Letzte Ruhe mit Bergpanorama? Erst, wenn Kommissar Stock weiß, warum der Mord an einer Touristin am Wiltener Friedhof den Staub der letzten 60 Jahre aufwirbelt.Tatort zwischen Postkarten und SpeisekartenInnsbruck, das ist doch dieses Postkartenmotiv mit dem goldenen Dachl vor massiver Bergkette? Da, wo alle sportfanatisch sind und für ein Feierabendbier auf die Alm laufen? Auch. Doch in der Alpenhauptstadt sorgen nicht nur die Immobilienpreise samt Spekulant*innen für schlaflose Nächte. Dass dem Verbrechen die eindrucksvolle Kulisse egal ist, weiß Chefinspektor Romed Stock, der an zwei ungelösten Fällen arbeitet, am allerbesten. Als seine Kollegin Dobernig und er zum Wiltener Friedhof bestellt werden, kommt plötzlich Tempo in Stocks Polizeialltag: Zwischen den Gräbern liegt eine tote Frau, die keine persönlichen Habseligkeiten bei sich trägt. Da sogar die Etiketten aus der Kleidung geschnitten sind, fehlt es zunächst an Anhaltspunkten. Nun heißt es, die kleinen grauen Zellen zu Höchstleistung zu animieren. Gut, dass die neue Kollegin Dobernig Pfeffer im Hintern hat und im richtigen Moment nicht davor zurückscheut, ihrem Kollegen Stock in denselben zu treten.Auf die Mischung kommt’s an: kalte Spuren und heiße Kaspressknödel„Romed Stock: Mitte 40, Polizist, geschieden, 12-jährige Tochter, wohlgenährt, auf der Suche nach etwas Ernstem“ – letzteres sowohl in Bezug auf neue Indizien, als auch auf eine neue Romanze. Der Alltag, die komischen Begriffe, mit denen die pubertäre Tochter um sich wirft, der Second-Hand-Dating-Markt, auf dem sich neben ihm auch andere tummeln, die aus der Übung gekommen sind, und vor allem die Arbeit: All das hält den Mitvierziger ganz schön auf Trab. Gut, dass er alle Orte der Stadt kennt, in denen es sich bei italienischen Spezialitäten und anderen kulinarischen Genüssen sowie dem ein oder anderen Sauren Spritzer (Weißwein gespritzt mit prickelndem Mineralwasser) entspannen lässt. Auf Indiziensuche in der verwinkelten Altstadt erscheint es Stock nur logisch, auch in den ansässigen Konditoreien nach dem Rechten zu sehen. Wenn er durchs dörfliche Hötting streift, ist ein Stopp beim Bauern ein Muss. Der bietet nicht nur herrlichen Graukas an, sondern womöglich auch einen Hinweis. Wenn auf die Bisse in Leckereien Gewissensbisse folgen, bietet sein liebster TV-Held, der fiktive Kollege Hercule Poirot, Zuflucht. Herbert Dutzler zieht es dorthin, wo Student*innen, Italienfeeling, zweifelhafte Prominenz und Naturgewalt aufeinandertreffenWien wird gleich von ganzen Scharen motivierter Ermittler*innen bevölkert. Das Salzkammergut hat mit Polizist Franz Gasperlmaier, Ermittler in den äußerst erfolgreichen Altaussee-Krimis von Herbert Dutzler, einen ikonischen Botschafter. Und in Innsbruck? Gähnende Leere und wilder Westen? Damit ist jetzt Schluss, denn Dutzler beehrt mit dem Reihenauftakt um Chefinspektor Romed Stock nun auch die Alpenhauptstadt. Auch wenn sie sich gut verstehen würden, aus dem gleichen Holz geschnitzt sind Gasperlmaier und Stock nicht. Die Dutzler-Handschrift ist dennoch zu erkennen: ein humorvoller Blick hinter Klischees, Protagonist*innen, die einem in Realität schon begegnet sein könnten, mit feiner Ironie eingearbeitete Beobachtungen und das Spiel mit all den Ambivalenzen, die den Charakter einer Region prägen. Und mit einem Ermittler als Feinspitz wird der kulinarische Horizont gleich bis Italien erweitert.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Bad Säckingen
5/5
24.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Sympathische Ermittler im idyllischen Tirol
Herbert Dutzler, dessen Gasperlmaier-Krimis schon Kultstatus erreicht haben, startet mit Tramezzini und Triumphpforte in eine neue Krimi-Reihe, die im schönen Innsbruck beheimatet ist.
Sein neuer Chefinspektor, Romed Stock, ist ein Fan von Hercule Poirot und wie sein Vorbild ebenfalls dem guten Essen sehr zugeneigt. Seine neue Kollegin, Hedi Dobernik, wurde von Klagenfurth nach Innsbruck versetzt und ist mit ihrer sportlichen Figur körperlich das genaue Gegenteil des übergewichtigen Stock.
Während das ungleiche Team sich zunächst mit Cold Cases befasst, führt der Fund einer Frauenleiche auf dem Friedhof zu einem aktuellen Fall und Romed und Hedi müssen erstmals gemeinsam ermitteln.
Der Autor erweckt seine Protagonisten zum Leben und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Stock am Goldenen Dacherl vorbeifährt und über die vielen Touristen den Kopf schüttelt, die dort Selfies machen und billigen Kitsch kaufen, während Hedi mit ihrem Fahrrad durch die verstopfte Innenstadt schneller ans Ziel kommt.
Mir gefällt der feine Humor, der auch die neue Reihe auszeichnet und die vielen persönlichen Details, die mir die Ermittler so lebensecht nahebringen. Die Besessenheit, mit der Stock seine eigene Siebträger Kaffeemaschine in seinem Büro hütet, seine Unbeholfenheit bei den ersten Dates nach der Trennung von seiner Frau und die rührenden Versuche seine Teenagertochter über das Wochenende zu bespaßen, machen ihn authentisch und sehr sympathisch.
Ich habe mich sehr wohl gefühlt in Innsbruck, auch wenn Hedi leider feststellen muss, wie teuer die Wohnsituation dort ist. Der Fall oder vielmehr die Fälle bleiben spannend, auch wenn der Autor seinen Ermittlern viel Raum lässt, um sie seinen Lesern vorzustellen.
Tramezzini und Triumphpforte ist ein gelungener Einstieg in eine neue Reihe und ich freue mich schon sehr auf weitere Fälle für Romed und Hedi.
Leserin
aus Wien
5/5
21.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Vielversprechender Serien-Auftakt
Diesmal also Innsbruck statt Ausseerland. "Leib und Leben" statt Dorfpolizei. Romed Stock statt Franz Gasperlmaier. Das Buch ist gut geschrieben und macht Lust auf neue Geschichten um Romed und Hedi.
Bewertung
aus Lannach
5/5
02.10.2026
eBook (ePUB 3)
Innsbruck-Krimi
Herbert Dutzler hat sich einen wundertschönen Ort für seinen neuen Krimi gesucht... und gefunden. Und dazu gleich zwei sehr sympathische Ermittler, den Chef Romed Stock und die aus Kärnten dazu gekommene Hedi Dobernig.
Im Büro sind alle gespannt, wie das Gespann harmonieren wird, denn ganz einfach ist der geschiedene Vater einer 12jährigen Tochter nicht. Seit seiner Scheidung hat er ziemlich an Gewicht zugelegt, was das tägliche Jammern seines Bürostuhles lautstark verkündet.
Dobernig dagegen ist sportlich, schlank und beim Essen eher zurückhaltend.
Aber den Espresso aus Starks Siebträgermaschine mögen schon mal beide.
Weil grade kein Fall anliegt, nehmen sich beide je einen Cold Case vor. Der eine, ein Mord an einer amerikanischen Studentin, der andere, ein Mord an einem Mann.
Und dann kommt doch ein neuer Fall daher, auf dem Wiltener Friedhof wird eine erschlagene Frau gefunden.
Stock und Dobernig legen gemeinsam los und harmonieren überraschend gut.
Und so nach und nach kommen da Geheimnisse und Verbindungen zu Tage, von denen niemand wusste, weil
1.) schlampig ermittelt wurde,
2.) die Zusammenhänge nicht erkannt wurden,
3.) die technischen Möglichkeiten damals noch nicht gegeben waren.
Auch die zwischenmenschliche Seite wird im Buch nicht vernachlässigt, so sucht Dobernig als neu Zugereiste natürlich Kontakte und Stock hätte gerne jemanden, den er nach Lust und Liebe bekochen und zum Essen ausführen könnte.
Ein rundum gut lesbarer Krimi, der auch als Aushängeschild für Innsbruck wahrgenommen werden kann.
Das Cover zeigt den Blick durch die Triumphpforte auf die Innsbrucker Bergwelt.
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
24.09.2026
eBook (ePUB 3)
Hier ist wenig, wie es scheint
Mit diesem Krimi, der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, verlässt Herbert Dutzler das Ausseer Land und seinen Gasperlmaier, um mit einem neuen Team in Innsbruck Verbrechen aufzuklären.
Chefinspektor Romed Stock liest gerne Krimiklassiker und ist ein Fan von Hercule Poirot, der übergewichtig wie er selbst, mit Akribie und Ruhe diversen Verbrechern das Handwerk legt. Seit wenigen Tagen hat er eine neue Kollegin, Hedi Dobernig, die das genau Gegenteil von ihm ist: sportlich und mit einer schnellen Auffassungsgabe. Zunächst weiß Stock nicht so recht, wie er mit der aus Klagenfurt zugezogenen Kollegin umgehen soll, weshalb die beiden getrennt an zwei alten, ungeklärten Kriminalfällen arbeiten.
Als man auf dem Wiltener Friedhof eine vorerst unbekannte Frauenleiche findet, müssen die beiden die Cold Cases zur Seite schieben und im aktuellen Fall gemeinsam ermitteln. Nichts ahnend, mit welchen Überraschungen dieser Kriminalfall noch aufwarten wird.
Meine Meinung:
Bislang ist die Landeshauptstadt Tirols als Schauplatz von Krimis nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Zwar gibt es mit jenen von Stefan König, Joe Fischler oder Lena Avanzini durchaus Krimis, die in Innsbruck spielen, die Anzahl ist durchaus überschaubar zu nennen. Am Lokalkolorit und den interessanten Menschen kann es wohl nicht liegen Nun, dieser Lücke schafft Herbert Dutzler ja nun Abhilfe.
Mit feinem Humor nimmt er so manche Eigenheit von Bewohnern sowie Protagonisten wahr. Mit Romed Stock, einem Genussmenschen mit Übergewicht, streifen wir durch Innsbruck und laben uns an kulinarischen Köstlichkeiten, während Hedi Dobernig fast asketisch lebt. Nur beim Kaffee sind sich beide einig: Automatenkaffee ist beiden Gräuel. Stock hütet seine Siebträgermaschine im Büro wie seinen sprichwörtlichen Augapfel, was manchmal für heitere Szenen führt. Bei den Ermittlungen ergänzen sich beide recht gut und lernen einander schätzen.
Romed Stock ist ein liebenswürdiger und authentischer Charakter, der nach der Scheidung von seiner Frau gerne wieder eine Beziehung hätte, was in ein wenig unbeholfenen Versuchen mündet. Entzückend finde ich seine Bemühungen, seine Teenager-Tochter an den Papa-Wochenenden zu bespaßen, obwohl er keine Ahnung hat, was Teenies im Allgemeinen und seine Tochter im Speziellen interessiert.
Auch Hedi, eigentlich Hedwig, Dobernig hat eine gescheiterte Beziehung mit ihrem ehemaligen Vorgesetzten hinter sich. Es scheint, dass es hier noch Spätfolgen geben wird, wie es den Andeutungen zu entnehmen ist. Das macht neugierig auf den nächsten Band, der hoffentlich bald erscheinen wird.
Und der Kriminalfall? Über den verrate ich jetzt nichts, sonst ginge die ganze Spannung verloren. Nur so viel, wir müssen uns durch die von Touristen verstopfte Altstadt quälen und einen Laden betreten, der unsäglichen und billigen Kitsch verkauft.
So mancher Leser wird sich über den Titel wundern: Gut, die Triumphpforte ist klar. Sie ist eines der Wahrzeichen von Innsbruck, und ist 1765, anlässlich der Hochzeit von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen, errichtet worden. Damals am südlichen Stadtende gelegen, wirkt sie heute (man möge mir diesen Ausdruck verzeihen) vom öffentlichen und lndividualverkehr umtost, ein wenig verloren am Ende der Maria-Theresien-Straße. Manchmal wird sie, auch wenn man das in Innsbruck nicht laut ausspricht, sogar als Verkehrshindernis gesehen.
Nun zu den Tramezzini: Der mediterrane Einfluss mit den Laubengängen in der Altstadt und das oft milde, föhnige Wetter, sowie die kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Süden wie Schlutzkrapfen und eben Tramezzini, ist deutlich zu spüren. Der Brennerpass, über den Jahrhunderte hinweg die Handelsrouten vom Süden in den Norden führten, also die Grenze zu Italien ist in knapp 35 Minuten oder 40 Kilometer zu erreichen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der durch feinen Humor und authentische Charaktere sowie komplexe Zusammenhänge fesselt, eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
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