Was passiert, wenn ein Räuber aus einem Bilderbuch herauspurzelt? Er begibt sich gleich auf Beutezug? Weit gefehlt! Er braucht einen neuen Job. Kein Problem, mit seinen Fähigkeiten! Schließlich kann er klettern, verschlossene Dinge öffnen, mit Messern jonglieren und er kennt sich mit Gold aus! Doch die Jobsuche gestaltet sich schwieriger als gedacht …
Ausstattung: durchgehend 4-farbig illustriert
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Wenn ein Räuber plötzlich zum Fall für die Agentur für Arbeit wird
Bewertung am 24.04.2026
Bewertungsnummer: 3118868
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Bilderbuch kommt mit einer ziemlich schrägen Ausgangsidee daher: Ein Räuber purzelt einfach aus einem Buch heraus und landet in einer ziemlich profanen Realität. Kein Wald, kein Beutezug, keine Räuberbande. Stattdessen steht die Frage im Raum, was man mit so einem Räuber eigentlich anfängt. Ehe der Räuber irgendein krummes Ding drehen kann, beschließt das Mädchen, aus dessen Buch er gefallen ist, die Sache pragmatisch anzugehen und bringt ihn zur Agentur für Arbeit.
Dort wird dann erstaunlich optimistisch geprüft, wofür der Räuber geeignet sein könnte. Auf seiner Liste mit besonderen Fähigkeiten hat er eingetragen, dass er klettern kann, verschlossene Dinge öffnen, mit Messern jonglieren und Kenntnisse über Goldschätze besitzt. Für einen Räuber ist das natürlich ein tadelloser Lebenslauf. Für die reguläre Arbeitswelt sieht das schon etwas komplizierter aus.
Gerade diese nüchterne Gegenüberstellung von Räuberkompetenzen und Berufsalltag ist herrlich witzig. Der Räuber versucht sich als Dachdecker, doch das Ergebnis sieht eher nach Sturmschäden als nach professionellem Handwerk aus. Beim Schlüsseldienst zeigt sich schnell, dass sein Verständnis von Öffnen nicht ganz dem entspricht, was man unter professionellem Kundenservice versteht. Auch als Koch ist er weniger eine Bereicherung als ein Sicherheitsrisiko, und bei der Bank scheitert es letztlich nicht nur am Umfeld, sondern auch daran, dass ein Räuber in voller Montur zwischen geschniegelt auftretenden Angestellten einfach denkbar fehl am Platz wirkt.
Das Schöne ist aber, dass das Buch sich nicht damit begnügt, eine lustige Szene an die nächste zu reihen. Der Räuber ist keine bloße Witzfigur. Er ist traurig, als keiner dieser Jobs wirklich passt, wodurch die Geschichte eine ganz andere Wärme bekommt. Hinter dem Humor steckt eben auch die Frage, wohin jemand gehört, dessen Fähigkeiten zwar echt sind, aber nirgendwo so recht hineinpassen.
Als das namenlose Mädchen ihn dann mit in die Schule nimmt, ist das mehr als nur die nächste Station. Dort öffnet sich endlich eine Tür, die nicht nur für eine Pointe gut ist, sondern tatsächlich zu ihm passt. In der Bibliothek wird Personal gesucht und ausgerechnet dort findet dieser Räuber, der ursprünglich aus einem Buch gefallen ist, seinen Platz wieder zwischen Geschichten. Das ist als Idee so schön rund, dass man beim Vorlesen automatisch schmunzeln muss. Und dass am Ende offenbar ein paar zusätzliche Bücher in der Bibliothek gelandet sind, setzt der Geschichte noch so ein freches kleines Augenzwinkern auf.
Auch die Gestaltung passt hervorragend dazu. Die Illustrationen haben etwas Eigenwilliges und Unaufgeregtes, das sehr gut mit dem Humor des Textes harmoniert. Sie wollen nicht geschniegelt niedlich sein, sondern tragen diesen trockenen, leicht schrägen Ton mit. Gerade dadurch wirken sie passend. Man spürt in ihnen Bewegung, Komik und zugleich etwas angenehm Altmodisches, das der Geschichte gut steht.
Insgesamt ist Räuberbuch für mich vor allem eine sehr unterhaltsame, kurze Vorlesegeschichte mit einer ungewöhnlichen Idee, die nicht auf Klamauk reduziert wird. Der Humor funktioniert, weil der Räuber nicht bloß Chaos anrichtet, sondern mit ernsthafter Überzeugung versucht, irgendwo unterzukommen. Unterhaltsam, originell und mit einem sehr schönen, augenzwinkernden Ende.
Witzige Geschichte über einen Räuber, der aus einem Buch purzelt
Anjas Druckbuchstaben aus Rotenburg am 28.04.2026
Bewertungsnummer: 3122683
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ist es euch schon einmal passiert, dass eine Figur aus einem Buch direkt vor euren Füßen landet? Nein? Dann wird es Zeit für dieses Lese-Abenteuer.
Bei der Buchfigur handelt es sich um einen waschechten Räuber. Damit er nicht auf dumme Gedanken kommt, werden seine Fähigkeiten analysiert und er probiert sich in einigen neuen Jobs aus. Mit seinen Fähigkeiten und seinem Kleidungsstil, ist es nicht so einfach, ihn in unsere Welt zu integrieren. Letztlich findet er aber eine ganz wunderbare neue Aufgabe.
Ich weiß nicht genau, was Kinder so sehr an Räubern fasziniert, aber hier Zuhause wurde das Thema sehr interessiert aufgenommen. Zusammen haben wir die witzigen Situationen des Räubers verfolgt.
Autorin Lena Anlauf katapultiert den fiktiven Räuber in unsere reale Welt und verpasst ihm auf witzige und einfühlsame Weise einen neuen Job. Aus meiner Sicht wären ab und zu noch ein paar mehr erklärende Worte hilfreich gewesen.
Illustriert wurde die Geschichte von Judith Auer, die mit ihren Bildern ganz wunderbar diese ungewöhnlichen Situationen festhält.
Fazit:
Witzige Geschichte über einen Räuber, der aus einem Buch purzelt und anschließend eine neue Aufgabe in unserer Welt sucht. Ein tolles Beispiel dafür, dass nicht jede Idee immer gleich ein Treffer ist. Manchmal muss man erst einiges ausprobieren, bis man seine Bestimmung findet.
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