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Zauberberg 2 Roman | Todtraurig. Todkomisch. Heinz Strunks Hommage an Thomas Manns "Zauberberg"

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

21463

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2026

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,6/12,2/2,3 cm

Gewicht

242 g

Farbe

Graugrün

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-01547-2

Beschreibung

Rezension

Ein Kosmos der Verlierer. Alles rülpst, furzt, stinkt – und gerade diese erzählerische Niedertracht macht diese Prosa zum Ereignis. ("sueddeutsche.de")
Es ist ein sehr trauriges und ein sehr gutes Buch, und am besten dürften den Zauberberg 2 womöglich Leser verstehen, die den ersten Zauberberg gar nicht kennen. ("Die Zeit")
Mit seinen dichten Milieustudien ist Strunk der Alfred Döblin unserer Tage, nur mit mehr schwarzem Humor. ("Cicero")
Eine listige Hommage ohne Kniefall ("Profil")
Es gibt lustige Szenen, aber sie sind nicht das Beste. Das Beste sind die, in denen eine Gruppenübung gut läuft. Sich über Menschen lustig zu machen, ist viel einfacher, als sie dabei zu beobachten, wie ihnen etwas gelingt. ("Frankfurter Rundschau")
Erneut erweist sich Strunk dabei als Meister einer humorvollen Überzeichnung, die niemals platte Satire wird. Die Klinik ist bei ihm kein Sonderraum für Freaks, sondern ein Ort, der den ganz normalen Irrsinn des Sozialen sichtbar macht. ("der Freitag")
Ein ganz eigenständiges Werk und atmosphärisch dicht. Zauberberg 2 ist gelungen - und auch eine Verbeugung. ("NDR "Kulturjournal"")
Versteht man umgekehrt Thomas Mann erst richtig oder anders, wenn man Strunk gelesen hat? Das könnte schon eher sein. ("Welt am Sonntag")
Manche Strunksätze klingen nach Thomas Mann, manche Mannsätze nach Heinz Strunk. Letztlich braucht das Buch aber weder im Schatten noch im Glanz des Vorbilds zu stehen. ("WDR Westart Lesestoff")
„Zauberberg 2“ ist ein weiterer Beweis dafür, wie man seelischen Verwerfungen mit viel literarischem Schwung und großem Anstand auf den Grund geht. ("Kleine Zeitung")

Produktdetails

Verkaufsrang

21463

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2026

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,6/12,2/2,3 cm

Gewicht

242 g

Farbe

Graugrün

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-01547-2

Herstelleradresse

Rowohlt Taschenbuch
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • Bewertung

    5/5

    30.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dreimal gut.

    Heinz Strunk ist Heinz Strunk. Ich hab das Buch dreimal gelesen und werde es wahrscheinlich ein viertes Mal tun. Vergleiche zwischen dem Original Zauberberg von Thomas Mann und dem Werk von Heinz Strunk verbieten sich.

  • Eliza

    5/5

    19.01.2025

    Hörbuch-Download

    Schöne Hommage an den Zauberberg

    Eine sehr süffisante und kraftvolle Hommage an den Zauberberg von Thomas Mann, die mir sehr gut gefallen hat. Sehr intensiv, einprägsam und charakterbeschreibend erzählt der Autor die Erlebnisse von Jonas Heidbrink, der versucht in einem Sanatorium im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sehr eindrucksvoll beschreibt der Autor die Erlebnisse und Ereignisse zwischen Heidbrink, den Heimbewohnern und den dortigen Bediensteten. Dabei schafft er es immer wieder ernsten Themen eine süffisante Untermalung hinzuzufügen. Ich habe mich köstlich amüsiert. Auch die sehr detailreiche Beschreibung von Charakteren und der Umgebung haben mein Kopfkino enorm bereichert. Dabei schafft es der Autor banale Verhaltensweisen der handelnden Figuren eher wie ein Feuerwerk, als eine Erzählung wirken zu lassen. Der Autor spricht das Hörbuch selbst und man merkt, wie viel Spaß er selbst an der Geschichte hat. Ein großartiges Hörerlebnis mit der Prämisse, dass dies nicht das letzte Buch von diesem Autor sein wird, was ich mir genehmigen werde.

  • MarieOn

    5/5

    23.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gewohnt bissig und gewürzt mit kleinen Dramen

    Heidbrink ist schlaflos. Im Grunde braucht er sich keine Sorgen zu machen. Der Verkaufserlös aus seiner Erfindung hat ihm ein feines Sümmchen eingebracht. Während er todmüde/hellwach den bekannten nächtlichen Juckreiz überwindet und sich bäuchlings tief in die Matratze gräbt, kommt ihm ungebeten das Wort Betriebskörperschaft in den Sinn. Und aus hellwach wird glockenhellwach. Fünf Stunden Überland, dann kommt das Schlösschen in Sicht, unübersehbar, weil es weit und breit nichts gibt. Als sich zu der Schlaflosigkeit Weinkrämpfe gesellten, musste Heidbrink etwas unternehmen. Jetzt hat er sich für vier Wochen in ein Sanatorium in der Uckermark eingemietet. Kost und Logis vom Feinsten, verspricht die Internetpräsenz und noch dazu fähige Ärzte, die sich seines kleinen Spleens annehmen. Schwester Irene nimmt ihn in Empfang und er könnte sich kaum besser aufgehoben fühlen. Man sieht vor, dass er sich im großen Speisesaal gütlich tut, bevor ein Erstgespräch stattfindet, doch das würde er zu gerne vorziehen, sein Magen ist noch vom Avokadosandwitch gefüllt. Er wird an einen Sechsertisch geführt, an dem außer ihm nur ein weiterer Herr sitzt, der pampig grüßt und in sein Handy glotzt. Warum er hier ist, fragt Dr. Reuter, behandelnder Psychiater. Auf den Kopf stellt ihn Börner, Allgemeinmediziner und findet auch sogleich eine melanomverdächtige Hautveränderung und eine sehr wahrscheinlich tumorös veränderte linke Niere. Heidbrink ist wirklich froh, hier zu sein. Fazit: Heinz Strunk hat es wieder getan. Mit großem Zynismus blickt er auf seine Mitmenschen. Schickt seinen wohlstandsverwöhnten Protagonisten in ein Sanatorium à la Thomas Mann. Man kümmert sich um seine Bedürfnisse und nimmt ihn wahr. Hier bekommt sein eigentlich sinnloses, einsames Leben einen neuen Reiz. Hier gilt er etwas. Der Tag ist getaktet mit regelmäßigen Essenszeiten, Vitalwertkontrollen, Einzel- und Gruppentherapien, Musik-und Tanztherapien, Fototherapien und Kulturabenden. Bei Heinz Strunk ist niemand einfach nur unsicher in sozial fremder Gesellschaft. Nein, bei ihm wird die Jugend ersinnt, das individuelle Anderssein konterkariert vom starken Gefühl dazugehören zu wollen, bis jeder Leserin klar wird, wie beschissen sich der Protagonist fühlt. Ich mag die bissigen Zuschreibungen von fleckiger, zu heller Haut, Mundgeruch und Schleimabsonderungen. Strunk schreibt sehr genau und ausgiebig über Männer, zeigt, wie sie aussehen, riechen, denken, welche Ängste und Nöte sie umtreiben, macht sie nahbar und weckt Mitgefühl mit den „alten weißen Männern“. In diesem Setting treffen sie alle aufeinander, die, die ihre Macken gepflegt haben und sich eine solche Rundumbehandlung leisten können. Ich bin ein großer Fan von Heinz Strunks ironischer Betrachtungsweise und seiner Gabe, kleine Dramen zu produzieren.

  • drawe

    aus Landau

    5/5

    09.12.2024

    Hörbuch (Audio)

    Absurditäten des Lebens

    1914 wurde Thomas Manns „Der Zauberberg“ veröffentlicht, und 100 Jahre später erweist u. a. auch Strunk dem Meister seine Reverenz. Er hat seinen Zauberberg sehr genau gelesen, die Parallelen, teilweise auch Übernahmen sind deutlich. Man muss allerdings „Zauberberg 1“ nicht kennen, um trotzdem Strunks Roman zu folgen. Strunk versetzt die Handlung kompromisslos in die Gegenwart und bedient damit wie Thomas Mann das Genre des Zeitromana. Das Sanatorium liegt an der polnischen Grenze, isoliert und fernab jedes menschlichen Getümmels, wie gehabt, und die Patienten sind nicht lungenkrank, sondern leiden an psychischen Problemen. Jonas Heidbrink, der Protagonist, begibt sich freiwillig dorthin und wird, wie Hans Castorp, im Lauf der Zeit von der Klinik aufgesogen, die Zeit verliert ihre Bedeutung, und die Außenwelt versinkt. Der Klinikalltag ist eintönig und wird von merkwürdigen Behandlungen strukturiert, und hier zeigt sich schon Strunks Freude an der Übertreibung, am Sarkasmus oder auch an der ironischen Brechung seiner Vorlage. Auch die Mitpatienten sind ein Reigen skurriler Gestalten, jeder für sich isoliert, von Weltschmerz gebeutelt. Sehr originell fand ich die Figur des Mitpatienten Zeissner, mit dem Strunk die Figuren Settembrini und Naphta karikiert. Strunk lässt diesen Alles-Erklärer seine nur vordergründig philosophisch eingefärbten Monologe führen, die niemlas zum Ende und auch niemals zum Punkt kommen. Seine Sentenzen erinnern an billige Kalendersprüche und verstecken ihre Oberflächlichkeit hinter einem anspruchsvollen Vokabular. Und Strunk wäre nicht Strunk, wenn es nicht gelegentlich auch eklig zuginge. Strunks Beobachtungsgabe ist so scharf wie sein Vokabular. Sein Blick auf seine Mitmenschen ist provokant, zugleich unbestechlich und ironisch bis hin zum Zynismus, aber zugleich sieht er auch das Menschliche in seinen Figuren. Diese eigenartige Mischung aus Mis- und Philanthropie zeigt sich auch in seinem unglaublichen Sprachwitz, der nie nur für sich dasteht, sondern immer verbunden ist mit einer Erkenntnis von Absurditäten des Lebens. Das Hörbuch wird vom Autor selbst eingelesen. Strunks Lesung ist nicht mit der geschulten Stimme eines Schauspielers zu vergleichen; er haspelt und verhustet sich auch gelegentlich, aber das alles macht sein temporeiches Vorlesen sehr authentisch und letztlich zu einem Vergnügen. 4,5/5*

  • yellowdog

    4/5

    28.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Sound des Heinz Strunk

    Heinz Strunk ist ein Phänomen in der deutschen Literatur. Zwischen seinem Mix aus Comedy und Anspruch traut er sich alles zu. Jetzt sogar Thomas Manns Zauberberg, ein ehrfurchteinflößendes Werk. Darin gerät ein Mann in die Faszination eines Kurbetriebs und bleibt jahrelang in Davos. Bei Heinz Strunk geht es erst einmal etwas schlichter zu. Der Protagonist, Jonas Heidbrink, begibt sich auch auf eine Kur, aber nicht auf Davos. Dennoch ist die Klinik eine kleine abgeschlossene Gesellschaft für sich. Aber Patienten kommen, Patienten gehen. Jonas fällt es anfangs nicht leicht, sich einzuleben. Jonas ist ein typischer Strunk-Charakter. Eigentlich intelligent, ist er teilweise auch verpeilt. Seien Gedankengänge sind für den Leser amüsant. Heinz Strunk arbeitet die Peinlichkeiten des alltäglichen Lebens klar heraus. Das gilt auch für die Absurditäten des Alltags. Manche Passagen sind zwar gut gemacht, doch oft wirkt Jonas in seinen Gedankengängen zu schlicht. Das wundert mich, da er doch so ein erfolgreicher Mann ist. Einige gute Formulierungen in Zauberberg 2 bleiben hängen, doch was Thomas Mann bot, kann Strunk nicht liefern. Es fehlt an Komplexität, die Dialoge sind zu schlicht, die Nebenfiguren zu eindimensional. Irgendwie macht Strunk dann doch zu wenig aus dem Stoff. Seine letzten Romane Es ist immer so schön mit dir und Ein Sommer in Niendorf sowie seine Kurzprosa hatten mich mehr überzeugt. Aber der typische Heinz Strunk-Sound ist da und deshalb lohnt es sich, den Zauberberg 2 zu lesen.

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