Valeria Woodville ist frisch verheiratet, als sie erfährt, dass ihr Mann nicht nur verwitwet ist, sondern ihre Vorgängerin mit Arsen vergiftet haben soll. Freispruch aus Mangel an Beweisen. Seine Ablenkungsmanöver durchschaut Valeria sofort – und nun liegt es an ihr, einem dunklen Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen ...
Mit Valeria Woodville erschuf Wilkie Wollins in Gesetz und Frau (1875) eine der ersten weiblichen Ermittlerinnen überhaupt. – Mit einer kompakten Biografie des Autors.
»Wilkie Collins, Meister des Cliffhangers«
The Guardian
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Eine der ersten weiblichen Ermittlerinnen - und was für eine!
Eternal-Hope aus Österreich am 11.05.2026
Bewertungsnummer: 3134920
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein Krimi aus dem Jahr 1875 mit einer weiblichen Ermittlerin, herausgegeben im Reclam Verlag, der in den letzten Jahren ein Händchen für die Wiederentdeckung literarischer Perlen mit besonderem Bezug zu Frauen bewiesen hat? Das klang spannend, so etwas wollte ich unbedingt lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Wer sich komplett überraschen lassen möchte, der sehe davon ab, die Beschreibung auf der Rückseite des Buches zu lesen, denn diese nennt schon ein Detail, das bei der Lektüre erst nach 100 oder mehr Seiten bekannt werden würde. Doch tut dies dem Lesegenuss keinen Abbruch, auch wenn ich mich bemühen werde, in dieser Rezension nicht zusätzlich zu spoilern.
Was ich jedenfalls sagen kann: im Zentrum dieses unterhaltsamen Kriminalromans steht die 23-jährige Valeria, frisch verheiratet und schon mit einer großen Herausforderung in Bezug auf ihre Ehe konfrontiert. Die junge Frau ist leidenschaftlich in ihren Mann Eustace verliebt, außerdem intelligent, gewitzt und selbstbewusst - eine mir sehr sympathische Hauptperson! So macht sie sich auf, um einen Mord neu aufzuklären, bei dem das Gericht kein eindeutiges Urteil fällen konnte.
Geschrieben wurde das Buch zu einer Zeit, in der die inneren Uhren der Menschen wohl etwas langsamer tickten als heute. So bleibt Zeit für vieles: für ein ausführliches Durchsuchen eines Zimmers, lange Unterhaltungen, diverse Beobachtungen. In viele kurze Kapitel aufgeteilt ist das Buch aber insgesamt so unterhaltsam und interessant geschrieben, dass ich mich an keiner Stelle gelangweilt, sondern immer gut unterhalten gefühlt habe.
Dazu bekommt man einen guten Einblick in das viktorianische Großbritannien gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in das herrschende Klassensystem sowie einerseits in die Begrenzungen der Geschlechterrollen, aber andererseits auch in die offensichtlich durchaus vorhandenen Möglichkeiten, damit spielerisch flexibel umzugehen, wie die selbstbewusste Valeria es tut.
Auch Menschen, die nicht in die gängigen Geschlechterrollen passen bzw. eine Person mit einer starken körperlichen Beeinträchtigung, aber gleichzeitig wachem Geist, spielen in diesem Buch eine Rolle.
Insgesamt sind die Charaktere alle detailliert und unverwechselbar ausgearbeitet, das Buch verfügt über einen gut konstruierten Spannungsbogen, war bis zum Ende für mich interessant zu lesen und hat mich für den mir bis dahin unbekannten Autor Wilkie Collins eingenommen, sodass ich nun gerne noch weitere Bücher von ihm lesen würde.
Wenn die eigene Ehe zum Kriminalfall wird
Alrik Gerlach (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 16.04.2026
Bewertungsnummer: 3110757
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Frisch verheiratet und plötzlich steht da dieser eine Gedanke im Raum der alles vergiftet hat. War der eigene Mann ein Mörder? Genau da packt einen die Geschichte und lässt nicht mehr los.
Valeria ist keine, die sich abspeisen lässt. Während ihr Umfeld lieber wegschaut, geht sie dahin wo es unbequem wird. Und genau das macht sie so stark. Beim Lesen entsteht schnell dieses Gefühl von Respekt. Gleichzeitig denkt man sich immer wieder ob sie sich da nicht gerade selbst in Gefahr bringt.
Die Story lebt weniger von Action und mehr von diesem unterschwelligen Druck. Geheimnisse, Andeutungen, kleine Details die sich erst nach und nach zusammensetzen. Man merkt einfach, dass hier jemand schreibt, der Spannung verstanden hat lange bevor das Genre überlaufen war.
Klar, manches zieht sich. Diese ausführlichen Beschreibungen und Gedankengänge sind typisch für die Zeit. Da erwischt man sich schon dabei wie man denkt komm jetzt auf den Punkt. Aber dann kommt wieder so ein Moment der einen komplett reinzieht.
Unterm Strich bleibt ein Krimi der mehr über Menschen erzählt als über das Verbrechen selbst. Und eine Hauptfigur, die ihrer Zeit meilenweit voraus ist. Ziemlich beeindruckend wenn man bedenkt wann das geschrieben wurde.
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