Nach seinem weltweit beachteten Buch Die Welt im Rücken, in dem er sein Leben mit bipolarer Störung literarisch brillant verarbeitet hat, legt Thomas Melle nun einen Roman vor, der die Grenzbereiche zwischen Autobiografie und Fiktion, zwischen Sehnsucht und Depression und letztlich zwischen Leben und Tod weiter auslotet. Wie viel Selbstbestimmung ist möglich, wenn das Leben von einer psychischen Krankheit fremdgesteuert ist? Wonach sehnt sich einer, der nichts mehr zu verlieren hat? Und wie könnte es aussehen, das letzte Glück? Willkommen im "Haus zur Sonne", einer Institution, die zugleich Wunscherfüllungsmaschine wie Abschaffungsapparat ist. Lebensmüde und todkranke Menschen liefern sich in diese vom Staat finanzierte Klinik ein, um jeden nur erdenklichen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen und dann - ohne großes Aufsehen - aus dem Leben zu scheiden. Aber will, wer nicht mehr leben will, wirklich sterben? Thomas Melle geht unseren Sehnsüchten und Todestrieben auf den Grund und liefert so eine radikale Skizze der Conditio humana.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Lesenswert
aus Bielefeld
5/5
27.09.2025
Hörbuch-Download
Ein beeindruckendes Werk
"Haus zur Sonne" von Thomas Melle befindet sich meiner Meinung nach zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis 2025. Ich habe es als Hörbuch gehört, eingelesen von Jens Harzer.
Mit "Haus zu Sonne" knüpft Thomas Melle an sein Werk "Die Welt im Rücken" an, in dem er sein eigenes Leben mit einer bipolaren Störung beschreibt. In diesem Buch nimmt er das Thema wieder auf und beschreibt teils autobiographisch, teils fiktional sein weiteres Leben.
Nach einer langen manischen Phase, in der er sich um fast alles gebracht hat, befindet sich der Protagonist in der depressiven Phase und möchte nicht mehr weiter leben. Es fällt ihm der Flyer vom "Haus zu Sonne" in die Hand. Dort soll er sein Leben, aber auch seinen Tod, selbst bestimmen können. Dazu werden den Kunden/Klienten im Haus der Sonne Wünsche erfüllt. Nichts ist unmöglich, bedient sich dieses Haus doch modernster Technik. Aber kann die Erfüllung dieser Wünsche den Klienten helfen? Der Protagonist lernt andere Personen mit den gleichen Problemen kennen, führt tief gehende Gespräche über das Leben, aber auch über den Tod.
Diesen Roman konnte ich nicht ohne Pause hören, zu tief hat mich die Geschichte berührt und ich brauchte immer wieder eine Unterbrechung, um Gehörtes sacken zu lassen und zu verarbeiten. Die Kombination aus Wirklichkeit und Fiktion ist Melle überzeugend gelungen. Seine Art zu (be)schreiben hat mich tief beeindruckt. Er versteht es, seine Depression und Todessehnsucht fühlbar zu machen. Dabei weckt er auch das Verständnis für die Menschen, die unter einer bipolaren Störung leiden und macht vieles klar, baut Vorurteile ab.
Am Anfang fand ich die Stimme von Jens Harzer etwas gewöhnungsbedürftig. Aber: seine Art zu lesen und auch die Stimme passen hervorragend zu diesem schweren Thema. Er hat das Gefühl für Nuancen und vermittelt diese sehr empathisch.
Dieses Werk von Thomas Melle ist kein leichter Stoff, den man einfach so durchliest. Aber gerade die Pausen, die ich eingelegt habe, haben das Werk für mich umso intensiver gemacht. Ich wünsche Thomas Melle den Deutschen Buchpreis 2025 von ganzem Herzen!
Von mir bekommen Autor und Werk volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
V
aus München
5/5
21.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anspruchsvolle Lektüre zum Thema mentaler Krankheiten
Im besten Sinne: Kein Buch, das man nebenher lesen kann. Es greift an und nimmt die Leserin mit, in eine Welt, in der das Leben nicht einfach seinen ruhigen Gang geht. Die Wellen und Schübe seiner Erkrankung nehmen den Protagonisten, der dem Autor in vielem sehr ähnlich ist, immer wieder mit und lassen ihn Schiffbruch erleiden, jedes Mal wird die Lage danach aussichtsloser.
In dem Buch gibt es eine Art "Ausweg" - das "Haus zur Sonne", in dem sich lebensmüde und geistig Erkrankte einliefern lassen können, um dort freiwillig aus dem Leben zu scheiden (und somit, ganz im Stile der aktuellen Sozialpolitik, der Allgemeinheit nicht mehr "auf der Tasche zu liegen). Ein sehr krasses "Was wäre wenn" Spiel, das mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat.
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
21.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Haus zur Sonne
Wie ist es psychiatrisch krank zu sein? Dieses Buch zeigt dies sehr intensiv! Aber es zeigt auch die eigene Nähe zur Erzählstimme! Und gerade das empfinde ich als etwas Großes. Denn psychiatrische Erkrankungen sind immer noch stigmatisiert. Obwohl so viele von uns betroffen sind. Und die Suizidzahlen sind hoch. Erschreckend hoch. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention zählte 2024 10372 Suizide in Deutschland! Dies muss man sich einmal vor Augen führen! So viele Menschen in einem Jahr! 2025 wird ähnlich werden. Und die Jahre vor 2024 waren genauso.
Das Haus zur Sonne. Im Buch ist das eine Institution, die Wunscherfüllungsmaschine und Abschaffungsanstalt ist. Vom Staat finanziert dürfen hier psychiatrisch und körperlich erkrankte Menschen nach der Erfüllung von Wünschen aus dem Leben scheiden. Vertraglich wird dies festgelegt und dann darf man nach einer Frist gehen. Muss gehen!
Was für ein Konstrukt!
Im vorangegangenen Buch „Die Welt im Rücken“ verarbeitet Thomas Melle seine bipolare Erkrankung literarisch. Und hier im Haus zur Sonne liefert er einen Gedankengang, der es in sich hat. Noch dazu, wenn man weiß, dass Thomas Melle selbst psychiatrisch erkrankt ist.
Wie kommt er auf solch ein Buch? Was hat er selbst in der psychiatrischen Medizin erfahren, dass ihm solche Gedanken einfließen? Bzw. was hat ihn seine Erkrankung erleben lassen, dass er solch ein Buch schreiben kann?
Ich arbeite selbst seit vielen Jahren in der Psychiatrie. Und ja, mein Herz schlägt für psychiatrisch Erkrankte. Ich liebe meine Arbeit! Und ich liebe es, wenn es den Patienten besser geht. Ich habe auch das Gegenteil gesehen. Die Stagnation in der Erkrankung. Die wiederkehrenden Krankheitsschübe. Und schlussendlich das Aufgeben der Betroffenen. Und ja. Das macht etwas mit den in der Psychiatrie Arbeitenden. Man versucht dies zu verhindern, man versucht zu helfen, man versucht, man gibt, man kämpft. Aber letztendlich kann man nicht alles verhindern. Leider!!! In der Klinik funktioniert dieses Verhindern eines Suizids schon. Aber nicht im Außenraum. Letztendlich kann man auch nur Agieren, wenn es eine Kommunikation zwischen Behandler und Behandeltem gibt. Wenn nicht mehr geredet wird, kann man noch aus der nonverbalen Kommunikation Rückschlüsse ziehen. Aber allem Tun sind auch gewisse Grenzen gesetzt. Leider!
Dieses Buch hier hat etwas mit mir gemacht. Ich fand das Buch wirklich sehr sehr gut. Aber auch schlimm. Eine psychiatrische Erkrankung wird in der Lektüre schonungslos erlebbar gemacht. Authentisch und eindringlich. Sehr eindringlich! Dieses Buch triggert natürlich. Man denkt an Patienten, an Begegnungen auf Arbeit, in der Psychiatrie. Und natürlich flossen bei der Lektüre Tränen. Aber nicht nur durch die Gedanken an die reale Geschehene in meinem Leben, auf der Arbeit. Ebenso auch durch die Handlung des Buches. Das Buch „Haus zur Sonne“ ist intensiv und richtig gut. Ich habe es als E-Book gelesen, nach der Lektüre zog es dann in Buchform bei mir ein, verschenkt habe ich es auch schon, an Arbeitskollegen. Und ich empfehle es. Immer und immer wieder!
Denn dieses Buch verdient es gelesen zu werden.
Nicht nur durch die intensive Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung. Sondern auch wegen der Handlung. Wegen diesem Haus zur Sonne. Welches sich der Autor hat einfallen lassen. Denn dieses Haus zur Sonne gibt es nicht. Dennoch empfinde ich im Geschriebenen auch eine Kritik an unserer Gesellschaft. Eine Kritik an unserem Blick auf die Psychiatrie. Eine Kritik am Umgang mit psychiatrisch Erkrankten. Denn wohin soll die Reise in der Medizin noch gehen, wenn der Gewinn an vorderster Stelle steht und der Mensch dabei auf der Strecke bleibt? Wohin soll die Reise für uns alle gehen, wenn die Gier unser Tun bestimmt? Besonders in der Medizin!
Die Psychiatrie sehe ich in ihrer Ausrichtung als ein sehr spezielles Fachgebiet in der Medizin an. Denn gerade hier ist das Personal besonders wichtig. Denn genau dieses Personal muss kleinste Veränderungen beim Patienten erkennen können, um das Schlimmste verhindern zu können. Wenn am Personal gespart wird, leidet die psychiatrische Versorgung sehr, und damit leidet letztendlich der Patient!!!
In der intensiven, zutiefst empathischen Darstellung einer psychiatrischen Erkrankung ermöglicht dieses Buch hier ein Verständnis, ein Verstehen, welches in unserer Gesellschaft immens wichtig ist! Die immer größer werdenden Zahlen der psychiatrisch Erkrankten bedingen ein Verstehen. Denn aus dem Verstehen erwächst auch eine Heilung. Denn wer etwas versteht, kann dagegen vorgehen. Die Aktion beim Patienten ist die dritte Säule in der psychiatrischen Behandlung, neben der Medikation und der psychologischen Betreuung. Eine immens wichtige Säule. Auch wegen diesem Verstehen ist das Buch „Haus zur Sonne“ ein immens wichtiges Buch!
Lesen!!!
MarieOn
5/5
08.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Leidensdruck
Die letzte manische Phase lag noch nicht lange zurück. Er hatte sich hoch verschuldet, Freunde vor den Kopf gestoßen, seine Wohnung getrümmert, seine Beziehung zu Ella über die Maßen belastet und war straffällig geworden. Dieser Schub war der Schlimmste, der ihn je weggeflutet hat und hatte ihm alles genommen, was ihm wichtig war. Zuvor hatte er über bipolare Störung geschrieben und gehofft, das Ungetüm bändigen zu können, aber das war ihm nicht gelungen, trotz der Medikamente. Die folgende Depression hatten ihn in dumpfe Untätigkeit gezogen und nur die tiefe Antriebslosigkeit verhinderte, dass er sich umbrachte. In sich drin allerdings war er bereits tot.
Er erzählte Ella von einer ganzheitlichen Therapie und dass sie ihn die ersten Wochen nicht besuchen dürfe. Es gefiel ihm nicht, aber er wollte es diesmal alleine durchziehen, wollte nicht wieder von ihr „gerettet“ werden. Ob er seine Medikamente nehme, wollte sie wissen. Ja, wie immer und wie vor der Manie auch. Sein Umfeld glaubte ihm nicht, sie bevorzugten einfache Lösungen. Er war wieder abgestürzt und musste wohl etwas falsch gemacht haben. Er ertrug das elende Gefühl der Schuldzuweisungen nicht mehr. Was er Ella nicht sagte, war dass er ins Haus zur Sonne gehen werde, um seinem nutzlosen Dasein ein gnädiges Ende zu verleihen.
Fazit: Thomas Melle, Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer, erkrankte im Alter von 24 Jahren an einer besonders schwierigen Form der bipolaren Störung. Seine Geschichte scheint fiktional mit autobiografischem Einfluss. Sein Protagonist lebt mit dieser Erkrankung und den ständigen Auf und Abs. Der letzte Schub war so lang und intensiv, dass er sich davon nicht mehr erholt. Die Manie hatte ein Eigenleben entwickelt und ihn durch turbulente Monate gepeitscht. In der folgenden Phase der Depression war das vorherrschende Gefühl Scham. Nicht zum ersten Mal wollte er sein Leben beenden. Er stößt auf ein Therapieangebot, das er nicht ausschlagen kann. Im Haus zur Sonne will man ihm den kurzen Rest seines Lebens versüßen und ihn dann auf die Art, die ihm beliebt aus dem Leben nehmen. Er unterzeichnet einen Vertrag und zieht ein. So absurd die Idee des Autors ist, zeigt sie doch den enormen Leidensdruck. Die Erkrankung reißt ihn immer wieder aus dem Leben, lässt ihn Entscheidungen treffen, die er später bitter bereuen wird. Es folgt eine Phase der Erholung, ein Neuanfang und Wiederaufbau des Zerstörten und dann schlagen die Botenstoffe wieder zu und alles auf Anfang. Wer sollte da nicht den Mut verlieren und an Selbsttötung denken, die dann wiederum durch die depressive Antriebslosigkeit verhindert wird. Du meine Güte, das hat Thomas Melle gut dargestellt. Das Buch hat mich beim Lesen gar nicht besonders berührt, vielleicht liegt das an seiner Schreibweise. Auf jeden Fall aber hat die Geschichte es in sich und hallt nach. Von mir eine klare Leseempfehlung für den Shortlisttitel des Deutschen Buchpreises 2025.
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
15.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Mann quält sich schon…
Ein Mann quält sich schon seit vielen Jahren mit seiner manisch-depressiven Erkrankung ab: in den depressiven Phasen erscheint alles sinnlos und leer, aber die manischen Phasen haben sein Leben noch einmal auf ganz andere Weise zerstört: so vieles, was ihm lieb war, hat er in diesen Zeiten verloren: Freundschaften, berufliche Möglichkeiten, liebgewonnene Erinnerungsstücke, Teile der eigenen Persönlichkeit. Jede manische Episode nimmt ihm etwas, das er danach nicht mehr zurück bekommen kann, so erlebt er das, und das geht schon so lange so. Auch das Verfassen eines Memoirs über das Thema (hier sieht man die zum Teil autofiktionalen Bezüge auch in diesem Buch; der Autor hat davor in "Die Welt im Rücken" über seine bipolare Erkrankung geschrieben) hat ihn nicht retten können, er erlebt sein Leben als beschwerlich, von allen entfremdet und sinnlos. Auch kleine Lichtblicke wie die Beziehung zu einer Frau können dieses Empfinden nicht umdrehen. Als er vom "Haus zur Sonne" erfährt, klingt das also nach einem verlockenden Deal: dort wird das Bestmögliche getan, um lebensmüde Menschen mit Hilfe von Simulationen alles erleben zu lassen, was sie sich wünschen: bewunderter Rockstar sein, neue Sportarten ausprobieren, ins Weltall fliegen, noch einmal bestimmte Situationen aus dem eigenen Leben wiedererleben oder gar Verstorbene treffen: alles ist möglich! Die Menschen dort dürfen eine nicht näher definierte Anzahl solcher Simulationen erleben und eine nicht näher bestimmte Zeit dort verbringen, während sie offiziell auf der Welt schon als tot gelten (so wird es ihnen zumindest dort von den Ärzten gesagt). Um am Ende das zu bekommen, "was sie ohnehin wollen": einen sanften, frühzeitigen Tod. Auch hier wird in Bezug auf die Modalitäten auf ihre Wünsche eingegangen, doch das Ende steht fest - und einmal im "Haus zur Sonne" scheint es keinen Weg mehr hinaus zu geben. Schließlich ist das Teil dieses gesellschaftlichen Paktes mit dem Teufel: es werden eine Menge technologische und personelle Ressourcen in den Komfort und die Wunscherfüllung der Bewohnerinnen und Bewohner investiert, zum Ausgleich dafür, dass deren baldiges Ende bevor steht und sie die Sozial- und Gesundheitskassen danach nicht länger beanspruchen werden. Geschrieben ist das Buch auf äußerst deprimierende und herunterziehende Art und Weise: sehr authentisch dafür, dass wir uns im Kopf eines manisch-depressiven Menschen befinden, der gerade in einer depressiven Episode ist und seinem Leben ein Ende setzen will. Diese Darstellung ist unglaublich realistisch und man lernt dabei sehr viel über das Innenleben solcher Menschen. Zum Lesevergnügen macht das dieses Buch aber nicht, man muss diese Düsternis aushalten und sich davon gut distanzieren können. Deshalb empfehle ich das Buch explizit nur Menschen mit einem stabilen psychischen Zustand. Wer schon zur Depression neigt, der halte sich von diesem Buch fern, es könnte sehr triggern und eigene suizidale Tendenzen verstärken. Es ist ein sehr kluges Buch, nicht nur aufgrund der oben erwähnten authentischen Darstellung des dahinterliegenden Störungsbildes, sondern auch aufgrund der gesellschaftlichen Fragen, die es aufwirft: ist es legitim, unser eigenes Ende zu bestimmen? Sollen Institutionen dabei unterstützen? Welcher Teil in Menschen ist es, der so unbedingt sterben möchte, und sollten wir diesem zugestehen, die alleinige Entscheidung darüber zu treffen? Und was ist, wenn der betroffene Mensch seinen Sterbewunsch wieder zu hinterfragen beginnt: nachdem er schon schriftlich zugestimmt hat, sich in der betreffenden Institution befindet und viele der Wunschsimulationen in Anspruch genommen hat? Das Buch wurde völlig zu Recht für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Es ist anspruchsvolles, gut geschriebenes, originelles und sehr nachdenklich machendes Werk mit vielen klugen Gedanken, die Empathie für psychisch erkrankte Menschen fördern können. Ich kann die Lektüre insbesondere jenen, die sich für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und für das Innenleben depressiver oder bipolarer Menschen interessieren, und kein Problem mit einem fordernden, anstrengenden und oft niederdrückenden Lektüreerlebnis voll von Dunkelheit haben, sehr empfehlen. Es lohnt sich, durchzuhalten, man kann aus diesem Buch viel mitnehmen und es hallt lange nach.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
21.04.2026
eBook (ePUB 3)
im "Haus zur Sonne"
Melles neuer Roman erzählt eine sehr interessante, fast schon dystopische Geschichte, über einen schwer manisch depressiven Mann, der Protagonist ist der Autor selbst, der aus dem Leben scheiden will, da er seine Existenz mit der Krankheit nicht mehr erträgt und auch niemanden seiner Mitmenschen zumuten will. Als er eines Tages auf die Werbeanzeige einer Institution mit dem Namen "Haus zur Sonne" stößt, scheint die Lösung nah. Im "Haus zur Sonne" wird den Menschen dabei geholfen aus dem Leben zu scheiden, bzw. wenn die Patienten den Vertrag eingehen, müssen sie dies nach erfolgter Therapie sogar. Dann gibt es kein zurück mehr. Zuvor durchlaufen sie ein Programm, bei dem ihnen jeder Wunsch in Form von Hirnsimulationen erfüllt wird. Melles Roman ist sehr interessant, zum Teil auch recht verstörend und wirft einige Fragen zu Leben und Tod auf, die zum Nachdenken anregen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
17.11.2025
eBook (ePUB 3)
Welche Wünsche halten am Leben?
Wenn wir unser Leben selbst gestalten dürfen, warum gilt das - noch - nicht für den Tod?
Das Sanatorium "Haus zur Sonne" lässt keine Wünsche offen - diese werden mittels Hirnstimulation den Klienten, wie die Lebensmüden dort genannt werden, angeboten. Ist dieser Glückssimulator etwa ein Segen, wenn als Bedingung am Ende doch der assistierte Suizid steht? Das Glück bleibt künstlich, das Unglück aber existentiell.
Diese düstere Hardcore-Science-Fiction-Dystopie mit seinen autobiographischen Einflüssen macht tieftraurig, beeindruckt mit Sprachgewalt und lässt die erschütternden Tiefen einer bipolaren Störung erahnen. Und am Schluss siegt dann doch der "Lebenstrotz"...
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.