'David Vajda hat die Gabe, Charaktere auf den Punkt zu bringen. Und zwar den Punkt in der Mitte der Zielscheibe.' (Philipp Tingler) - Ein sprachlich funkelndes, zärtlich-ernstes Debüt.
Er nennt sie Mäak - Kater - oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante - nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen. Ein außergewöhnlicher erster Roman: amüsant, zärtlich, ernst.
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Absurdität und Komik ist die Antwort auf die Trauer
Bewertung am 13.04.2026
Bewertungsnummer: 3107581
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Seine Kinder nennt er Diamanten, Kater oder Trottel, je nachdem. Der Mann, der mit 19 aus Serbien nach Wien übersiedelte, weil die Filme seines Vaters unter Tito keinen Platz hatten, liebt seine Kinder, spendiert ihnen zwischen Belgrad, München, Wien, der Provence und Griechenland jede Menge Lammkeule und Wein im Überfluss. Doch was kann ein Loch stopfen, das der Tod der Mutter aufgerissen hat?
Die vier erwachsenen Kinder suchen jedes für sich einen Weg, um mit dem himmelschreienden Schmerz umzugehen, sind eng verbunden und suchen doch zu dem Vater immer wieder die Distanz, der den Unterschied zwischen Sorge und Fürsorge nicht erkennt.
Es fällt mir schwer, David Vajdas Debüt als Roman zu bezeichnen, denn dieses Buch ist so filmisch, dass die Figuren niemals nur aus Wörtern bestehen können. Das ist ganz große Kunst.
Die Familie ist über die Welt verteilt und bewegt sich zwischen künstlerischer Bohème und bürgerlichen Werten. Der Ich-Erzähler Dido beobachtet, fühlt, setzt sich auseinander, steckt mitten im Gefüge aus Geschwistern, exzentrischer Tante, schuldüberfrachtetem Onkel, seiner neuen faszinierenden Frau und der Vergangenheit, die immer auch jüdisch, immer auch rastlos ist.
Die Erinnerungen an die letzten Jahre, Monate, Wochen mit der Mutter erfolgt in Rückblenden, glasklar schwebt der Verlust über einer Familie, die hilflos vor der Lücke steht und doch nicht trauern kann.
Leise entwickeln sich die Figuren. In leinwandfüllenden, kraftvollen Szenen zeichnet David Vajda urkomische Dialoge, die Freude am Absurden, bestechende Nebendarsteller*innen und zerrüttende Traurigkeit. Die Liebe zu seinen Charakteren mit all ihren Widersprüchen, Höhen, Tiefen und Verkettungen macht dieses Debüt zu einem Meisterstück.
Selten kommt ein Debüt mit einem so klaren Stil daher, es würde mich wundern, wenn er sich damit nicht in der Literaturlandschaft fest verankert.
Wir alle kennen den Lehrsatz „Show don’t tell“, und dieser Stoff ist der Inbegriff des szenischen Erzählens.
Ich bin gespannt, was von diesem Autor noch kommt, aber erstmal funkeln in diesem Frühling die Diamanten.
Tragikomisch
begine aus Lemwerder am 21.02.2026
Bewertungsnummer: 3053073
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Diamanten, ist das Debüt von David Vajda.
Es ist eine interessante Geschichte über den Vater und die Geschwister. Das hat er eigentlich ganz gut gemacht, aber manchmal kommt es mir wie eine Aufzählung vor.
Der Vater des Erzählers ist schon ziemlich krass, er ist aber auch liebevoll. Seine Eskapaden sind schon etwas drastisch.
Als die Mutter stirbt macht es alle fertig.
Die Geschwister sind gut dargestellt.
Witzig war die Ausstellung Daras mit angemalten Katzen.
Der Autor hat alle Personen mit eigenwilligen Charakteren versehen.
Der Roman liest sich gut und ist unterhaltend.
Meinung aus der Buchhandlung
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Beim Lesen von "Diamanten" merke ich, dass David Vajda auch (oder vor allem bis zuletzt) als Filmemacher und Regisseur tätig ist. Seine Prosa liest sich für mich als schaute ich ein Heimvideo; teils "verwackelte" Szenen und sehr nah an den Figuren, was mitunter durch die Ich-Perspektive unterstrichen wird.
Insgesamt empfand ich die Lektüre als dicht, den Stil als angenehm literarisch und die Geschichte als bewegend und interessant.
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