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Florian Schröder

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30 unglaubliche Kurzgeschichten

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Florian Schröder

Spieldauer

6 Stunden und 47 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

27.03.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

120

Verlag

Wokasoma

Sprache

Deutsch

EAN

4070169140738

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Ja

Erscheinungsdatum

27.03.2026

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ungekürzt

Medium

MP3

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120

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Wokasoma

Sprache

Deutsch

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4070169140738

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„Unsterblichkeit, here I come“ Herr Kowatsch hustet sich in die Operngeschichte

Bewertung am 18.05.2026

Bewertungsnummer: 3142346

Bewertet: Hörbuch-Download

Florian Schröder hat mit „30 unglaubliche Kurzgeschichten“ eine Sammlung vorgelegt, die hält, was der Titel verspricht: Unterhaltsam, lustig, seltsam, abgründig, skurril. Das ist kein leeres Werbeversprechen, sondern eine präzise Beschreibung dessen, was den Leser zwischen diesen Buchdeckeln erwartet. Den Auftakt macht Herr Kowatsch, ein Opernliebhaber ohne Talent, der sich in berühmten Mitschnitten verewigt, indem er im richtigen Moment hustet oder niest – eine perfekte Ouvertüre für einen Band, in dem scheiternde Außenseiter die Hauptrollen spielen. Da ist der siebenjährige Helga, deren Sauerteig „Hermann“ außer Kontrolle gerät und ganz Europa unter sich begräbt. Da ist der schwäbische Auftragsrapper Mario W., der als Industriemechaniker verkleidet Recruiting-Videos für Automobilzulieferer rappt. Da ist Rainer Werner Fassbinder, der alle zehn Jahre ins Kino darf und sich über „Fack ju Göhte“ kaputtlacht. Schröders Stil ist direkt, bildhaft, oft zynisch – aber nie kalt. Er schreibt präzise, in kurzen bis mittellangen Sätzen, mit wenigen Adjektiven, dafür umso mehr treffenden Beobachtungen. Seine Geschichten beginnen meist ganz alltäglich und steigern sich dann ins Groteske, Absurde, manchmal bis ins kaum Erträgliche. Das funktioniert erstaunlich gut, weil der lakonische Ton die Übertreibungen trägt. Die Themen des Buches sind vielfältig: Scheitern, Einsamkeit, Selbstzerstörung, Kommerzialisierung, Kunstbetrieb, Beziehungsfrust, Social-Media-Wahn. Schröder übt scharfe Gesellschaftssatire – auf die linke Kunstblase im Kapitel „Das Kunststudium“, auf den Medienbetrieb in „Beim Regional-Feuilleton“, auf die Charity-Inszenierung in „Bumgrading“, wo Obdachlose für eine absurde Trendsportart gestylt und gefilmt werden. Dabei zeigt er nie mit dem moralischen Zeigefinger, sondern lässt die Absurdität für sich selbst sprechen. Besonders gelungen sind die melancholischen Geschichten. „Unsichtbar“ erzählt von einem unsichtbaren Schauspieler, der seinen Traum lebt und am Ende glücklich ist – eine seltene versöhnliche Note in diesem oft düsteren Band. „Schlecht gealtert“ handelt von drei ehemaligen Zivildienstleistenden, die ihr Seniorenheim besuchen und feststellen, dass einige Bewohner von damals noch leben – eine beklemmende Meditation über Altern und Vergessen. „Der Stammtisch“ schließlich, die letzte Geschichte, lässt einen Baron aus dem Jahr 1756 in die Zukunft reisen, wo er Handys, Autos und U-Bahnen sieht – klug, komisch und ein eleganter Abschluss. Nicht alle Geschichten sind für jeden Leser geeignet. „Fleisch“ (Kannibalismus als Selbstverzehr) ist extrem verstörend, fast nihilistisch. Die Ekel-Momente im Schwimmbad-Kapitel sind bewusst überzeichnet. Wer klassische, geradlinige Erzählungen mit klaren Moralvorstellungen sucht, wird hier nicht glücklich. Wer aber schwarzen Humor und groteske Gesellschaftssatire liebt, für den ist dieser Band ein Volltreffer. Die Illustrationen von Martin Fengel zwischen den Kapiteln sind einfach, abstrakt und passen gut zum Ton der Geschichten – ob man sie in die Bewertung einbezieht, bleibt Geschmackssache. Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen. Die Sammlung ist durchweg gelungen, jede Geschichte hat ihre eigene Pointe, ihren eigenen Ton – und doch erkennt man Schröders unverwechselbare Handschrift. „30 unglaubliche Kurzgeschichten“ ist ein Buch für Leser, die sich gerne verstören, überraschen und zum Lachen bringen lassen – auch wenn das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.

„Unsterblichkeit, here I come“ Herr Kowatsch hustet sich in die Operngeschichte

Bewertung am 18.05.2026
Bewertungsnummer: 3142346
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Florian Schröder hat mit „30 unglaubliche Kurzgeschichten“ eine Sammlung vorgelegt, die hält, was der Titel verspricht: Unterhaltsam, lustig, seltsam, abgründig, skurril. Das ist kein leeres Werbeversprechen, sondern eine präzise Beschreibung dessen, was den Leser zwischen diesen Buchdeckeln erwartet. Den Auftakt macht Herr Kowatsch, ein Opernliebhaber ohne Talent, der sich in berühmten Mitschnitten verewigt, indem er im richtigen Moment hustet oder niest – eine perfekte Ouvertüre für einen Band, in dem scheiternde Außenseiter die Hauptrollen spielen. Da ist der siebenjährige Helga, deren Sauerteig „Hermann“ außer Kontrolle gerät und ganz Europa unter sich begräbt. Da ist der schwäbische Auftragsrapper Mario W., der als Industriemechaniker verkleidet Recruiting-Videos für Automobilzulieferer rappt. Da ist Rainer Werner Fassbinder, der alle zehn Jahre ins Kino darf und sich über „Fack ju Göhte“ kaputtlacht. Schröders Stil ist direkt, bildhaft, oft zynisch – aber nie kalt. Er schreibt präzise, in kurzen bis mittellangen Sätzen, mit wenigen Adjektiven, dafür umso mehr treffenden Beobachtungen. Seine Geschichten beginnen meist ganz alltäglich und steigern sich dann ins Groteske, Absurde, manchmal bis ins kaum Erträgliche. Das funktioniert erstaunlich gut, weil der lakonische Ton die Übertreibungen trägt. Die Themen des Buches sind vielfältig: Scheitern, Einsamkeit, Selbstzerstörung, Kommerzialisierung, Kunstbetrieb, Beziehungsfrust, Social-Media-Wahn. Schröder übt scharfe Gesellschaftssatire – auf die linke Kunstblase im Kapitel „Das Kunststudium“, auf den Medienbetrieb in „Beim Regional-Feuilleton“, auf die Charity-Inszenierung in „Bumgrading“, wo Obdachlose für eine absurde Trendsportart gestylt und gefilmt werden. Dabei zeigt er nie mit dem moralischen Zeigefinger, sondern lässt die Absurdität für sich selbst sprechen. Besonders gelungen sind die melancholischen Geschichten. „Unsichtbar“ erzählt von einem unsichtbaren Schauspieler, der seinen Traum lebt und am Ende glücklich ist – eine seltene versöhnliche Note in diesem oft düsteren Band. „Schlecht gealtert“ handelt von drei ehemaligen Zivildienstleistenden, die ihr Seniorenheim besuchen und feststellen, dass einige Bewohner von damals noch leben – eine beklemmende Meditation über Altern und Vergessen. „Der Stammtisch“ schließlich, die letzte Geschichte, lässt einen Baron aus dem Jahr 1756 in die Zukunft reisen, wo er Handys, Autos und U-Bahnen sieht – klug, komisch und ein eleganter Abschluss. Nicht alle Geschichten sind für jeden Leser geeignet. „Fleisch“ (Kannibalismus als Selbstverzehr) ist extrem verstörend, fast nihilistisch. Die Ekel-Momente im Schwimmbad-Kapitel sind bewusst überzeichnet. Wer klassische, geradlinige Erzählungen mit klaren Moralvorstellungen sucht, wird hier nicht glücklich. Wer aber schwarzen Humor und groteske Gesellschaftssatire liebt, für den ist dieser Band ein Volltreffer. Die Illustrationen von Martin Fengel zwischen den Kapiteln sind einfach, abstrakt und passen gut zum Ton der Geschichten – ob man sie in die Bewertung einbezieht, bleibt Geschmackssache. Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen. Die Sammlung ist durchweg gelungen, jede Geschichte hat ihre eigene Pointe, ihren eigenen Ton – und doch erkennt man Schröders unverwechselbare Handschrift. „30 unglaubliche Kurzgeschichten“ ist ein Buch für Leser, die sich gerne verstören, überraschen und zum Lachen bringen lassen – auch wenn das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.

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