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Herscht 07769 Florian Herschts Bach-Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Sandra Hüller

Spieldauer

16 Stunden und 30 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

15.03.2027

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

16

Verlag

Buchfunk Verlag

Übersetzt von

Heike Flemming

Sprache

Deutsch

EAN

9783960970194

Beschreibung

Rezension

Lange ist mir ein Protagonist nicht mehr so ans Herz gewachsen wie Florian Herscht. Gemeinerweise kann man in diesem Buch nie aufhören zu lesen. Ich sage es nicht mal neidisch, sondern als Beschenkter: László Krasznahorkai hat den heutigen deutschen Roman geschrieben.

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Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Sandra Hüller

Spieldauer

16 Stunden und 30 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

15.03.2027

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

16

Verlag

Buchfunk Verlag

Übersetzt von

Heike Flemming

Sprache

Deutsch

EAN

9783960970194

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Bach reloaded

Bewertung am 17.03.2022

Bewertungsnummer: 1677523

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dass sich Krasznahorkai nach den literarischen Schauplätzen Japan, China, Mongolei, New York ausgerechnet Thüringen für sein neues Buch auswählt, ist eine Überraschung. Noch dazu mit einer akribisch genauen Beschreibung der Lebensumstände der Menschen in einem im Osten von Thüringen gelegenen Ort, als hätte der Autor jahrelang dort gelebt und die Lebensumstände dort am eigenen Leib erfahren. Sogar im umgangssprachlichen Jargon wird die Atmosphäre stimmig wiedergegeben, aber das ist vermutlich auch das Verdienst des Übersetzers. Die Realität ist so genau geschildert, dass man als Leser den Alltag förmlich miterlebt und am Leben teilnimmt, zumindest bis sich ein leises Frösteln beim Lesen einstellt, eine Ahnung, dass hier eine Realität aufgebaut und mit Leben erfüllt wird um sie dann um so brachialer zu zerstören und die darin verstrickten Lebenden gleich mit. Florian Herscht, die Hauptfigur des Romans, ist ein naiver jugendlicher Hüne, ein Findelkind, das ein Kleinunternehmer, genannt der BOSS, als Leihvater und billige Arbeitskraft für sein Fassadenreinigungsunternehmen aufnimmt, und ihn mit ein paar hundert Euro zusätzlich zu Hartz-4 mit dem Notwendigsten zum Leben versorgt. Der BOSS ist der Anführer einer Gruppe Rechtsradikaler die regelmäßige Treffen in der alten Burg veranstaltet. Sein Unternehmen ist, wie Florian erst zum Schluss erfährt, die Tarnung für Anschläge und Morde. Dass die beginnende Covit-Pandemie schon im Roman angedeutet wird, gehört zur Realität. Aber dass Wölfe am Stadtrand auftauchen und Menschen anfallen, dass ein Adler als Kampfgefährte dem bedrohten Florian zu Hilfe kommt und dass die ganze Geschichte in einem blutigen Showdown endet, erhebt die mitleidlos geschilderte Realität über das Parabelhafte, was man anfangs als Absicht des Autors vermuten könnte, und wird zur puren Literatur, ohne Empathie für die Menschen, ohne Be- oder Verurteilungen der Vorgänge, und mit einer Brillanz geschrieben wie man sie schon lange nicht mehr gelesen hat. Es passt zum Sarkasmus des Autors, dass der BOSS ein großer Verehrer von Johann Sebastian Bach ist, des größten Sohnes Thüringens, und mit Ergriffenheit die Kantaten und die Brandenburgischen Konzerte anhört. Bach zieht sich durch die ganze Geschichte und wird zur Begleitmusik im blutigen Finale. Ach ja, das Buch besteht nur aus einem Satz, wie allseits der Stil des Autors beschrieben wird. Stimmt. Ist aber unwichtig. Man muss nicht nach jedem Satz Luft holen, sondern der Autor versteht es, uns ohne Satztrennung sozusagen atemlos durch die Geschichte zu führen, oder besser: zu drängen. Denn ein Ereignis folgt dem zweiten und das dritte wird gleichzeitig als Nebensächlichkeit angedeutet bis es sich als die noch größere Katastrophe herausstellt. PS: Eine parallele Figur zu diesem Florian, dem reinen Tor, gab es schon in einem frühen Buch des Autors, *Melancholie des Widerstands*, in dem ein ähnlicher gesellschaftlicher Zerfall in einem Dorf in der ungarischen Tiefebene geschildet wird wie jetzt in Thüringen. Auch dort geriet der junge Mann, Valuska genannt, der es allen recht machen will, in den Strudel des allgemeinen Niedergangs.

Bach reloaded

Bewertung am 17.03.2022
Bewertungsnummer: 1677523
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dass sich Krasznahorkai nach den literarischen Schauplätzen Japan, China, Mongolei, New York ausgerechnet Thüringen für sein neues Buch auswählt, ist eine Überraschung. Noch dazu mit einer akribisch genauen Beschreibung der Lebensumstände der Menschen in einem im Osten von Thüringen gelegenen Ort, als hätte der Autor jahrelang dort gelebt und die Lebensumstände dort am eigenen Leib erfahren. Sogar im umgangssprachlichen Jargon wird die Atmosphäre stimmig wiedergegeben, aber das ist vermutlich auch das Verdienst des Übersetzers. Die Realität ist so genau geschildert, dass man als Leser den Alltag förmlich miterlebt und am Leben teilnimmt, zumindest bis sich ein leises Frösteln beim Lesen einstellt, eine Ahnung, dass hier eine Realität aufgebaut und mit Leben erfüllt wird um sie dann um so brachialer zu zerstören und die darin verstrickten Lebenden gleich mit. Florian Herscht, die Hauptfigur des Romans, ist ein naiver jugendlicher Hüne, ein Findelkind, das ein Kleinunternehmer, genannt der BOSS, als Leihvater und billige Arbeitskraft für sein Fassadenreinigungsunternehmen aufnimmt, und ihn mit ein paar hundert Euro zusätzlich zu Hartz-4 mit dem Notwendigsten zum Leben versorgt. Der BOSS ist der Anführer einer Gruppe Rechtsradikaler die regelmäßige Treffen in der alten Burg veranstaltet. Sein Unternehmen ist, wie Florian erst zum Schluss erfährt, die Tarnung für Anschläge und Morde. Dass die beginnende Covit-Pandemie schon im Roman angedeutet wird, gehört zur Realität. Aber dass Wölfe am Stadtrand auftauchen und Menschen anfallen, dass ein Adler als Kampfgefährte dem bedrohten Florian zu Hilfe kommt und dass die ganze Geschichte in einem blutigen Showdown endet, erhebt die mitleidlos geschilderte Realität über das Parabelhafte, was man anfangs als Absicht des Autors vermuten könnte, und wird zur puren Literatur, ohne Empathie für die Menschen, ohne Be- oder Verurteilungen der Vorgänge, und mit einer Brillanz geschrieben wie man sie schon lange nicht mehr gelesen hat. Es passt zum Sarkasmus des Autors, dass der BOSS ein großer Verehrer von Johann Sebastian Bach ist, des größten Sohnes Thüringens, und mit Ergriffenheit die Kantaten und die Brandenburgischen Konzerte anhört. Bach zieht sich durch die ganze Geschichte und wird zur Begleitmusik im blutigen Finale. Ach ja, das Buch besteht nur aus einem Satz, wie allseits der Stil des Autors beschrieben wird. Stimmt. Ist aber unwichtig. Man muss nicht nach jedem Satz Luft holen, sondern der Autor versteht es, uns ohne Satztrennung sozusagen atemlos durch die Geschichte zu führen, oder besser: zu drängen. Denn ein Ereignis folgt dem zweiten und das dritte wird gleichzeitig als Nebensächlichkeit angedeutet bis es sich als die noch größere Katastrophe herausstellt. PS: Eine parallele Figur zu diesem Florian, dem reinen Tor, gab es schon in einem frühen Buch des Autors, *Melancholie des Widerstands*, in dem ein ähnlicher gesellschaftlicher Zerfall in einem Dorf in der ungarischen Tiefebene geschildet wird wie jetzt in Thüringen. Auch dort geriet der junge Mann, Valuska genannt, der es allen recht machen will, in den Strudel des allgemeinen Niedergangs.

Ohne Punkt und Komma * Nein,…

Juti aus HD am 11.12.2025

Bewertungsnummer: 2974962

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ohne Punkt und Komma * Nein, das stimmt nicht, es gibt Kommas, aber nur auf Seite 409 eine einzigen Punkt. Zwischendurch gibt es Überschriften, die als Regenbogenbänder bezeichnet werden. Abschnitte sind sonst genauso Fehlanzeige. * Nein, liebes Nobelpreiskomitee, das war wieder Mal ein Fehlgriff, wie bei der Polin mit den Jakobsbüchern. Ich habe mich nur darauf eingelassen, weil es meine Urlaubslektüre meiner Adventsreise war und ich immer wieder in den „Redeschwall“ – wie es Andreas Isenschmidt in der Kulturzeit nannte – interessantes fand, doch habe ich diese Anekdoten längst vergessen. Im Zug lässt sich ohnehin nicht gut lesen. * So schaffte ich es ohne viel Freude bis Seite 232, doch nach Urlaubsende ist es endlich an der Zeit sinnvolleres zu lesen. 1 Stern

Ohne Punkt und Komma * Nein,…

Juti aus HD am 11.12.2025
Bewertungsnummer: 2974962
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ohne Punkt und Komma * Nein, das stimmt nicht, es gibt Kommas, aber nur auf Seite 409 eine einzigen Punkt. Zwischendurch gibt es Überschriften, die als Regenbogenbänder bezeichnet werden. Abschnitte sind sonst genauso Fehlanzeige. * Nein, liebes Nobelpreiskomitee, das war wieder Mal ein Fehlgriff, wie bei der Polin mit den Jakobsbüchern. Ich habe mich nur darauf eingelassen, weil es meine Urlaubslektüre meiner Adventsreise war und ich immer wieder in den „Redeschwall“ – wie es Andreas Isenschmidt in der Kulturzeit nannte – interessantes fand, doch habe ich diese Anekdoten längst vergessen. Im Zug lässt sich ohnehin nicht gut lesen. * So schaffte ich es ohne viel Freude bis Seite 232, doch nach Urlaubsende ist es endlich an der Zeit sinnvolleres zu lesen. 1 Stern

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Herscht 07769

von László Krasznahorkai

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Ralf Rother

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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4/5

Ein Satz ohne Apokalypse

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf Laszlo Krasznahorkais Buch "Herscht 07769" bin ich über die vielen Besprechungen seines Buches in den Zeitungen, Radio- und Fernsehanstalten gestoßen. Die Rezensionen waren durchweg positiv. Besonders interessierte mich die literarische Umsetzung eines Romans, der in einen Satz geschrieben ist. Sofern die Sache mit dem einen Satz nicht nur eine belanglose Spielerei ist, bezieht sich Laszlo Krasznahorkai womöglich auf den Gedanken, dass erst "der Satz" eine Idee, eine Handlung bzw. einen Gegenstand zu einer sprachlichen Einheit fügt und sie somit in deren Wesenheit darstellt: vgl. hierzu Aristoteles bis Theunissen. Damit wäre der Satz nicht nur eine bloße Aneinanderreihung von einzelnen und losen Wörtern oder Nebensätzen, auch wenn eine in die Länge gezogene Parataxe als rhetorischer Kunstgriff immer noch einen Satz bzw. einen Roman bilden kann. Ein Satz (auch mit all seinen vielen Nebensätzen) spricht bzw. strukturiert sich also stets als ein Hauptsatz mit untergeordneten Unter- und Nebensätzen: als Hypertaxe und Apostasie. Was kann es aber nun bedeuten, wenn sich Laszlo Krasznahorkais Roman in einem Satz auf über 400 Seiten hinzieht? Sofern dieser Satz der kleinste kommunikative Sprachakt ist, um "Herscht 07769" zu kommunizieren - in einem Universum von Post-DDR-Milieu samt Rechtsradikalismus, apokalyptischer Vision und Bach-Musik -, so stellt sich die Frage, was sich in diesem Satz nun sagt. Vielleicht dies, dass dieser Satz zerfällt. Florian Herscht, anfangs von Hoffnung getragen, er könne die Kanzlerin und Physikerin vor der Apokalypse warnen, stirbt in einem Land gnadenloser Nacht. Zwar stirbt er nicht allein, aber es ist auch nicht die Apokalypse, zu der es in dieser Nacht kommt.
  • Ralf Rother
  • Buchhändler/-in

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4/5

Ein Satz ohne Apokalypse

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf Laszlo Krasznahorkais Buch "Herscht 07769" bin ich über die vielen Besprechungen seines Buches in den Zeitungen, Radio- und Fernsehanstalten gestoßen. Die Rezensionen waren durchweg positiv. Besonders interessierte mich die literarische Umsetzung eines Romans, der in einen Satz geschrieben ist. Sofern die Sache mit dem einen Satz nicht nur eine belanglose Spielerei ist, bezieht sich Laszlo Krasznahorkai womöglich auf den Gedanken, dass erst "der Satz" eine Idee, eine Handlung bzw. einen Gegenstand zu einer sprachlichen Einheit fügt und sie somit in deren Wesenheit darstellt: vgl. hierzu Aristoteles bis Theunissen. Damit wäre der Satz nicht nur eine bloße Aneinanderreihung von einzelnen und losen Wörtern oder Nebensätzen, auch wenn eine in die Länge gezogene Parataxe als rhetorischer Kunstgriff immer noch einen Satz bzw. einen Roman bilden kann. Ein Satz (auch mit all seinen vielen Nebensätzen) spricht bzw. strukturiert sich also stets als ein Hauptsatz mit untergeordneten Unter- und Nebensätzen: als Hypertaxe und Apostasie. Was kann es aber nun bedeuten, wenn sich Laszlo Krasznahorkais Roman in einem Satz auf über 400 Seiten hinzieht? Sofern dieser Satz der kleinste kommunikative Sprachakt ist, um "Herscht 07769" zu kommunizieren - in einem Universum von Post-DDR-Milieu samt Rechtsradikalismus, apokalyptischer Vision und Bach-Musik -, so stellt sich die Frage, was sich in diesem Satz nun sagt. Vielleicht dies, dass dieser Satz zerfällt. Florian Herscht, anfangs von Hoffnung getragen, er könne die Kanzlerin und Physikerin vor der Apokalypse warnen, stirbt in einem Land gnadenloser Nacht. Zwar stirbt er nicht allein, aber es ist auch nicht die Apokalypse, zu der es in dieser Nacht kommt.

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Herscht 07769

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