Ein Unglück kommt selten allein – diese müssen auch Carla, Reed und Liz machen. Ihr Leben in der amerikanischen Kleinstadt Locksburg verläuft in geregelten Bahnen.Verbrechen kennen sie nur aus dem Fernsehen. Doch plötzlich haben sie es mit der Polizei und mit Gangstern zu tun. Je mehr sie versuchen, alles richtig zu machen, desto mehr geht schief.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
DieUnterhofer
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
25.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Drama in der Kleinstadt
Cover:
Das Buchcover ist recht schlicht gestaltet. Es zeigt sie Silhouette eines Mannes, der an ein Auto gelehnt ist, sowie einen Strommasten. Der Hintergrund ist in Grün- bzw. Blautönen gehalten. Grundsätzlich gefällt mir das Cover ganz gut, so richtig zur Geschichte passt es meiner Ansicht aber nicht.
Handlung & Charaktere:
Carla, Reed und Liz leben in einer amerikanischen Kleinstadt namens Locksburg und kennen Verbrechen eigentlich nur aus dem Fernsehen. Doch alle drei werden eines Besseren belehrt und sehen sich mit Situationen konfrontiert, die sie an ihre Grenzen bringen. Und je mehr jeder von ihnen versucht das Richtige zu machen, desto schlimmer wird es…
Carla ist alleinerziehend, will sich ihren Traum vom eigenen Restaurant verwirklichen und hat einen Sohn (Billy), der aufs M.I.T. geht. Sie hat keine Ausbildung und nimmt für ihren Traum eine Hypothek auf ihr Haus auf. Durch ihren Sohn Billy, für den sie alles tun und ihn beschützen würde, gerät eines Abends ihre Welt in Schieflage.
Reed ist ca. 20 Jahre alt, neurodivers (Autist) und hat kürzlich seine Mutter verloren. In der Kleinstadt geben alle ihm die Schuld dafür. Er hat einen Bruder namens Greg und es steht im Raum, dass er in eine Art betreutes Wohnen übersiedeln soll. Er sagt immer die Wahrheit und Versprechen sind ihm heilig, so auch jenes, dass er seiner toten Mutter gegeben hat.
Liz dürfte ca. 30 Jahre alt sein und jagt ihrem Traum nach Sängerin zu werden. Dafür hat sie die letzten Jahre auf Sparflamme gelebt. Nun scheint der Durchbruch zum Greifen nah. Durch ihren Freund Luke gerät Liz in eine brenzlige Situation.
Die Figuren habe alle ihr Päckchen zu tragen. Mit keinem scheint es das Leben leicht gemeint zu haben. Der Autor hat es meiner Meinung nach gut geschafft jedem Hauptcharakter seine eigene Stimme zu geben. Außerdem finde ich, dass die Figuren so angelegt sind, dass man sich in jede auch gut hineinfühlen/hineinversetzten kann. Das gefällt mir sehr.
Schreibstil/ Erzählweise:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut und leicht zu lesen, sodass man rasch in die Geschichte eintaucht und beim Lesen auch gut weiterkommt. Die Erzählweise bzw. Stimmung empfinde ich als leicht melancholisch, die Sprache ist eher nüchtern, aber genau das passt meiner Meinung nach gut zur Geschichte.
Der Autor erzählt die Geschichte aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren Carla, Reed und Liz. Die unterschiedlichen Blickwinkel habe ich sehr interessant und spannend gefunden. Stellenweise hatte ich richtig Herzklopfen. Mit fortlaufender Geschichte überschneiden sich schließlich die Handlungsstränge. Carlas und Liz Perspektive habe ich besonders gemocht.
Meinung & Fazit:
„What about the bodies“ ist das erste Buch, das ich von Ken Jawowoski gelesen habe und es scheint auch das erste Buch zu sein, dass bisher in deutscher Übersetzung vorliegt.
Ein typischer Kriminalroman ist das Buch meiner Ansicht nach eher nicht, sondern mehr ein Spannungsroman. Das tut dem Buch aber keinen Abbruch, es ist dennoch sehr spannend, sodass man beim Lesen mit den Figuren mitfiebert. Am Schluss gibt es ein paar Wendungen, die ich nicht ganz vorhergesehen habe. Eine davon hat mich sehr positiv überrascht, weil ich sie sehr menschlich und schön gefunden habe. Eine andere Wendung wiederrum hat mich zum Grübeln gebracht.
"What about the bodies“ ist insgesamt ein sehr spannendes Buch über moralische Grauzonen, aber auch über familiären Zusammenhalt und darüber, was man bereit ist auf sich zu nehmen für die eigenen Träume und das Wohl der Menschen, die man liebt.
Ein super Buch, das mich toll unterhalten hat!
SoleyRabi
aus Hannover
5/5
19.05.2026
Buch (Taschenbuch)
eins meiner diesjährigen Highlights
Bei der Leipziger Buchmesse habe ich natürlich auch den Stand des Pendragon Verlages besucht und bin dort ins Gespräch gekommen. Ich habe mich total gefreut, dass sich an mich erinnert wurde, als ich erzählte, dass ich ja letztes Jahr ein paar Bücher für den Verlag gelesen und rezensiert habe.
Und beim Gespräch über die aktuellen Neuerscheinungen fiel mir What about the bodies in die Hände und ich sagte, dass ich dieses Buch definitiv gerne lesen möchte. Überraschend bekam ich das Exemplar direkt als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Meine Meinung zum Buch wurde hiervon allerdings nicht beeinflusst.
Das Buch ist richtig gut geschrieben. Es ist atmosphärisch, dicht und voller faszinierender Charaktere!
Die Geschichte spielt in einer amerikanischen Kleinstadt und beleuchtet abwechslungsreich und unvorhersehbar die Leben einiger der Bewohner, die in unterschiedlichen Lebenslagen einige spannende und irrwitzige Dinge erleben, die ihr weiteres Leben beeinflussen.
Dabei schafft es der Autor, jeder Figur eine ganz eigene Stimme zu geben, wodurch es nie langweilig wird. Durch die kapitelweise wechselnden Perspektiven kommt so eine fesselnde Spannung auf, die bis zuletzt nicht abreißt.
Dieser Kriminalroman gehört mit seinem schwarzen Humor und einigen skurrilen Ereignissen zu meinen Lesehighlights dieses Jahres!
Ich kann es sehr empfehlen.
Moma
aus Forchheim
5/5
05.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Schräg, brillant, besonders
Man nehme: Eine schon etwas abgetakelte amerikanische Kleinstadt, drei ihrer wahrscheinlich schrägsten Bewohner, einen korrupten Polizisten, ein paar sehr gut ausgewählte und außergewöhnliche Nebendarsteller, eine große Prise schwarzen Humor und mixe daraus... nein, keinen Kriminalroman im üblichen Sinn, sondern eine gekonnte, spannungsgeladene Gaunerkomödie, die man - hat man erst einmal zum Lesen angefangen - nicht mehr aus der Hand legen mag. Drei Handlungsstränge sind es, mit drei ganz unterschiedlichen Protagonisten, die es plötzlich alle mit der Polizei zu tun haben. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhänger und verschafft mir mehr Fragen als Antworten. Schon nach den ersten Kapiteln fiebere ich mit Reed, Carla und Liz mit - die drei sind aber auch so was von schräg, wer mag sich so etwas ausdenken? Besonders zu erwähnen: Alle drei sind in Ich-Form ge- und beschrieben, was vielleicht anfangs etwas irritiert. Den Autor Ken Jaworowski sollte man sich merken. Mit seinem Schreibstil versteht er es, seine Leserschaft zu fesseln. Dieser Roman hat Suchtpotential und sollte eigentlich verfilmt werden. Die aufgebaute Spannung hält sich konstant bis zum Ende und findet, nachdem die Handlungsstränge sich immer mehr annähern und zusammenfinden, am Schluß für alle eine passende (oder zumindest akzeptable) Lösung.
Fazit: Unbedingt lesenswert, weil so erfrischend anders. Für diese 317 Powerseiten von mir gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
PageTurnersCat
5/5
04.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Wer hat keine Leichen im Keller
Es gibt diese Kleinstädte, in denen können die Bewohner nachts die Türen offen lassen und die Welt ist noch in Ordnung. Und dann gibt es Orte wie Locksburg, Pennsylvania. Wer in einer solchen Stadt lebt, hat den Absprung nie geschafft. So geht es auch Carla. Als junge Frau hatte sie große Träume von der weiten Welt. Geblieben ist Locksburg und ein Job als Kellnerin. Wäre nicht Billy, ihr Sohn, könnte man sagen: ein ziemlich vergeudetes Leben. Jetzt ist Billy an der Uni und Carla möchte endlich einmal im Leben etwas wagen: ein eigens Restaurant. Als sie kurz davor steht, ihrem Traum zu vollenden, berichtet Billy ihr etwas und Carla muss sich entscheiden, wie viel sie bereit ist für ihren Sohn zu riskieren. Rees hat seiner Mutter 2 Dinge versprochen: Zum Einen immer die Wahrheit zu sagen und zum Anderen, dass das kleine Püppchen, das er ihr gebastelt hat, zusammen mit ihr beerdigt wird. Und Rees hält sich an seine Versprechen, denn er ist Autist. Notlügen, um zum Beispiel einer unangenehmen Situation zu entfliehen, gibt es für Rees nicht. Auch als vergessen wurde, das Püppchen in den Sarg zu legen, kann Rees so nicht stehen lassen. Dann macht man ihn halt wieder auf! Zu guter Letzt gibt es dann noch Liz. Sie hat endlich eine reelle Chance, ihre Musik-Karriere ins Rollen zu bringen. Doch ehe sie sich versieht, hat sie nicht nur kein Auto mehr, sondern einen kleinkriminellen Freund und zudem einen Haufen Schulden bei einem äußerst unangenehmen Zeitgenossen. So versuchen alle 3 den Tag zu überstehen und merken dabei nicht, wie sie von Regen in die Traufe kommen. Denn eins ist sicher: schlimmer geht immer!
Auch wenn dieses Buch in die Kategorie Krimi und Thriller zählt, hat es für mich wirklich etwas von einer Tragikomödie. Und ich habe jede Seite genossen. Ich habe mit den Protagonisten gelitten und wusste oft nicht, ob ich jetzt über die Situationen lachen oder weinen sollte. Besonders Rees ist meiner Meinung nach sehr gut getroffen. Durch die abwechselnden Erzählstränge ist das Buch sehr kurzweilig. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Wer gerne ein Buch ließt, dass sich selber nicht zu ernst nimmt und trotzdem Hand und Fuß hat - ist hier genau richtig
Ron Robert Rosenberg
5/5
23.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Locksburgs schräge Leute
Wie so häufig haben Menschen, die selbst kein langweiliges Leben führen, eine Menge zu erzählen. Zumindest trifft das auf Ken Jawarowski zu. Der New York Times-Redakteur lebt heute mit Familie in New Jersey, war aber auch schon mal Amateurboxer und Theater-Dramaturg. Nun legt er mit „What about the Bodies“ einen waschechten Kriminalroman vor, der einem vor lauter schwarzem Humor und skurrilen Einfällen die Lachtränen in die Augen treibt. Und dazu muss man noch nicht einmal selbst morbide Gedanken hegen.
Der Roman teilt sich in drei Erzählstränge, die jeweils einen Außenseiter als Protagonisten haben.
Reed ist eine neurodiverse Person aus dem Autismus-Spektrum. Ihm sind Ironie und Anspielungen fremd, denn er nimmt jede Aussage wörtlich, jedes Verhalten als authentisch und jeden Menschen als redlich hin. Kein Wunder, dass er stets bestrebt ist, keine Lüge über die Lippen kommen zu lassen. Seine Mission ist, eine Spielzeugpuppe in das Grabgelege seiner verstorbenen Mutter zu schmuggeln, da er es ihr fest versprochen hat.
Carla hat da ganz andere Sorgen. Sie versucht einen Todesfall zu vertuschen, der ihren Sohn Billy in ein schlechtes Licht rücken, ihm vielleicht sogar eine Gefängnisstrafe bescheren könnte. Der einzige Weg, um die Sache aus der Welt zu schaffen, ist die Umbettung des Leichnams. Eine nicht ganz neue Idee (ich denke da an den Altmeister Hitchcock mit seiner Komödie „Immer Ärger mit Harry“ oder den Film „11:14“), aber meisterlich haarsträubend zu Papier gebracht.
Schließlich vagabundiert da noch Liz durch Locksburg. Sie ist eine talentierte Musikerin, die feststellen muss, dass Talent allein nicht reicht, um Erfolg zu haben. Ihr durchgeknallter Freund Luke ist ein typischer Verlierer, der sie im gelebten Chaos von einer Katastrophe in die nächste reißt. Schnell gesellen sich zu den üblichen Finanzproblemen brutale Drogendealer und Auswüchse der Beschaffungskriminalität. Obwohl man mitfiebert, ahnt man für Liz nichts Gutes. Dabei hätte sie es mehr als verdient. Doch wer weiß …?
Zunächst startet der Roman episodenhaft. Nach und nach verflechten sich die Handlungen in dem kleinen Locksburg miteinander, schließlich gibt es in dieser Kleinstadt gemeinsame Bekannte, wie den korrupten Polizisten Dan. Eine herrliche Gaunerkomödie, die vor Wortwitz, genialen Dialogen und kreativen Einfällen nur so sprüht. Ans Herz geht vor allem Reeds ehrliche Sichtweise auf die Dinge, die ihm selbst sein Bruder Greg nicht nehmen kann, selbst wenn er ihm damit helfen will.
Greg: Sie wollte, dass ich jemand völlig anderes werde.
Reed: Ich finde, du solltest die Person sein, die du bist. Ich mag dich so, Greg.
Greg: Wirklich?
Reed: Wirklich meistens.
Zugegeben – die Puzzlestücke, die hier zusammengefügt werden, sind manchmal auch körperlicher Natur, aber der Erzählstil beschränkt sich auf schwarzhumorige Umschreibungen, ohne pietätlos oder vulgär zu sein. Die unvorhersehbaren Wendungen sind die Würze, die diese kleinen Geschichten so besonders machen. Jaworowski verfügt über eine blendende Fantasie – und lässt uns zum Glück daran teilhaben.
Ich habe den Roman mit Begeisterung gelesen und auch schon länger den Begriff Pageturner nicht gebraucht. Hier passt er aber. Wer knapp 320 (von der Lesbarkeit angenehme) Seiten spitzenmäßige Unterhaltung als spannende und gewitzt-originelle Lektüre sucht, wird hier fündig. Ein toller Polizeikrimi mit skurrilen Figuren, sehr lustigen Dialogen und einer ausgereiften Story, die ein schlüssiges Ende bietet. Für mich ist Ken Jaworowski ein neuer Meister des guten und spannungsgeladenen Unterhaltungsprogramms. Ich werde nach weiteren Büchern von ihm Ausschau halten.
Ein großes Lob auch an den Pendragon-Verlag, der hier eine wahre Perle aus dem trüben Einerlei des Krimi-Sumpfs gehoben hat. Mein großes Kompliment an alle.
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4/5
19.04.2026
eBook (ePUB 3)
Entscheidungen und Konsequenzen
Ken Jaworowski hat in diesem (Kriminal) Roman die Schicksale dreier Protagonisten aufgegriffen. Die Stärke dieses Buches liegt eindeutig in den Charakteren, die liebenswert, schrullig und manchmal unbegreifliches tun. Von Underdogs, die sich durch das harte Leben am Land schlagen.
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