Produktbild: Mit beiden Händen den Himmel stützen

Mit beiden Händen den Himmel stützen Roman | Longlist für den deutschen Buchpreis 2026

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

748

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2026

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

255

Maße (L/B/H)

21,6/13/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Kaffee / Beige

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04284-4

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»ein starkes Stück Autofiktion« Claudia Ihlefeld ("Heilbronner Stimme")
»Ein so fesselnder und atmosphärischer Roman und eine so bewundernde Geschichte. Danke für deine Ehrlichkeit, liebe Lilli Tollkien.« ("Instagram")
»poetisch und intensiv« Barbara Russ ("Berliner Zeitung online")
»Ein lesenswerter Roman, der Schlimmes schildert, durchaus auch anprangert, ohne zu verurteilen.
»über das Tragen, das Stemmen, das Nicht-loslassen-Können. Wer Lust auf einen Roman hat, der das emotionale Gewicht nicht scheut, ist hier richtig.« Sven Trautwein ("Frankfurter Rundschau")
»außergewöhnlicher Erinnerungsroman« Christoph Schröder ("SWR Kultur")
»Lilli Tollkien gehört zweifellos zu diesen Autorinnen, die etwas über unsere Gegenwart zu sagen haben.« Andreas Busche ("Der Tagesspiegel")
»[...] Ganz große Leseempfehlung für diesen feinfühligen Roman, der zeigt, was solche Erfahrungen mit einem Menschen machen.« ("Instagram")
»Dieses Schreiben hat etwas Soghaftes« Laura Ewert ("der Freitag")
»entwaffnend klare Sprache« ("Der Tagesspiegel")

Produktdetails

Verkaufsrang

748

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2026

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

255

Maße (L/B/H)

21,6/13/2,8 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Kaffee / Beige

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04284-4

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    16.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Einfühlsame Heldinnengeschichte

    »Ich möchte hinaustreten, in anderen Räumen träumen, aber die Zimmer haben sich in meinen Körper eingeschrieben wie eine universelle Architektur.« (S. 19) Anfang der 80er Jahre in Berlin: Lale kommt in der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt. Um die Geburt zu überstehen, konsumiert die Mutter nochmal Heroin. Für das Ungeborene keine unbekannte Substanz. Die Mutter konsumiert weiterhin, während sie sich um ihr Baby kümmert. Nach einem gefährlichen Vorfall wird das Jugendamt auf die familiäre Situation aufmerksam, der Mutter wird die elterliche Sorge entzogen. Lale landet im Kinderheim und wird später als Pflegekind in einer Männer-WG untergebracht. Dort wohnt sie zusammen mit vier erwachsenen Männern. Später zieht auch Lales Vater ein, nachdem er aus dem Knast entlassen wurde. Der WG-Alltag ist trist, die Männer sind mit sich selbst beschäftigt, planen Partys und Revolte. Sie haben wenig Nerv sich mit einem Kind zu beschäftigen. Regeln, Struktur, Grenzen, Fürsorge und Erziehung sind Dinge nach denen sich Lale sehnt, aber nicht erhält. Stattdessen erfährt Lale Vernachlässigung und macht Missbrauchserfahrungen. »Mit beiden Händen den Himmel stützen« ist der Debütroman von Lilli Tollkien, geschrieben mit einer unglaublichen Wucht — authentisch, erschütternd, aufwühlend, poetisch und vulnerabel. Erzählt wird der Roman aus der Perspektive von Lale. Sie erzählt uns rückblickend und reflektiert ihr Leben, bis wir in ihrer Gegenwart angekommen sind — im Leben der erwachsenen Lale. »Mein Vater hatte mir keinen Extraplatz in seinem Leben eingerichtet, aber ich gehörte dazu, seit er damals aus dem Knast entlassen und in die WG gezogen war. Ich war dabei und lief an seiner Hand.« (S. 232) Lilli Tollkien schreibt mit sehr viel Fingerspitzengefühl über eine Heldin, die sich ihr Leben und die Deutungshoheit über ihren Körper und ihre Gefühle hart zurückerkämpft. An vielen Stellen wird deutlich wie kraftvoll der Wille von Lale ist, ein Leben in geordneten Bahnen führen zu wollen, fernab von ihrem eigenen Aufwachsen und doch bleiben die Erinnerungen, das Erlebte immer ein Teil von ihr. Lale trägt in sich eine unglaubliche Resilienz und Stärke. Mich hat »Mit beiden Händen den Himmel stützen« ab der ersten Seite abgeholt und bis zum Ende halten können.

  • Lesemadi

    5/5

    23.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unbedingt lesen!!

    Mit beiden Händen den Himmel stützen ist für mich bisher das beste Buch, das ich 2026 gelesen habe und das, obwohl es noch gar nicht erschienen ist. Der Schreibstil ist kaum zu beschreiben: gewaltig, eindringlich, roh und gleichzeitig unglaublich poetisch. Wirklich niemand schreibt so wie Lilli Tolkien. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie ein Mensch solche Worte finden kann. Jede Seite hat eine Wucht, die einen nicht loslässt. Die Themen sind hart und alles andere als leichte Kost. Um nichts zu Spoilern gehe ich darauf nicht weiter ein. Aber was der Protagonistin Lale widerfährt, ist erschütternd und doch wird nichts sensationsheischend erzählt, sondern literarisch stark und schonungslos ehrlich. Ein sprachlich außergewöhnlicher, mutiger Roman, der mich tief beeindruckt hat. Keine leichte Lektüre ,aber definitiv eine, die man so schnell nicht vergisst.

  • Eva

    5/5

    11.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aus Scherben die Zukunft bauen

    Lale ist das Kind einer drogenabhängigen Mutter und eines unzurechnungsfähigen Vaters. Das Jugendamt übergibt sie in die Obhut eines Freundes ihres Vaters, der in einer Männer-Kommune lebt und so wie seine Mitbewohner an sich selbst spektakulär scheitert. Lale fehlen Grenzen, Geborgenheit, Vorbilder, Sicherheit, Schutz. Die Erwachsenen definieren sich als Teil des linken Widerstands gegen das Establishment, Lale schwebt im antiautoritären Raum. Sie ist sexuellen Übergriffen ausgeliefert, weiß früh, welche Drogen wie konsumiert werden, ist unfähig, die Erfahrungen zu reflektieren oder einzuordnen. In der Schule findet das intelligente Mädchen Halt. Sie beginnt zu schreiben, begreift den Ausdruck als Notwendigkeit. Literarisch stark schafft die Autorin für ihre Ich-Erzählerin die Zukunft als Resonanzraum. Die erzählte Gegenwart ist nahezu unerträglich, doch der zukunftsgerichtete Blick zeigt eine starke Frau, die Traumata auflöst, sich ihren Verletzungen stellt und die Scham Stück für Stück demontiert. Mit beiden Händen den Himmel stützen ist ein außergewöhnliches Debüt. Die Erzählstimme verweist ihr Publikum auf eine beobachtende Position, wertet nicht, schildert sachlich. Trotzdem ist der Text eine emotionale Herausforderung. Ich musste pausieren, neu ansetzen, mich neu in Position bringen. Kraftvoll und bildgewaltig beschwört die Autorin Szenen des Verwahrlosung, der Haltlosigkeit und des Missbrauchs herauf, zeichnet mutig und intensiv die gesellschaftliche Brisanz einer einzelnen Kindheit. Warum habt ihr mich nicht beschützt, fragt Lale als Erwachsene. Es waren die 1980er, das war eben so, ist die Antwort. Vor diesem Hintergrund wird aus dem beklemmenden Bericht ein Roman über Macht, Missbrauch, Vernachlässigung und das Wegsehen der Gesellschaft. Was für ein monumentales Werk!

  • Antje Wree

    aus Heidesee

    5/5

    08.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Geboren und schon verloren

    Lale wächst antiautoritär auf in einer Männer WG, in der auch ihr Vater wohnt. Die Mutter ist schwerst drogenabhängig, ihr wird das Sorgerecht entzogen, der Vater muss erst einmal ins Gefängnis nach einem Überfall. Lale kommt erst einmal ins Kinderheim und später dann in diese Männer WG. Sie wächst ohne Grenzen auf, klaut innerhalb der WG und in Läden, muss sich an keine Zeiten halten, kann essen, was sie findet und ist unendlich allein inmitten dieser WG. Hier geben sich die Frauen die Klinke in die Hand. Die interessieren sich für die Männer, die abseits des Üblichen denken, große Weltpolitik zu machen. Irgendwie empfinde ich dies alles als armselig. Lale wird auch missbraucht, kann dies als Kind aber nicht benennen. Sie ist gut in der Schule, allerdings ändert sich das, denn sie will ja nicht nach oben, sondern umgibt sich eben auch mit Kindern und Jugendlichen ihrer Gesellschaftsstufe. Warum das Jugendamt hier nicht genauer hingeschaut hat, erschließt sich mir nicht. Lale, bekommt irgendwann auch ein Kind. Kann sie wirklich eine Mutter sein, psychisch schwerst geschädigt, wie sie ist? Nein, das kann sie nicht. Ihre Suche nach Nähe und Geborgenheit hört nicht auf. Diese Geschichte ist deprimierend und so unnötig, wenn entsprechende Ämter ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Ich habe das Buch gehört, gesprochen von Aileen Wrozyna. Das hat mir gut gefallen. Mit beiden Händen den Himmel stützen ist harter Tobak und sicher kein Buch für Menschen, die solche Geschichten triggern.

  • Bewertung

    5/5

    06.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schmerzhaft mit Tiefgang

    Das Buch hat Intimität und Tiefe. Ich musste öfter pausieren, weil ich das kaum aushalten konnte, was Lale angetan wurde. Ich hätte sie gern zu mir geholt und ihr die Liebe gegeben, die sie verdient hat. Was sie alles erlebt hat und wie tief sie das für ihr Leben geprägt hat. Für mich als Mutter war das Buch schmerzhaft zu lesen. Die Sprache ist poetisch, aber nicht überladen. Erinnerungen verlaufen nicht linear, sie springen, sie verschieben sich. Und genauso erzählt Tollkien. Gleichzeitig hat das Buch nostalgische Momente, die mich als 80er Jahre Kind abgeholt haben. Klebrige Schlümpfe, Wassereis, Sticker, bunte Kaufhäuser in denen man alles bekommen hat. Das hat schöne Erinnerungen ausgelöst, die neben den schweren Themen stehen ohne sie zu relativieren. Ein schmerzhaftes, aufrüttelndes Buch, das die Augen öffnet für die Menschen um uns herum und vorallem für die Kinder, die unsere Aufmerksamkeit, unseren Schutz und unser Hinschauen brauchen. Würde auch eine Triggerwarnung rausgeben. Es geht um sexuellen Missbrauch, emotionalen Missbrauch, Drogensucht, Sucht im Allgemeinen, Kindesmissbrauch, Tod, Trauer.

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