Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
Roman. SCHITT'S CREEK meets Nordseeküste. Ein Feelgood-Roman mit Witz und Herz über Familie, Zugehörigkeit und Neuanfänge
Das Luxusleben von Society-Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas endet abrupt, als Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären Finanzskandals ins Gefängnis wandert und seine Konten eingefroren werden. Mit 27 Euro Restvermögen fliehen die drei nach Nordfriesland, ins idyllische Deerhusen. Dort kommen sie in der Pension von Isabells bodenständiger Schwester Stine unter. Nun heißt es, Instantkaffee trinken, Fahrrad fahren und selbst mit anpacken. Zeit also, sich neu zu erfinden. Aber wie soll das gehen - ohne Personal und Geld?
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Willkommen in Deerhusen – ein Neuanfang der ins Herz geht
Sproettchen aus Wiesbaden am 25.03.2026
Bewertungsnummer: 3089125
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Als jemand der selbst mehrfach umgezogen ist, immer wieder neu angekommen und mit dem Unbekannten vertraut geworden ist, hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gepackt. Denn genau das ist es was Bente van der Meer hier so wunderbar einfängt – dieses Gefühl, plötzlich vor einem leeren Blatt zu stehen und trotzdem weiterzumachen.
Isabell Duval – so nennt sie sich. Doch ihr wahrer Name ist Tomke. Ein nordfriesischer Name, bodenständig und ehrlich, den sie irgendwann abgelegt hat um in München akzeptiert zu werden. Um zu passen. Um zu funktionieren. Was wie eine Kleinigkeit klingt ist in Wahrheit der Kern der ganzen Geschichte – denn Tomke hat nicht nur ihren Namen aufgegeben, sie hat ihre gesamte Identität für einen Mann geopfert der sie nie als Mensch gesehen hat, sondern als Statussymbol. Als Dekoration seiner Welt.
Dieser Mann ist die erschreckend glaubwürdige Gegenfigur des Romans – narzisstisch, kalt kalkulierend, kontrollierend. Und das Erschütternde daran: Selbst das Gefängnis verändert ihn nicht. Keine Reue, keine Reflexion, kein Wandel. Van der Meer zeigt hier mutig wie manche Menschen sich selbst gegenüber blind bleiben – egal was das Leben ihnen vor die Füße wirft. Er bleibt bis zum Ende der der er immer war.
Tomke hingegen beginnt in Deerhusen etwas zurückzugewinnen das sie längst vergessen hatte – sich selbst. Mit 27 Euro auf dem Konto, zwei Kindern und ohne Personal landet sie dort wo sie herkommt. Und ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Niederlage, findet sie einen Frieden mit sich selbst den sie in der High Society nie kannte. Sie wird wieder Tomke. Und das ist die eigentliche Geschichte dieses Romans – keine Erfolgsgeschichte im klassischen Sinn, sondern eine Rückkehr. Zu sich selbst.
Was dabei so berührend ist: Diese Rückkehr wird zum stillen Vorbild für ihre Kinder. Besonders Clara – die Tochter die zunächst den einzigen Ausweg kennt den sie je gelernt hat: einen reichen Mann finden und zurück in die alte Welt. Ein Plan der menschlich absolut nachvollziehbar ist, denn sie kennt ja nichts anderes. Als sie schwanger wird, spitzt sich alles zu. Doch dann geschieht etwas Leises aber Entscheidendes – sie beobachtet ihre Mutter. Eine Mutter die ohne Geld und Glamour glücklicher ist als je zuvor, die wieder sie selbst ist. Dieses Bild lässt Clara nicht mehr los. Und langsam, zögernd, beginnt sie zum ersten Mal wirklich in sich hineinzuhören – um ihren eigenen Weg zu finden, nicht den der ihr aufgezeigt wurde.
Und dann ist da Stine – Tomkes Schwester, die in Deerhusen geblieben ist. Die nie gegangen ist, nie einen anderen Namen angenommen hat, nie jemand anderes sein musste. Nach außen hin rau, direkt, manchmal fast abweisend – aber darunter schlägt ein Herz von bemerkenswerter Wärme und Sanftheit. Sie ist der stille Anker der Geschichte. Und vielleicht auch die Figur die Tomke am deutlichsten zeigt was sie hätte sein können – und wieder sein darf.
Den emotionalen Höhepunkt bildet die Enthüllung rund um Lucas, den Sohn. Als herauskommt dass er es war der seinen Vater auffliegen ließ, bricht das die Geschichte noch einmal auf eine völlig neue Ebene auf. Ein Kind das die Wahrheit über seinen eigenen Vater nicht mehr aushalten konnte – und trotzdem damit leben muss was es ausgelöst hat. Erst durch diesen Moment wird das Verzeihen möglich – nicht als schnelle Versöhnung, sondern als langer, ehrlicher Prozess der vorher undenkbar schien.
Was mich an diesem Roman so begeistert ist die Tiefe hinter der leichten Fassade. Van der Meer schreibt mit einer Leichtigkeit die einen nicht loslässt, aber nie oberflächlich wird. Sie erzählt davon wie Menschen sich selbst verlieren – oft ganz langsam, ganz leise, Stück für Stück. Und davon wie man sich wiederfindet. Nicht durch große Gesten, sondern durch kleine ehrliche Momente. Durch einen alten Namen. Durch ein Kind das die Wahrheit ausspricht. Durch eine Schwester die einfach immer da war.
Klare Leseempfehlung – für alle die wissen dass man sich selbst nie so weit verlieren kann, dass man den Weg zurück nicht mehr findet.
Ein toller Wohlfühlroman mit Nordseefeeling
Bewertung am 25.03.2026
Bewertungsnummer: 3088786
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Schon das Cover hat es mir angetan und mich begeistert. Auch der " Klappentext " klang sehr vielversprechend und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Duvals , eine wohlhabende und angesagte Familie , für die Geld wirklich keine Rolle spielt, fällt aus allen Wolken als eines Morgens die Polizei bei ihnen eine Razzia durchführt, das ganze Haus durchsucht und den Ehemann in Handschellen abführt. Isabell Duvall und ihre erwachsenen Kinder Clara und Lucas, können es nicht fassen, als Sebastian Duvall, Ehemann und Vater wegen eines Finanzskandals verhaftet wird. Plötzlich bricht die ganze Welt zusammen und ihnen wird klar, dass sie nun ohne Geld und Freunde dastehen , denn all die guten Freunde, die sie hatten, wollen nun nichts mehr mit ihnen zu tun haben und es bleibt ihnen nur noch die Flucht nach Deerhusen. In der Pension von Isabells Schwester Stine , sind sie alles andere als erwünscht und das neue Leben in diesem Nordseekaff ist die Hölle....doch es gibt keinen Ausweg....
Das Buch beginnt turbulent und ich war schnell in der Geschicht drin und wollte immer weiter lesen, ...erst war mir die Familie Duvall ja sehr unsympatisch, ein richtig verwöhntes Pack, das noch nie etwas selber gemacht hat und sich unmöglich aufführt. Doch im Laufe der Gechichte ging ganz langsam ein Wandel in ihnen vor und man konnte spüren, dass die Nordseeluft, die Schafe und die Landsleute nicht spurlos an ihnen vorbei gingen,...
Auch die Spannungen zwischen Stine und Isabell , wurden von Tag zu Tag weniger, ...irgendwie wurde mir dann schnell klar, dass diese Geschichte auf eine schönes Happy End zusteuert.
Das Nordseefeeling wurde auch wunderschön festgehalten und die Dorfbewohner wuchsen einem ans Herz.
Für mich ein schönes und sehr stimmiges Buch, dass ich mit einem warmen Gefühl im Herzen ins Regal stelle.
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