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Am Rand der Welt

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2026

Verlag

Pfaueninsel

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,5/14/3,1 cm

Gewicht

462 g

Farbe

Messing

Auflage

2. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-691-31021-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2026

Verlag

Pfaueninsel

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,5/14/3,1 cm

Gewicht

462 g

Farbe

Messing

Auflage

2. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-691-31021-4

Herstelleradresse

Pfaueninsel
Schanzenstr. 6-20
51063 Köln
DE

Email: webmaster@bastei-luebbe.de

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  • Eva

    5/5

    06.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Geschichte, Meer und starke Frauen

    Am 20. Oktober 1935 kam Hermann Göring auf die Eiderstedter Halbinsel und weihte den nach ihm benannten Koog ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort umbenannt in Tümlauer Koog. Hier spielt Am Rand der Welt. Einen Koog aufzubauen hatte zur Zeit des Nationalsozialismus eine große symbolische Bedeutung. Dem Meer wurde durch schwere körperliche Arbeit Tausende Hektar Neuland abgetrotzt. Das entsprach der Ideologie. Caroline Bernard macht ihre Protagonistin Grete zu einer der ersten Siedler*innen des Tümlauer Koogs. Die Deiche machten eine Besiedelung möglich und hielten die Nordsee, den Blanken Hans, auf Abstand. Im Sommer 1935 zieht sie mit ihrem Mann Johann und den 3-jährigen Zwillingen von Lindewitt bei Flensburg auf die Halbinsel. Das Leben ist ein Kampf, gegen das Salz im Boden, gegen die Stürme, die Einsamkeit und den Schrecken des Krieges, der die Männer von den Höfen holt. Doch wer einmal die Nordsee mit all ihrer unbeschreiblichen Schönheit erlebt hat, der versteht, dass Grete im Watt ihre Kraft wiederfindet. Bei einem letzten Besuch in der alten Heimat im Koog mit Kristine erwähnt Grete eine alte Schuld und lässt ihre Enkelin mit unzähligen Fragen zurück. Kristine beginnt mit der Suche im Koog und erkennt, dass ihr Leben mit dem ihrer Ahninnen stärker verknüpft ist als sie dachte. Die Gegenwart dient als Projektionsfläche, um ein Leben in lebensbedrohlichen Zeiten in seiner Komplexität und Ambivalenz zu erfassen. Caroline Bernard ist eine großartige Erzählerin. Die Nordseeküste wird in all ihren Farben, Gerüchen und Geräuschen lebendig. Sie lässt die unbändige Kraft der Sturmflut gegen den Deich schlagen, macht das Bangen, Hoffen und Harren greifbar. Ganz nah an den Figuren erzählt sie von der grausamen Zeit der ersten Hälfte des unbarmherzigen 20. Jahrhunderts. Grete wird so lebendig, dass es fast unmöglich scheint, dass es sich um eine fiktive Figur handelt. Die Ängste und Nöte Gretes werden spürbar, das Entsetzen gegenüber der grausamen Ideologie und ihrer Vertreter*innen ist beklemmend real. Am Rand der Welt ist eine Liebeserklärung an das Wattenmeer als Kraftort, eine Annäherung an das Thema der weitergereichten Traumata aus der Kriegsgeneration und eine Erzählung von der übermenschlichen Kraft in finsteren Zeiten, sich selbst und die Tochter zu schützen.

  • Jürg K.

    5/5

    04.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Interessante Familiengeschichte

    Diese Geschichte hat mich schnell in den Bann gezogen, weil sie zeigt, wie sich Schuld und Verantwortung wie feine Risse durch Generationen ziehen können. Grete, jung, überfordert, in einer Landschaft, die zugleich majestätisch und gnadenlos ist, ich spürte förmlich, wie der salzige Wind ihr die Kräfte raubt. Der Hermann-Göring-Koog wirkt wie ein Ort, der Menschen nicht willkommen heisst, sondern prüft. Gretes Kampf gegen den Boden, gegen die Einsamkeit, gegen die ständige Bedrohung durch die Nordsee ist für mich mehr als ein historisches Detail. Es ist ein Bild dafür, wie Frauen oft in Situationen geraten, in denen sie funktionieren müssen, obwohl alles in ihnen nach Hilfe schreit. Die Entscheidung, die sie trifft, um ihre Tochter zu schützen, hat mich besonders getroffen. Man spürt, dass sie aus Liebe handelt, aber auch aus Angst. Und genau diese Mischung ist es, die Schuld so hartnäckig macht. Sie bleibt, selbst wenn man rational weiss, dass man keine Wahl hatte. Sechzig Jahre später steht Kristine am selben Meer, und ich finde es bewegend, wie Landschaft Erinnerung konserviert. Sie erkennt, dass ihr eigenes Leben nicht isoliert ist, sondern verwoben mit dem Schweigen, den Opfern und den Entscheidungen der Frauen vor ihr. Dieses Weitertragen, nicht als Bürde, sondern als Erkenntnis, berührt mich tief. Für mich ein stiller, aber kraftvoller Roman über das Erbe, das wir nicht gewählt haben, und den Mut, den wir trotzdem finden.

  • Anna

    5/5

    02.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben am Watt in schweren Zeiten

    Das Leben am Watt hatte Grete sich einfacher vorgestellt, als sie voller Enthusiasmus mit ihrem Mann und ihren Zwillingen in den Koog zieht. Es ist das Jahr 1935. Nicht nur Naturgewalten und salzige Böden verlangen ihr viel ab, auch die Zeiten werden schwieriger. Ihr Mann muss in den Krieg, der Nachbar tyrannisiert sie, und dann kommt der Moment, als Grete eine schicksalsschwere Entscheidung treffen muss. Am Rand der Welt erzählt von Liebe, Tod und Schuld in einer Zeit, als die Welt aus den Fugen war. Wie weit darf eine Frau gehen, um sich und ihre Kinder zu schützen? Caroline Bernard schreibt einfühlsam, spannend und aufwühlend. Gretes Nöte und Ängste konnte ich jederzeit nachvollziehen, weswegen mich das Buch so mitgerissen hat. Besonders gefallen haben mir die überwältigenden Beschreibungen des Watts. Es ist mehr als Kulisse, Seine Schönheit spendet Trost und gleichzeitig steckt es voller Tücke. Es ist der Schlüssel zu dem Geheimnis, das Grete mit ins Grab nimmt. In einer zweiten Zeitebene sucht Gretes Enkelin nach eben jenem Geheimnis. Was geschah damals am Koog? Eine mitreißende Geschichte, die zeigt, wie schwer es Frauen damals hatten. Hat mich sehr beeindruckt.

  • Buecherheidrun

    aus Horb

    5/5

    01.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein schicksalhaftes Leben im Einklang mit der Nordsee

    „Aber hier war alles anders, fremd und unbekannt, sogar die Erde. Hier lebten sie am Rand des Meeres, am Rand der Welt, dachte sie manchmal. Die Nordsee war immer und überall präsent, und alles hatte sich ihr unterzuordnen.“ (S. 35) Grete tut sich schwer nach der Umsiedlung in ein neu gegründetes Koog an die Nordsee, in das sie mit ihren kleinen Zwillingen und ihrem Mann Johann gezogen ist, obwohl sie der braunen Gesinnung der Nazionalsozialisten befremdet gegenüberstehen. Eigenes Land, das für Johann als Zweitgeborener eines Bauern unerreichbar schien, liegt nun schnurgerade und nur durch einen Deich von der Nordsee entfernt, vor ihnen. Mit Enthusiasmus und viel Willens- und Arbeitskraft trotzen sie und ihre verstreuten Nachbarn dem feuchten Boden immer mehr Erträge ab, die das deutsche Volk ernähren sollen. Grete beginnt das Watt, das ihr Ruhe und kurze Erholungsphasen vom harten Alltag und den Nachstellungen ihres Nazi-Nachbarn schenkt, zu lieben, doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Ein furchtbares Unglück und der Beginn des Krieges legt sich wie ein großer Schatten über ihr Leben… Während wir als LeserInnen direkt miterleben, was Grete in den Kriegsjahren nach der Einberufung Johanns und der Beschäftigung von Zwangsarbeitern auf ihrem Hof widerfährt, kehrt ihre Enkelin Kristine fast 70 Jahre später in den mittlerweile umbenannten Koog zurück, um herauszufinden, von welcher schrecklichen Schuld Grete kurz vor ihrem Tod sprach. Atmosphärisch fließt das Meer mit seinen Gezeiten durch die Seiten, wird das Watt zum Anker, aber auch zum Schauplatz einer persönlichen Katastrophe. Glaubhaft verweben sich wahre Ereignisse mit dem Schicksal Gretes und Johanns, das stellvertretend für viele Menschen, die damals den Ideologien folgten, um für sich selbst ein besseres Auskommen zu haben, steht. Gerne empfehle ich euch diesen historischen Roman, der Heimat, Zusammenhalt, Schuld, Verantwortung, Familie und die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern in furchtbaren Zeiten thematisiert und menschliche Tragödien, gut gehütete Geheimnisse und interessante Details zum Küstenschutz enthüllt. Wirklich lesenswert. „Grete hatte keine Wahl, sie musste hier leben, es gab keinen Ausweg. Es gab keinen Ort, um sich zu verstecken, um unbeobachtet zu sein.“ (S. 166)

  • Bewertung

    aus Oranienburg

    5/5

    01.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    berührender Familienroman

    Kristine hat gerade ihre Oma Grete, zu der sie ein inniges Verhältnis hatte, verloren. Sie ist sich aber sicher, dass Grete ihr kurz vor ihrem Tod noch ein Geheimnis aus ihrem Leben anvertrauen wollte. Den Eindruck hatte es jedenfalls als sie auf Gretes Wunsch hin im Mai einen Ausflug zum Tümlauer Koog gemacht haben. Nur dann hatte Grete doch wieder einen Rückzieher gemacht und nun ist es zu spät. Nur wo Grete früher mit ihrem Johann gewohnt hat und der Name Willi Mommsen, den sie als Erzfeind bezeichnet hatte, sind dabei zur Sprache gekommen. Kristine lässt das keine Ruhe und so fährt sie allein einige Tage in den Tümlauer Koog, mietet sich sogar im ehemaligen Haus der Oma ein…. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Hat er mich doch einfach in Kristines Recherchen wie auch in die Rückblenden zu Gretes Leben eingefangen. Die Beschreibungen der Landschaft, dem Watt und auch dem Kampf der Menschen, um dem Meer dauerhaft Land abzutrotzen, waren sehr anschaulich. Ich war noch nie in der Gegend, aber nach diesen lebendigen Schilderungen hatte ich ein glaubhaftes Bild davon vor Augen. Ich konnte verstehen, was Grete immer wieder ins Watt zog. Was diese damals junge Frau und Mutter erlebt und durchlebt hat auf diesem Fleckchen Erde, war schon sehr berührend. Zumal sie sich bis zum Ende nicht getraut hat jemanden anzuvertrauen. Ein wirklich gelungener Roman, der von mir 5 Lese-Sterne erhält.

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