Produktbild: Ein Mädchen verließ das Zimmer

Ein Mädchen verließ das Zimmer Roman | Die literarische Sensation aus Dänemark

9

14,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

29.01.2026

Verlag

Gutkind Verlag

Seitenzahl

384 (Printausgabe)

Dateigröße

2579 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Ursel Allenstein

Sprache

Deutsch

EAN

9783989410831

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Erscheinungsdatum

29.01.2026

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Gutkind Verlag

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384 (Printausgabe)

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2579 KB

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1. Auflage

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Ursel Allenstein

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Deutsch

EAN

9783989410831

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  • whatabout_nadine

    aus Handewitt

    5/5

    17.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein verstörendes, wichtiges Buch, das man nicht liest sondern aushält

    „In meinem Leben gab es kein Davor, zu dem ich zurückkehren konnte. Ein Mädchen verließ mit vierzehn das Zimmer und wurde nicht mehr gesehen. Ein weißer Fleck auf der Karte. Ein nasser Fleck auf dem Laken. Eine leere Puppe. Ein Loch in der Welt.“ Ein treffendes Zitat das dieses Buch beschreibt, denn in dem Roman "Ein Mädchen verließ das Zimmer" erzählt Ulrike S. Gernes die Geschichte der 14 jährigen Tanja , das in eine Beziehung zu dem 46 Jahre alten Ed, ein Freund der Familie gerät. Es ist eine Geschichte über Manipulation, Grooming, emotionalen Missbrauch und darüber, wie leicht ein Kind glauben kann, geliebt zu werden, wenn ihm jemand endlich Aufmerksamkeit schenkt. Besonders erschütternd ist dabei, dass der Roman auf einer wahren Begebenheit aus dem Leben der Autorin beruht. Und genau das spürt man auf jeder einzelnen Seite. Dieses Buch war für mich wirklich schwer zu ertragen. Es gab beim Lesen Momente, in denen ich das Buch weglegen musste um einmal tief durchzuatmen und dunkle Gedanken abschütteln musste. Teilweise hätte ich wirklich (sorry!) kotzen können. Nicht, weil das Buch schockieren will, sondern weil es so perfide leise erzählt ist. So unschuldig und fast niedlich an manchen Stellen. Da ist dieses junge Mädchen, das glaubt, die große Liebe gefunden zu haben. Das sich gesehen fühlt, besonders und wichtig. Weil ein erwachsener Mann genau weiß, welche Worte er benutzen muss, um sie emotional abhängig zu machen. Wie er sie langsam einlullt. Wie er ihr das Gefühl gibt, sie wäre reif genug, freiwillig genug, verliebt genug. Und während man das liest, möchte man sie die ganze Zeit anschreien. Niemals aus Wut auf sie, sondern weil man versteht, was da passiert, während sie selbst noch glaubt, etwas Schönes zu erleben. Der Missbrauch taucht hier nicht als das offensichtliche Monster auf, sondern als etwas, das sich tarnt. Hinter Aufmerksamkeit. Hinter lieben Worten. Hinter vermeintlicher Zärtlichkeit. Noch schlimmer war für mich aber fast das Umfeld. So viele Erwachsene haben das EINFACH GESCHEHEN lassen. Haben weggesehen, es hingenommen, als wäre daran irgendetwas normal. Selbst die eigenen Eltern. Dieses Gefühl von kompletter Schutzlosigkeit hat mich beim Lesen regelrecht fassungslos gemacht und eine beklemmende Leere aufgetan. Diese Therapeutin - unfassbar. Gerade eine Person, die eigentlich helfen, schützen und auffangen sollte, wirkt so erschreckend untätig. So distanziert. Als würde sie ihrer Verantwortung überhaupt nicht gerecht werden. Beim Lesen dachte ich ständig: Irgendjemand muss doch endlich erkennen, was hier passiert. Irgendjemand muss doch handeln. Und Ed… ich glaube selten hat mich eine Figur auf so stille Weise abgestoßen. Diese Schuldumkehr. Dieses permanente Festhalten daran, alles sei völlig normal, völlig richtig, völlig einvernehmlich. Selbst bis zum Schluss. Diese Selbstverständlichkeit, mit der er Grenzen überschreitet und gleichzeitig jede Verantwortung von sich weist, war einfach krank. Aber was mich wirklich fertig gemacht hat, waren die Männer in diesem Buch allgemein. Diese unterschiedlichen Formen von Missbrauch. Diese Selbstverständlichkeit, mit der manche ihre Macht ausnutzen. Teilweise sogar gegenüber den eigenen Töchtern. Es lief mir mehr als einmal kalt den Rücken herunter, weil das Buch einem auf erschreckende Weise zeigt, wie tief solche Strukturen verankert sein können. Und genau deshalb ist das auch nichts, das man einfach irgendwann „hinter sich lässt“. Diese sogenannte Beziehung verschwindet nicht einfach mit einem Schlussstrich. Sie zieht sich weiter durchs ganze Leben. Durch Erinnerungen. Durch Trigger. Durch Situationen, die plötzlich wieder den Atem rauben und alte Wunden aufreißen, obwohl man dachte, sie wären vielleicht endlich etwas verheilt. Und dann sind da diese Begegnungen mit Menschen von damals. Menschen, die gesehen haben. Die hätten eingreifen können. Erwachsene, die Verantwortung hatten und einfach weggeschaut haben. Dieses Wissen hat mich beim Lesen fast noch mehr zerrissen als manches andere. Und trotzdem… oder vielleicht gerade deshalb… halte ich dieses Buch für unglaublich wichtig. Es ist kein Buch, das einen „mitreißt“ im klassischen Sinn. Kein Buch, bei dem man atemlos durch die Seiten fliegt, weil alles so spannend ist. Ich habe es zu Ende gelesen, weil ich nicht wegsehen wollte. Weil ich mitgefühlt habe. Weil ich das Gefühl hatte, dieses Mädchen nicht allein lassen zu dürfen. Und vielleicht auch, weil ich selbst nicht vergessen will, wie solche Geschichten aussehen können. Wie leise sie anfangen. Wie normal sie nach außen wirken. Jetzt sitze ich hier und finde es fast unmöglich, dieses Buch in Sterne zu packen. Denn eigentlich fühlt sich eine Bewertung dafür falsch an. Aber gleichzeitig weiß ich auch: Ohne Bewertungen wird es oft nicht gesehen. Und dieses Buch muss gesehen werden.

  • Silke - Buchgespür -

    5/5

    20.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beklemmend, fordernd und so wichtig

    Gerade in meinem Beruf habe ich mit jungen Menschen zu tun. Vielleicht hat mich dieses Buch deshalb so aufgewühlt. Der Begriff der „Verführung Minderjähriger“ ist allgemein gängig, ihn aus dieser so nahen Perspektive der Protagonistin Tanja zu erleben, war aber etwas völlig anderes. Es war schmerzhaft, eindrücklich und gleichzeitig erschreckend erklärend. Man stellt sich beim Lesen unweigerlich die Frage, wie oft solche gefährlichen Entwicklungen übersehen werden und wie viel Verantwortung eigentlich bei den Erwachsenen im Umfeld liegt. Das Buch hat mich emotional sehr mitgenommen und trotzdem bin ich dankbar, dass es solche Romane gibt, weil sie die Wahrheit zeigen. Die Gedanken und Gefühle eines Mädchens, das lange nicht erkennt, was mit ihr geschieht. Tanja sucht Erklärungen und Entschuldigungen für Eg, ihren 30 Jahre älteren Liebhaber, relativiert, was passiert und fühlt sich mit verantwortlich. Genau das macht es so schwer auszuhalten. Was mich besonders erschüttert hat, war nicht nur die Dynamik zwischen Täter und Opfer. Es war das Umfeld, das nicht eingegriffen hat, obwohl andere Menschen wahrgenommen haben, was sich entwickelt hat und welche Art Beziehung die beiden tatsächlich führen. Der Täter wird weder von Tanjas Familie noch von seinen Bekannten als eindeutig böse dargestellt. Gerade das macht das Geschehen so beunruhigend. Als Leserin nimmt man sehr genau wahr, was hier passiert, erkennt die Grenzüberschreitungen, während sie innerhalb der Geschichte lange nicht klar benannt werden, obwohl Egs Täter-Verhalten schonungslos offengelegt wird. Seine Manipulationen, seine narzisstischen Züge, diese perfide Verschiebung von Verantwortung. Er redet Tanja ein, dass sie diese Beziehung genauso forciert und gewollt hat wie er, um sich selbst von Schuld zu entlasten. Er verletzt sie immer wieder mit seinem Handeln, seinem Kontakt zu anderen Frauen, seiner Rücksichtlosigkeit… Das hat mich so wütend gemacht, es rüttelt aber auch wach. Ich würde raten, sich gut überlegen, wann und ob man dieses Buch liest. Es ist hart, aber absolut passend niedergeschrieben und durch tiefe Emotionen aufklärend.

  • Bewertung

    5/5

    11.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verlorene Unschuld

    Mit diesem Roman erzählt Ulrikka S. Gernes eine wichtige Geschichte über Macht, Abhängigkeit und das Wegsehen der Gesellschaft. Besonders stark ist die Erzählstruktur: Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht es, die damaligen Ereignisse und ihre langfristigen Auswirkungen parallel zu erleben. So wird spürbar, wie sehr die Begegnung das Leben der Protagonistin geprägt hat. Gerade diese Rückblicke sind schwer auszuhalten. Es ist erschütternd zu lesen, wie sich die Dynamik zwischen einem jungen Mädchen und einem deutlich älteren Mann entwickelt – und noch bedrückender, wie viele Menschen im Umfeld einfach wegsehen. Diese Sprachlosigkeit und das fehlende Eingreifen machen das Geschehen umso eindringlicher. Sprachlich überzeugt der Roman auf ganzer Linie. Die klare, schnörkellose Sprache wird immer wieder von poetischen Momenten durchbrochen. Besonders die eingestreuten Briefe sind intensiv gestaltet und geben einen tiefen Einblick in die emotionale Verstrickung der Figuren. Ein wichtiges Buch, das nicht nur eine persönliche Geschichte erzählt, sondern ein gesellschaftliches Problem sichtbar macht. Bewegend, erschütternd und sehr gelungen umgesetzt.

  • Mila Superstar

    aus Bremen

    5/5

    25.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindringliches Zeugnis einer missbräuchlichen Beziehung

    Tanja ist gerade mal 14 Jahre alt, als sie bei einer Ausstellung ihres Vaters den deutlich älteren Schriftsteller Eg kennenlernt. Er schreibt ihr poetische Briefe, umgarnt sie mit seinen Worten. Tanja fühlt sich gesehen; es gefällt ihr, wie eine Erwachsene behandelt zu werden. "Eg ist so jemand, in den man sich leicht verlieben kann." befindet selbst Tanjas Mutter. "Die Welt mit ihren bürgerlichen Normen würde das nur schwer verstehen" schreibt Eg und: "Es gibt nur eine Liebe." Schon bald überredet Eg Tanja, sich mit ihm zu treffen und die beiden werden intim miteinander. Der große Altersunterschied scheint niemanden zu interessieren, weder Tanjas Eltern, noch Egs Familie oder die Künstlerkreise, in denen Eg sich bewegt. Eg rechtfertigt sich immer wieder in seinen Briefen. "Es war keine Verführung, weil auch ich auserwählt worden war." Selbst als Tanja 18 wird, die Schule abschließt und langsam aus der toxischen Beziehung ausbrechen möchte, eigene Erfahrungen sammeln möchte, Andere kennenlernen möchte, hält Eg an ihr fest, will sie nicht gehen lassen, manipuliert sie. Jahre später, Tanja ist inzwischen erwachsen, erkennt sie den Missbrauch, der stattgefunden hat. Das Vertrauen eines Kindes, das Eg ausgenutzt hat. Die Unschuld, die er ihr genommen hat. Die schmerzhafte Erfahrung, die ihr Leben für immer geprägt hat. "In meinem Leben gab es kein Davor, zu dem ich zurückkehren konnte. Ein Mädchen verließ mit vierzehn das Zimmer und wurde nicht mehr gesehen. Ein weißer Fleck auf der Karte. Ein nasser Fleck auf dem Laken. Eine leere Puppe. Ein Loch in der Welt." Die dänische Schriftstellerin Ulrikka S. Gernes erzählt hier keine neue Geschichte, aber eine, die aktueller ist denn je. Sie schreibt schonungslos ehrlich und sehr eindringlich, man ist wütend und erschüttert; die Geschichte lässt einen nicht mehr los. Sehr lesenswert!

  • Fee04

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    22.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Highlight

    „Ein Mädchen verließ mit vierzehn das Zimmer und wurde nicht mehr gesehen. Ein weißer Fleck auf der Karte. Ein nasser Fleck auf dem Laken. Eine leere Puppe. Ein Loch in der Welt.“ (Pos.3741) Ein Mädchen verlässt ein Zimmer und mit ihr verschwindet etwas, das nie wieder ganz zurückkehrt. „Ein Mädchen verließ das Zimmer“ von Ulrikka S. Gernes / Verlag: Gutkind Ein junges Mädchen wird verführt. Nicht mit Gewalt, nicht mit Druck, sondern mit Worten. Mit Briefen, in denen Sehnsucht mitschwingt, in denen von Liebe erzählt wird. Und doch ist diese Liebe ein Verbrechen. An ihrer Person. An ihrem Werden. Ein Verlust ihrer selbst. Nur weiß das junge Mädchen das alles noch nicht. „Niemand versteht die Liebe, niemand außer denen, die sie fühlen.“ (Eg/Brief 05.02.1980) Eg, Schriftsteller, Freund der Eltern, trifft auf Tanja. Vierzehn Jahre alt, eine Bohnenstange, voller Unsicherheit und doch mit einer tiefen Liebe zur Poesie. Zwischen ihnen entsteht ein reger Briefwechsel. Anfangs vielleicht harmlos, doch Eg beginnt, sich in ihre Gedanken zu schreiben. Mit Komplimenten, mit großen Worten, mit der Behauptung, sie sei sein Leben, seine Liebe, seine Sehnsucht. So geschickt, so subtil, dass Tanja sich ebenfalls in ihn verliebt. In einen 46-jährigen Mann. Er spricht von Gleichberechtigung, von Tiefe, von einer besonderen Verbindung. Doch von der Verletzung ihrer Integrität, ihrer Würde, davon spricht er nicht. Und das vielleicht Erschütterndste: Niemand greift ein. Nicht die Eltern. Nicht Freunde. Nicht einmal Fremde. Tanja, kaum älter als Egs eigene Tochter, verliert nicht nur ihre Unschuld,  sondern sich selbst. Wer wäre sie gewesen ohne ihn? Was hätte sie gewollt, wenn seine Worte nicht ihre Gedanken überlagert hätten? „Wie sieht man die Wirklichkeit in der Wirklichkeit? Auch eine Fotografie ist nur ein Ausschnitt.“ (Pos.2767) Dieser Satz beschreibt so viel von dem, was dieses Buch ausmacht. Wir sehen Ausschnitte. Gefühle. Erinnerungen. Und erst nach und nach setzt sich das ganze Bild zusammen: erschütternd, schmerzhaft, klar, unausweichlich. Tanja liebt. Sie gibt sich hin. Und genau darin liegt die Tragik. Denn sie ist nicht Opfer im klassischen Sinne und doch ist sie es in jeder Faser ihres Seins. Eg nimmt sich, was er will, und nennt es Liebe. Und sie glaubt ihm. Selbst Jahre später kann er sie nicht loslassen. Seine Worte finden immer wieder ihren Weg zu ihr. Und Tanja schafft es nie ganz, sich zu befreien. Erst als erwachsene Frau - in einer gesunden Beziehung, an der Seite eines Mannes in ihrem Alter - beginnt sie zu verstehen. Beginnt zu begreifen, was ihr genommen wurde. Dass es Worte für das gibt, was geschehen ist, dass es Gesetze dafür gibt. Paragraf 223, Absatz 2, Strafgesetzbuch. Doch was hilft ihr der Paragraf heute? Was kann er ihr zurückgeben? Nichts! Und es bleibt die Frage, warum hat niemand etwas getan? Warum hat man das zugelassen? „Du wurdest geschaffen, um mein zu sein. Eine solche Liebe setzt man nicht aufs Spiel. Als Du nichtsdestotrotz Sonne und Mond verwechseltest, verloren wir einander.“ (Pos.3692) Diese Worte sind schwer zu ertragen. Weil sie so viel offenlegen. Besitz. Manipulation. Verdrehte Realität. Die Autorin klagt nicht an. Sie verurteilt nicht. Und genau darin liegt die Wucht dieses Buches. Sie erzählt. Lässt uns fühlen. Lässt uns eintauchen in Tanjas Gedankenwelt, erst die des Mädchens, dann die der Frau, die zurückblickt und versucht zu verstehen. Man spürt die verlorene Kindheit. Die Verwirrung. Die Sehnsucht nach etwas, das sich als Illusion entpuppt. Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight. Fließend, eindringlich, voller Emotionen. Jeder Satz sitzt, jede Zeile hallt nach. Es ist keine laute Geschichte, aber eine, die lange bleibt. Ein Buch, das erschüttert und das wehtut. Und ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.

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    Luna

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    5/5

    11.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Findest du eigentlich, dass Blau und Grün gut zusammenpassen?"

    Diese Rezension könnte Spoiler enthalten: "Was ich ihm schreibe, sind Einsichten, die viele Jahre hindurch in mir zur Erkenntnis heranreifen mussten, ehe ich in der Lage war, mich ihnen der Sprache zu nähern, ergänzt durch eine ganz neue Entdeckung - dass die Klarheit des Rechts auf meiner Seite steht. Oder gestanden hätte, wenn der Fall nicht verjährt wäre." "Ein Mädchen verließ das Zimmer" von Ulrikka S. Gernes, übersetzt von Ursel Allenstein, hat mich wirklich wütend gemacht. Es hat mich wütend gemacht, weil dieser Roman keine Fiktion ist sondern die Realität von vielen FLINTA* - Personen. In dem Buch erzählt uns Tanja von ihrer "Beziehung" mit dem berühmten Autor Eg. Die Erzählung beginnt 1980 als Tanja vierzehn Jahre alt ist und Eg mitte Vierzig. Sie lernen sich bei einer Veranstaltung kennen wo sie sich direkt ineinander verlieben. Es folgen viele Briefe und bald schon Treffen. Mit fünfzehn wird Tanja von Eg entjungfert. Jeder in ihrem Umfeld unterstützt ihre Beziehung oder sieht sie gar als normal an. Die schöne junge Freundin mit dem berühmten Schriftsteller, eine absolute Traumvorstellung. Auch als Tanjas Eltern von ihrer Beziehung erfahren, machen diese keine Anstalten diese Beziehung zu hinterfragen. Was darauf folgt ist eine ewige emotionale Abhängigkeit und über griffiges Verhalten. An vielen Stellen wurde mir beim lesen schlecht. Ein junges Mädchen das von einem erwachsenen Mann manipuliert und missbraucht wird. Das gesamte Buch ist aus der Sicht von Tanja geschrieben, was vor allem den Anfang sehr romantisiert dastehen lässt. Ist aber verständlich, es ist als würde man das Tagebuch einer verknallten vierzehn Jährigen lesen. Das macht es aber so unangenehm. Man ist wütend und fassungslos. Man will die Eltern von Tanja schütteln, sie anbrüllen oder gar Eg vertreiben. Aber es nütz nichts, egal wie sehr ich mein Buch angeschrien habe, niemand hat auf mich gehört. Was für mich aber ein ganz wichtiger Schlüsselmoment ist sind die Einträge von 2020-2022 wo die erwachsene Tanja alles aufarbeitet und realisiert. Sie versucht Eg verständlich zu machen was er ihr angetan hat aber der sieht keine Schuld bei sich. Es ist frustrierend, weil ihm bis zu seinem Tod nichts passieret. Es gibt keine Gerechtigkeit für Tanja, keine Erlösung. So ist es auch oft heute noch. Ulrikka S. Gernes hat es wirklich geschafft, all das Unangenehme in diesen Roman zu packen Auch die Übersetzung von Ursel Allenstein hat mir wirklich gut gefallen. Der Schreibstil war toll und auch die poetischen Briefe waren teils schön (unschön, wenn man sich wieder daran erinnert, dass sie in dem Buch von einem Vierzigjährigen verfasst sind). Ich finde es wichtig, dieses Buch zu lesen und aufmerksam auf solche Verhaltensmuster und Themen zu machen!

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