Produktbild: Tutto bene

Tutto bene Roman

16

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Book Tropes

Slow Burn + weitere

Verkaufsrang

509

Erscheinungsdatum

01.07.2026

Verlag

DuMont eBooks

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1475 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783755812135

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • sehr hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.2
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Book Tropes

  • Slow Burn
  • Found Family
  • Opposites Attract

Verkaufsrang

509

Erscheinungsdatum

01.07.2026

Verlag

DuMont eBooks

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1475 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783755812135

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  • Ele

    aus xxx

    3/5

    10.08.2026

    eBook (ePUB)

    Nichts ist gut

    Tutto bene, Hipster-Roman von Laura Wagner, EBook, DUMONT Verlag Modern erzählter Roman in moderner Sprache Emma hat mit ihrer Familie kaum Kontakt, die Mutter trifft sie an Weihnachten, vor allem mit dem Vater hat sie den Kontakt abgebrochen. Sie hat Essstörungen, ist alkoholabhängig und hat ihr BWL-Studium abgebrochen. Sie jobbt in einem Berliner Späti. Dort räumt sie Regale ein und verkauft Süßigkeiten und Softgetränke. Na, eben alles tutto bene. Da erscheint Ingrid, eine schlagfertige und mit allen Wassern gewaschene 15jährige, die dem Zocker, Energy-Drink-Trinker und Schoko-Junkie Udo und vor allem Emma zeigt, wie der Hase läuft. Ganz langsam schleicht sie sich vor allem in Emmas Herz und das ist auch nötig, denn Emma alleine bekommt nicht einmal eine neue Beziehung, mit dem „Matrosen“ so richtig auf die Reihe. Das Buch besteht aus kurzen intensiven Kapiteln. Geschrieben durchaus bildhaft, sehr flüssig, manchmal ging es mir etwas zu schnell. Vor allem in moderner Jugendsprache verfasst, vermischt mit Berliner Slang. Einige Worte und Bedeutungen musste ich nachschlagen, weil ich keine Ahnung hatte. Ja ich gebe zu es ist nicht meine Generation in der dieses Buch spielt, doch ein Buch in zeitloser Sprache kann bestehen, das wird in hundert Jahren noch verstanden, ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas das heute cheesy oder goofy ist, in 100 Jahren nicht, nur noch belächelt wird. Es handelt sich also hier um ein Buch für eine kurze hippe Phase die in ein, zwei Jahren gar nicht mehr verstanden wird oder längst überholt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass Leser, ab Generation Z aufwärts, das Buch schätzen, Ich bin wohl schon zu alt dafür. Durchaus verstanden jedoch habe ich die Probleme der Protagonistin. Sie ist lebensunfähig, hält sich von ihrer Mutter weitestgehend fern, mit dem Vater hat sie vollständig gebrochen, was ich durchaus nachvollziehen kann. Sie säuft sich jeden Tag völlig zu, sie raucht zu viel, prokrastiniert und hat eine Essstörung. Sie ist nicht bindungsfähig, denn das macht sie sich selber kaputt, zum Glück gibt es da den „Matrosen“ der viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für sie hat, denn kaum hat er mal keine Zeit, dann macht sie parallel mit dem Jäger rum. Manchmal habe ich mich gefragt wer die 15jährige ist, Emma oder Ingrid? Denn Ingrid schafft es, dass Emma ihr Leben nochmal resetten kann. Die Personen sind allesamt ganz ok. Udo, Leo, Ali, mein Lieblingscharakter war Ingrid, die 15jährige die, der Mitte 20jährigen das Leben erklärt. Sie bekocht und an der Hand nimmt wie eine Mutti. Ja und Leo, der Matrose an dessen Stelle ich mir längst eine andere Freundin gesucht hätte. Emma fand ich unsympathisch, chaotisch unselbständig und larmoyant. Hatte das Buch schnell gelesen, Empfehlung für die o.g. Zielgruppe. Von mir 2,5 wo nötig 3 Sterne

  • Magdalena

    aus Köln

    5/5

    16.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lebensnah, authentisch, liebenswerte Charaktere

    Tutto Bene von Laura Wagner ist ein rasant gut geschriebener, moderner Roman über eine junge Frau in Berlin, die sich mit ihren inneren Dämonen herumschlägt. Emma arbeitet in einem Kreuzberger Späti, eine mit Wein gefüllte Tasse ist immer griffbereit. „Ich komm nicht klar. Warum sonst schütte ich mir täglich so viel Wein rein, Nikotin knockt mich in meinem Rauschen endgültig aus. Wenigstens kann ich auf diese Weise schnell einschlafen. Ich will nicht mehr an früher denken, nicht an Papa, nicht an Oma oder den viel zu schönen Chef von damals.“ (S. 118) Ingrid, 15, macht im Späti ein Schülerpraktikum. Das Mädchen ist der Gegenpol zu Emma, sie kommt aus behüteten Verhältnissen, ihr Weg zum Medizinstudium scheint in Stein gemeißelt. Ingrid interessiert sich für ihre Mitmenschen und lässt auch bei Emma nicht locker. „Ingrid. I. Wie Insel. Weißt du, dass du alles richtig machst? Weil du im Meer schwimmst und nicht untergehst, egal, was oder wer an dir zieht? Ich bin E. Ein Erdbeben. Alles geht immerzu verschütt. Ich gehe verschütt.“ (S. 215) Wir erfahren, dass Emmas Eltern sich vor langer Zeit getrennt haben und ihr Vater sie immer wieder enttäuscht hat, vor Jahren schon hat sie den Kontakt zu ihm abgebrochen. Emmas Liebesleben ist kompliziert. Über eine Dating App lernt sie Leo kennen, den sie Der Matrose nennt. Bevor es mit den beiden ernst wird, lässt sie sich auf ein Treffen mit Ben, dem Jäger, ein. „E.T. will nach Hause telefonieren, aber weiß die Nummer des Matrosen nicht. Der Akku ist leer, und wer will schon im Meer schwimmen, wenn er selbst ein Schwimmbad ist.“ (S. 207) Ingrid wird zu Emmas Rettungsanker, sie rettet sie vor dem totalen Absturz in den Alkoholismus und hilft bei der Kommunikation mit Leo. Wow! Ich bin nur so durch das Buch durchgerast! Ich habe Emma ins Herz geschlossen und mir gewünscht, dass sie ihr Leben ganz ohne Alkohol in den Griff bekommt. Mein absoluter Lieblingscharakter war Ingrid, die Emma in ihrer Weisheit an eine Schildkröte erinnert. Ich habe Tutto Bene unheimlich gern gelesen und möchte euch diesen großartig geschriebenen, modernen Roman ans Herz legen. Ein bisschen hat er mich an Pause von Lena Kupke erinnert.

  • Bewertung

    5/5

    15.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Highlight!

    „Das Unglücklichsein lohnt nur eine Weile. So lange, bis es anfängt, uninteressant zu sein.“ (S. 15) Emma arbeitet im Späti, trinkt viel lieber Wein als vernünftig zu essen und hat mit Menschen ungefähr so viel am Hut wie ich mit freiwilligem Frühaufstehen. Nähe? Lieber nicht. Gefühle? Bloß keine. Und sie selbst? Tja … mit sich kommt sie eigentlich noch am wenigsten klar. Dann steht plötzlich Ingrid als Praktikantin im Laden und bringt mit ihrer offenen, frechen Art ordentlich Bewegung in Emmas ziemlich überschaubares Leben. Und ausgerechnet der Matrose, der Emma eigentlich viel zu gut gefällt, macht das emotionale Chaos auch nicht gerade kleiner. Ich mochte Emma unglaublich gern. Nicht, weil sie immer sympathisch oder unkompliziert wäre. Nein, eher das Gegenteil war der Fall. Sie ist manchmal sperrig, manchmal anstrengend und vor allem ziemlich gut darin, andere Menschen auf Abstand zu halten. Aber genau dadurch wirkte sie für mich so echt. Hinter ihrer manchmal ruppigen Fassade steckt so viel Unsicherheit und Verletzlichkeit, dass ich sie zwischendurch am liebsten einfach gern in den Arm genommen hätte. Überhaupt habe ich alle Charaktere sehr gemocht. Ingrid, die weise 15-Jährige, Udo, die augenscheinlich verkrachte Existenz und Leo, der Verletzliche. Die Personen und die kleinen Dinge sind es, die das Buch für mich so besonders machen. Keine riesigen Dramen an jeder Ecke, sondern Gespräche, Begegnungen, schräge Situationen und diese ganz normalen Momente, in denen man sich selbst plötzlich ein bisschen wiedererkennt. Der Schreibstil hat mir dabei richtig gut gefallen. Locker, modern, manchmal herrlich trocken und dann wieder so feinfühlig, dass es direkt ins Herz geht. Ich habe mehr als einmal geschmunzelt und mindestens genauso oft gedacht: Oh Emma … bitte mach jetzt nicht schon wieder so einen Quatsch. Und während man Emma dabei begleitet, wie sie ganz langsam aus ihrem Schneckenhaus herauskommt, stellt sich irgendwann diese ziemlich interessante Frage: Was bedeutet eigentlich „normal“? Und warum versuchen wir überhaupt ständig, irgendwo hineinzupassen? Ich habe das Buch wirklich verschlungen und hätte mich problemlos noch ein gutes Stück länger mit Emma, ihren Gedanken und diesem kleinen Späti-Universum beschäftigen können. Das Ende kam leider viel zu schnell, aber trotzdem bin ich glücklich damit. Meiner Meinung nach wäre alles andere unglaubwürdig gewesen. Für mich war diese Geschichte eine richtig schöne Mischung aus Humor, leisen Tönen, etwas Tragik und ganz viel Menschlichkeit. Ein Buch, das mich zum Lachen gebracht, mich gleichzeitig ziemlich berührt hat und bei dem ich am Ende tatsächlich das Gefühl hatte, Emma ein kleines bisschen zu kennen. Mein Fazit: Eine wunderbar eigenwillige Protagonistin, eine Geschichte mit ganz viel Herz und genau der richtigen Portion Humor. Wenn ihr Geschichten mögt, die nicht laut sein müssen, um etwas auszulösen, dann solltet ihr Emma, Ingrid und Leo unbedingt kennenlernen.

  • Bewertung

    5/5

    15.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Späti, in dem ich sofort Stammgast wäre

    Ich mochte das Buch sofort. Dieses Späti-Setting ist einfach großartig. Am liebsten hätte ich mich hinter einer Zeitschrift versteckt und den ganzen Tag Emma, Ingrid & Co. beim Reden zugehört. Die Dialoge sind herrlich sarkastischen und trocken, sodass ich mehr als einmal schmunzeln musste. Emma trägt ziemlich viele Päckchen mit sich herum. Sie hat ihr Studium abgebrochen, kämpft mit einer Essstörung, versucht ihre Vergangenheit irgendwie auszublenden und hat das Gefühl, Glück gar nicht verdient zu haben. So stejt sie sich leider oft selbst im Weg, obwohl sie Menschen wie Leo, den sie gerade kennengelernt hat, eigentlich längst in ihr Leben lassen möchte. Durch die Rückblicke erfahren wir nach und nach mehr über ihre Beziehung zu ihrem Vater, wodurch vieles von dem, was sie denkt und tut, nachvollziehbarer wird. Ich habe Emma wirklich gern begleitet und ihr von Herzen gewünscht, dass sie ihren Weg findet. Mein Highlight war aber ganz klar Ingrid. Sie ist fünfzehn, sagt immer genau das, was sie denkt, hat auf alles eine Antwort und bringt mit ihrer direkten, leicht besserwisserischen Art alle um sich herum durcheinander. Ich musste so oft über ihre Sprüche lachen. Gleichzeitig hat auch sie es nicht immer leicht. So eine Figur bleibt einfach im Kopf. In der Datstellung der Esstörung habe ich tatsächlich einiges von meinem früheren Ich wiedererkannt. Manche Gedanken mögen von außen irrational wirken, für Betroffene fühlen sie sich aber erschreckend echt an. Das fand ich sehr authentisch beschrieben. Überhaupt schafft es das Buch, ernste Themen mit einer Leichtigkeit zu erzählen, ohne ihnen ihre Bedeutung zu nehmen. Beim "König der Löwen" musste ich direkt grinsen. Das war nämlich auch mein erster Kinofilm. Für mich ein Roman mit tollen Figuren, viel Herz, trockenem Humor und einem Setting, in dem ich sofort wieder Zeit verbringen würde.

  • Bewertung

    5/5

    13.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartig

    Emma arbeitet im Späti. Ihre Tage erträgt sie nur mit viel Wein, da muss man auch nicht so viel essen. Denn das mag Emma auch nicht so gern. Das kann man kontrollieren, das eigentliche Leben nicht ganz so gut. Von anderen Menschen hält sie meistens nicht so viel. Aber eigentlich kann sie sich selbst kaum ertragen. Als Ingrid zum Praktikum im Späti antritt, verändert sich Emma. Mit ihrer frechen und schlagfertigen Art, muss Emma sie einfach mögen. Und dann ist da noch der Matrose, den Emma mehr mag, als ihr lieb ist. Denn plötzlich kommen ganz komische Gefühle in ihr hoch, mit denen sie nun gar nicht umgehen kann. Was für ein großartiger Roman war das bitte? Emma hab ich sofort ins Herz geschlossen. Ich wollte sie einfach nur in den Arm nehmen. Diese verlorene Seele, die niemanden nah an sich heranlässt. Es könnte sie ja jemand sehen und davor hat sie Angst. Der Schreibstil ist modern und auf den Punkt. Ich hätte dieses Buch ewig weiterlesen können. Manchmal komisch, ironisch und so lebensnah. Feinfühlig wurden die Charaktere beschrieben. Emma ist so echt, so tief verletzlich. Das hat mich schon sehr berührt. Diese vielen alltäglichen Momente, Gespräche, Unsicherheiten sind so liebevoll geschrieben. Und genau diese Momente und Gedanken, zeigen dem Leser die Entwicklung von Emma. Ihr großer Wunsch ist es, normal zu sein. Aber was ist das eigentlich? Und so leicht wie es aussieht, ist es auch nicht. Das Ende kam viel zu plötzlich. Und das Buch lässt mich mit einer großen Frage zurück. Gibt es bitte Fortsetzung??? Berührend, komisch, tragisch. Großartig geschrieben, tolle Story. Ich bin großer Fan. Dieses Buch müsst ihr unbedingt lesen.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (16)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Johanna Humer

    Johanna Humer

    Thalia Wels – max.center

    Buchhändler*in

    4/5

    02.09.2026

    eBook (ePUB)

    Emma ´s Späti, ihr Wein und der Matrose!

    Emma hat viele Probleme, und sie versucht alle mit Wein zu lösen. Sie arbeitet im Späti und als dort Plötzlich Ingrid als Praktikantin auftaucht, wird alles etwas besser. Doch beim "Matrosen" macht sie gleich wieder alles falsch obwohl Sie ihn doch eigentlich sehr gerne mag. Leider konnte ich Emma `s Handlungen oft nicht nachvollziehen, obwohl man Ihr so dringend Hilfe wünscht.
  • Zum Bewerterprofil von Magda W.

    Magda W.

    Thalia Oberwart

    Buchhändler*in

    2/5

    26.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tutto bene? Für mich nicht ganz!

    „Tutto bene“ ist Laura Wagners Debütroman und handelt von einer Frau in ihren Zwanzigern, die mit dem Leben, vor allem aber mit sich selbst hadert. Die Protagonistin Emma jobbt im Späti und bekommt in ihrem Leben nichts auf die Reihe. Eine Tasse mit Alkohol hat sie heimlich unter dem Tresen versteckt, nur so hält sie ihren Alltag aus. Doch dann kommen Menschen in ihr Leben, die ihr einen Spiegel vorhalten: die 15-jährige Ingrid, altklug und sehr weise, und der „Matrose“ Leo, für den es sich lohnt, sein Leben in geregelte Bahnen zu lenken. Schafft Emma den Absprung? Obwohl sich das Buch schnell lesen lässt, fand ich das Lesen an sich anstrengend. Der Schreibstil wirkt eher tagebuchartig, teilweise abgehakt, durchtränkt mit Anglizismen. Mir war es tatsächlich zu viel des Guten und ich hatte das Gefühl, die Sätze finden keinen richtigen Rhythmus. Man kann den Schreibstil natürlich auch als locker, ehrlich und modern beschreiben. Mir hat er in diesem Fall nicht so zugesagt. Obwohl ich im selben Alter wie die Protagonistin Emma sein dürfte, habe ich mich ständig gefragt, ob die Gespräche wirklich so authentisch sind, wie sie dargestellt werden. Das Wort „cheesy“, das Laura Wagner inflationär gebraucht, kommt jedenfalls nicht in meinem Wortschatz vor. Es ist merkwürdig: Ich habe mich beim Lesen zu alt für den Roman gefühlt, obwohl er die Lebenswelt von Menschen in meinem Alter abbilden möchte. Ich mag ja Geschichten mit zerrütteten, depressiven Protagonisten, die ihr Päckchen zu tragen haben. Und Emma ist tatsächlich eine große Baustelle, wie es Ingrid im Buch sagt. Mein Problem war aber, dass ich keinen Zugang ihr gefunden habe. Die Geschichte startet für mich etwas abrupt, Udo und Ingrid werden gleich eingeführt, ohne dass wir Emma zuvor richtig kennenlernen konnten. So bleibt nur der erste grummelige, abweisende Eindruck von ihr. Sie stößt Menschen permanent von sich, beleidigt andere, hat definitiv ein Alkoholproblem, scheint nicht gemacht zu sein für Beziehungen. Ihre Päckchen im Jetzt werden ausführlich erklärt mit der schlimmen Vergangenheit ihres Vaters: Dieser war nie für sie da, hat sich nur für perfektes Aussehen interessiert, Alkohol- und Drogen konsumiert, ist schließlich auf der Straße gelandet. Natürlich ist es für mich beim Lesen nachvollziehbar, wie es zu Emmas Situationen gekommen sein könnte, aber mir erscheint diese Erklärung zu einfach – vor allem weil Emma selbst sie so selbstverständlich zu sehen scheint. Sie erzählt ausführlich von ihrer Vergangenheit, als ließe sich daraus unmittelbar ableiten, warum sie heute so ist, wie sie ist. Ich hatte einfach nie das Gefühl, dass Emma sich wirklich ändern will oder aus ihrem tiefsten Inneren den Wunsch hat, endlich aus ihren schädlichen Mustern auszubrechen. Bestes Beispiel ist der Jäger: Das erste Mal mit ihm ist schon grenzwertig, aber sie bezeichnet es danach als Fehler und weiß, was Leo ihr eigentlich bedeutet. Doch dann kommt es zum zweiten Mal und ich schüttle über diese Protagonistin nur den Kopf. Bis zum Ende braucht sie Alkohol, um Leo zu schreiben. Bis zum Ende hat sie sich nicht ernsthaft mit ihren Themen auseinandergesetzt. Dass der Roman Emma so viele verschiedene psychische Probleme zuteilt, ohne sie wirklich auszuarbeiten, ist einer meiner größten Kritikpunkte. Für mich ist die Beziehung zwischen Emma und Leo nicht ganz nachvollziehbar – schon gar nicht von Leos Seite aus. Schon beim ersten Treffen mit Emma kristallisiert sich heraus, dass sie nicht ganz zugänglich ist, fast schon beleidigend. Das kann man erst mal interessant finden, besonders wenn man sich optisch hingezogen fühlt und den Menschen noch etwas kennenlernen will. Aber spätestens nach der Sache mit Ben würde ich Leo raten: Nimm reißaus! Such dir bitte eine andere! Und ich weiß nicht, ob das die Intention der Autorin gewesen ist. Die Beziehung soll offenbar Emmas Weg für Veränderung ebnen, aber dafür müsste Leo erst mal eine Seite an Emma erkennen, die mir der Roman leider nicht gezeigt hat. Emma ist in meinen Augen noch lange nicht bereit für eine ernsthafte Beziehung. Ich glaube, sie hätte genug an sich selbst zu arbeiten und wird ja von außen, vor allem von Ingrid, mehrmals dazu angestoßen. Ingrid ist eine liebenswerte Figur, die das Herz am rechten Fleck hat. Zwischen ihr und Emma gibt es einige schöne Szenen und ich hatte das Gefühl, da ist so was wie geschwisterliche Nähe zwischen den beiden. Aber: Zeig mir doch mal eine 15-Jährige, die sich so aufopferungsvoll um eine vom Leben gebeutelte Mittzwanzigerin kümmert, die sie erst seit ein paar Tagen kennt ... Aber vielleicht soll Ingrid ja gar keine realistische Figur sein, sondern „nur“ eine Art literarischer Gegenpart zu Emma. Sie verkörpert dabei Klarheit und Lockerheit, die Emma in ihrem Leben fehlen. Natürlich gibt es auch Dinge, die mir gefallen haben, beispielsweise die zahlreichen Anspielungen auf zeitgenössische Musik wie Coldplay, Wir sind Helden, Max Herre und Literatur wie Daniel Schreiber oder Yuval Noah Harari – und natürlich auch nicht ganz so zeitgenössische wie Goethe und Mozart. Zwei Passagen habe ich mir dazu sogar markiert, weil ich sie so gut fand: „Emma, du spinnst. Du bist doch kein Erdbeben. Du bist E. Echt wie Pur.“ [...] Ingrid nimmt mich mit ins Abenteuerland.“ „Erst mal weiter an Gröni halten, auf den ist Verlass. Der findet, ich bin Mensch.“ Mit ausreichend Vorwissen lassen sich im Text viele kleine und große Schmankerl entdecken. Und natürlich ein weiterer Pluspunkt: Leo ist Buchhändler. Was kann es Schöneres geben? Ich hatte es jetzt also zweimal hintereinander mit schwierigen Protagonisten zu tun. Einmal in „Super einsam“ und jetzt in „Tutto bene“. Zwei Menschen Mitte zwanzig mit Alkoholproblem, die ihren Platz nicht richtig gefunden haben und mit dem Leben kämpfen. Während ich sehr mit Vito mitgefühlt habe, fand ich Emma größtenteils nervig. Kurzum: Ich bin einfach nicht gerne mit ihr „mitgegangen“. Was das für mich heißt? Ich brauche nicht unbedingt eine sympathische Hauptfigur, aber ich brauche eine Hauptfigur, deren innere Beweggründe ich nachvollziehen kann. Gerade weil die Ausgangslage eigentlich genau meinem Lesegeschmack entspricht, finde ich es schade, dass mich die Geschichte letztlich nicht erreichen konnte.

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