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Zauberberg 2 Roman | Todtraurig. Todkomisch. Heinz Strunks Hommage an Thomas Manns "Zauberberg"

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.11.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20,7/13,2/2,8 cm

Gewicht

373 g

Farbe

Graugrün

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00711-9

Beschreibung

Rezension

Ein Kosmos der Verlierer. Alles rülpst, furzt, stinkt – und gerade diese erzählerische Niedertracht macht diese Prosa zum Ereignis. ("sueddeutsche.de")
Es ist ein sehr trauriges und ein sehr gutes Buch, und am besten dürften den Zauberberg 2 womöglich Leser verstehen, die den ersten Zauberberg gar nicht kennen. ("Die Zeit")
Mit seinen dichten Milieustudien ist Strunk der Alfred Döblin unserer Tage, nur mit mehr schwarzem Humor. ("Cicero")
Eine listige Hommage ohne Kniefall ("Profil")
Es gibt lustige Szenen, aber sie sind nicht das Beste. Das Beste sind die, in denen eine Gruppenübung gut läuft. Sich über Menschen lustig zu machen, ist viel einfacher, als sie dabei zu beobachten, wie ihnen etwas gelingt. ("Frankfurter Rundschau")
Erneut erweist sich Strunk dabei als Meister einer humorvollen Überzeichnung, die niemals platte Satire wird. Die Klinik ist bei ihm kein Sonderraum für Freaks, sondern ein Ort, der den ganz normalen Irrsinn des Sozialen sichtbar macht. ("der Freitag")
Ein ganz eigenständiges Werk und atmosphärisch dicht. Zauberberg 2 ist gelungen - und auch eine Verbeugung. ("NDR "Kulturjournal"")
Versteht man umgekehrt Thomas Mann erst richtig oder anders, wenn man Strunk gelesen hat? Das könnte schon eher sein. ("Welt am Sonntag")
Manche Strunksätze klingen nach Thomas Mann, manche Mannsätze nach Heinz Strunk. Letztlich braucht das Buch aber weder im Schatten noch im Glanz des Vorbilds zu stehen. ("WDR Westart Lesestoff")
„Zauberberg 2“ ist ein weiterer Beweis dafür, wie man seelischen Verwerfungen mit viel literarischem Schwung und großem Anstand auf den Grund geht. ("Kleine Zeitung")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.11.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

20,7/13,2/2,8 cm

Gewicht

373 g

Farbe

Graugrün

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00711-9

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • Bewertung

    5/5

    30.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dreimal gut.

    Heinz Strunk ist Heinz Strunk. Ich hab das Buch dreimal gelesen und werde es wahrscheinlich ein viertes Mal tun. Vergleiche zwischen dem Original Zauberberg von Thomas Mann und dem Werk von Heinz Strunk verbieten sich.

  • MarieOn

    5/5

    23.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gewohnt bissig und gewürzt mit kleinen Dramen

    Heidbrink ist schlaflos. Im Grunde braucht er sich keine Sorgen zu machen. Der Verkaufserlös aus seiner Erfindung hat ihm ein feines Sümmchen eingebracht. Während er todmüde/hellwach den bekannten nächtlichen Juckreiz überwindet und sich bäuchlings tief in die Matratze gräbt, kommt ihm ungebeten das Wort Betriebskörperschaft in den Sinn. Und aus hellwach wird glockenhellwach. Fünf Stunden Überland, dann kommt das Schlösschen in Sicht, unübersehbar, weil es weit und breit nichts gibt. Als sich zu der Schlaflosigkeit Weinkrämpfe gesellten, musste Heidbrink etwas unternehmen. Jetzt hat er sich für vier Wochen in ein Sanatorium in der Uckermark eingemietet. Kost und Logis vom Feinsten, verspricht die Internetpräsenz und noch dazu fähige Ärzte, die sich seines kleinen Spleens annehmen. Schwester Irene nimmt ihn in Empfang und er könnte sich kaum besser aufgehoben fühlen. Man sieht vor, dass er sich im großen Speisesaal gütlich tut, bevor ein Erstgespräch stattfindet, doch das würde er zu gerne vorziehen, sein Magen ist noch vom Avokadosandwitch gefüllt. Er wird an einen Sechsertisch geführt, an dem außer ihm nur ein weiterer Herr sitzt, der pampig grüßt und in sein Handy glotzt. Warum er hier ist, fragt Dr. Reuter, behandelnder Psychiater. Auf den Kopf stellt ihn Börner, Allgemeinmediziner und findet auch sogleich eine melanomverdächtige Hautveränderung und eine sehr wahrscheinlich tumorös veränderte linke Niere. Heidbrink ist wirklich froh, hier zu sein. Fazit: Heinz Strunk hat es wieder getan. Mit großem Zynismus blickt er auf seine Mitmenschen. Schickt seinen wohlstandsverwöhnten Protagonisten in ein Sanatorium à la Thomas Mann. Man kümmert sich um seine Bedürfnisse und nimmt ihn wahr. Hier bekommt sein eigentlich sinnloses, einsames Leben einen neuen Reiz. Hier gilt er etwas. Der Tag ist getaktet mit regelmäßigen Essenszeiten, Vitalwertkontrollen, Einzel- und Gruppentherapien, Musik-und Tanztherapien, Fototherapien und Kulturabenden. Bei Heinz Strunk ist niemand einfach nur unsicher in sozial fremder Gesellschaft. Nein, bei ihm wird die Jugend ersinnt, das individuelle Anderssein konterkariert vom starken Gefühl dazugehören zu wollen, bis jeder Leserin klar wird, wie beschissen sich der Protagonist fühlt. Ich mag die bissigen Zuschreibungen von fleckiger, zu heller Haut, Mundgeruch und Schleimabsonderungen. Strunk schreibt sehr genau und ausgiebig über Männer, zeigt, wie sie aussehen, riechen, denken, welche Ängste und Nöte sie umtreiben, macht sie nahbar und weckt Mitgefühl mit den „alten weißen Männern“. In diesem Setting treffen sie alle aufeinander, die, die ihre Macken gepflegt haben und sich eine solche Rundumbehandlung leisten können. Ich bin ein großer Fan von Heinz Strunks ironischer Betrachtungsweise und seiner Gabe, kleine Dramen zu produzieren.

  • yellowdog

    4/5

    28.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Sound des Heinz Strunk

    Heinz Strunk ist ein Phänomen in der deutschen Literatur. Zwischen seinem Mix aus Comedy und Anspruch traut er sich alles zu. Jetzt sogar Thomas Manns Zauberberg, ein ehrfurchteinflößendes Werk. Darin gerät ein Mann in die Faszination eines Kurbetriebs und bleibt jahrelang in Davos. Bei Heinz Strunk geht es erst einmal etwas schlichter zu. Der Protagonist, Jonas Heidbrink, begibt sich auch auf eine Kur, aber nicht auf Davos. Dennoch ist die Klinik eine kleine abgeschlossene Gesellschaft für sich. Aber Patienten kommen, Patienten gehen. Jonas fällt es anfangs nicht leicht, sich einzuleben. Jonas ist ein typischer Strunk-Charakter. Eigentlich intelligent, ist er teilweise auch verpeilt. Seien Gedankengänge sind für den Leser amüsant. Heinz Strunk arbeitet die Peinlichkeiten des alltäglichen Lebens klar heraus. Das gilt auch für die Absurditäten des Alltags. Manche Passagen sind zwar gut gemacht, doch oft wirkt Jonas in seinen Gedankengängen zu schlicht. Das wundert mich, da er doch so ein erfolgreicher Mann ist. Einige gute Formulierungen in Zauberberg 2 bleiben hängen, doch was Thomas Mann bot, kann Strunk nicht liefern. Es fehlt an Komplexität, die Dialoge sind zu schlicht, die Nebenfiguren zu eindimensional. Irgendwie macht Strunk dann doch zu wenig aus dem Stoff. Seine letzten Romane Es ist immer so schön mit dir und Ein Sommer in Niendorf sowie seine Kurzprosa hatten mich mehr überzeugt. Aber der typische Heinz Strunk-Sound ist da und deshalb lohnt es sich, den Zauberberg 2 zu lesen.

  • Jürg K.

    4/5

    27.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zum Nachdenken anregend

    Die Geschichte hat mich vor allem durch seine eigentümliche Mischung aus Groteske, Melancholie und präziser Menschenbeobachtung berührt. Heinz Strunk nimmt Thomas Manns Motiv des Rückzugs ins Sanatorium und übersetzt es in unsere Gegenwart in eine Welt, in der Überforderung, Erschöpfung und Sinnsuche nicht mehr literarische Ausnahme, sondern alltägliche Erfahrung sind. Jonas Heidbrink, der junge Selfmade-Millionär, wirkt wie jemand, der alles erreicht hat und dennoch innerlich leer bleibt. Sein Weg in die mecklenburgische Einöde ist weniger Flucht als ein verzweifelter Versuch, wieder zu spüren, wer er ist. Die Atmosphäre des Sanatoriums wird zum Ort welcher nobel und heruntergekommen, ein Zwischenreich, in dem Zeit sich auflöst wird. Die Patienten und das Personal sind skurril, überzeichnet und doch erschreckend real. Strunk zeigt Menschen, die an ihren Brüchen festhalten wie an Trophäen. Der Alltag im Sanatorium ist ein Kreislauf aus Routinen, Gesprächen, kleinen Demütigungen und absurden Beobachtungen ein Mikrokosmos, der Jonas langsam verschluckt. Beeindruckt beim Lesen war ich, wie Strunk es schafft, Tragik und Humor so eng zu verweben, dass man oft nicht weiss, ob man lachen oder schlucken soll. Jonas ist kein sympathischer Held, aber ein zutiefst menschlicher, verletzlich, verloren, unfähig, sich selbst zu entkommen. Der rätselhafte Unglücksfall im Sumpf setzt einen dunklen Akzent, der den Roman endgültig aus der Satire in etwas Existenzielles kippen lässt. Es ist ein Buch über das Scheitern an sich selbst und darüber, wie schwer es ist, in einer Welt voller Möglichkeiten einen Sinn zu finden.

  • Buchbesprechung

    aus Bad Kissingen

    3/5

    15.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anfangs amüsant, später etwas lahm

    REZENSION – Die Idee, eine alte Geschichte modern und zeitgemäß zu erzählen, ist nicht neu und in manchen Fällen auch interessant. Doch sich anlässlich des Doppeljubiläums ausgerechnet den vor 100 Jahren veröffentlichten Roman „Zauberberg“ des vor 150 Jahren geborenen Thomas Mann (1875-1955) vorzunehmen, den selbst dieser für eher nobelpreiswürdig hielt als seine frühen „Buddenbrooks“, ist schon ein enormes Wagnis. Deshalb ist es wohl ratsamer, den im November beim Rowohlt Verlag veröffentlichten Roman „Zauberberg 2“ von Heinz Strunk (62), der mit früheren Werken bereits zweimal für den Deutschen Buchpreis nominiert war, nur als das zu nehmen, als was er gedacht ist – als Hommage an den berühmten Nobelpreisträger. Natürlich spielen beide Romane in einem von der Welt abgeschiedenen Privatsanatorium für psychisch Kranke und im heutigen Protagonisten Jonas Heidbrink sowie seinen Mitpatienten sind Charaktere ähnlich jenen aus Manns Roman wiederzuerkennen. Doch liegen nicht nur zwischen den Davoser Alpen (Mann) und der vorpommerschen Tiefebene (Strunk) Welten. Manns „Meisterwerk der Moderne“ inspirierte andere Autoren durch seine intellektuelle und philosophische Tiefe, während Strunk seine Geschichte als satirische Betrachtung unserer heutigen Kommerzgesellschaft mit ihren gelegentlichen Absurditäten in lockerer, gelegentlich auch vulgärer Sprache erzählt. Jonas Heidbrink ist ein wohlhabender Dreißiger, der sein erfolgreiches Start-up-Unternehmen schon vor Jahren verkauft hat. Ohne Ziel und Sinn für sein weiteres Leben leidet er unter Angstzuständen und schwerer Depression. Deshalb weist er sich selbst in ein Privatsanatorium für Psychosomatik ein, das mitten in einer Sumpflandschaft der vorpommerschen Einöde liegt. Hier trifft er auf Menschen, die alle auf unterschiedliche Weise mit ihrem Leben nicht mehr klarkommen. Als anfangs unwilliger und auf seine Weise überheblicher Patient, der seine Misanthropie pflegt, im Speisesaal allein am Sechsertisch sitzt, auf Ärzte und Klinikmitarbeiter ebenso wie auf Mitpatienten überheblich herabblickt, akzeptiert er diese doch nach längerer Anwesenheit als seine neue Welt, in die er sich mehr und mehr einlebt und letztlich wohlfühlt. Da stört es ihn, den Patienten mit der längsten Aufenthaltsdauer, am Ende kaum noch, dass mit zunehmender Unrentabilität der Privatklinik statt der versprochenen Erweiterungs- und Sanierungspläne ein Nebengebäude geschlossen, die Personalstärke allmählich abnimmt und die Mahlzeiten nur noch als Fertiggerichte aus der Mikrowelle kommen. Ein direkter Vergleich des neuen Romans „Zauberberg 2“ mit dem von Thomas Mann verbietet sich aus meiner Sicht. Intellektueller Anspruch und Sprache sind nicht vergleichbar. Während Mann tiefgründig über den Sinn des Lebens, die Rolle des Individuums in einer sich wandelnden Gesellschaft, die Bedeutung des Todes und die Auseinandersetzung mit der Krankheit als Teil des Lebens philosophiert und sich gleichzeitig intensiv mit den politischen Spannungen seiner Zeit und den beginnenden Veränderungen in Europa auseinandersetzt, bleibt Strunk obeflächlich und befasst sich am Beispiel seiner stellenweise stark überzeichneten Charaktere mit den Eigenheiten und Absurditäten unserer Gesellschaft als mit den ernsthaft existenziellen Fragen unserer Zeit. Wo Mann Sexuelles nur andeutet, spricht Strunk es aus. Sein Humor ist scharfzüngig, oft makaber, die Stimmung insgesamt ironisch und oft überzogen, was in starkem Kontrast zu Manns eher düsterer Atmosphäre steht. Verzichtet man aber auf einen direkten Vergleich mit dem literarischen Vorbild, verspricht der Roman „Zauberberg 2“ zunächst dank seiner humorigen, oft satirischen Erzählweise eine amüsante Lektüre zu werden. Wir lernen Heidbrink in seinem Selbstmitleid und alle anderen Patienten in diesem so lebensfernen Klinikalltag mit Arztgesprächen, Gruppentherapie und niveaulosem Kulturangebot als urige Typen kennen. Doch mit jedem neuen Patienten wird der Witz zur Wiederholung. Später erlahmt die Handlung des ohnehin mit 280 Seiten recht kurzen Romans mit ihrem „Langzeit-Open-End-mal-sehen-was-noch-so-alles-kommt-Patienten“ Heidbrink. Doch sehr lange kommt leider nichts. Erst gegen Ende nimmt der Roman wieder etwas Fahrt auf und vermittelt einen Hauch von Spannung. Freunde der Werke Thomas Manns mag „Zauberberg 2“ zum literarischen Vergleich anregen. Auch begeisterte Leser früherer Romane Strunks dürften Gefallen an seinem neuen Buch finden. Doch wem der Name des Autors noch nichts sagt, sollte wohl besser mit einem anderen seiner Romane beginnen.

Kundinnen und Kunden meinen

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