Der Limbus ist ein Ort voller Wunder. Dort klammern sich die Psychai – todgeweihte Dämonen – an das Leben, an Begehren, Liebe, Wut, Genuss und Kreativität. Doch der Untergang schwebt stets wie ein Schatten über ihnen – bis eine Melodie der Hoffnung durch den Limbus schwingt.
Musiker Evan steckt in einer Schaffenskrise. Doch als er geheimnisvolle Noten spielt, bieten ihm plötzlich übernatürliche Wesen eine Lösung all seiner Probleme – Cubi, Amore, Grazien, Furien und Musen buhlen um seine Gunst.
Aber die Psychai verfolgen ganz eigene Ziele: Wer den Wettstreit um Evan gewinnt, besiegt das Schicksal – oder verliert alles.
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Spannende Urban Fantasy voller Queerness und Mental Health-Themen
Caro_liest am 25.05.2026
Bewertungsnummer: 3148510
Bewertet: Buch (Paperback)
Worum geht es:
Der Musiker Evan geht einen Pakt mit Dämonen ein, um seine Probleme mit der Karriere und der Liebe zu lösen. Doch die lassen sich nicht so einfach lösen und die Dämonen bringen mehr als genug eigene mit sich.
Was ich gut fand:
Selten gibt es Bücher, die ich kaum weglegen kann und die mich emotional in eine Achterbahn stürzen. Dieses gehört dazu. Es folgen so viele spannende, witzige, dramatische und tiefgründige Szenen aufeinander, dass ich immer weiter lesen musste. Dabei werden viele wichtige Themen behandelt: Queerer Struggle, die Schwierigkeit, von Kunst zu leben, Selbstausbeutung, im Job klarkommen, wenn man Depressionen hat, und Konkurrenzdenken, um nur einige zu nennen. Das Buch enthält eine Menge Charaktere und doch wird jeder einfühlsam gezeigt mit seiner eigenen Geschichte. Besonders spannend fand ich Zari als asexuellen Succubus, Flor als Abkömmling von Furien, die keine Wut zulassen kann, oder auch die zerbrochene Beziehung zwischen Evan und Yunus.
Es geht außerdem viel um Musik, wovon die Autorin wirklich Ahnung zu haben scheint. Der Schreibstil ist sehr lebendig.
Spoiler:
Ich liebe, dass am Ende tatsächlich eine Lösung gefunden wird, mit der es allen Psychai besser gehen und die Konkurrenz ein Ende haben kann, anstatt dass einfach nur eine Fraktion gewinnen würde.
Was ich nicht so gut fand:
Im letzten Teil des Buches war irgendwann für mich die Luft etwas raus.
Stellenweise enthält der Schreibstil blumige Formulierungen, die mir persönlich nicht so zusagen.
Fazit: Spannende Urban Fantasy voller Queerness und Mental Health-Themen.
Selbstverlust und -findung inklusive launiger Dämonen
Bewertung aus Brühl am 29.01.2026
Bewertungsnummer: 3028985
Bewertet: Buch (Paperback)
"Liminal Creatures" von Iva Moor fand ich großartig! Es ist ein toller, superunterhaltsamer Roman, der aber zugleich sehr vielschichtig ist und thematisch verdammt viel mitbringt.
Hauptprotagonist Evan lebt zwar seinen Traum vom Musikerleben, leidet jedoch kreativ wie finanziell und schleppt mehrere Traumata mit sich herum. Die Psychai - die Musen, die sich im Laufe des Romans einen Wettstreit um ihn und seine Energie liefern - bringen jedoch ihre ganz eigenen Probleme und Päckchen mit - von der heimlich asexuellen Succubus-Chefin, die eine Menschenfrau liebt, über die Psychai, die sich zu Musen aus anderen Orden hingezogen fühlen, obwohl dies untersagt ist. Durch den diversen Figurencast werden viele Themen angesprochen und einem nahegebracht, von der angesprochenen Asexualität über Depressionen, Homo- und Bisexualität, Nonbinarität, Alkohol- und Drogenkonsum, non-supportive Elternhäuser, Vorurteile und und und. Wie gesagt, es steckt wahnsinnig viel in dem Roman, was aber alles wirklich clever mit der Story und den Figuren verknüpft wird, ohne dass es einem mit dem Holzhammer eingebläut wird. Dazu tragen auch die vielen verschiedenen Perspektiven bei, die die vielen Verknüpfungen, die zwischen den Figuren bestehen und entstehen, super einfangen.
Die Sprache war insgesamt super zu lesen, und ich mochte die vielen Bezüge zu Musik, auch wenn es mich an der einen oder anderen Stelle (gerade im Finale) ein bisschen verloren hat mit der sprachlichen Darstellung von Musik. Überhaupt, das Finale: Wie zu erwarten, helfen die Musen Evan zunächst durch Kreativität, Genuss, Liebe etc ordentlich auf die Sprünge, ehe alles anfängt, den Bach runterzugehen. So weit, so erwartbar (und trotzdem super), doch das letzte Viertel des Romans hat mich wirklich überrascht, weil es sich ganz anders entwickelt hat, als ich erwartet hatte, was auch das Ende so mancher Figur miteinschließt.
Alles in allem also ein wirklich tolles, unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Buch, das von seinen vielen verschiedenen Figuren und ihren Beziehungen zueinander lebt und getragen wird.
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