Nidau, 1897. Durch Zufall entdeckt Charlotte ein lang gehütetes Geheimnis über ihre Herkunft, das sie zutiefst erschüttert. Bei einem Besuch in Bern sucht sie Zuflucht in einer Kirche – und findet Gott, eine Heimat, die sie nie erwartet hätte. Begeistert von der Bibel und inspiriert von der Heilsarmee kann sie nicht schweigen, besonders als sie die Not um sich herum sieht. Doch damit stößt sie auf großen Widerstand, vor allem in ihren eigenen Reihen. Charlotte muss sich entscheiden, wem sie folgen will: Gott und dem, was er ihr aufs Herz gelegt hat, oder den Glaubensgeschwistern, die sie davon abhalten wollen. Ein Roman der Bestsellerautorin Claudia Dahinden (»Die Uhrmacherin«-Reihe) vor dem Hintergrund der Schweizer Erweckungsbewegung über eine Frau, die ihre Stimme findet, um von dem zu erzählen, der ihrem Leben Sinn gab.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
26.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geschlechterrollen und Berufung im Gemeindekontext
Claudia Dahinden hat einen feinen unaufgeregten Roman zu einem Thema geschrieben, das schon seit Jahrhunderten heiß diskutiert wurde und immer noch wird, von daher immer aktuell: die Rolle der Frau aus biblischer Sicht. Es sind die stets gleichen Fragen, die aufkommen: Darf eine Frau predigen? Welchen Aufgaben darf eine Frau im gemeindlichen Kontext nachgehen? Inwiefern spielt Berufung für eine christliche Frau überhaupt eine Rolle?
Nun bettet die Autorin diese Debatte in eine Geschichte von einer jungen Frau, die sich zu der Zeit der Schweizer Erweckungsbewegung bekehrt und in sich den Ruf verspürt, Menschen zu evangelisieren.
Wir befinden uns im Jahre 1897 in der Schweiz. Charlotte wächst zusammen mit ihrer Schwester in einer privilegierten Familie auf. Sie spürt jedoch schon immer, dass sie anders behandelt wird als ihre Schwester. Als sie auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis stößt, ist es wie ein Befreiungsschlag und ein Fall ins Bodenlose gleichzeitig. Charlotte flieht nach Bern zu ihrem Patenonkel und findet dort in einer Kirche nicht zur Zuflucht, sondern sie begegnet Gott. Endlich fühlt sie sich angenommen und geliebt. Ihre Begeisterung für das Wort Gottes und ihr Hunger nach mehr schenkt ihr die große Sehnsucht, Menschen die frohe Botschaft näher zu bringen. Dieser Wunsch jedoch handelt ihr so einige große Probleme ein, vor allem von Autoritätspersonen…
Hier treffen zwei Ebenen aufeinander: Einmal Charlottes Schicksal- ihre Fragen nach der eigenen Identität, diesem Gefühl nirgendwo zugehörig und ungewollt zu sein- und das Andere ist das Thema, was die globale Kirche schon immer beschäftigt hat, nämlich die Geschlechterrollen im christlichen Kontext. Die Autorin verknüpft diese Stränge sehr gelungen miteinander und erschafft einen tiefgründigen, sehr emotional aufgeladenen und theologisch wichtigen Roman. Charlottes Ringen mit der Frage nach Identität und Berufung ist so authentisch und ergreifend- ihr Wunsch danach, sich gemäß der Bibel zu verhalten und gleichzeitig ihr Streben danach, sich nicht mit Standardantworten abzufinden, sondern tiefer zu graben ist so bewundernswert, ansteckend und feurig, dass sie mich einfach total überzeugt hat. Ich mag ihren Charakter sehr und konnte mich mit Leichtigkeit identifizieren.
Schmunzeln musste ich sowieso bei allen Charakteren, denen Charlotte in der Kirchgemeinde begegnet, denn seien wir mal ehrlich- sie bilden alle Typen ab, die wir alle irgendwie kennen im Gemeindekontext.
Sehr interessant fand ich auch den Charakter Lukas, er war für mich neben Charlotte der Interessanteste und seine Entwicklung insgesamt war sehr echt, von daher fand ich das Ende sehr stimmig; dass er sich letztendlich so entscheidet wie er es tut, zeugt von seinem starken Charakter, das beeindruckte mich.
Was die Autorin außerdem einfließen lässt, sind die Gemeindestrukturen, mit denen Charlotte letztendlich struggled. Auch da ist viel Fingerspitzengefühl von Nöten, weil sehr brisantes Thema, das schon viel Versetzung und Missbrauch hervorgebracht hat. Dahinden behandelt all diese Aspekte offen, herausfordernd und nüchtern; ihr Roman lädt einfach dazu ein, die eigenen Überzeugungen zu überprüfen und sich gegebenenfalls korrigieren und inspirieren zu lassen.
Spannend sind die vielen Informationen über die Heilsarmee und ihre Entstehungsgeschichte, die in die Geschichte eingearbeitet sind. Wie unerschrocken und mit wieviel Liebe und Engagement sie die Botschaft von Jesus nicht nur verkündet haben, sondern sie auch in Taten umgesetzt haben ist beeindruckend. Das zeigt sich unter anderem in einem ebenso wichtigen Aspekt dieser Geschichte, nämlich der Umgang mit Randgruppen unserer Gesellschaft, z.B. mit Prostituierten.
Charlotte macht eine enorme Reifeentwicklung durch, ich würde sagen von einem unsicheren etwas verlorenen Mädchen hin zu einer selbstbewussten geisterfüllten Tochter Gottes mit einem
mutigen Herz und einer großen klaren Vision. Einfach wunderbar! Eine klare Leseempfehlung gibt es von mir für diesen tollen Roman!
MeineKleineBuecherecke
5/5
24.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessanter, historischer Roman
Ein toller, mitreißender und spannender Roman, der uns in die Schweiz, ins Jahr 1897, führt und wo wir die Geschichte der jungen Charlotte erzählt bekommen, die nachdem sie ein gut und lang gehütetes Geheimnis über ihre Herkunft aufdeckt, ihre Familie verlässt und in Bern ein neues Zuhause findet. Dort hat sie dann auch eine alles verändernde Begegnung mit dem lebendigen Gott und entwickelt einen tiefen Hunger für das Wort Gottes.
Bald wird sie tätig – inspiriert durch ein Feuer in ihrem Herzen und die Menschen der Heilsarmee, deren Leben einen bleibenden Eindruck auf die junge Frau machen. Sie fängt an, den Menschen um sich herum, die Not leiden, zu helfen.
Doch nicht alle sind begeistert davon… vor allem nicht einige Geschwister im Herrn.
Es ist alles andere als einfach für Charlotte, doch sie möchte den Auftrag Gottes auf ihrem Leben erfüllen – um jeden Preis!
Ein historischer Roman der besonderen Art, der Einblicke in die Schweizer Erweckungsbewegung gibt und zeigt, dass auch Frauen als Sprachrohr Gottes verwendet werden können… ganz gemäß dem Titel „Sein Wort auf meinen Lippen“.
seitengefluester.mit.agnes
aus Weeze, NRW
5/5
15.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erweckungsarbeit in der Schweiz
In diesem Buch nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine Reise in ihre Heimat, die Schweiz. Claudia Dahinden erzählt eine berührende und eindrucksvolle Geschichte rund um die Entstehung der Heilserweckung – und zeigt dabei, was es bedeutet, mit Leidenschaft und Hingabe für den Glauben zu leben. Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen und zugleich fesselnd. Die Geschichte war für mich sehr bildhaft dargestellt und weckte den Wunsch, die Schweiz – insbesondere Bern – einmal selbst zu besuchen.
Im Mittelpunkt steht Charlotte. Kurz nach ihrem Geburtstag erfährt sie etwas, das eigentlich nicht für ihre Ohren bestimmt war. Als sich die Gelegenheit ergibt, ihren Patenonkel in Bern zu besuchen, ergreift sie die Chance. Dort eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Sie findet zu Gott – und begegnet einer Art von Liebe, die ihr bisher völlig fremd war. Bei und mit Gott fühlt sie sich zum ersten Mal verstanden und angenommen – genauso, wie sie ist: Genug.
Ich finde, Claudia Dahinden ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre in den damaligen Entstehungsgemeinden lebendig und authentisch wiederzugeben. Dabei habe ich Parallelen zu manchen konservativen Gemeinden von heute erkannt. Besonders schön fand ich, dass der Glaube im Buch eine zentrale Rolle spielt, ohne dabei aufdringlich oder missionarisch zu wirken. Stattdessen ist er informativ und einfühlsam in die Handlung eingebettet.
Auch die Rolle der Frau in der damaligen Zeit wird thematisiert – Frauen hatten in den Gemeinden kein Mitspracherecht und durften nicht predigen. Der Gedanke, dass Frauen predigen können oder sollten, ist für mich persönlich ungewohnt, da ich anders geprägt bin. Dennoch mochte ich es, dass die Hauptfigur für ihren Glauben brannte und den Wunsch hatte, ihn mit anderen zu teilen – unabhängig vom Gesellschaftsstand.
Ein starkes Buch, das ich mit großer Freude gelesen habe und von Herzen gern weiterempfehle.
lucy.liest
5/5
27.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Glaube leben
Charlotte wächst im reichen Umfeld in der Nähe von Bern auf. Sie hatte schon immer das Gefühl, das sich ihre Mutter ihr anderes gegenüber verhält als ihrer jüngeren Schwester und dann bekommt sie zufällig mit, das es wirklich nicht ihre Eltern sind. Geschockt fährt sie nach Bern zu ihrem Patenonkel und hofft, das er ihr mehr über ihre Eltern erzählen kann. Wird sie endlich erfahren, wer ihre Eltern sind? In Bern trifft sie eine kleine christliche Gemeinschaft und ist überwältigend von ihrem Glauben. Sie findet dort ihren Platz und hat ein großes Herz für die ärmeren Menschen um sie herum, doch damit kommt nicht jeder so gut klar.
Gewaltige Themen die Claudia in ihrem Buch bearbeitet. Es sind die Anfänge der Heilsarmee und eine Erweckungsbewegung in der Schweiz. Schockiert hat mich die Leitung der Gemeinde in die Charotte geht. Die möchten alles kontrollieren, auch mit der Gefahr, das Gott nicht wirken kann. Es ist erschreckend wie viel Ähnlichkeit es zu eigenen Gemeinden in der heutigen Zeit hat. Frauen in der Gemeinde: dürfen sie predigen oder nicht? Diese Frage setzt Claudia wunderbar, bibelgemäß um, ohne irgendwem auf die Füße zu treten.
Sie schafft es jeder Person eine gewisse Charakter zu geben, besonders bei einer Person hatte ich von Anfang an ein komisches Gefühl und dieses hat sich dann auch bestätigt. Charlotte und ihren, etwas verrückten, Patenonkel mochte ich sehr.
Die Geschichte ist flüssig geschrieben, sodass man sich sehr gut reinführen konnte. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, die nicht übertrieben kitschig, sondern wie aus dem wahren Leben gegriffen ist.
Noch vor kurzem war ich in der wunderschönen Stadt Bern und konnte die Orte im Gedanken mitverfolgen. Es war für mich, als ob ich nochmal durch die Straßen laufe. Warst du schon mal in Bern gewesen? Für mich ist es einer der schönsten Städte die ich kenne.
Ich mochte die Entwicklung Charlottes, von dem unsicheren Mädchen zu der selbstbewussten Frau, die sich mit Gottes Hilfe für Bedürftige eingesetzte. Daher kann ich es nur empfehlen.
Bewertung
5/5
24.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brillant geschrieben und super spannend
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Autorin gelingt es meisterhaft, Menschen zu beschreiben. Die inneren Kämpfe und Sehnsüchte, die Zeit in der diese Geschichte spielt. Man kann sich super die Orte, Transportmittel, die Natur und Räumlichkeiten vorstellen. Es ist ja eine völlig andere Zeit, aber ich wurde beim Lesen so sehr zurück versetzt, dass es überhaupt keine Mühe macht, sich das alles bildlich und emotional vorzustellen.
Die vielen Charaktere sind wunderbar beschrieben und die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite garantiert.
Mich hat auch überrascht das viele Lieder heute noch gesungen werden. Viele Lehren bis heute für Zündstoff sorgen.
Aber es hat mir nicht nur eine spannende Lektüre gebracht, sondern auch viel Hintergrundwissen. Und ich wurde im Herzen berührt und bestätigt: Jesus liebt uns Menschen und keiner ist Ihm zu schlecht. Wir alle leben von der Gnade Gottes und wenn wir Sein Opfer am Kreuz verstanden haben, dann werden wir den Menschen mit der Gnade und Liebe von Jesus Christus begegnen. Besser kann man ein Buch nicht schreiben, deshalb hat Claudia Dahinden meine volle Anerkennung, vielen herzlichen Dank dafür.
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