1985: Der Violinist Béla Tambrea trifft eine schwere Entscheidung. Um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, kehrt er nach einer Konzertreise nicht mehr nach Rumänien zurück. Zwei Jahre später folgen ihm Sabin und seine Schwester Alina mit ihrer Mutter Rodica nach Deutschland, kurz vor dem Ende des Ceaușescu-Regimes. Durch die Augen dreier Generationen - des jungen Sabin, seines Vaters Béla und seines Großvater Horea - erzählt Sabin Tambrea die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie. Ein Roman über Neuanfänge, Entbehrungen und die Ohnmacht einem gnadenlosen politischen System gegenüber, über die Folgen von Unrecht, die Tragweite von Entscheidungen und eine zärtliche Liebesgeschichte: die seiner Eltern. "Vaterländer LIVE" führt die Lebenswege der Geschwister Tambrea aus unterschiedlichen Richtungen wieder auf einer Bühne zusammen. Für dieses Hörbuch entwickeln Sabin Tambrea und seine Schwester Alina Armonas-Tambrea gemeinsam mit Edvardas Armonas und Yannick Van de Velde die Dramaturgie eines besonderen Abends, der die berührende Lesung mit Musikpassagen von der Frühromantik bis zur zeitgenössischen Moderne verbindet.
Track 1-3: Lesestelle I: Beginn / Arvo Pärt: Für Alina Track 4: Johannes Brahms: Klaviertrio c-Moll, op. 101 - Andante grazioso Track 5-6: Lesestelle II: Weihnachten Track 7: George Enescu: Sérénade lointaine Track 8-9: Lesestelle III: Rumänien Track 10: Robert Schumann: Phantasiestücke für Klaviertrio, op. 88 - Duett Track 11: Lesestelle IV: Der Dirigent Track 12: Johannes Brahms: Klaviertrio C-Dur, op. 87 - Scherzo - Presto Track 13-14: Lesestelle V: Papagena Track 15-16: Lesestelle VI: Der Brief Track 17: Felix Mendelssohn: Lied ohne Worte, op. 30 Nr. 1 Track 18-20: Lesestelle VII: Memoiren Track 21: Dmitri Schostakowitsch: Klaviertrio e-Moll, op. 67 - Largo Track 22-23: Lesestelle VIII: Hochzeit Track 24: Felix Mendelssohn: Lied ohne Worte, op. 19 Nr. 1 Track 25-30: Lesestelle IX: Die Flucht Track 31: Jean Sibelius: Valse triste, op. 44 Nr. 1 Klavierquartettfassung, Bearbeitung Alina Armonas-Tambrea Track 32: Lesestelle X: Ende / Arvo Pärt: Für Alina (Ausschnitt)
Wer das Buch "Vaterländer" noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Die Kindheit und Jugend des kleinen Sabin in den ersten Jahren nach der Flucht des Vaters aus dem kommunistischen Rumänien und dem Nachzug der ganzen Familie, die Geschichte der Familie Tambrea über ihre rumänische Heimat, das kommunistische Regime, die Erlebnisse des Großvaters, der Opfer dieses Regimes wurde und schwer gelitten hat, sowie die Umstände und Folgen der Flucht von Vater Bela werden ausführlich beschrieben und sind tief berührend, wobei auch insbesondere im Kapitel von Sabins Kindheit humorvolle und lustige Szenen nicht zu kurz kommen. Über allem steht die bemerkenswerte außergewöhnliche Liebe der Familie Tambrea zueinander und zu anderen Menschen, die sich über Generationen fortsetzt und das Herz des Lesers berührt.
Ich kann das Buch nur empfehlen.
Bewertung
aus Vaihingen
5/5
08.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gelungen!
Der mit mehreren Talenten geborene Tambrea (Violinist, Schauspieler und Autor) hat uns mit einem Roman beschenkt, der nicht nur eine warmherzige Familiengeschichte nahebringt, sondern uns auch eine, auch mir bis dahin wenig bekannte, Historie seines Landes lehrt. Natürlich sind den meisten Deutschen Namen wie Ceausescu bekannt, aber in der eigenen Umbruchzeit der Wiedervereinigung beschäftigte man sich kaum mit der Diktatur dieses Systems und den Leiden der Menschen, die damals als Flüchtlinge zu uns kamen.
Auch die Komposition in 4 Groß-Kapitel mit dem Rahmen der Flucht und des Einlebens in das zweite "Vaterland" um die Gefangenschaft seines geliebten Großvaters ist wirklich gelungen.
Absolut lesenswert!
Bewertung
5/5
12.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vaterländer SABIN TAMBREA
Es gibt so viele Wörter auf dieser Welt....und doch kann ich es nicht beschreiben....
Wunderschön,berührend,herzlich,einfühlsam,traurig und doch glücklich zugleich.
Ich war bei der Lesung in meiner Heimatstadt Leipzig .EIN UNVERGESSLICHER ABEND
Bewertung
5/5
02.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründig und privat
Dieses Buch ist außergewöhnlich! Es ist sprachlich und stilistisch ein kleines Kunstwerk, und durch die Kraft der Worte seine ganz eigene Stimme findet. Der Schreibstil ist durch lange Sätze und seine sehr poetisch melodischen Anklänge gekennzeichnet. Die Geschichte selbst zeigt so viel mehr auf als eine Erinnerung an frühere Zeiten. Es ist ein ganz wundervoller und persönlicher Eindruck voller Liebe, aber auch Hoffnung und Mut. Vor allem Mut und der Zusammenhalt gemeinsam auch die dunkelste Zeit überwinden zu können und neu anfangen zu können/dürfen. Es ist ein sehr persönliches Buch, welches in seiner tiefen Eindrücklichkeit und Ehrlichkeit schon fast einem sehr persönlichen und privaten Tagebuch gleicht, auf so vielen Ebenen nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Ein durch und durch wunderschönes Buch! Von mir gibt es definitiv einen Platz in den Jahreshighlights 2024. Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung an euch.
bookloving
5/5
27.11.2024
eBook (ePUB 3)
Bewegende Familiengeschichte
Der neue Roman "Vaterländer" von dem bekannten deutsch-rumänischen Theater- und Filmschauspieler Sabin Tambrea ist eine fesselnde, autobiografisch inspirierte Erzählung, die uns auf eine emotionale Reise durch drei Generationen seiner rumänisch-ungarischen Familie mitnimmt.
Tambrea gelingt es hervorragend, die persönlichen Schicksale seiner Familie während der rumänischen Diktatur mit den prägenden historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts zu verweben. Mit großem erzählerischem Geschick zeichnet er ein vielschichtiges und bewegendes Porträt einer Familie, die trotz individueller Entbehrungen und politischer Unterdrückung durch ein unbarmherziges totalitäres Systems Widerstandskraft und familiären Zusammenhalt gezeigt hat. Der Autor lässt uns hautnah miterleben, wie seine Vorfahren und er selbst die Herausforderungen ihrer Zeit bewältigen. Tambrea versteht es, die vielschichtigen Themen mit beeindruckender Feinfühligkeit und sprachlichem Geschick zu behandeln. Mit seiner ausdrucksstarken, anschaulichen Erzählweise und poetischen Passagen schafft er eine besondere Nähe zu den Charakteren und lässt ihre Geschichten lebendig und greifbar erscheinen.
Gliedert ist der Roman in drei Teile. Im ersten und umfangreichsten Teil, der in den 1980er Jahren beginnt, erleben wir aus der Perspektive des jungen Sabin seine Kindheit und Jugend in Deutschland. Nachdem Tambreas Vater Béla, in der Hoffnung seiner kleinen Familie im Westen eine bessere Zukunft bieten zu können, während einer Konzertreise seines Orchesters die Flucht gelang, erfolgte 2 Jahre später schließlich die Familienzusammenführung in Deutschland. Tambrea erweist sich als ein talentierter Geschichtenerzähler, der die facettenreichen Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in Rumänien und später in Deutschland nicht nur humorvoll und spannend, sondern auch berührend und nachdenklich stimmend in Szene zu setzen versteht. Anschaulich beleuchtet er die vielfältigen Herausforderungen der Integration in der neuen Heimat und die Suche nach der eigenen Identität zwischen zwei Kulturen.
Im Mittelpunkt des zweiten Abschnitts steht Horea, sein Großvater mütterlicherseits, mit seinen schockierenden Erlebnissen während der 1940er und 1950er Jahre unter dem brutalen kommunistischen Regime in Rumänien. Seine detaillierten, schonungslosen Schilderungen über sein Schicksal, das er durch Repressalien und während der brutalen Folter durch den berüchtigten Geheimdienst Securitate erleiden musste, sind äußerst erschütternd. Zudem vermittelt Tambrea eine Menge an fundierten historischen Wissen über die damaligen Begebenheiten im kommunistischen Rumänien. Die Vielzahl der erwähnten Personen verleiht der Geschichte zwar Authentizität, erfordert von uns allerdings erhöhte Aufmerksamkeit.
Der letzte im Rumänien der Nachkriegszeit spielende Teil widmet sich schließlich dem entbehrungsreichen Leben von Sabins Vater Béla, einem talentierten Violinisten, und gewährt uns einige liebevolle Einblicke in die wundervolle Liebesgeschichte seiner Eltern.
Tambrea zeichnet ein eindringliches Bild des unter Nicolae Ceaușescu etablierten Terrorregimes in Rumänien, das sich durch extreme Unterdrückung, einem Klima des Schreckens und grauenvolle Brutalität auszeichnete. Eindrucksvoll gelingt es ihm, die beklemmende Atmosphäre und entbehrungsreichen Lebensumstände der Menschen während der düsteren Diktatur einzufangen. Während die Bevölkerung zunehmend unter Armut, Mangelwirtschaft, alltäglicher Korruption und politischen Willkür zu leiden hatte, baute der grausame Diktator einen regelrechten Personenkult um sich auf. In verschiedenen Episoden vermittelt er uns aufschlussreiche Einblicke in die unterschiedlichen Erlebnisse und Einflüsse, die sein Leben nachhaltig geprägt haben. Sehr nachvollziehbar schildert er, warum Béla als junger Familienvater trotz möglicher Repressionen schließlich die schwierige Entscheidung traf, seine geliebte Familie zurück zu lassen und für sie im Westen eine neue Existenz aufzubauen.
Bemerkenswert ist auch, wie der Autor die Musik, insbesondere das für die Familie so wichtige Violinspiel als wiederkehrendes, zentrales Thema in seine Geschichte eingewoben hat. Auch wenn spielt seine Eltern mit ihren Bestrebungen scheiterten, aus Tambrea einen begnadeten Geiger zu machen, so hat er letztendlich mit der Schauspielerei dennoch einen künstlerischen Weg eingeschlagen.
ZUM HÖRBUCH
Das vom Autor Sabin Tambrea selbst eingesprochene ungekürzte Hörbuch mit einer Laufzeit von 10 Stunden und 28 Minuten beschert uns durch seine persönliche Interpretation ein besonders beeindruckendes Hörerlebnis.
Tambreas ruhige, angenehme Erzählstimme verleiht der sehr bewegenden Geschichte über seine rumänisch-ungarische Familie eine zusätzliche emotionale Tiefe. Mit seinem lebendigen Erzählstil gelingt es ihm, uns trotz der teilweise beklemmenden Thematik rasch zu fesseln und uns zudem mit humorvollen Episoden zu unterhalten.
Tambrea versteht es hervorragend, nicht nur seine eigene Perspektive sehr eindrucksvoll zu vermitteln, sondern auch die Stimmen seines Vaters und Großvaters sehr authentisch und überzeugend wiederzugeben.
Insgesamt ein beeindruckendes und sehr bewegendes Hörerlebnis!
FAZIT
Ein tiefgründiger, bewegender autobiografischer Roman, der Sabin Tambreas faszinierende Familiengeschichte mit beklemmenden Einblicken in die bewegte Geschichte Rumäniens verwebt!
Ein empfehlenswerter Roman, der noch lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
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5/5
01.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geige oder Klavier
Eine berührende Familiengeschichte des Autors. Dem Ceaușescu Regime entflohen. Wir erfahren welche Grausamkeit den Großeltern und auch den Eltern widerfahren sind. Wie es Sabin und seiner Schwester erging, in einem ihnen fremden Land. Dass nicht nur das weggehen, sondern auch das Zurückkommen belastend sein können wird in diesem Buch eindrucksvoll erzählt. Eine absolute Empfehlung.
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