Das erfundene Paradies - eine verhängnisvolle Reise ohne Wiederkehr
1820: Zwei Schiffe voller hoffnungsfroher Siedler stechen in See. Ihr Ziel: Poyais - ein neu gegründeter Staat in Südamerika, der europäischen Auswanderern Reichtum und Freiheit verspricht. Doch das angebliche Paradies ist eine Lüge. Poyais existiert nicht. Es ist die skrupellose Erfindung des Hochstaplers Gregor MacGregor, der mit glänzenden Versprechen Tausende in die Irre führt. Auch Kaufmannstochter Julie will mit ihrem Geliebten fliehen - und strandet in einer Katastrophe. In der unerbittlichen Hitze der Karibik kämpft sie gegen Hunger, Krankheit und Verzweiflung. Und steht bald vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Kann sie sich - und andere - retten?
Nach einer wahren Begebenheit erzählt Uli Aechtner in diesem packenden historischen Roman erstmals vom legendären Poyais-Betrug. Eine Geschichte über Verführung, Täuschung und den Kampf ums Überleben, die Leser*innen historischer Romane in ihren Bann ziehen wird.
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Eine klare Leseempfehlung!
Bellis-Perennis aus Wien am 01.04.2026
Bewertungsnummer: 3096231
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Dieser historische Roman erzählt am Beispiel von Julie, der Kaufmannstochter aus Frankfurt am Main, und Carl, dem Gärtner ihres Vaters, eine Geschichte voller Hoffnungen und Erwartungen auf ein gemeinsames Leben ohne Standesunterschiede in einem fernen Land, nämlich Poyais. Dort sollen die neuen Siedler nicht nur willkommen sein, sondern auch Land und Haus erhalten. Es soll eine Stadt geben und ein Theater soll für Amüsement und Kultur sorgen.
Der geneigte Leser wird es ahnen, dass die Versprechen und die Realität ziemlich auseinanderklaffen. Nach wochenlanger Überfahrt erreicht man das Ziel. Doch nicht ganz - die versprochene Stadt liegt landeinwärts, angeblich. Ein paar verwegene Männer machen sich auf, die Stadt zu suchen. Die anderen Auswanderer bleiben am Strand. Nichts ist, wie versprochen, die Stadt ein Trümmerhaufen.
Verzweiflung und Wut machen sich ebenso breit, wie Krankheit und Tod. Die meisten Auswanderer haben in ihrer Heimat alles verkauft und nur eine einfache Überfahrt bezahlt. Werden sie jemals wieder nach Europa zurückkehren können?
Hier, in Poyais, dem Land, das den Verheißungen so gar nicht entspricht, entpuppt sich die aufmüpfige Kaufmannstochter als Fels in der Brandung. Sie hilft, organisiert und findet zu ihrer wahren Berufung.
Meine Meinung:
Uli Aechtner, Autorin und Fernsehmoderatorin, hat mit diesem historischen Roman, dem wahre Begebenheiten zu Grunde liegen, eine spannende Geschichte von Fake News geschrieben.
Und weil es im Leben keine Zufälle gibt, habe ich nach der Lektüre dieses historischen Romans, ein weiteres Beispiel falscher Versprechen entdeckt. Ich war letzte Woche in Darmstadt und habe bei einem Besuch des Hessischen Staatsarchivs eine Führung zum Thema „Seit wann werden Fake News verbreitet?“ eine ähnliche Geschichte gehört. Hier geht es um Ansiedlungen in Brasilien. Ab 1822 beauftragte Pedro I., Kaiser von Brasilien, den deutschen Major Der. Georg Schäffer (1779-1836), auswanderungswillige Bewohner diverser deutscher Fürstentümer, nach Brasilien zu holen, um das Land zu besiedeln. Grundsätzlich ja keine schlechte Idee. Doch was macht Schäffer? Er gründet ein Auswandererbüro in Hamburg, verkauft selbst entworfene Anteilscheine über Landbesitz in Brasilien, die keine Entsprechung in der Wirklichkeit haben und das Papier nicht wert sind, auf die sie gedruckt sind. Tausende Einwanderer werden getäuscht und von den versprochenen Grundstücken, Häusern sowie sonstigen Privilegien ist nichts zu sehen. Zudem werden unverheiratete Männer, die dem Militärdienst in der deutschen Heimat entgehen wollten, sofort in Pedros Armee eingezogen. Sie kommen also vom Regen in die Traufe. Zahlreiche Briefe von Auswanderern sind erhalten geblieben und im Staatsarchiv aufbewahrt.
Doch zurück zu diesem Buch. Uli Aechtner erzählt eine interessante Geschichte, in der Julie die eigentliche Hauptrolle spielt. Sie ist es, die nicht aufgibt, die Qualitäten in sich entdeckt und die ihren Mann steht, während sich zahlreiche Männer dem Suff ergeben oder einfach aufgeben. Die Charaktere sind penibel herausgearbeitet.
Das Buch liest sich leicht und dennoch spannend. Die Lehre daraus? Glaube keinem Politiker oder seinen Bevollmächtigten. Manches, was paradiesische Zustände verspricht, ist nichts als trüber Schein.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Das Paradies, das keiner fand
Shilo aus Ulm am 20.03.2026
Bewertungsnummer: 3083181
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Die Geschichte beginnt ruhig. Menschen machen sich auf den Weg in ein fernes Land, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Zwei Schiffe brechen auf, voller Hoffnung und Erwartungen.
Julie gehört zu ihnen. Sie will zusammen mit ihrem Geliebten neu anfangen. Am Anfang wirkt alles noch stimmig. Doch nach und nach wird klar, dass etwas nicht stimmt. Das versprochene Land ist nicht das, was man ihnen erzählt hat.
Im Mittelpunkt steht Julie. Sie wirkt ruhig und überlegt. Ihre Entscheidungen sind gut nachvollziehbar. Als sich die Lage zuspitzt, zeigt sich ihre Stärke.
Vor Ort wird die Situation immer schwieriger. Es fehlt an vielem. Die Hitze, Krankheiten und die Unsicherheit bestimmen den Alltag. Die Hoffnung schwindet. Einige halten trotzdem daran fest, andere verlieren sie.
Dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht, macht vieles noch bedrückender. Man merkt, wie schnell Menschen auf Versprechen hereinfallen können, wenn sie sich ein anderes Leben wünschen.
Der Roman bleibt nah an den Figuren. Es geht vor allem darum, wie sie mit allem umgehen und was sie aushalten müssen.
Am Ende wirkt die Geschichte noch lange nach.
5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige historische Romane mögen, die nah an den Menschen bleiben.
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