Das Luxusleben von Society-Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas endet abrupt, als Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären Finanzskandals ins Gefängnis wandert und seine Konten eingefroren werden. Mit 27 Euro Restvermögen fliehen die drei nach Nordfriesland, ins idyllische Deerhusen. Dort kommen sie in der Pension von Isabells bodenständiger Schwester Stine unter. Nun heißt es, Instantkaffee trinken, Fahrrad fahren und selbst mit anpacken. Zeit also, sich neu zu erfinden. Aber wie soll das gehen - ohne Personal und Geld?
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Mimi Nimmerland
5/5
09.09.2026
eBook (ePUB)
From Hero to Zero, Neuanfang zum Schmunzeln und Kopfschütteln mit Schafen, Nordsee und alten Konflikten
From Hero to Zero, Neuanfang zum Schmunzeln und Kopfschütteln mit Schafen, Nordsee und alten Konflikten
Unbezahlte Werbung
Rezensionsexemplar von @netgalley.de
Dieses Buch war für mich das richtige Buch zur richtigen Zeit. Es war kurz, knackig und hatten den wunderbar norddeutschen Humor. Ohne den Klappentext gelesen zu haben, hat das Cover mich schon überzeugt das Buch lesen zu wollen. Ich mochte den künstlerischen Stil und in Zusammenhang mit dem Klappentext finde ich es eine unglaublich schöne Umsetzung des Inhalts. Ohne den Titel und die Details des Verlags könnte ich es mir auch als Kunstdruck vorstellen.
Zum Inhalt
Isabel und ihre Familie leben im Luxus und sind Teil der Münchener High Society. Was kaum einer weiß ist jedoch, dass die Wurzeln der Familie in einem kleinen Ort an der Nordsee liegen. Auch woher das Geld kommt, ist Isabel und ihren Kindern erstmal gleichgültig. Bis eines Morgens das SEK vor ihrer Tür steht und ihren Mann wegen diverser Anschuldigungen verhaftet. Neben ihrem Mann werden auch alle relevanten Unterlagen mitgenommen. Alle bis auf eine Besitzurkunde für die Hälfte eines Häuschens in Deerhusen. Mit ihrem letzten Geld machen sich Isabel und ihre Kinder auf nach Deerhusen ohne zu ahnen, was diese Reise für sie bedeuten wird.
Die ersten Kapitel des Buches lassen bereits vermuten, dass die Geschichte aus mehr als einer Perspektive erzählt wird. Ich hatte zunächst angenommen, dass die ungleichen Schwestern Isabel und Stine die Geschichte erzählen werden. Umso überraschter war ich als auch die Kinder von Isabel, Lucas und Clara, als Erzählperspektiven eingeführt worden sind. Tatsächlich hatte ich zunächst bedenken, ob dies nicht zu viel oder zu wirr sein könnte, aber es hat sich ganz wunderbar in den Fluss der Geschichte eingefügt und der Perspektivwechsel passte immer auch zum Erzählabschnitt.
Durch die vier Erzählperspektiven gab es nicht nur unterschiedliche Einblicke und Blickwinkel auf das Geschehen, sondern auch die Möglichkeit die Charaktere auf eine ganz andere Art kennenzulernen und ihre Entwicklung zu verfolgen. Zudem wurde deutlich, dass auch jeder der vier eigene Ziele und Träume hatte. Dies fand ich äußerst spannend, da gerade zu Beginn bei mir der Eindruck erweckt worden war, dass es sich um sehr stereotypische Charaktere handeln soll. Glücklicherweise wurde dies im Verlauf der Handlung aufgelöst, da ich dies zeitweise als anstrengend empfunden habe. Dabei muss ich betonen, dass dieses Gefühl nicht nur durch Isabel und ihre Kinder ausgelöst wurde, sondern auch durch Stine.
Insbesondere der Konflikt der Schwestern konnte durch diese Erzählweise von beiden Seiten gut aufgearbeitet werden, da es einen Einblick in die Eigenheiten einer jeden Frau gab.
Mit dem Wechsel der Erzählperspektive wurde auch immer angegeben zu welchem Zeitpunkt das Erzählte passiert. Hier variierte der Abstand von wenigen Stunden, zu Tagen und sogar zu Wochen. Je weiter die Erzählung fortgeschritten war, desto größer wurden die Abstände. Mich hat dies nicht gestört bzw. fand ich es von Anfang an passend.
Dadurch wurde auch deutlich, dass sich die Charaktere nicht von heute auf morgen verändern, sondern diese Veränderungen und insbesondere die Eingeständnisse, die dafür erforderlich gewesen sind, Zeit benötigt haben. Den ein oder anderen Charakter hätte ich zwar gern einmal geschüttelt, damit sie schneller zur Erkenntnis kommen, aber es hat gepasst.
Der Schreibstil passte für mich absolut zum Setting. Mit dem trocknen norddeutschen Humor und der Sicht auf die Welt musste ich als Nordlicht das ein oder andere Mal Schmunzeln. Ein bisschen hat mich die Geschichte an "Willkommen bei den Scht'is" erinnert, sowohl in Sachen Humor als auch von der Erzählweise.
Für mich war es das richtige Buch im richtigen Moment. Die Handlung ist angenehm dahingeplätschert, war nicht zu fordernd, aber auch nicht zu leicht. Durch den Wechsel der Erzählperspektive war ich immer neugierig wie es weitergeht und hinter welcher Fassade sich welche Gedanken und Abgründe verbergen könnten. Was mir auch sehr zugesagt hat, ist, dass es sich um eine absolut spicefreie Erzählung handelt. Mir kam es vor wie ein ZDF-Sonntagabend-Film. Ich freue mich auf den nächsten Band.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der ...
... Lust auf eine Komödie hat,
... gern hinter die Fassade der einzelnen Charaktere schaut,
... einen Neuanfang begleiten möchte,
... was schönes für Zwischendurch sucht,
... ein Herz für Schafe hat und
... die Nordsee mit ihren Klischees liebt.
Fazit 5/ 5
Gefühl 2/ 5
Humor 3/ 5
Spannung 2/ 5
Spice keiner
#willkommenindeerhusen #scheiternmitseeblick #bentevandermeer #nordsee #schafe #fromherotozero #neuanfang #rezensionsexemplar #netgalleyde
M.F.
5/5
19.04.2026
eBook (ePUB)
Welcome to RealLife
Eine sehr unterhaltsame Geschichte über eine Familie der die Sonne bisher aus dem Po schien. Das ändert sich jäh, als morgens die Steuerfahndung mit grossem Polizeiaufgebot die Familienresidenz stürmt und den Familienvater abführt. Isabell verlässt München mit ihren beiden erwachsenen Kindern und 27 Euro Barvermögen, einem Berg Koffern und sie begeben sich auf eine aufreibende Reise mit den Öffis nach Nordfriesland, genauer Deerhusen, Isabells Heimatdorf am Meer. Dort wird sie wieder zu Tomke, ihrem tatsächlichen Namen, den sie ablegte, um in der Münchner Schickeria und vor allem an der Seite ihres narzisstischen Gatten zu existieren. In Deerhusen teilen sich die 3 Tomkes Elternhaus mit Stine, ihrer Schwester, die im Dorf zurückblieb und versucht, sich mit einer Gästepension über Wasser zu halten. Die Realität erreicht die verwöhnten Münchner sehr schnell. Kein Personal, kein Geld, keine privaten Yogalessons. Tomke besinnt sich auf ihre frühere Fähigkeit als Konditorin und fasst so Fuss in der kleinen Gemeinde. Clara, die Tochter, betätigt sich mit Freude als Eventmanagerin für Kindergeburtstage in der Pension und Lucas, der Sohn, fungiert als Facility Manager, in Deerhusen eben als guter Geist, der im Blaumann alle anfallenden Arbeiten in Haus und Garten übernimmt. Angekommen in ihrem neuen Leben macht der lose Kontakt zum inhaftierten Ehemann und Vater wenig Freude, ist dieser doch immer noch der oberflächliche Unsympath.
Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten und ich habe mich amüsiert über die Scheinwelt zwischen Schickeria und Instagram. Das Autorinnen-Duo, hier Bente van der Meer, hat den Kontrast zu dem einfachen Leben, das mit viel Herzblut in Deerhusen stattfindet, treffend eingefangen. Ebenso die positive Verwandlung und das Ankommen im einfachen Leben, dem Alltag von so vielen Menschen in Deutschland, die auf Arbeit angewiesen sind, um ihr Überleben zu sichern.
Von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die sich gut unterhalten möchten und dennoch eine Geschichte mit Tiefgang mögen. 5 Sterne. Übrigens auch für das überragende Cover!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
12.04.2026
eBook (ePUB)
Was im Leben wirklich zählt
ady Isabell Duval und ihre erwachsenen Kinder Lukas und Clara werden über Nacht aus ihrem glamourösen Münchner High Society -Leben gerissen. Ehemann verhaftet, Vermögen weg, Freunde weg und dazu eine sensationsgierige Journalistenmeute. Da bleibt nur die Flucht, aber wohin ohne Geld ? Nur gut, dass Isabell eine Schwester im nordfriesischen Deerhusen hat. Schwester Stine ist wenig begeistert über das plötzliche Auftauchen der Verwandtschaft , die gerade einen Kulturschock verarbeiten - kein Champagner und kein Personal. Nun müssen sich alle gezwungenermaßen neu erfinden.
Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht. Die Autorin spielt gekonnt mit Klischees auf beiden Seiten . Gerade zu Beginn fand ich die Situation für Isabell und ihre Kinder zu komisch. Ich stelle es mir beängstigend vor, plötzlich völlig mittel- und obdachlos zu sein, trotzdem konnte ich über das Fehlen jedweden Realitätssinns und der damit verbundenen Überforderung der Familie herzlich lachen. Schon das Lösen einer Bahnfahrkarte ist eine kaum lösbare Aufgabe.
Schwester Stine ist aus Deerhusen nie weggekommen und führt eine kleine Pension mehr schlecht als recht. Veränderungen sind ihr ein Gräuel und so ist die Ankunft der Schwester kein Grund zur Freude. Zumal zwei völlig verschiedene Lebensentwürfe aufeinander treffen. Stine war mir auf jeden Fall näher als Isabell und ich konnte ihre Sichtweise oft verstehen. Die verschiedenen Erwartungshaltungen bieten reichlich Gelegenheit zu humorvollen Szenen. Trotzdem müssen alle irgendwie miteinander zurecht kommen. Beinahe unmerklich spielt sich das Zusammenleben ein und mir hat gut gefallen, wie beide Seiten auch das Gute im anderen entdecken und zu einer Familie zusammen wachsen.
Was ich ebenfalls gelungen fand, war die Erzählweise. Jede der vier Personen kommt abwechseln zu Wort und ich konnte sie dadurch gut kennenlernen. Clara sucht ihr Heil und Fluchtmöglichkeit in der Bekanntschaft mit einem reichen Mann, was sich dann anders entwickelt als erwartet. Lukas, der als Anwalt gearbeitet hat, entdeckt sein handwerkliches Geschick und hat mich mit seiner Haltung am meisten beeindruckt. Neben ihm hat auch das Schaf Anneliese mein Herz erobert. Ohne sie wäre die Geschichte nur halb so stimmungsvoll.
leseHuhn
Thalia Book Circle Community
5/5
06.04.2026
eBook (ePUB)
~ unterhaltsamer Roman, der zum Nachdenken anregt
Willkommen in Deerhusen.Scheitern mit Seeblick, von Bente van der Meer, erschienen am 30. März 2026 im Lübbe Verlag
Taschenbuch 304 Seiten
Klappentext
- siehe Buchbeschreibung
Meine Meinung und Fazit
Als Erstes sieht man das Cover. Und das ist einfach ein toller Blickfang. Und der Klappentext weckt einfach nur die Neugier. Der Name der Autorin verbirgt zwei erfolgreiche Schriftstellerinnen, und das Schöne ist, dass man es der Geschichte nicht anmerkt. Doch widmen wir uns der Geschichte. In den frühen Morgenstunden wird irgendwo im Villenviertel von München eine Villa von der Steuerfahndung gestürmt. Sie nehmen sämtliche Unterlagen mit und den Hausherrn dazu. Plötzlich steht die Ehefrau mit ihren erwachsenen Kindern vor einem Scherbenhaufen. Ihre Freundinnen gewähren ihr keinen Unterschlupf. Ihr Sohn Lucas erinnert sich an ein Haus im hohen Norden, das zur Hälfte seiner Mutter gehört. Die drei machen sich mit Bus und Bahn und sehr viel Gepäck und etwas Bargeld auf den Weg nach Deerhusen.
Der Roman ist humorvoll, aber er bringt einen beim Lesen zum Nachdenken. Was im Leben wirklich zählt, ist nicht das Geld – das steht fest.
Isabell, die eigentlich Tomke heißt und Deerhusen mit ihrer großen Liebe vor über dreißig Jahren verlassen hat, findet in ihrer alten Heimat das, was sie irgendwo in München verloren hat. Freunde und eine Schwester.
Clara, die Tochter. Influencerin … hat für mich die größte Entwicklung vollzogen. Am Anfang habe ich sehr mit Clara gehadert, doch am Ende hat sie mich begeistert. Sie ist erwachsen geworden.
Stine ist die Bodenständige und die Verlassene. Verlassen von ihrer Schwester und ihrer großen Liebe. Stine muss man einfach mögen. Ihr Herz sitzt am rechten Fleck.
Und dann ist da noch Lucas, der Sohn. Der Sohn, der die Geschichte ins Rollen gebracht hat. Der Sohn, der nicht mit dem Betrug des Vaters leben wollte. Und am Ende findet auch Lucas in Deerhusen ein neues Zuhause und sein berufliches Glück.
Isabells Mann bleibt seiner Linie treu, auch im Gefängnis zeigt er keine Reue.
Die Autorinnen führen ihre Leserschaft humorvoll durch die Story. Mit einer Leichtigkeit präsentieren sie hier ernsthafte Themen, die zum Nachdenken anregen. Hier geht es um Glaubwürdigkeit, Verzeihen, Nähe zulassen, Mut und einen Neuanfang wagen. Hier kommt der Spruch zum Tragen: In jedem Ende wohnt ein Anfang inne. (von H. Hesse - Stufen) Von mir gibt es 5 mutige Hühnchen und eine klare Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
31.03.2026
eBook (ePUB)
Lustiger Kulturschock mit einigem Selbsterkenntnispotential
... als die Münchner Schickeria-Familie Duval (Mutter Isabell bzw. eigentlich Tomke, Social-Media-Tochter Clara und Sohn Lucas, immerhin Anwalt) notgedrungen zur nordfriesischen Dorffamilie ohne Geld wird, da der großkotzige Vater des monumentalen Finanz- und Steuerbetrugs überführt wird.
Hier trifft Arroganz auf Realität, Luxus auf das Lebensnotwendige, Großstadtleben auf Dorfleben.
Nach gewisser Zeit fangen die drei tatsächlich an umzudenken, jeder auf seine Weise und jeder in einem anderen Tempo.
Die Autorinnen haben es mehrfach geschafft mich mit ihren Wendungen zu überraschen und haben sowohl Kitsch als auch irgendwelche Standardtropen vermieden. Das ist einfach eine tolle Geschichte, die mit Sicherheit keine KI schreiben könnte.
FAZIT: Der Roman ist wirklich unterhaltsam und sogar manchmal berührend, da alles so erheiternd aber auch menschlich beschrieben wird und führt (Überraschung) sogar zu einem positiven Ende, wodurch ich es noch mehr genießen konnte.
Da das anscheinend eine Serie werden soll, freue ich mich auf die Fortsetzung, denn es gibt mit Sicherheit noch Interessantes aus Deerhusen zu erzählen.
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