Auf jede erkennbar autistische Person, die uns begegnet, kommen unzählige verborgene Autist:innen, die als neurotypisch durchgehen, weil sie ihre autistischen Züge bewusst überspielen. Diese sogenannte Maskierung ist eine gängige Bewältigungsstrategie, um sich den gesellschaftlichen Normen anzupassen. Dazu gehört, dass eigentlich harmlose stereotype Bewegungen unterdrückt und Kommunikationsprobleme ignoriert werden, Betroffene sich als angepasst und sanftmütig präsentieren und sich in Situationen zwingen, die starke Ängste auslösen, damit sie nicht als hilflos oder seltsam angesehen werden. Maskierung führt dazu, dass Autismus oft erst spät erkannt wird, nicht selten im Erwachsenenalter wie bei Dr. Devon Price – und sie geht auf Kosten der psychischen Gesundheit mit Folgen bis hin zum Burnout. Dr. Devon Price berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Maskierung und verbindet sozialwissenschaftliche Forschung, konkrete Handlungsempfehlungen und echte Fallbeispiele, um die Geschichte der Neurodivergenz aus einer Insiderperspektive neu zu erzählen. Für Dr. Price und viele andere ist Autismus eine Quelle der Einzigartigkeit und Schönheit. Leider bedeutet das Leben in einer neurotypischen Welt, dass er auch eine Quelle der Entfremdung und des Schmerzes sein kann. Die meisten verborgenen Autist:innen leiden still jahrzehntelang, bevor sie entdecken, wer sie wirklich sind. Viele werden aufgrund ihrer Ethnie, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Klasse und anderer Faktoren zusätzlich an den Rand gedrängt, was ihr Leiden und ihre Unsichtbarkeit noch erhöht. Dr. Price legt mit diesem bahnbrechenden Buch den Grundstein für die Entmaskierung und bietet Übungen an, die zur authentischen Selbstentfaltung ermutigen, darunter: - Spezialinteressen zelebrieren, - autistische Beziehungen pflegen, - Autismusklischees hinterfragen - und die eigenen Werte wiederentdecken. Es ist an der Zeit, die Bedürfnisse, Vielfalt und einzigartigen Stärken autistischer Menschen zu würdigen, damit sie sich nicht länger hinter ihrer Maske verstecken müssen – und es ist an der Zeit für eine größere öffentliche Akzeptanz unserer Unterschiedlichkeit. Wenn wir Neurodiversität wertschätzen, können wir alle von den Vorteilen der Nonkonformität profitieren und lernen, authentisch zu leben, Autist:innen und Neurotypische gleichermaßen.
Kundinnen und Kunden meinen
2.8/5.0
Bewertung
5/5
09.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gut!
Eins der besten Bücher die ich je gelesen habe, die praktischen Übungen gefallen mir sehr gut, es hilft zu verstehen warum Autismus eine Behinderung ist. Es zeigt aber vor allen Dingen auch die positiven Seiten auf und hilft diese zu zelebrieren und sich auch darauf fokussieren zu können.
Bewertung
4/5
25.03.2026
eBook (ePUB 3)
Ein aufschlussreicher Blick auf versteckten Autismus
Das Buch bietet wertvolle Einblicke in das Maskieren von autistischen Merkmalen und die psychischen Belastungen, die damit einhergehen. Der Autor erklärt verständlich, warum viele Autisten ihre Eigenschaften verstecken und welche Auswirkungen das auf ihr Wohlbefinden hat. Besonders gut gefallen haben mir die persönlichen Geschichten und die Mischung aus Theorie und praktischen Tipps.
Das Buch ist sehr informativ und regt zum Nachdenken an, könnte aber an manchen Stellen noch konkretere Handlungsempfehlungen bieten. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die mehr über Autismus erfahren möchten.
Bewertung
1/5
11.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht hilfreich
"Was will der Autor damit sagen?" war während meiner Schulzeit immer eine Frage, die in Verbindung mit Texten gestellt wurde. Bei einem Sachbuch kommt dazu die Frage nach der Zielgruppe.
Auf beide Fragen muss ich, nachdem ich das Buch angefangen habe zu lesen, sagen, ich weiß es nicht. Sind Allisten, die von dem Autor kreierte Bezeichnung für "normale" Menschen, die Adressaten, so werden diese die dargestellten Verhaltensweisen von Autisten vermutlich als skurril auffassen, sind es Autisten, so ist es für sie eine Qual, sich durch den merkwürdigen, unnatürlichen Sprachstil aus Oberflächlichkeiten, Neologismen und diverser grammatikalischer Fehler zu kämpfen.
Es wird somit in meinen Augen nichts "entmaskiert", wie der Titel es verheißt, sondern allein die Sichtweise des Autors dargelegt. Die vielen Referenzen mögen als Basis derselben gemeint sein, werden jedoch durch den Srachstil entwertet.
Bewertung
aus Dessau-Roßlau
1/5
29.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schlechter und nicht barrierefreier Schreibstil, zudem am Thema vorbei
Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, da das Thema „maskierter Autismus“ relevant und wichtig ist. Inhaltlich gibt es durchaus interessante Ansätze und einzelne Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck für mich klar negativ – und das hat mehrere Gründe.
Das größte Problem ist die Sprache. Das Buch ist aus meiner Sicht nicht barrierefrei geschrieben. Insbesondere die konsequente Verwendung künstlicher Neologismen wie „sier“ oder „siem“ führt dazu, dass der Lesefluss permanent unterbrochen wird. Diese Begriffe sind nicht etabliert und müssen beim Lesen jedes Mal aktiv verarbeitet werden. Für Leser, die stark leseflussorientiert sind – was bei Autismus nicht selten vorkommt – entsteht dadurch eine unnötig hohe kognitive Belastung. Der Text wird anstrengend, stellenweise mühsam, und führt immer wieder zu Aufmerksamkeitsabbrüchen. Das ist besonders problematisch, weil das Buch sich gerade an eine Zielgruppe richtet, für die sprachliche Klarheit und Konsistenz entscheidend sein kann.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um etablierte Formen gendergerechter Sprache wie „Autist:innen“, sondern um frei erfundene Begriffe, die keinen festen sprachlichen Anker haben. Diese Entscheidung wirkt weniger inklusiv als vielmehr exkludierend gegenüber einem Teil der Leserschaft.
Hinzu kommt eine deutliche inhaltliche Schwerpunktverschiebung: Statt sich primär mit Autismus und Maskierung zu befassen, widmet sich das Buch über weite Strecken Themen wie Geschlechtsidentität, gesellschaftlicher Marginalisierung und intersektionalen Perspektiven. Diese Themen sind für sich genommen legitim und wichtig – sie entsprechen jedoch nicht der Erwartung, die durch Klappentext und Titel geweckt wird. Wer ein Buch über Autismus sucht, bekommt hier zu einem großen Teil etwas anderes.
Auch der Tonfall ist nicht durchgehend neutral. Das Buch ist stark von einer aktivistischen Perspektive geprägt. Teilweise entsteht der Eindruck einer klaren Gegenüberstellung von „Autisten“ und „Neurotypischen“, wobei letztere häufig pauschal negativ dargestellt werden. Das verstärkt eher bestehende Gräben, statt differenziert aufzuklären.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das inhaltlich durchaus Potenzial hat, dieses aber durch sprachliche und konzeptionelle Entscheidungen erheblich einschränkt. Für Leser, die mit dieser spezifischen Schreibweise und Perspektive gut zurechtkommen, kann es wertvolle Impulse bieten. Für andere – insbesondere für diejenigen mit hoher Sensibilität für Lesefluss und sprachliche Konsistenz – wird die Lektüre jedoch schnell zur Belastung.
Es entsteht der Eindruck, dass das Buch ursprünglich für Menschen gedacht war, die transgender und Autisten zugleich sind, sich dann aber zugunsten der Verkaufszahlen dazu entschieden wurde, es einfach etwas auszubauen, um die Zielgruppe zu erweitern. Das ist nicht schön.
Ich habe das Buch letztlich nicht zu Ende gelesen. Nicht aus Desinteresse am Thema, sondern weil die Art der Darstellung den Zugang unnötig erschwert.
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