David und Katha kennen sich schon immer, sind gemeinsam erwachsen geworden und haben jung geheiratet. Doch dann kommt Katha bei einem Autounfall ums Leben, und Davids Welt steht still. Sie war jedes seiner ersten Male, sie ist jede Erinnerung. Kinga, Kathas beste Freundin, die den Unfall mit- und überlebt hat, versucht zu helfen, sich zu kümmern – während sie eigentlich mit ihrem eigenen Trauma klarkommen muss. David kämpft sich Tag für Tag auf den Friedhof – zu Katha – und fragt sich, wie Trauern geht. Am Friedhof lernt er Marie kennen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Claudias Bücherregal
aus Schleswig-Holstein
5/5
03.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Eine Geschichte voll Trauer, aber auch voller Hoffnung.
Ich möchte die Rezension mit einem Zitat aus dem Klappentext beginnen, denn diese Sätze bringen es einfach perfekt auf den Punkt: „David und Katha kennen sich schon immer, sind gemeinsam erwachsen geworden und haben jung geheiratet. Doch dann kommt Katha bei einem Autounfall ums Leben, und Davids Welt steht still. Sie war jedes seiner ersten Male, sie ist jede Erinnerung.“
Wie soll David jemals aus dieser Stille wieder hinausfinden? Wie trauert man richtig? Wann kann und darf man wieder einen Alltag erleben? Heftige Fragen, zu einer furchtbaren Thematik, die Fabian Neidhardt zu einem besonderen Roman verwoben hat. Sein Schreibstil ist besonders. Schnörkellos, direkt und eindringlich, aber nie emotionslos.
Kinga, Kathas beste Freundin, versucht Daniel zu stützen, dabei müsste sie ihr eigenes Trauma aufarbeiten. Auf dem Friedhof trifft Daniel Marie, die Tochter des Totengräbers. Jemand, den er nicht mit Katha verbindet, aber jede Minute mit ihr fühlt sich wie ein Verrat an. Daniel weiß nicht, wie er trauern soll, aber auch nicht, wie er nach vorne blicken kann.
Neidhardt ist ein Roman gelungen, der von unendlicher Traurigkeit erzählt, aber auch von einem Neuanfang. Zwischen Verlust, Verrat und Schuld scheint immer Wärme und Hoffnung hindurch.
Da die Geschichte aus den Perspektiven von David, Kinga und Marie erzählt wird, gibt es auch drei Sprecher: Fabian Neidhardt, Uta Dänekamp und Chantal Busse. Alle drei konnten den Tiefgang der Geschichte sehr gut vermitteln, haben stets die passende Art zu erzählen gefunden und mich gelungen durch dieses Hörbuch getragen.
Fazit: Kann man ein Hörbuch über den Tod eines geliebten Menschen als „schön“ bezeichnen? Falls ja, dann ist diese Geschichte schön. Emotional, aber nicht kitschig. Voll Trauer, aber auch voller Hoffnung.
Bewertung
5/5
23.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Endliche im Unendlichen
David hat seine Frau Katharina verloren. Von jetzt auf gleich. Durch einen Autounfall.
Von einer Sekunde auf die andere wird David in ein neues Leben katapultiert. Er findet sich auf der Beerdigung seiner eigenen Frau wieder. Das kann unmöglich sein Leben sein. Eben war doch noch alles in Ordnung. Doch jetzt steht Kinga neben ihm. Seine beste Freundin. Weil Kinga Kathas beste Freundin ist. War! Sie steht an Krücken neben ihm. Mit gebrochenem Bein, zersplitterten Knochen. Kinga saß mit im Auto, als es geschah. David steht ohne Krücken - stattdessen mit gebrochenem Leben, zersplittertem Herz.
Und da besitzt die Friedhofsgärtnerin Marie doch tatsächlich die Frechheit, ihm ihre Nummer zuzustecken! Falls er mal reden wolle, pah!
Doch weil er nach der Beerdigung täglich Kathas Grab besucht, begegnet er Marie tatsächlich immer wieder. Bis es soweit kommt, dass sie für ihn in der Kapelle Geige spielt und er seine alte Leidenschaft fürs Trompetespielen wiederentdeckt. Zusammen beginnen sie zu spielen, wodurch David in Maries Umfeld hereinrutscht und beginnt, ein minimales bisschen weniger zu leiden.
Ganz im Gegensatz zu Kinga, die kein Verständnis für Davids Verhalten hat.
Beide Freunde trauern sehr unterschiedlich, kommen nach & nach an verschiedenen Punkten von Trauer an. Wie erleben die beiden das unabhängig voneinander & hält ihre Freundschaft das aus?
✨
Jedes Jahr suche ich nach einem Buch, das für mich zu jenem schlimmsten Tag im November passt. Bisher hatte ich immer gute & extrem gute Bücher, die vielleicht auch eher mich gefunden haben als ich sie. Dieses gehört zu den extrem guten.
Es ist so echt, alle Protagonisten sind so authentisch, so hart & ehrlich und trotzdem so liebevoll & sanft.
Die Geschichte um David hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe all seine Emotionen gefühlt & nachvollziehen können. Ich habe die Freundschaft zwischen David & Kinga seeeehr gemocht und ich bewundere Fabian Neidhardt, dieses Buch geschrieben zu haben, das in meinen Augen eines der wichtigsten überhaupt ist. Danke!
Nicole Kleber
aus Eisenberg
5/5
04.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührende Story über das Trauern
Wie trauert man den „richtig“? Was ist zu wenig und was zu viel? Woher kommen diese Vorgaben denn? Und warum habe ich mich beim Lesen selbst bei dem Gedanken ertappt, dass David ziemlich voranprescht in seiner Trauerbewältigung?
Aber von vorn:
Davids Frau Katha ist bei einem Autounfall gestorben.
Mit im Auto saß Kinga, Kathas beste Freundin. Diese hat überlebt und trotz schwerer Verletzung die Planung der Beerdigung übernommen. Sonst hätte es wohl auch keine gegeben, denn David kann gar nichts mehr.
Weil Kinga in einem Haus ohne Aufzug und dort ganz oben wohnt, aber einen fürchterlichen Trümmerbruch im Bein hat und David und sie, vor Katha in beider Leben kam, schon beste Freunde waren, bleibt sie nach der Beerdigung bei David, in seiner und Kathas Wohnung.
Der Halt, den sie sich anfangs geben können, wandelt sich allerdings ziemlich bald in Unverständnis.
Denn während Kinga aufgrund ihrer Verletzung nicht in der Lage ist, das Haus selbständig zu verlassen, geht David täglich zum Friedhof und lernt dort die Totengräberin Marie und ihren Bruder Franz kennen. Bald ist er mehr mit den beiden unterwegs als an Kathas Grab. Etwas, mit dem Kinga gar nicht klar kommt: David trauert ihr ganz klar zu wenig.
In ihrer Wut, erzählt sie ihm etwas, das Katha ihr kurz vor dem Unfall anvertraut hat und das David, neben seiner Trauer, zwingt, differenziert auf seine Ehe zu blicken.
Auf das was war. Das, was vielleicht nie gewesen wäre. Und das, was - natürlich - nie mehr sein wird.
Ich muss tatsächlich alles an „Endlosschleifentage“ loben!
Am allermeisten Fabian Neidhardts begnadete Figurenzeichnung! Ob die unkonventionelle Marie, die David noch während der Beerdigung einen Zettel mit ihrer Nummer zusteckt, falls er mal reden will, ihr wunderbarer Bär von einem Mann und Bruder Franz, oder David, der gerade gar nichts mehr sicher weiß und die schwer an einem Trauma tragende Kinga – echter gehen Protagonisten und ihre Gefühle nicht!
Außerdem: kein Kitsch! Obwohl sehr traurig immer ganz viel echtes, warmes Leben mit tollen Momenten (Jam-Session, Norah).
Und eine Schönheit ist das Buch auch noch! Alles richtig gemacht, was Cover, Vorsatz, Lesebändchen und Satz angeht!
Was mir hier auch noch sehr gefallen hat, sind die prompten Übersetzungen, wenn Englisch gesprochen wird. Es sind nun mal nicht alle Leser: innen eines deutschsprachigen Romans einer Fremdsprache mächtig und ich finde es immer sehr überheblich, so etwas vorauszusetzen und keine Übersetzungen anzubieten. Hier sehr gelungen als Fußnote umgesetzt.
Und wie geht das mit dem Trauern jetzt richtig? Ganz klar: sehr individuell ...
ricks
aus NRW
5/5
03.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Trauern hat viele Gesichter – leise, ehrlich und berührend
Dieses Buch hat mich mit seiner ruhigen, tiefgehenden Erzählweise wirklich berührt. Es geht nicht nur um den Tod eines geliebten Menschen, sondern vor allem darum, was danach kommt – und wie verschieden Trauer aussehen kann. Die Figuren gehen dabei alle auf ihre ganz eigene Art mit Verlust, Schuld und dem Versuch weiterzuleben um.
Besonders stark fand ich, wie das Buch zeigt, dass Trauer nicht linear ist: Es gibt Rückschritte, unerwartete Begegnungen, Nähe und Distanz - und das alles kann gleichzeitig passieren. Die leisen Zwischentöne und der sensible Blick auf die Figuren haben mir gut gefallen. Ob durch Musik, ihre Eigenheiten oder Wut und Verzweiflung: Die Protagonist:innen dieses Buches finden auf ganz verschiedene Arten und Weisen wieder sich selbst.
Ein paar Szenen hätte ich mir etwas klarer gewünscht, aber vielleicht macht gerade das das Buch so realistisch. Am Ende gibt es auch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer ✨
Insgesamt ein berührender Roman über Abschied, Loslassen und die ganz eigene Art, weiterzuleben. Kein großes Drama, sondern echte Gefühle!!!
Bewertung
5/5
07.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie trauert man richtig?
Katha ist tot - sie hinterlässt eine große Lücke bei ihrem Ehemann David und ihrer besten Freundin Kinga. Sie drei haben ihr Leben miteinander verbracht und sind so tief mit einander verwurzelt, wie es selten passiert. Doch wie trauert man denn richtig?
David sucht einen Weg aus der Trauer in dem er rausgeht, sich leiten lässt und die Liebe zur Musik wieder entdeckt. Kinga zerfließt in Schuldgefühlen und igelt sich ein. Sie ist wütend, wie kann David fast scho weder fröhlich sein?
Dieser Roman ist so unglaublich schmerzhaft. Das schlimmste passiert und die vielen Gefühle sind so gut beschrieben, dass man selbst ganz beklommen ist. Wahnsinn, was Fabian Neidhart uns hier geschrieben hat und absolut lesenswert, wenn man Rotz und Wasser heulen will.
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