Der große neue Roman von Kristof Magnusson erzählt von einer Zeit, als alles möglich erschien und doch vieles tragikomisch schief ging: Ein Doppelagent will in Kasachstan ein letztes großes Ding drehen, ein Dichter hofft auf das Abenteuer seines Lebens und eine Italienischlehrerin versucht, das Schlimmste zu verhindern.Anfang der 90er Jahre ist die Welt eine Verheißung und Jakob Dreiser mittendrin: Der junge Dichter wird in Rom für sein Werk gefeiert, der Kalte Krieg ist endlich Geschichte und die russische Botschaft lädt zum Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen. Die Welt strebt nach Frieden und Glück – und diesmal scheint sie es ernst zu meinen.Dieter Germeshausen dagegen kann sein Pech kaum fassen. Jahrelang war er Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent, nun muss er dringend untertauchen. Ausgerechnet jetzt, wo er zum ersten Mal verliebt ist. Germeshausen braucht einen Plan, so viel steht fest. Und er braucht Jakob Dreiser. Denn für seinen großen Coup gibt es keine bessere Tarnung als einen international gefeierten Dichter.Eine herrlich turbulente Geschichte über Sehnsüchte, Täuschungen und das Scheitern im Moment der vermeintlichen Freiheit. Kristof Magnusson verwandelt eine Zeit historischer Umbrüche in einen unvergleichlichen Abenteuerroman. Mitreißend gelesen von Nico-Alexander Wilhelm.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
07.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn ein Doppelagent und ein Dichter ein krummes Ding drehen
Was tun, wenn der Eiserne Vorhang fällt, eine neue Weltordnung entsteht und man als Doppelagent damit nicht klar kommt? Die guten alten Zeiten vermisst? Dann plant man nochmal einen letzten großen Coup (naja, oder eigentlich den ersten großen Coup seiner 27- jährigen Karriere als Agent).
Was tun, wenn man froh ist, dass der Kalte Krieg vorbei ist, vorbei die Angst einer möglichen militärischen Eskalation. Man als junger Mensch schon ein weltweit gefeierter Dichter ist und sich in seiner Bekanntheit langweilig?
Was passiert, wenn diese beiden Charaktere aufeinandertreffen und eine skurrile und absurde Reise nach Kasachstan unternehmen?
Kristof Magnusson erzählt in einem leichten, leisen und sehr einfühlsamen Ton diese humorvolle Reise ans Ende der Geschichte.
Auch wenn das Vorhaben der Reisegruppe an Skurrilität nicht zu überbieten ist und für mich manchmal etwas weit hergeholt war, eine 100%-ige Leseempfehlung von mir
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
23.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
humorvoll
„Die Reise ans Ende der Geschichte“ von Kristof Magnusson ist ein absoluter Lesegenuss – ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite köstlich amüsiert! Für mich ganz klar: 5 Sterne.
Der Roman entführt in die frühen 90er Jahre, eine Zeit voller Aufbruchsstimmung, in der plötzlich alles möglich scheint. Im Zentrum stehen mehrere herrlich schräge Figuren: ein ehemaliger Doppelagent, der in Kasachstan noch einmal den großen Coup landen will, ein gefeierter junger Dichter, der sich nach Abenteuer sehnt, und eine Italienischlehrerin, die versucht, das drohende Chaos irgendwie einzudämmen. Ihre Wege kreuzen sich auf ebenso überraschende wie turbulente Weise.
Besonders Jakob Dreiser, der als aufstrebender Dichter durch Europa tingelt und plötzlich in ein aberwitziges Spionageabenteuer hineingezogen wird, hat es mir angetan. Gleichzeitig ist da Dieter Germeshausen, der vom Kalten Krieg übriggebliebene Geheimdienstmann, der verzweifelt versucht, sein Leben neu zu ordnen – und dabei von einem Schlamassel ins nächste gerät. Diese Kombination aus großen Plänen, persönlichem Scheitern und tragikomischen Verwicklungen ist einfach großartig umgesetzt.
Was den Roman für mich so besonders macht, sind die Charaktere: Sie sind skurril, liebenswert, voller Widersprüche – und einfach unglaublich unterhaltsam. Man fiebert mit ihnen mit, lacht über ihre absurden Situationen und erkennt gleichzeitig immer wieder etwas sehr Menschliches in ihrem Handeln.
Magnusson schafft es außerdem, den historischen Umbruch dieser Zeit einzufangen, ohne schwer oder belehrend zu wirken. Stattdessen wird daraus eine lebendige, witzige und zugleich kluge Geschichte über Sehnsüchte, Illusionen und die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet – vor allem dann, wenn plötzlich alles offensteht.
Ein wunderbar humorvoller, kluger und rasanter Roman mit großartigen Figuren und vielen herrlich absurden Momenten. Ich habe jede Seite genossen!
takabayashi
aus Berlin
5/5
15.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Junger, erfolgreicher Dichter folgt dem Duft von Freiheit und Abenteuer
Rezension von takabayashi: Lange habe ich mich nicht mehr so gut mit einem Buch amüsiert wie mit dieser Satire über die Welt der Spione!
Auf einer Party der russischen Botschaft in den frühen 90ern in Rom lernt der junge deutsche Dichter Jakob Dreiser den Spion Dieter Germershausen kennen, der dem Ende des Kalten Krieges nachtrauert und sich durch seinem jetzigen Posten aufs Abstellgleis geschoben fühlt. Die Verbitterung über die mangelnde Anerkennung seiner Arbeit macht ihn offen für Angebote der Gegenseite. Der für sein Werk gefeierte junge Dichter ist genau der Mann, den er beim Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen kennenlernen will. Zwei Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein als diese beiden: der Spion, ein Doppelagent gar, ist unzufrieden, mürrisch und unfähig zu Smalltalk. Dreiser hingegen ein umgänglicher junger Mann mit geschmeidigen Umgangsformen, der mit jedem reden kann. Germershausen will Dreiser anwerben, weil dieser die Eigenschaften besitzt, die ihm selbst fehlen. Dreiser sagt begeistert zu: das ist genau der Kick, den er braucht. Den Kontakt vermittelt hat Francesca, eine reiche italienische Kommunistin, die auch, wen wundert's, als Spionin tätig ist Die Botschaftsparty bietet ein gelungenes Setting zum Kennenlernen der Protagonisten.
Jakob Dreiser sagt ohne groß nachzudenken zu, so als hätte er nur auf so ein Angebot gewartet. Er ahnt allerdings zuerst nicht, dass er nicht in offizieller Mission sondern von Germershausen privat engagiert wurde, um dessen ganz persönliche Interessen durchzusetzen. Gleich ein paar Tage später bricht man nach Almaty in Kasachstan auf. Und erlebt dort absurde und tollkühne Abenteuer, bei denen Jakob Dieter das Leben rettet und seinen Auftrag bravourös übererfüllt.
Der Autor erzählt mit großer Fantasie eine irre Räuberpistole, die sehr komisch ist und bestens unterhält, in der aber auch die Atmosphäre, der Zeitgeist jener Ära brillant wiedergegeben wird. Diese literarische Welt wird von einem Panoptikum skurriler Personen bevölkert, die alle trefflich charakterisiert werden. Orts- und Situationsbeschreibungen sind so bildlich und atmosphärisch, dass man immer das Gefühl hat, man wäre direkt dabei, und sich die Schauplätze genau vorstellen kann. Die Sprache ist leichtfüßig und pointiert, allerdings endet diese Leichtigkeit abrupt beim Showdown in Sankt Petersburg, bei dem Jakob festgenommen und in einen Verhörraum gebracht wird. Vielleicht erschien es dem Autor zu seicht, mit einem Happy End und Friede, Freude, Eierkuchen zu enden. Mit einem Knall landet man quasi wieder in der Realität, die nicht so heiter ist. Andererseits setzt dann sofort das eigene Kopfkino ein, mit dem man als Leser Jakob aus dieser Bredouille herauszuholen versucht - man könnte sich da einige Varianten vorstellen ...
Bis auf das Ende, das mich kurzfristig etwas vor den Kopf gestoßen hat, habe ich mich begeistert dem Sog der Erzählung hingegeben und viel geschmunzelt. Ich hatte schon eine Satire über Künstler und Bildungsbürgertum von Magnusson gelesen, "Ein Mann der Kunst", und bin daher mit hohen Erwartungen an diesen Roman herangegangen: und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man nicht erwartet, dass es sich hier um einen 0815 Spionage - Roman handelt, sondern um eine Satire, eine Persiflage, dann wird man ein paar vergnügliche Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Unbedingte Leseempfehlung!
Edith Berger
aus Graz
5/5
01.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr vergnüglicher Roman im Agentenmilieu
Der kalte Krieg ist vorbei. Die Welt scheint sich auf eine friedlichere Zukunft einzustellen. Die Gesellschaft feiert ihre Feste in alter Ausgelassenheit und Rom ist Mittelpunkt dieser Begegnungen. Jakob Dreiser, ein junger Dichter aus Deutschland und gefeierter Literaturstar wird von einem Fest zum nächsten herumgereicht. Nicht alle teilen die Freude am Verschwinden des Eisernen Vorhangs. Dieter Germeshausen z.B. kann dem gar nichts abgewinnen. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent fühlt sich gar vom Lauf der Geschichte und seiner Dienststelle betrogen. Er will einen allerletzten, großen, profitablen Coup landen. Dazu benötigt er Hilfe. In Jakob Dreiser findet er den idealen Kandidaten. Auf dem Gartenfest der russischen Botschaft ist die Gelegenheit mehr als günstig. Germeshausen macht sich an den jungen Dichter heran.
Bewertung
5/5
01.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Reise durch Sprache und Zeit
Inhalt:
Anfang der 90er Jahre scheint es mit dem Weltfrieden einigermaßen zu klappen, sogar Russland macht dabei mit. Nur einer ist alles andere als glücklich mit diesem Verlauf der Geschichte: Dieter Germeshausen, Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent. Jetzt muss er sich etwas überlegen, um ungeschoren davonzukommen. Dafür braucht er den jungen Dichter Jakob Dreiser, der gerade mit seinem Werk Furore macht.
Über den Autor:
Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchen musiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Seine Komödie »Männerhort« lief an über 30 Theatern im In- und Ausland, unter anderem in Berlin mit Christoph Maria Herbst und Bastian Pastewka. Sein Debütroman »Zuhause« (Kunstmann 2005) wurde 2006 mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet.
Fazit:
Der Roman hat einen starken, poetischen Sprachstil. Der Autor baut Brücken zwischen Erinnerung, und Fiktion,sodass der Leser immer wieder über die Rolle des Erzählers und die Grenzen der „Wahrheit“ im Roman nachdenkt. Für Leser, die gerne zwischen den Zeilen lesen, ist dieser Roman ein spannendes Leseerlebnis.
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4/5
21.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Ende vom Anfang?
Wenn die Welt plötzlich Kopf steht, an was soll man denn noch glauben? Und wem kann man vertrauen? Der sympathische Dichter Jakob Dreiser ist Idealist wie er im Buche steht - und ein Philantrop noch dazu. In den Kreisen der Hautevolee fühlt er sich wohl, den gesellschaftliche und politische Umbruch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs empfängt Jakob mit offenen Armen. Endlich, ein freies Leben für alle. Denkste - denn Jakob gerät in das Getriebe einer vergangen-geglaubten Maschinerie der Spionage, die ihm unerahnte Wege eröffnet.
Ein smarter, witziger und auch temporeicher Spionage-Roman, dessen Charme nicht zuletzt durch den charismatischen Protagonisten geprägt ist.
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