Endlich ein neuer Roman von Dörte Hansen. Ich liebe ihre Art, zu schreiben. Das Buch finde ich berührend, realistisch und etwas depressiv. Aber gerade deshalb absolut lesenswert. Die Darstellung der Gegebenheiten aus Sicht verschiedener Familienmitglieder finde ich sehr gelungen. Was mich etwas gestört hat ist die Namensgleichheit einiger Protagonisten zu denen in Mittagsstunde. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Bewertung
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dörte Hansen...sie kann es einfach!
Dörte Hansen schafft es immer wieder eine besondere Stimmung zu erzeugen, besonders indem sie subtil innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen die Dinge herausarbeitet die bedeutungsvoll sind, aber nicht gesagt werden.
Es überrascht mich jedes mal von neuem, wie ich beim lesen ihrer Werke mit Charakteren mitfühle, mit denen ich mich, aufgrund ganz anderer Lebenswege, keineswegs identifizieren kann. Naturbetrachtungen, kontroverse Meinungen, es fügt sich alles wunderbar zusammen. Traurigschön, klare Leseempfehlung!
Bewertung
aus Bad Dürrenberg
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zum Weinen schön
Wieder Mal ein Buch mit so viel Tiefgang.man fühlt so mit den Charakteren.....man bekommt nebenbei Einblick in die Landwirtschaft und ihre Unzulänglichkeiten...ich habe es verschlungen wie ihre Bücher zuvor.. danke danke danke
Bewertung
5/5
15.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiere und wie wir mit ihnen umgehen
Wie schon im letzten Roman "Zur See" schreibt Dörte Hansen etwas wehmütig über eine Ära, die endet und von etwas Neuem abgelöst wird. Ich mag die feinsinnigen Beobachtungen, die Naturbeschreibungen und ihre Gedanken zur Tierwelt, seien es Nutz- Wild- oder Haustiere.
Interessant fand ich auch den Einblick in die Sorgen der Bauernbetriebe auf der einen Seite und die Bedenken der Tierschützer auf der anderen. Generell prangert Dörte Hansen nie an. Sie belehrt nicht und moralisiert nicht - es reicht, wenn sie in klaren Sätzen ihre Geschichte für sich sprechen lässt.
leseratte1310
Thalia Book Circle Community
5/5
10.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nur der Zweite
Henning und Broder Bahnsen sind Zwillinge. Aber nur einer kann den Hof erben, der schon lange im Familienbesitz ist – und das ist nun mal der Erstgeborene. Dabei ist Henning mehr an Maschinen interessiert, während Broder das Gespür für die Tiere hat. Daher ging Broder weg und wurde Tierarzt. Aber nach über zwanzig Jahren kommt er zurück und muss nun zuschauen, wie sein Bruder den Hof zu einem computergesteuerten Betrieb mit auf Milchleistung hochgezüchteten Kühen gemacht hat. Er kümmert sich bei Bedarf um die Tiere, natürlich umsonst. So bekommt er als erster mit, wie es langsam bergab geht.
Wir erleben in diesem Roman, dass Traditionen in einem Dorf immer noch sehr wichtig sind. Jeder kennt jeden und weiß genau Bescheid. Probleme bleiben in der Familie. Es ist auch wichtig, zu zeigen, wo man steht. Doch ständiges Wachstum birgt Gefahren, das bekommt Henning zunehmend zu spüren, aber anders geht es nicht, sonst würde der Betrieb aufhören zu existieren.
Broder wollte diesen Hof immer schon, doch war ihm als Zweitgeborenen klar, dass sein Bruder diesen Hof bekommen würde. So sah der Vater Paul das, weil es schon immer so war, obwohl er auch wusste, dass Broder seinen Kuhverstand geerbt hatte. Broder sieht, dass es den Hochleistungskühen nicht gut geht und trägt es mit, aber erst seine Tochter Claire weckt in ihm Zweifel. Henning ist der Chef auf dem Hof und er lässt sich auch nicht reinreden, nicht von seinem Vater, der auf dem Altenteil lebt, aber nicht loslassen kann, und auch nicht von seinem Bruder, mit dem er sich sonst gut versteht.
Dieses Buch ist keine Wohlfühlgeschichte. Die Menschen sind wortkarg in diesem Dorf und die Atmosphäre ist von Anfang an bedrückend. Sprachlich ist dieser Roman wieder sehr gelungen. Manches muss man zwischen den Zeilen lesen.
Deutlich wird hier aufgezeigt, dass die Milch halt nicht aus dem Supermarktregal kommt, sondern von einem Tier, und dass alles seinen Preis hat. Jeder von uns trägt also mit seinen Entscheidungen und seinem Handeln Mitverantwortung.
Ein großartiges Buch über Familien, Zusammenhalt und Rivalität, Tradition und Dorfleben, Tierhaltung und letztendlich auch über Konsumverhalten. Ich kann es nur empfehlen.
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5/5
08.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Endlich ist er da - Dörte Hansens neuer Roman...
... und erneut bin ich überzeugt.
Nur wenige AutorInnen schaffen es mich wirklich immer zu überzeugen und zu berühren. Dörte Hansen ist eine davon.
"Broder" handelt von den Zwillingsbrüdern Broder und Henning und dem Familenhof mit Viehbetrieb. Es geht um Traditionen, um Familie, um verletzte Gefühle und auch um das Thema Agrarpolitik im Allgemeinen. Der Roman erzählt zurückhaltend und mit wenigen Worten eine ganze Welt. Denn obwohl Hansens Schreibstil auf den ersten Blick vielleicht etwas unterkühlt wirkt, erzählt sie vor allem zwischen den Zeilen und durch die vielen Dinge, die sie nicht direkt erwähnt und das mit voller Wucht. Genau das ist es, was Dörte Hansens Romane für mich ausmachen. Sie schreibt über den kleinen Mann und sein kleines Leben mit einer zurückhaltenden Gewalt, die mich jedesmal schier umhaut und emotional tief berührt. Also unbedingt lesen.
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4/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starke Ausdruckskraft
Der Erstgeborene erbt den Hof.
Der Zweitgeborene Broder wird Tierarzt.
Mit einer starken Präzension beschreibt Dörte Hansen das bäuerliche , traditionelle Leben.
Sehr Empfehlenwert!
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