Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Ein großer Roman über das, was wir alle von Generation zu Generation weitergeben. Episch und epochal – ein Meisterwerk. »Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana Leky
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Lena
aus Leipzig
5/5
03.07.2026
Hörbuch-Download
Generationsgeschichte
Miriam Carbe führt uns mittels vier Protagonistinnen durch eine umfangreiche Familiengeschichte, die an die Ereignissen des letzten Jahrhunderts in Deutschland verknüpft sind.
Dabei basiert die Geschichte auf Tagebüchern ihrer eigenen Urgroßmutter, Großmutter und ihrer Mutter. Frauen stehen also im Vordergrund und somit auch das Frauenbild zu der ereignissreichen und politsch durchwachsenen Geschichte Deutschlands.
Die Geschichte wird zwar chronologisch erzählt und jede Tochter hat eine eigene Stimme, einen eigenen Stil. Die Autorin durchbricht die Geschichte durch Einschübe, hebt Gemeinsamkeiten oder eine eigene Erinnerung vor - das durchbricht den Lesefluss an manchen Stellen, ist jedoch interessant und ein außergewöhnliches, gut durchdachtes Stilmittel.
Ich habe es als Hörbuch gehört und die Sprecherin, Simone Kabst, hat eine angenehme Stimme, der man gut folgen kann. Ich habe nur recht lange für das Hörbuch gebraucht, da es einfach ein Familienepos und keine super leichte Sommerlektüre ist.
soulcritique
Thalia Book Circle Community
4/5
31.05.2026
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wortgewaltig, schockierend und doch Zeitgeschichte
Auto-fiktional wird die Geschichte der Autorin erzählt. Margarete, welche den ersten Weltkrieg miterlebte und die Nachkriegszeit, ihre Tochter Marianne den zweiten Weltkrieg, Monika die 50er/60er und dann Miriam.
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Es ist einer dieser Bücher, welche man immer überlegt, was ist real und was nicht. Es ist, dass ich dachte, oh, das war, aber nett. Oder oh, das habe ich so gar nicht gedacht und aber auch echt vieles, was ich hart fand. Vor allem diese Angst vor der Schande, diesen Zwang heiraten zu wollen und dann doch die Stärke zu haben alleinerziehend zu sein.
Die einerseits Bildungshöhen und dann doch wieder sich den Weg in die Gesellschaft kämpfend. Dänemark fand ich eine schöne Sequenz und auch wenn erzählt wurde, wie die Väter kennen gelernt wurde. Miriam, als farbiges Kind, welches zu Beginn nur durch göttliche Fügnis überlebte mit einer Mutter, welche selbst noch ein Kind war.
Es war traurig zu hören. Auch wie über die Nazizeit gesprochen wurde, ich weiß, es gehört zu unserer Geschichte, nur rumorte es doch in mir, weil man jetzt die Geschichten kennt von damals. Ich finde es ein wunderbares Buch um die Zeitgeschichte kennen zu lernen und ich bin sooo froh, jetzt zu leben.
Simone Kabst liest das Buch mit zum Teil Schalk in der Stimme und ich fand die Stimme angenehm anzuhören. Sie schaffte es, dass ich der Geschichte trotz der Zeitsprünge und zum Teil sehr sensiblen Themen gut folgen konnte.
Bewertung
aus Quickborn
4/5
28.05.2026
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M wie Mutter (Hörbuch)
Der Titel lässt einen unguten Verlauf der Geschichte vermuten, aber ganz so negativ, wie es scheint, ist das Leben der Mütter und der Töchter nicht. Alle sind ein Kind ihrer Zeit. Und diese Zeit umfasst der Roman von Miriam Carbe auf sehr unterhaltsame Weise.
Die Autorin hat ein großes, wirklich beneidenswertes Glück erfahren, sie erbte einen Schrank voller Tagebücher und anderer Aufzeichnungen von allen Ms vor ihr, die bieten eine unheimliche, ja unübersehbare Fülle an Details, aus denen dieser Roman entstand.
Die erste Mutter ist „die Mutti“, etwas häufig und überbetont erscheint sie in der ersten Hälfte des Romans, sehr ausdauernd beschrieben, sie heißt Margarethe und wurde Ende des 19. Jh. geboren, später verheiratete Frau Grundmann und in sehr respektabler Lage und Gesellschaft. Die Villa Parzifal in Dresden bleibt nach dem Ersten Weltkrieg nur eine schöne, aber nie wiederkehrende Erinnerung. Der gesellschaftliche Abstieg ist nicht zu verhindern, ihre Tochter Marianne, geboren am Vorabend des Ersten Weltkriegs, wird auch das M im Vornamen tragen, weil ja Frauen ansonsten nichts behalten nach der Ehe, nicht mal den Familiennamen, auch wenn er noch so erhaben ist. Marianne wächst im Deutschland der Veränderungen auf, als 1933 Hitler an die Macht kommt, ist sie 19 Jahre alt. Später arbeitet sie bei der Wehrmacht als Sekretärin, lernt den Staatsanwalt und Offizier Alfred Carbe kennen, mit dem sie eine sich immer wieder verändernde Beziehung eingeht, aus der ein „unerwünschtes“ Töchterchen Monika hervorgeht. Mit mehr Glück als Verstand wird das Kind noch zu einem ehelichen gemacht, der Vater fiel „vor der geplanten Heirat“ in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Dieses Mädchen hat eine schwierige Kindheit, Umzüge, Schulwechsel, eine Mutter mit Gefühlsschwankungen, beide gelangen aus dem Osten in den Westen, leben dann aber lange in Herford, an diese Zeit erinnert sich Monika in der zweiten Hälfte des Buches. Von Kindermund tut Wahrheit kund bis Pubertät und Tanzstunde vergeht die Zeit. Monika ist ein Ausnahmetalent, wenn es um Sprache und Literatur geht. Sie bemerkt ihre Neigung und kommt irgendwann mit Marx in Berührung. Trotzdem sie sich als zu dick und zu unattraktiv empfindet, hat sie Selbstbewusstsein und Humor. Leider auch die Anlage zu psychischen Erkrankungen. Das macht das Leben nicht gerade leichter.
Die Autorin erzählt sehr unbefangen von ihrer Mutter Monika, denn Miriam ist das vierte M im Buch, zumindest was die Ahnenreihe anbelangt. Freundinnen von Monika heißen zu allem Überfluss Mareile und Marion. Kann Zufall sein, ist aber irgendwie sehr auffällig.
Da es schon in der Verlagsankündigung steht, verrate ich kein Geheimnis, Monika wird von einem afrikanischen Studenten schwanger und Miriam ist von allen Töchtern wohl die unerwünschteste. Die Urgroßmutter verweigert sich ihr und auch der Rest der Familie tut sich schwer, ein schwarzes Kind in seinen Reihen zu haben. Miriam Carbe schreibt sich all diese Ereignisse, den Frust und auch tragi-komische Erlebnisse von der Seele. Die gefundenen Tagebücher helfen ihr dabei, aber das Buch ist auch ihre eigene Abrechnung mit der Vergangenheit. Ob es gut ist, so viel Persönliches, Intimes über die eigene Mutter, die eigene Familie preiszugeben, das weiß ich nicht. Mir war es etwas zu heftig.
Wäre dieser Roman etwas gestraffter, wären manche Szenen gekürzt oder gar nicht beschrieben worden, hätte er mir noch besser gefallen. 576 Seiten sind einfach etwas zu viel des Guten. Der Stil ist nicht sehr poetisch, er passt sich eher dem lakonischen Stil von Tagebucheinträgen an, daran ändert die Liebe zu Goethe auch nichts.
Ich habe das Hörbuch sehr gern gehört – Simone Kabst liest mit viel Gefühl - und den Roman als E-Book gelesen, beides ist gut, ändert aber an der Länge nichts, auch über 16 Stunden Zuhören waren mir am Schluss zu viel.
Fazit: ein Roman, der anhand einer ganzen Vorfahrinnenreihe nicht nur Familiengeschichte erzählt, sondern auch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das schafft Miriam Carbe auf beeindruckende Weise.
Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.
Bewertung
4/5
21.05.2026
Hörbuch-Download
Bewegende Familiengeschichte!
„Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe ist eine bewegende Familiengeschichte über vier Generationen von Frauen, geprägt von Krieg, Verlust, Stärke und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Schon das Cover wirkt ruhig und zugleich melancholisch und passt wunderbar zur Stimmung des Buches. Der Schreibstil ist eindringlich, emotional und sehr bildhaft, sodass man tief in die Geschichte eintaucht und mit den Figuren mitfühlt.
Besonders beeindruckt hat mich, wie persönlich und gleichzeitig zeitgeschichtlich bedeutend die Erzählung ist. Die Konflikte zwischen Müttern und Töchtern wirken erschreckend echt und vertraut. Da es mein erstes Hörbuch war, war ich anfangs skeptisch. Vielleicht bin ich etwas altmodisch, denn ich dachte tatsächlich, man bekäme noch CDs oder ein richtiges Hörbuch zugeschickt – stattdessen gab es nur einen Link. Trotzdem wurde ich positiv überrascht: Die Vorleserin hat eine sehr angenehme, ruhige Stimme, die perfekt zur Geschichte passt und das Zuhören besonders angenehm macht.
Glückliche
aus Sachsen
3/5
02.06.2026
Hörbuch-Download
Das Leben von Frauen aus vier Generationen in Deutschland, bis hin zur Gegenwart
Ich habe den Roman „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe als Hörbuch kennengelernt. Sprecherin ist Simone Kabst.
Darin erzählt die Urenkelin, Miriam Carbe, geboren 1966, von den Frauen in ihrer Familie. Von Margarete, der Urgroßmutter, genannt „Immi“, von Marianne, ihrer Großmutter, die „Nanni“ genannt wurde, von Monika, ihrer Mutter und von sich.
Der Roman bedient sich einer wunderbaren Sprache. Frau Carbe hat einen herrlichen Schreibstil. Die Geschichte des Schrankes, der von Generation zu Generation, sozusagen von Frau zu Frau weitergegeben wurde, hat mich bezaubert.
Leider kann ich das vom gesamten Hörbuch nicht sagen.
Schön war, dass ich, im Osten geboren und bis heute dort lebend, nebenbei viel über die gemeinsame deutsche Geschichte gelernt oder wieder aufgefrischt habe. Und ich habe aus dem Geschehen mehr über das Leben in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg erfahren. Auch, wie aufopferungsreich die Frauen ihre Töchter bzw. Kinder in schweren Zeiten großzogen, hat mich berührt.
Aber es hat sich doch alles sehr gedehnt. Die Sprecherin hat für meinen Geschmack einen sehr monotonen Stil. Die einzelnen Personen konnte ich nicht unterscheiden. Und es machte mir meist eine negative, pessimistische Stimmung, wenn ich zuhörte. Dazu gab es Sprünge in der Handlung, die ich schwer nachvollziehen konnte. Hinzu kommt, dass mal geradlinig erzählt wurde und dann wieder sehr ausführlich Märchen erzählt, Gedichte vorgetragen, Einzelheiten ewig ausgebreitet wurden.
Ich empfinde es als große Leistung, dass die Autorin die Geschichte ihrer Familie mit Hilfe der Tagebücher rekonstruiert und aufgeschrieben hat. Damit wird ein großer Zeitrahmen mit Leben erfüllt. Von Miriam selbst erfahren wir leider recht wenig, was ich bedauere.
Ich kann das Hörbuch leider nicht weiterempfehlen, da ich es mich mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen hat.
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4/5
28.05.2026
Hörbuch-Download
Eine Bewegende Geschichte über die Familie der Autorin
Eine Familiengeschichte der Autorin. Abwechselnd erzählen die Generation ihre Geschichte, die nicht nur durch die Kriege, turbulent war. Am Anfang fand ich es etwas langatmig bis ich mich dann an den Stil gewöhnt habe, manchmal hab ich auch die Generationen etwas durcheinander gebracht. Das Audiobook ist aber großartig von Simone Kabst erzählt, voller Emotionen (Goethe Zitate, wunderbar rezitiert) eine absolute Empfehlung für diese Geschichte.
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