Nichts ist langweiliger als der Erfolgsmensch, der sein Leben mit den üblichen Selbstoptimierungsstrategien auf Vordermann gebracht hat. Wie wunderbar dagegen der kauzige Mitmensch, der dafür aber alten Tugenden frönt: Ausgiebiges Essen statt Intervallfasten, zwischendurch ein Nickerchen, und die Nächte durchfeiern – diese verschwindende Spezies, die man heute nur noch unter dem Namen »Lebenskünstler« kennt, muss vor dem Aussterben gerettet werden.
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wohltuend für die Seele
Bewertung aus Turbenthal am 25.01.2022
Bewertungsnummer: 1644351
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Schon der Titel bringt es auf den Punkt: Ich bin dann mal raus.
Das Büchlein entlockt einem mit jeder Seite ein Lächeln und lässt einem spüren, wonach man sich eigentlich auch sehnt und genauso wichtig wäre. Wohltuend für die Seele... vor allem wenn ein Tag vor einem liegt, denn man noch nicht total durchgeplant hat, oder die Worte gerade erleben darf, die man liest (bis mittags im Bett liegen).
Ein wunderbares Buch zum Entschleunigen und zum Verschenken
Lesefuchs - Bücher mit Herz aus Bargteheide am 19.06.2021
Bewertungsnummer: 1509103
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Manchmal liebe ich es, wenn ich Buchvorschläge von anderen Facebook-Freundinnen und -Freunden bekomme. In diesem Fall hat Zoe Beck einen Beitrag im Radio gehört und diesen mit uns anderen geteilt. Dies wiederum hat mir so gut gefallen, dass ich das Buch unbedingt haben wollte. Erst war ich ein wenig traurig, dass es dieses Buch nicht auch als e-book gibt. Aber nachdem ich das Buch in den Händen hielt und es gelesen habe, weiß ich, dass das auch gut so ist! Das Buch ist ein kleines gebundenes Buch mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Und es ist liebevoll von Moni Port durchgängig dreifarbig (schwarz, weiß und ein sanftes türkis) illustriert worden. Es ist ein Büchlein, das man gerne noch einmal in die Hand nimmt oder verschenkt.
Allein der Untertitel macht schon Lust auf das Buch.
„Idee gegen den Optimierungswahn“.
Geht es Ihnen nicht auch so, dass es sie nervt, dass alles immer weiter optimiert werden muss? Es hört ja nicht im Job auf, wo man immer schneller und besser werden muss. Dazu gibt es denn noch Firmen, die ihr Geld damit verdienen, dass sie den einzelnen Mitarbeitern sagen, was sie genau in welcher Reihenfolge mit welchen Handschlag machen müssen. Und es gibt Ärger, wenn man es wagt, etwas anders zu machen, weil es einen sinnvoller vorkommt. Nein, es geht im Privatleben noch weiter, wir sollen sportlich, gesund ernährt und tiefenentspannt sein. Und die Kinder sollen idealerweise Sport im Verein treiben, ein Instrument lernen und Bücher lesen, usw. Irgendwie bleibt da doch das Schöne im Leben auf der Strecke.
Andrea Gerk hat diesen Optimierungswahn einmal unter die Lupe genommen. In 50 kleinen Kapiteln nimmt sie verschiedene Themen unter die Lupe. Sie geht manchmal in der Zeit zurück und guckt, wie es früher gemacht wurde. Sie zitiert Schriftsteller und Philosophen aus verschiedenen Epochen und macht Vorschläge, wie man diese Themen für sich umsetzen kann.
Sie macht dies mit einem wunderbaren Humor. Meine Lieblingsgeschichte ist ziemlich zum Schluss „Es richtig krachen zu lassen“. Darin geht es um kalsarikännit. Kennen Sie nicht? Lohnt aber, es kennenzulernen. kalsarikännit kommt aus dem Finnischen und bedeutet laut Wikipedia „sich in Unterhosen daheim alleine zu betrinken“. Und das Kapitel endet mit folgenden Worten:
„Statt dem Phantasma von Schönheit und Makellosigkeit hinterherzuhecheln und leeren Glücksversprechen anzuhängen, die in Bier ohne Alkohol, Sahne ohne Fett und Sex ohne Körperkontakt Ausdruck finden, gilt es sein Dasein zu feiern. Es kann herrlich sein, sich zu verschwenden und das Leben als Gabe zu betrachten, die es zu geben lohnt. Warum bis zum nächsten Karneval warten, wenn es doch kalsarikännit gibt. (Seite 166)
Eigentlich mag ich keine Geschenkbücher, weil sie mir oftmals als gut gemeinte Verlegenheitsgeschenke vorkommen. Aber dieses Buch empfinde ich anders. Ich denke, dass mit diesem Buch jeder etwas anfangen und seinen Spaß haben kann. Natürlich könnte man dieses Buch auch beim Thema Burnout suchen, denn die Menschen, die einen Burnout haben oder hatten, müssen definitiv auf Ideen gebracht werden, damit sie einfach mal von ihren Pflichten abgelenkt werden.
Ich habe mich jeden Morgen darauf gefreut, ein Kapitel lesen zu dürfen. Das Büchlein hat mir jedes Mal gute Laune gemacht.
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