Februar, 1945. Eberhard Schmidt, Produktionsleiter der UfA, schmiedet einen kühnen Plan: Bevor die SS unliebsame Künstler loswerden kann, bringen sich einige von ihnen nach Mayrhofen in Sicherheit. In Tirol werden sie angeblich einen Film für den deutschen Endsieg produzieren. Doch was den Anschein eines Drehs hat, ist in Wirklichkeit ein Spiel mit dem Feuer. Das Team hat keinen Meter Film dabei! Während die Crew den Sieg der Alliierten herbeisehnt, entfacht sich zwischen den Schauspielern Luis Adrian und Lisa Lion ein ganz anderes Feuer.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Silke - Buchgespür -
5/5
16.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Ergreifend und bedrückend
Im Frühjahr 1945, kurz vor Kriegsende, verließ eine Gruppe von etwa sechzig UFA Filmschaffenden Berlin und reiste nach Mayrhofen in Tirol. Offiziell gaben sie an, dort einen Film zu drehen, tatsächlich war das Projekt jedoch nur Tarnung, um sich in Sicherheit zu bringen.
Denn in den letzten Kriegswochen ging von der SS eine akute Bedrohung aus. Menschen, die als unzuverlässig galten, mussten mit Verhaftung oder Gewalt rechnen. Besonders Künstler und Intellektuelle standen unter Beobachtung und lebten in ständiger Angst vor willkürlichen Maßnahmen.
Organisiert wurde die Aktion vom UFA-Produktionsleiter Eberhard Schmidt. Auch Erich Kästner war Teil der Gruppe und konnte so das Kriegsende außerhalb Berlins überstehen, was er in der „Notabene 45“ in seinem Tagebuch festhielt.
Ja, wir kennen die historischen Fakten, die Grausamkeiten des NS-Regimes, aber was das für die Menschen wirklich bedeutet hat, wie das Leben unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen wirklich war, das zeigen Romane wie dieser. Deshalb sind sie so wichtig.
Der „UfA-Bluff“ löst bei mir große Bedrückung aus, weil hier von @ eine Atmosphäre geschaffen wird, die die Bedrohung durch das NS-Regime, gerade in den letzten Kriegswochen, lebendig macht.
Das Nazi-Regime ist nicht permanent sichtbar, aber ihre Macht ist überall. Dieses Gefühl, dass ein einziges falsches Wort reichen könnte, macht den Roman so intensiv.
Auch mit dem Wissen, dass das Denunziantentum an der Tagesordnung stand, lässt es mich hier erneut erschaudern. Menschen bringen sich gegenseitig in Gefahr, manchmal aus Angst oder aber aus Überzeugung oder Niedertracht. Diese Unmenschlichkeit hat mich beim Lesen wütend gemacht, weil sie so erschreckend glaubwürdig wirkt.
Als Lehrerin haben mich die Szenen rund um die jungen Frauen, die sich gerade in der Ausbildung zur Lehrerin befinden sehr entsetzt. Wie streng und unmenschlich dort unterrichtet wird, wie wenig Raum für eigenes Denken bleibt, repräsentiert ihre Ausbilderin, die mit aller Macht versucht, die UFA-Mitarbeiter loszuwerden und sie dem Regime auszuliefern.
Deshalb bracht man als Leser geradezu den Kontrast auf dem Hof, der die Protagonisten aufnimmt. Dort findet man nämlich plötzlich Menschlichkeit. Zusammenhalt und das stille Einverständnis, einander zu schützen und manches zu verschweigen, weil genau das Leben retten kann.
Die Liebesgeschichte zwischen Luis und Lisa bleibt im Hintergrund, wirkt aber absolut nachvollziehbar. Wenn alles wankt, hält man sich eben aneinander fest.
Kästner wird zwar erwähnt, aber nicht ausgeschlachtet. Das finde ich sehr angenehm, weil sich die Geschichte nicht um ihn dreht, das „Notabene 45“ in seinem Tagebuch aber als wichtige Quelle der Historie und des Romans dient.
Ein sehr spannender Roman, der durch kleinen Teil der großen Geschichte nicht nur die Bedrohung für Menschen in der Öffentlichkeit zeigt, sondern die Vielschichtigkeit der Brutalität dieser Zeit.
Steffi
5/5
26.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein sehr tolles und interessantes Buch
Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dieses wahnsinnig einzigartige Buch zu lesen von einem wirklich sehr netten Autor. Als ich das Buch das erste Mal gesehen habe, habe ich mir gedacht, sowas habe ich bis jetzt noch überhaupt nicht gelesen und deshalb hat mich auch sofort der Klappentext überzeugt. Ich habe mich früher schon immer mit dem Thema zweiter Weltkrieg beschäftigt, es hat mich persönlich schon immer interessiert und deshalb habe ich mich auch so sehr über die Anfrage vom lieben Anton gefreut und bin wirklich sehr gespannt gewesen, was mich alles in dieser Geschichte erwartet. Und um das geht es: Februar, 1945. Eberhard Schmidt, Produktionsleiter der UfA, schmiedet einen kühnen Plan: Bevor die SS unliebsame Künstler loswerden kann, bringen sich einige von ihnen nach Mayrhofen in Sicherheit. In Tirol werden sie angeblich einen Film für den deutschen Endsieg produzieren. Doch was den Anschein eines Drehs hat, ist in Wirklichkeit ein Spiel mit dem Feuer. Das Team hat keinen Meter Film dabei! Während die Crew den Sieg der Alliierten herbeisehnt, entfacht sich zwischen den Schauspielern Luis Adrian und Lisa Lion ein ganz anderes Feuer. Und macht es euch neugierig? Die Geschichte ist nach einer wahren Begebenheit verfasst, also das ist auch wirklich alles passiert und sowas finde ich natürlich immer am besten, weil man sich alles so gut vorstellen kann und ich hatte persönlich auch voll das Kopfkino beim Lesen, weil ich immer die ganze Zeit daran gedacht habe, was diese Menschen durchmachen mussten und wie schwierig einfach diese Zeit gewesen ist. Das Buch hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht zu lesen, auch wenn ich teilweise ein bisschen Tränen in den Augen hatte, weil mich die Situationen in dem Buch wirklich sehr berührt haben und ich es einfach faszinierend fand, wie die ganzen Charaktere es geschafft haben diesen UFA-Bluff durchzuziehen. Ich fand die ganze Aufmachung und Idee wirklich sehr faszinierend und besonders, ich habe wirklich alle in mein Herz geschlossen, liebte auch die kleine Liebesgeschichte in dem Buch. Diese Geschichte hatte einfach für mich alles, was ich in diesem Moment gebraucht habe, denn es war keine einzige Sekunde langweilig, wirklich durchgehend spannend, deshalb hat mich ja auch der Schreibstil so sehr überzeugt, weil er locker, leicht, spannend, emotional und einfach genau für mich gemacht ist. Das Cover finde ich echt cool gemacht, weil es wirklich so passend für diese Geschichte ist und man sich tatsächlich schon einiges unter dem Buch vorstellen kann. Für mich ist es eine Story gewesen, die man wirklich unbedingt lesen sollte, vor allem wenn man historische Themen sehr mag und es natürlich einen sehr interessiert, wie es früher alles so abgelaufen ist. Deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Magdalena
aus Köln
5/5
06.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannende Inszenierung einer wahren Geschichte
Der große UfA-Bluff von Anton Leiss-Huber ist ein Roman mit fiktiven und historischen Persönlichkeiten (Marika Rökk, Erich Kästner) und erzählt die wahre Geschichte von vorgetäuschten Dreharbeiten in Österreich kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Das Buch besteht aus zwei Teilen, Teil 1 spielt in Berlin und Teil 2 in Mayrhofen im Zillertal.
Am 4. Februar 1945 kommt die UfA-Filmcrew in Mayrhofen an. Sie werden auf Privatquartiere im Ort verteilt, die jungen Schauspieler Luis Adrian und Lisa Lion kommen zusammen mit dem Ehepaar Kyrath auf den Lompinger Hof zu den Klampferers, die sie recht freundlich bei sich aufnehmen.
Dank der Filmbegeisterung des Propagandaministers Goebbels entkommt Luis nicht nur dem Bombenhagel in Berlin, sondern auch seiner anstehenden Einberufung an die Front. Goebbels ist begeistert von der Idee, einen Film zu drehen, der den bevorstehenden Endsieg feiert.
Doch es ist gar nicht so einfach, die Dorfbewohner zu täuschen. Sie sind sehr an den Dreharbeiten interessiert, und schon bald kündigt sich der Tiroler Gauleiter mit weiteren hochgestellten Nazis zur Probevorführung an. Doch was sollen sie vorführen, wenn nichts gedreht wurde?
Ich habe den Ufa-Bluff sehr gern gelesen und Luis und Lisa ins Herz geschlossen. Der Bluff war mehrmals kurz davor zu platzen, und ich fand es großartig, wie die Schauspieler*innen und Techniker es mit vereinten Kräften geschafft haben, die Nazis, allen voran den Gauleiter und seine Entourage hinters Licht zu führen.
Die Informationen zu den letzten Kriegsmonaten fand ich sehr interessant, 03.11.44: „Vor zwei Wochen haben die Amis Aachen eingenommen. Riga ist schon in russischer Hand und sie dringen in Ostpreußen weiter vor.“ (S. 74) „Auf Einladung des sowjetischen Staatschefs treffen sich seit dem 4. Februar Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill im Seebad Jalta auf der Halbinsel Krim, um sich über das weitere militärische und politische Vorgehen zu verständigen…“ (S. 146)
Über die Darstellung von Marika Rökk habe ich sehr gelacht, sie sprach von sich selbst in der dritten Person und ging den Menschen in ihrem Umfeld auf die Nerven. Erich Kästner kommt als Drehbuchautor nur am Rande vor.
Der Autor hat die Geschichte des UfA-Bluffs spannend und bildhaft inszeniert. Sehr gerne vergebe ich fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung für diesen wunderbaren historischen Roman nach einer wahren Geschichte aus.
Jürg Stocker
Book Circle Community
5/5
09.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Nachdenklich mit einer Prise Humor
Zum Inhalt: Eine UFA-Filmcrew täuscht 1945 die Produktion eines angeblich kriegswichtigen Propagandafilms vor, um der Einberufung und damit dem sicheren Tod zu entgehen. Ohne Filmmaterial und ohne echte Dreharbeiten fliehen sie nach Tirol und versuchen dort, den Schein einer laufenden Produktion aufrechtzuerhalten – ständig bedroht von Entdeckung durch die SS, Hunger und der Willkür des Regimes.
Zitat: «Die Gauleitung macht keine Witze. Nächsten Sonntag stehen die hier mit zwanzig Mann vor der Tür. Dann heisst es für uns: Alles oder nichts.»
Meine Eindrücke: Leiss vermittelt hervorragend eine atmosphärische Stimmung, in der spürbar wird, wie das Hitlerregime für einige vermeintliche Chancen bot, während für andere der nackte Kampf ums Überleben begann. Besonders gelungen ist die Verbindung aus Ernsthaftigkeit und den leisen, oft unerwarteten humorvollen Momenten, die aus der absurden Situation des vorgetäuschten Filmdrehs entstehen. Dass die Handlung auf wahren Ereignissen basiert, verstärkt die aussergewöhnliche Wirkung und macht das Geschehen noch eindringlicher.
Mein Fazit: Dieses Buch hat mich stark beeindruckt. Es zeigt eindrücklich, zu welchen Ideen Menschen greifen, wenn sie sich in einer lebensbedrohlichen Lage befinden, hervorgerufen durch die Gewaltherrschaft einer politischen Führung. Die Thematik wirkt beunruhigend aktuell, wenn man die politischen Entwicklungen in gewissen Ländern betrachtet. Eine klare Leseempfehlung.
Bewertung
aus Heyerode
5/5
09.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Perfekt
Das Buch „Der grosse UfA-Bluff“ ist ein Roman, der auf einer wahren Geschichte basiert.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, die nochmals untergliedert sind und jeweils mit Ort, Tag und Datum überschrieben sind.
Teil 1: Berlin
Teil 2: Mayrhofen
Wir steigen im Jahr 1943 im November in die Handlung ein und enden im Mai 1945.
Leseprobe:
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Über ihnen heulte der auf- und abschwellende Ton der Sirenen. Schritt für Schritt führte Luis seine Mutter den finsteren Gang entlang. …
Wir lesen von Eberhard Schmidt, dem Produktionsleiter der UfA. Er hat einen Plan, und zwar möchte er „unliebsame“ Künstler „loswerden“, bevor die SS sie sich schnappen kann. Diese bringen sich in Mayrhofen in Sicherheit. Angeblich produzieren sie einen Film für den Endsieg. Aber das ist kein Dreh … Dann ist neben der eigentlichen Handlung vor dem historischen Hintergrund noch von einer anbahnende Liebesgeschichte zu lesen. Sehr gut gemacht wie ich finde, prima eingearbeitet, hätte genauso passiert sein können.
Der grobe Geschichte um das Entkommen der UfA-Crew vor der SS ist so passiert. Die Geschichte im Buch basiert auf den Recherchen und ist hintergründig sehr gut geschrieben.
Sehr erhellend ist auch das kursiv gedruckte Nachwort zu lesen.
Ich bin angetan von diesem Buch, ich mag eh Geschichten, die auf dem wahren Leben beruhen. Ein gelungener Einblick in die Historie um die UfA.
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