Die gefeierte Filmikone Jeanne Patou erfährt aus dem Fernsehen, dass sie für tot gehalten wird. Für Jeanne ist es die Chance, unterzutauchen und so ihrem Ehemann zu entkommen, der gleichzeitig ihre größte Obsession und ihre fatalste Leidenschaft ist. Sie verschwindet in die Anonymität – und in einen Kosmos der untergetauchten Frauen, mit denen sie ein altes Haus in Barcelona bewohnt. Während sie ihre Schicksale kennenlernt, wird ihr auch ihr eigenes immer deutlicher.
Viereinhalb Jahre später streift Jeanne über die La Rambla, eine Passantin unter vielen, als sie plötzlich ihrem Mann begegnet. Ihr ist klar: Sie muss sich stellen – ihrem Mann, aber vor allem sich selbst.
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Eine Frau, die wieder zu sich selbst findet
Schoko_und_Buch aus Friedberg am 26.09.2025
Bewertungsnummer: 2608160
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Jeanne Patou ist eine gefeierte Schauspielerin. Doch sie kommt bei einem tragischen Flugzeugunglück ums Leben, oder zumindest lässt sie es die Welt glauben. Der Zufall spielt ihr in die Hände, so dass sie ihren eigenen Tod vortäuschen kann und so ihrem bisherigen Leben entfliehen kann. Denn Jeanne gibt es eigentlich gar nicht, sie wurde von ihrem Mann Bernard ins Leben gerufen. Und so taucht sie in den Straßen Barcelonas unter, findet zurück zu sich selbst in d hat so die Kraft auch wieder ins Leben zu treten. Als Passantin begegnet sie ihrem Mann über 4 Jahre später wieder, aber nicht mehr als Jeanne.
Das Buch ist aus Sicht von Jeannes eigentlichem Ich erzählt. Anfangs fand ich dies verwirrend, doch dranbleiben lohnt sich. Manchmal überwältigt einen das Leben und man wünscht sich, nicht mehr da zu sein, dem anstrengenden zu entfliehen. So geht es Jeanne. Doch leider kann man nicht nur einen Teil abbrechen, wen man einen solchen Schritt geht. Und so treibt sie die Liebe zu ihren Töchtern an, wieder zurück ins Leben zu finden in d sich dem Mann entgegen zu stellen, der Jeanne erschaffen hat und gleichzeitig kaputt gemacht hat, innerlich. Gewalt in der Partnerschaft, der Weg, sich selbst zu finden und die Rolle von Frauen werden hier thematisiert und auf den Punkt gebracht. Teils mit sehr direkter Sprache, aber ohne Schnickschnack hat mich dieses Buch doch sehr bewegt. Ein toller Roman, den ich gern weiterempfehle.
Interessante Lesestunden
Lucy B. Kamp am 30.08.2025
Bewertungsnummer: 2581763
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Die Passantin“ – ein interessanter Titel, der ein Gedankenfeuerwerk entfacht. Wir sind alle Passanten auf unserem Lebensweg. Von der Geburt bis zum Tod. Gefällt uns die Richtung nicht, können wir eine andere Straße passieren. Doch nicht immer ist das so einfach. Lebensumstände halten uns auf einem festen Weg gefangen. Einbahnstraßen lassen Seelen verkümmern. Auf Autobahnen driften Erlebnisse zu schnell vorbei. Landstraßen lassen vermeintlich dahindümpeln. Wege, Wege, Wege, wohin man schaut. Es ist eine Lebensaufgabe herauszufinden, welcher Weg der passable ist. En passant – ergibt sich eine Chance, eine neue Richtung einzunehmen. Von dem Waldweg auf die Lichtung. Der Rückentext des Buches wirft die Frage auf – „Was wäre, wenn dich alle für tot hielten – und du noch mal neu anfangen könntest?“ Also einen anderen Lebensweg wählen, nicht vorgezeichnet bekommen, sondern selbst die Richtung bestimmen. Was wird passieren? Ein Weg wird verblassen, ein neuer im Licht erscheinen. Gibt es ein Zurück?
Jeanne Patou, ein Star in der Filmwelt wird für tot gehalten. Dieser Umstand wird für Jeanne ein Passierschein in ein anderes Leben. Ins Unbekannte. Weg vom Ehemann. Gut oder nicht? Getrennt von den Kindern. Der Preis dafür? Kein Kontakt zu den Eltern. Erforderlich? Für was? Um sich zu finden, den eigenen passenden Weg. Das Ich. Jeanne Patou ist eine Passantin, stellvertretend für viele Frauenleben. „Die Passantin“ – ein Leben – eine Chance – ein Reflex. Auf dem Rollfeld eines Flughafens in Barcelona passiert sie ins Irgendwo, irgendwas, irgendwie und katapultiert sich damit in ein Unleben, gleich einem Marsch auf einer langen Straße ohne Aussicht wohin. Sie findet Begleiterinnen, insbesondere eine Polizistin betrachtet Jeannes Situation. Eine Polizistin, die Gefahr abwendet und eine gewisse Ordnung herstellt.
Leser und Leserinnen dürfen sich Gedanken über Frau sein machen, was Frau alles sein kann oder sein sollte. Eine Frau sollte ihrem Ich verhaftet sein und wird doch gesellschaftlich geformt. Die Frauenrolle beinhaltet alles ertragen zu können, müssen und sich nichts anmerken zu lassen. Eine Stärke, aber eine zerstörerische. Viele Probleme der Welt entladen sich in Frauen. Nina George erzählt diesen Roman in einer anschaulichen und gefühlvollen Sprache. Ein Beispiel sei angerissen: „Eine Säge, die sich ……… , in die Jahre hinein, ……….., und alle Winter, alle …….Lügen, jedes Wort.“ Ein wundervoller Satz, aber bitte selbst erlesen. Treffend werden Wahrheiten ausgesprochen. Was bedeuten Religionen für Frauen? Nina George ist eine Frau, die wundervolle Bücher schreibt, sich kämpferisch und kraftvoll für Bücherschreibende einsetzt, die Welt mit klugen Gedanken bereichert. Durch jede Zeile in diesem Roman lässt sie eine verletzliche Frau hervortreten. Jeanne Patou wie alle. Welcher Maßstab wird an eine Frau angelegt? Wunderschöne Wortschöpfungen gibt es zu entdecken. Dieses Buch ist lesenswert, zeigt wie wichtig lesen ist, um denken zu lernen, zu pflegen, zu trainieren. Denken ist unabdingbar, um zu verstehen, zu begreifen und eine gut funktionierende Gesellschaft voller gegenseitigem Respekt entstehen zu lassen. Denken ist kraftvoll, machtvoll, lebensnotwendig. Nicht denken ist zerstörerisch, gefährlich und unterdrückend.
Die Frau auf dem Buchcover hält schützend die Hand über ihrem Gesicht. Ein Tuch verbirgt ihre Haare. Im Schatten kann sie sich finden, sich sammeln um herauszufinden, wer sie ist, wen sie braucht, wie sie leben will. Ein perfektes Abbild von Jeanne Patous Geschichte.
Ein großartiges Buch, manchmal atemberaubend und insgesamt seelenberührend. Viele Themen sind subtil in das Romangeschehen eingebaut und doch überaus treffend. Scharf gewürzt mit positivem Effekt.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ringen um Freiheit, weibliche Solidarität und Selbstbestimmung - eine feministisch aufgeladene Reflexion über Selbstaufgabe, Rache und die Konsequenzen des Verschwindens.
Ein thrillerstarkes, anspruchsvolles Versteck- und Gedankenspiel vor der wunderbaren, lebendigen Kulisse Barcelonas. Originell und hochspannend bis zum Schluss!
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Ein eindringlicher Roman über Identität, Flucht und Selbstermächtigung.
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Jeanne Patou, gefeierte Filmikone, erfährt im Fernsehen von ihrem eigenen Tod – und nutzt die Chance zum Untertauchen. Vier Jahre später blickt sie auf Barcelona und ihren ehemals alles dominierenden Ehemann – und erkennt: Es geht nicht ums Zurückkehren, sondern ums Finden. Die poetische Sprache, starke Feminismus‑Botschaft und komplexe Erzählstrukturen machen das Buch kraftvoll.
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