Kekeli lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland. Ihr Leben verläuft gleichförmig und angepasst, bis ihre undurchschaubare Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und Kekeli sich plötzlich mit vielen Fragen der Zugehörigkeit konfrontiert sieht. Zudem wird sie von ihrem Mitschüler Kwame eingeladen, gemeinsam für die »Pamoja Society«, einer Gruppe von kreativen, afro-deutschen Jugendlichen, bei einem Doku-Film über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland mitzuarbeiten und dafür nach Berlin zu fahren.
Auf einem Roadtrip mit Afi, Kwame und dessen Bruder Kofi stößt Kekeli auf ein beklemmendes Familiengeheimnis, das sie aus der Bahn wirft. Und das während sie sich immer mehr in Kwame verliebt.
In ihrer besonderen und klaren Sprache erzählt Jessica Mawuena Lawson die Familiengeschichte ihrer aufgeweckten und sympathischen Protagonistin Kekeli und lädt ihre Leser*innen ein, sich von der Pamoja Society mitreißen und von Afrobeats und Poesie begeistern zu lassen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
30.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kekeli erzählt klug und nahbar von Zugehörigkeit, Familie und der Suche nach dem eigenen Platz.
"Das ist nicht irgendeine Reise. Wenn wir sie tatsächlich antreten, könnte das mein komplettes Leben verändern.“
Und genau so kommt es auch: Diese Reise verändert für Kekeli vieles, vor allem den Blick auf sich selbst, ihre Familie und ihre Herkunft.
Kekeli lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland und versucht eher, nicht aufzufallen. Als ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und sie mit einer afro-deutschen Jugendgruppe nach Berlin fahren darf, gerät einiges in Bewegung. Dort arbeitet sie an einem Doku-Projekt über Schwarzes Leben in Deutschland und beginnt, Fragen zu stellen, die längst in ihr geschlummert haben: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Und warum weiß ich eigentlich so wenig über meine eigene Familie?
Ich mochte Kekeli sofort. Ihre eher ruhige, beobachtende Art, ihre Unsicherheiten, aber auch, wie sie sich im Verlauf der Geschichte immer mehr mit ihrer Identität auseinandersetzt. Besonders berührt hat mich, wie nachvollziehbar beschrieben wird, dass Herkunft nicht automatisch etwas ist, das man einfach „hat“. Kekeli spricht kein Ewe, kennt viele Verwandte nur von Bildern und merkt erst nach und nach, wie viel Schweigen in ihrer Familie steckt.
Neben der Familiengeschichte fand ich auch die politischen und historischen Themen richtig stark: afro-deutsche Geschichte, Rassismus, Abschiebung und die Frage, wer in deutschen Erinnerungen überhaupt sichtbar ist. Gerade der Bezug zu Gert Schramm, dem einzigen Schwarzen Überlebendes des KZ Buchenwald und die Gespräche mit Aktivist*innen geben dem Buch nochmal zusätzlich Gewicht.
Und dann ist da auch noch diese zarte Annäherung zwischen Kekeli und Kwame, die ich richtig schön fand.
Ja, an manchen Stellen wirkt die Handlung vielleicht ein klein wenig konstruiert, gestört hat mich das aber nicht. Dafür ist das, was dieses Buch erzählt, viel zu wichtig
Für mich ist "Kekeli" ein kluger, warmer und wichtiger Own-Voice Roman über Identität, Familie, Geschichte und Zugehörigkeit und darüber, wie viel in Bewegung geraten kann, wenn man anfängt, Fragen zu stellen.
Fee04
Thalia Book Circle Community
5/5
06.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolute Leseempfehlung
Ein Roadtrip nach Berlin, eine Dokumentation über Schwarzes Leben in Deutschland und eine Entdeckung, die alles verändert.
„Kekeli“ von Jessica Mawuena Lawson / Verbrecher Verlag
Kekeli stellt sich immer wieder Fragen über ihre Familie, ihre Herkunft und ihre Geschichte.
Doch ihr Vater schweigt meist und zieht sich in seine Malerei zurück. Vieles bleibt unausgesprochen und Kekeli spürt, dass es da mehr geben muss, als sie bisher weiß.
Als ihre Cousine Afi aus Togo wegen einer Hochzeit nach Deutschland kommt, merkt Kekeli schnell, dass Afi über die Familie weit mehr weiß, als Kekeli je erfahren hat.
Gleichzeitig bittet ihr heimlicher Schwarm Kwame sie, bei einer Dokumentation über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland mitzuwirken. Gemeinsam mit der Organisation Pamoja Society, einer Gruppe afro-deutscher Jugendlicher, arbeiten sie an einem Filmprojekt.
Kekeli darf, zusammen mit Afi sowie den Brüdern Kofi und Kwame nach Berlin reisen.
Auf diesem Roadtrip lernen die vier jungen Menschen viel über Schwarze Geschichte in Deutschland, unter anderem über Gert Schramm, den einzigen schwarzen Häftling im KZ Buchenwald.
In Berlin macht Kekeli eine Entdeckung, die jedoch alles, was sie über ihre Herkunft zu wissen glaubte, plötzlich infrage stellt.
Während die vier an ihrer Dokumentation arbeiten, entwickelt sich zwischen Kekeli und Kwame eine zarte Verliebtheit. Afi verfolgt ganz eigene Pläne und Kofi, der charmante Frauenheld, sammelt unterwegs mit Leichtigkeit Telefonnummern.
Jessica Mawuena Lawson erzählt diese Geschichte in einer wunderschönen, flüssigen Sprache und bringt uns den Gefühlen, Fragen und auch den Rassismuserfahrungen Schwarzer Menschen in Deutschland sehr nahe. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrücklich, was politische Entscheidungen und Abschiebungen mit Familien machen können und wie stark auch afro-deutsche Menschen von Geschichte und gesellschaftlichen Strukturen betroffen sind.
Kekeli ist eine unglaublich unterhaltsame und zugleich sehr wichtige Coming-of-Age-Geschichte. Der Roadtrip der vier Jugendlichen ist nicht nur informativ, sondern durch die leichte, lockere Erzählweise auch sehr lebendig und mitreißend. Besonders die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte verleiht dem Buch trotz der ernsten Themen eine wunderbare Leichtigkeit.
Für mich ein Buch, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient; unterhaltsam, berührend und lehrreich zugleich.
„Freiheit ist, wenn man sich über die Freiheit lustig machen kann.“ (Seite 87)
Was für ein Zitat, was eine Aussage! Dieser Satz hat mich tief berührt.
Herzlichen Dank an den Verbrecher Verlag für das Rezensionsexemplar (unbezahlte Werbung).
Bewertung
aus Meersburg
5/5
04.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein außergewöhnlicher Coming‑of‑Age‑Roman, der lange nachhallt
Kekeli ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt und tief berührt hat. Jessica Mawuena Lawson erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Platz in der Welt sucht — warm, zugänglich, spannend und voller emotionaler Kraft.
Was dieses Buch jedoch besonders macht, ist seine Tiefe: Lawson verwebt Fragen von Identität, Herkunft und Zugehörigkeit mit historischen und politischen Dimensionen, die in Deutschland viel zu selten sichtbar sind. Die Erinnerung an Gert Schramm und die Verfolgung Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus, der Blick auf koloniale Kontinuitäten und die Realität heutiger Abschiebungen verleihen dem Roman eine Bedeutung, die weit über eine klassische Coming‑of‑Age‑Geschichte hinausgeht.
Trotz dieser Schwere liest sich Kekeli erstaunlich leicht und fließend. Der Roman unterhält, ohne zu banalisieren. Er informiert, ohne erhobenen Zeigefinger. Er zeigt, wie Literatur gleichzeitig sanft und politisch, zugänglich und tief sein kann.
Für mich ist Kekeli ein wichtiges, notwendiges Buch — eines, das Räume öffnet, Empathie stärkt und Gespräche anstößt. Ich wünsche mir, dass viele Menschen es lesen. Und ich hoffe sehr, dass es bald seinen Weg in die Klassenzimmer findet.
Eine klare Leseempfehlung. Ein Geschenk. Ein Buch, das bleibt.
Bewertung
4/5
05.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Coming Of Age mit afrodeutscher Geschichte
Rezensionsexemplar
Kekeli von Jessica Mawuena Lawson ist ein beachtenswertes Debüt, was den Charme von Teenage Road Trip Stories mit afrodeutscher Geschichte verbindet.
Der typische Coming Of Age Charakter ist ein zentrales Thema des Romans. Kekeli lernt zu Beginn einen der wenigen anderen Schwarzen Schüler ihrer Schule kennen, der mit seinem Bruder eine Doku über afrodeutsche Geschichte drehen will. Dabei unternehmen sie einen Road Trip quer durch Deutschland, um bestimmte Monumente einzufangen und darüber zu lernen.
Während der Doku werden viele Schlüsselpunkte in der doch sehr unbekannten Geschichte von Schwarzen Menschen in Deutschland thematisiert und man kann viel aus dem Roman mitnehmen. Die Konstellation der Jugendlichen bringt aber eine Leichtigkeit mit sich, die die schweren Themen verdaulich machen. Viel Witz, viel Geplänkel und ein bisschen romantische Spannung.
Mit der Ankunft ihrer Cousine taucht auch ein Mysterium über ihre eigene Familiengeschichte auf, dem sich Kekeli stellen muss, was für mich ein Highlight des Romans war.
Es war sehr spannend, Kekelis Weg zu begleiten und ich freue mich, weiteres von der Autorin zu lesen!
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