Neue Funde entschlüsseln die Vergangenheit: Das wahre Leben der Wikinger – so, wie es noch nie erzählt wurde. Wer an Wikinger denkt, sieht meist namenlose Krieger vor sich, die raubend an Land stürmen. Doch sie waren nur ein kleiner Teil einer vielfältigen Welt. Hier werden die Geschichten der Anderen erzählt – Kinder, Versklavte, Seher, Handwerker, Reisende und Schriftsteller –, die das nordische Mittelalter prägten. Eleanor Barraclough lässt ihre Welt durch Alltagsfunde lebendig werden: einen geliebten Kamm, eine zornige Botschaft auf Holz, Kinderkritzeleien auf Birkenrinde. So entsteht ein faszinierendes Bild einer Kultur, die sich von Skandinavien bis nach Byzanz und ins Kalifat erstreckte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
30.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Unterhaltsam und wissenschaftlich fundiert
Ein Hörbuch, das es schafft, über fast 12 Stunden Audiozeit durchgehend spannend und unterhaltsam zu sein - das ist schon etwas Seltenes und ganz Besonderes. "Im Schein von Gold und Feuer" schafft dieses Kunststück, denn es handelt sich um ein Buch, das von der Autorin Eleanor Barraclough äußerst unterhaltsam und zugleich fundiert, differenziert, tiefgründig und auf historischen Quellen basierend verfasst wurde und von der sehr sympathischen und talentierten Sprecherin Sandra Voss sehr nuanciert, abwechslungsreich und höchst empathisch vorgetragen wird: ein wahrer Genuss, bei dem man gleichzeitig noch viel über die Wikingerzeit lernt!
Mein Bild von den mutigen, unerschrockenen, kämpferischen Menschen aus dem Norden, die auf ihren Schiffen loszogen, um fremde Gebiete zu erobern, wurde durch dieses Hörbuch stark erweitert und differenziert. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Hörbuch nicht nur einseitig die kämpfenden Männer porträtiert, sondern es geht auch sehr viel um die gesamte Bevölkerung aus dem Norden (und aus den Ländern, auf die sie Einfluss hatten): auch um gebärende Frauen, Kinder, alte Menschen, Gefangene und Versklavte, Kranke,... und auch um die allgemeinen Herausforderungen, die kalten Winter in die Heimat oder auch die Gefahren in den neu eroberten Gebieten zu überstehen.
Sehr interessant ist auch die Einteilung der Kapitel: es geht beispielsweise um Themen wie "Liebe", "Körper", "Glaube", "Spielen", Zuhause" oder "Unfreiheit" und ihre vielen Facetten in der Wikingerzeit. Dabei habe ich viele interessante Details gelernt: etwa über die altnordische Mythologie, die auch Jahrhunderte nach der offiziellen Bekehrung zum Christentum in vielem noch sichtbar ist, über die Bedeutung des Spielens auch schon vor vielen Jahrhunderten, über alte Lieder und Sagen, Liebe und Enttäuschung, und über einen unerschütterlichen Überlebenswillen.
Auch in Bezug auf seine historische und wissenschaftliche Qualität wirkt das Hörbuch auf mich sehr hochwertig: es wird immer wieder hinterfragt, was wir aus welchen erhaltenen Quellen plausibel und mit einiger Wahrscheinlichkeit schließen können, wo wir höchstens vage Vermutungen anstellen können und welche Bereiche eher im Dunkeln bleiben, weil hier zu wenig erhalten bleibt. Auch die Außensichten auf die Wikinger von Seiten christlicher oder islamischer Reisender werden durchaus kritisch hinterfragt.
In Summe ist es ein höchst unterhaltsames und interessantes Hörbuch, bei dem ich auf spielerische Weise wie nebenbei sehr viel gelernt habe und das ich allen an Geschichte interessierten Menschen nur wärmstens empfehlen kann!
Manuela Hahn
4/5
28.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Im Schein von Gold und Feuer
Das erste was mir bei diesem Buch auffiel war das Cover, erinnert es mich doch an einen Roman, die goldene Schrift des Titels und die Zeichnungen von Artefakten sind schon ein echter Hingucker. Nur handelt es sich bei "Im Schein von Gold und Feuer" um ein Sachbuch. Die lese ich ja eher selten, doch hier hat mich der Klappentext neugierig gemacht. Wir haben ja alle ein Bild im Kopf wenn wir an Wikinger denken, geprägt von alten Geschichten sehen wir eine blutrünstige, räuberische Horde Männer mit Hörnerhelmen vor uns Eleanor Barraclough erzählt uns nun aber von den Menschen, hinter den Klischees.
Im Schein von Gold und Feuer“ von Eleanor Barraclough ist eines dieser seltenen Sachbücher, das bekannte Geschichte vollkommen neu erzählt. Statt sich erneut auf plündernde Krieger, Schlachten und die üblichen Wikingerklischees zu konzentrieren, öffnet Barraclough den Blick auf den Alltag und die Menschen hinter den Legenden. Genau das macht dieses Buch so außergewöhnlich.
Bereits nach den ersten Seiten war mir klar, dass hier nicht die bekannten Mythen wiederholt werden. Vielmehr entsteht ein lebendiges Bild der Wikingerzeit, das nahbar, detailreich und überraschend modern wirkt. Barraclough erzählt von Kindern, Versklavten, Handwerkern, Seherinnen und Reisenden. Sie zeigt eine Welt, die weit mehr war als Kampf und Eroberung. Kleine archäologische Funde wie verzierte Kämme, eingeritzte Botschaften auf Holz oder Kinderkritzeleien verleihen der Vergangenheit eine fast intime Nähe. Da ist z.B. der Kamm auf dessen Hülle Runen eingeritzt sind, die sagen das Thorfast einen guten Kamm angefertigt hat, solche Beispiele des normalen Lebens finden sich im Buch immer wieder.
Besonders beeindruckt hat mich Art, wie die Autorin archäologische Erkenntnisse in spannende Erzählungen verwandelt. Münzen, Gräber, Figuren und Inschriften dienen hier nicht bloß als wissenschaftliche Belege, sondern werden zu Ausgangspunkten echter Geschichten. Das Buch wirkt dadurch nie trocken oder akademisch. Stattdessen liest es sich atmosphärisch und menschlich, ohne dabei an historischer Tiefe zu verlieren.
Auch der geografische Blickwinkel macht das Buch sehr spannend die Autorin erzählt , wie weitreichend die Verbindungen der nordischen Welt tatsächlich waren. Die Reisen führten nicht nur nach Grönland, sondern ebenso bis ins byzantinische Reich und in das islamische Kalifat. Diese internationale Vernetzung wird verständlich, anschaulich und faszinierend dargestellt.
Der Schreibstil trägt wesentlich zum Leseerlebnis bei. Barraclough schreibt lebendig und klug. Ihre Erfahrung als Dozentin und Rundfunksprecherin ist spürbar, denn selbst komplexe Zusammenhänge kann sie sehr verständlich erklären, ohne jemals oberflächlich zu werden.
„Im Schein von Gold und Feuer“ eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die Geschichte nicht nur über Schlachten und Herrscher kennenlernen möchten. Wer sich für archäologische Funde interessiert, die geschickt in erzählerische Zusammenhänge eingebunden werden, wird hier ebenso fündig wie alle, die die Wikingerwelt jenseits von Hollywoodbildern entdecken möchten.
Mit seinen 464 Seiten ist das Buch recht umfangreich und fordert an manchen Stellen Aufmerksamkeit und etwas Geduld. Die vielen Namen, Orte und Details machen es stellenweise etwas anspruchsvoll, aber genau darin liegt auch sein Reiz. Die Vergangenheit läuft schließlich nicht weg, und die spannenden Erkenntnisse der Autorin schon gar nicht. Allerdings hätte ich mir Farbfotos gewünscht, die wenigen s/w Aufnahmen werden dem modernen, lebendig erzählten Text nicht gerecht.
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