stress abzubauen? Wir sind selbst dafür verant­wortlich, unsere Gesundheit zu managen, unseren Arbeits­platz zu erhalten und unsere ‚Beschäftigungsfähigkeit‘. Dass es sich dabei um eine Klassenfrage handelt, dass Ressourcen ganz unterschiedlich verteilt sind, das interessiert nicht“, bringt es Weiss auf den Punkt.“   Das Buch bezieht sich auf die Verhältnisse in Österreich, lässt sich meiner Meinung nach aber mehr oder weniger 1:1 auch auf Deutschland (und andere Länder) übertragen.   „Am Anfang jeder sozialen Frage steht eine grundlegendere:  Welchen Wert hat ein Mensch in unserer Gesellschaft? Ist dieser Wert bedingungslos oder wird er daran gemessen, wie leistungsfähig, angepasst und ökonomisch verwertbar jemand erscheint? Soziale Ungerechtigkeit beginnt nicht erst bei offenem Ausschluss, sondern dort, wo Gesellschaft bestimmten Menschen systematisch weniger Würde, weni­ger Sicherheit und weniger Zukunft zugesteht.“   ​”Ungesunde Verhältnisse“ ist ein wirklich wichtiges, augenöffnendes Buch, das aufzeigt, dass soziale Gerechtigkeit nötig ist, um ein gesundes Leben für ALLE möglich zu machen.   Vielen Dank an den Haymon Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Ungleichheit

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 23.05.2026
Bewertungsnummer: 3146843
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Betina Aumair und Brigitte Theißl haben in ihrem Buch „Ungesunde Verhältnisse: Wie Klasse unser Leben bestimmt“ Gesundheit als übergeordnetes Thema aller Kapitel definiert. Die Autorinnen decken schonungslos auf, inwiefern Gesundheit von der sozialen Klassenzugehörigkeit/Herkunft/Status bestimmt wird. Hierfür verknüpfen sie wissenschaftliche Fakten mit über realen Erfahrungsberichten. Es wird aufgezeigt, welche Ursachen soziale Ungleichheit hat, z.B. Geschlecht, Migrationshintergrund, Behinderungen, Obdachlosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse, soziale Klasse und Armut. Auch der Zusammenhang zwischen körperlich harter, schlecht bezahlter Arbeit und Krankheit wird deutlich gemacht. Die Autorinnen betonen dabei, dass Gesundheit mehr bedeutet als das Fehlen von Krankheit: Es geht auch um Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Hierbei gehen sie auch auf die Aspekte Zeitarmut und Zeitwohlstand ein.   Der Mythos, dass jeder durch eigene Leistung und „Selbstoptimierung“ ein gesundes und langes Leben (Stichworte „Longevity“ und „Healthismus“) erreichen kann, wird hier eindrucksvoll demontiert.   „„Healthismus“, dieser Begriff umfasst die Überzeugung, der eigene Körper sei beliebig formbar und die Gesundheit eine Frage des individuellen Verhaltens. Dass diese neoli­berale Ideologie einen rasanten Aufstieg erlebt, ist eng ver­bunden mit der zunehmenden Ungleichheit und Prekari­tät westlicher Wohlfahrtsstaaten, analysiert der Soziologe Friedrich Schorb: „Umso weniger Einfluss Menschen auf globale politische, ökonomische und technische Entwick­lungen haben, die für ihre Chancen auf den gesellschaftli­chen Märkten entscheidend sind, umso stärker konzentrier­ten sie sich auf die Optimierung ihrer Körper als das letzte Refugium, von dem sie glauben, dass sie es noch eigenstän­dig kontrollieren können.“ Das Prinzip Eigenverantwortung befeuert längst eine ganze Industrie: Fitnessstudios und Wellnessangebote aller Art boomen, immer mehr Menschen greifen zu Nahrungs­ergänzungsmitteln.“ „Das neoliberale Konzept der Eigenverantwortung sieht auch die Tiroler Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss in der Frage von Gesundheit und Krankheit besonders dras­tisch realisiert. „Ernährst du dich gut und biologisch voll­wertig? Machst du Sport? Baust du Meditationseinheiten ein, um den Stress abzubauen? Wir sind selbst dafür verant­wortlich, unsere Gesundheit zu managen, unseren Arbeits­platz zu erhalten und unsere ‚Beschäftigungsfähigkeit‘. Dass es sich dabei um eine Klassenfrage handelt, dass Ressourcen ganz unterschiedlich verteilt sind, das interessiert nicht“, bringt es Weiss auf den Punkt.“   Das Buch bezieht sich auf die Verhältnisse in Österreich, lässt sich meiner Meinung nach aber mehr oder weniger 1:1 auch auf Deutschland (und andere Länder) übertragen.   „Am Anfang jeder sozialen Frage steht eine grundlegendere:  Welchen Wert hat ein Mensch in unserer Gesellschaft? Ist dieser Wert bedingungslos oder wird er daran gemessen, wie leistungsfähig, angepasst und ökonomisch verwertbar jemand erscheint? Soziale Ungerechtigkeit beginnt nicht erst bei offenem Ausschluss, sondern dort, wo Gesellschaft bestimmten Menschen systematisch weniger Würde, weni­ger Sicherheit und weniger Zukunft zugesteht.“   ​”Ungesunde Verhältnisse“ ist ein wirklich wichtiges, augenöffnendes Buch, das aufzeigt, dass soziale Gerechtigkeit nötig ist, um ein gesundes Leben für ALLE möglich zu machen.   Vielen Dank an den Haymon Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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Ungesunde Verhältnisse

von Betina Aumair, Brigitte Theissl

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