Tabus einer Kleinstadtfamilie
Zwei Menschen, zwei Geschichten: Der Journalist Lukas berichtet aus dem Ausland von den vielen Protestwellen, die Europa erschüttern. Als er erfährt, dass es seiner Mutter nicht gut geht, kehrt Lukas in das Provinzstädtchen zurück, in dem er aufgewachsen ist.
Gleichzeitig begibt sich eine entwurzelte junge Frau auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Bei den Protestierenden findet sie vorübergehend Unterschlupf, aber auch dort gehört sie nicht wirklich dazu. Bald stößt sie auf Wahrheiten, die lange verborgen waren ...
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Zwischen Schweigen und Herkunft
Bewertung aus Dresden am 20.04.2026
Bewertungsnummer: 3114760
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Weil wir nichts wussten“ erzählt von zwei Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Lukas, der eigentlich als Journalist durch Europa reist, kehrt wegen seiner kranken Mutter in die Südtiroler Heimat zurück – ein Ort voller Erwartungen, Erinnerungen und unausgesprochener Wahrheiten. Parallel begleitet man eine junge Frau, die ohne feste Wurzeln aufgewachsen ist und nun versucht, ihre Herkunft zu verstehen. Beide Wege kreuzen sich langsam, während sich ein Geflecht aus Familiengeheimnissen, Tradition und Schweigen entrollt.
Was mich sofort abgeholt hat, war der Schreibstil: ruhig, atmosphärisch, präzise beobachtend. Horst Moser schafft es, mit wenigen Sätzen ganze Räume zu öffnen, Stimmungen einzufangen und Figuren so nah heranzuholen, dass man fast das Gefühl hat, neben ihnen zu stehen. Diese sprachliche Feinheit hat mir wirklich gefallen.
Inhaltlich bleibt die Geschichte bewusst unspektakulär, aber das empfinde ich hier als Stärke. Der Roman lebt nicht von großen Enthüllungen, sondern von den Zwischentönen: den Blicken, den Pausen, den kleinen Momenten, in denen Figuren sich öffnen oder wieder verschließen. Gerade diese leise Erzählweise hat mich am Ende mehr berührt, als ich erwartet hätte. Die Themen Herkunft, Identität und familiäre Prägung wirken lange nach.
Für mich ist „Weil wir nichts wussten“ ein sprachlich herausragender, feinfühliger Roman, der zeigt, wie kraftvoll Stille sein kann. Ein Buch, das man nicht wegen der Handlung liest, sondern wegen der Atmosphäre, der Figuren und der Art, wie es einen langsam hineinzieht.
Fünf Sterne – weil es mich genau dort abgeholt hat, wo Geschichten leise, aber nachhaltig wirken.
Ein schön geschriebener, nachdenklicher Roman, der vor allem durch seine Sprache und die feinen Zwischentöne überzeugt.
Zwei Menschen - zwei Geschichten
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 19.04.2026
Bewertungsnummer: 3113904
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Cover des Buches finde ich sehr ausdrucksstark und der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Die Haptik des Hardcover Buches finde ich sehr ansprechend.
Das Buch hat zwei Erzählstränge. Lukas, der Journalist, der von den Protestwellen in Europa berichtet aber nach der Nachricht, dass es seiner Mutter nicht gut geht nach Hause, in das kleine Provinzstädtchen zurückgekehrt. Und Lisa, die sich heimatlos und leer fühlt. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit entwickelt sich Etwas. Das Buch greift viele gewichtige Themen auf. Familie, Schuld, Vergangenheit und die Folgen des Schweigens. Die Handlung zeigt die bewussten Konsequenzen aus Verhaltensmustern.
Der Schreibstil war für mich sehr intensiv, das Buch hat mich gut gefallen. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
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