Als Jina Mahsa Amini ermordet wird und die erste von Frauen geführte Revolution in Iran ausbricht, stehen Jina, ihre Schwester Roya und ihre Nichte Nika vor der entscheidenden Frage: kämpfen oder sich verstecken? Jina, die in Südfrankreich lebt, erinnert sich an ihre Aufenthalte in Iran – an die Gastfreundschaft ihrer Familie, eine heimliche Liebe und an den Sommer 2009, als sie selbst an den Protesten gegen das Regime teilnahm. Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu verstehen, wird zu einer Reise in die Vergangenheit und zu einer poetischen Reflexion über Heimat, Nationalität, Zugehörigkeit und Verantwortung. Ein berührender Roman über Familie, weibliche Solidarität und die Revolution der Frauen in Iran – eindringlich gelesen von Pegah Ferydoni.
Ungekürzte Lesung mit Pegah Ferydoni 1 mp3-CD | ca. 7 h 21 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
07.08.2025
Hörbuch (Audio)
Eine eindringliche Erzählung über die krasse Geschlechter-Apartheit im Iran
Der deutsch-französisch-persischen Journalistin Jina Khayyer ist mit “Im Herzen der Katze” ein poetischer und ebenso hochaktueller wie politischer Roman gelungen. Aus der Ich-Perspektive erzählt, erinnert sich ihre Protagonistin, die zufällig den gleichen Namen wie die Autorin trägt, an Ereignisse auf ihren Iran-Reisen, als sie bei ihrer Schwester Roya und ihrer Nichte Nika zu Besuch war. Sie reflektiert über Nationalität, Heimat und Familie, aber auch über die Unterdrückung der Opposition und die krasse Geschlechter-Apartheit im religiös beherrschten Iran. “Im Herzen der Katze” von Jina Khayyer ist eine eindringliche Erzählung über weibliche Solidarität, Widerstand und den Traum von einem gleichberechtigten und freien Leben der Geschlechter. Der Titel “Im Herzen der Katze” bezieht sich übrigens auf den Landesumriss des Iran. Ergreifend gelesen von Pegah Ferydoni – sehr empfehlenswert.
V
aus München
5/5
31.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnd und aktuell
Inzwischen sind die Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini wieder ein paar Jahre her, die Aufstände wurden brutal niedergeschlagen, es herrscht Krieg zwischen den USA und dem Iran (Oder auch nicht, wenn gerade ein Waffenstillstand geschlossen wurde). Gerade vor diesem Hintergrund ist diese Geschichte sehr aufwühlend und packend, in der Tradition der großen iranischen Geschichtenerzähler und, mal wieder, aus Sicht der Frauen geschrieben. Das Buch hat mir sehr gefallen.
Bewertung
5/5
14.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Unbedingt zu empfehlen!
Kurzkommentar: Eine Thematik, die verstört, wachrüttelt und vor dem aktuellen Hintergrund der Ereignisse in Nahost umso mehr zum Nachdenken anregt. Diese mutigen Frauen beeindrucken durch ihre Beharrlichkeit und ihre unvorstellbare Kraft, sich dem herrschenden Regime zu widersetzen. Hervorragend gelesen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
04.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brutal und wunderschön zugleich
Die Autorin Jina Khayyer hat mit ihrem Roman die wunderschöne Landschaft Irans eingefangen. Im Gegensatz hierzu steht die brutale Realität des Regimes, insbesondere Frauen gegenüber. Selten hat mich ein Buch so mitgerissen. Die Landschaftsbeschreibungen, der Zusammenhalt und die Herzlichkeit innerhalb der Familie wurden wunderbar eingefangen und in einem angenehm zu lesenden bildlichen Schreibstil geschrieben. Überrascht hat mich der große Rückblick und die Reise innerhalb der Geschichte. Aber als Leser muss man das große Ganze verstehen, um den aktuellen brutalen Geschehnissen folgen zu können. Und genau hier liegt die große Kunst der Autorin. Sie lässt den Leser die Geschichte verstehen und miterleben. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, wenn auch die brutalen Geschehnisse am Anfang und Emde des Romans schwer zu verdauen war bzw.. sind. 4,5/5 Sterne
Bewertung
Book Circle Community
5/5
09.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frau, Leben – und kein Entkommen
Der Anfang und der Schluss spielen in der Gegenwart, ausgelöst durch die Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022. Eine junge Kurdin, die denselben Namen trägt wie die Erzählerin, wird von der Sittenpolizei getötet – dieses Ereignis ist der eigentliche Ausgangspunkt des Buches. Die Gegenwart reicht bis ins Jahr 2023 und macht deutlich: Es ist nichts vorbei, nichts gelöst. Dazwischen liegt der Mittelteil, die Erinnerung an frühere Aufenthalte im Iran.
Gerade Anfang und Schluss sind schwer zu ertragen. Nicht wegen der Sprache – sie ist ruhig, poetisch, kontrolliert –, sondern wegen der Realität, die sie beschreibt. Die Gewalt des iranischen Regimes ist allgegenwärtig, unmenschlich, brutal. Und sie ist real. Es handelt sich nicht um Fiktion, sondern um das, was geschehen ist und weiter geschieht. Diese Passagen lassen einen nicht los.
Der Mittelteil öffnet einen anderen Raum: die Reise in den Iran, die Besuche bei Schwester und Verwandten, die warmherzigen Tanten, der reich gedeckte Tisch, Sammeltaxifahrten, der Roadtrip nach Yazd zu Zarathustras Feuertempel. Diese Szenen sind harmonisch, fast zärtlich erzählt. Hier zeigt sich auch die besondere Qualität der Sprache: Sie ist stark vom Persischen geprägt, bildlich, körperlich, sinnlich. Immer wieder tauchen persische Wörter und Wendungen auf, die sofort ins Deutsche übersetzt werden. Dadurch bleibt der Lesefluss erhalten, und zugleich bekommt man ein Gefühl dafür, wie diese Sprache denkt und fühlt – wie Dank, Liebe oder Zuwendung nicht abstrakt, sondern über den Körper, über Bilder und Gesten ausgedrückt werden.
Gerade deshalb ist der Rahmen aus Gegenwart so entscheidend. Ohne Anfang und Schluss wäre dieser Mittelteil beinahe zu harmonisch, vielleicht sogar verklärend. Erst die Gegenwart – 2022, 2023 – rückt alles zurecht. Sie zeigt, wie wenig sich geändert hat. Wie die Gewalt weitergeht. Wie das Leben für Frauen im Iran nach wie vor lebensgefährlich ist. Der Schluss ist entsprechend schwer zu lesen, gerade weil er keine falsche Hoffnung anbietet.
Und doch – oder gerade deshalb – ist dieses Buch für mich ein sehr starkes Buch. Es bleibt nicht bei der Schönheit, nicht bei Erinnerung oder Nostalgie stehen. Im Herzen der Katze hält die Realität aus und konfrontiert die Leser*innen mit ihr. Genau das macht den Roman so lesenswert
Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.
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5/5
15.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"...wir mussten nur die Augen schließen, schon konnten wir fliegen..."
Auf dieses Buch bin ich gestoßen, nachdem ich mehr Literatur zur Situation im Iran lesen wollte. Dabei hat mich die Autorin Jina Khayyer mit "Im Herzen der Katze" auf eine emotionale Reise durch den Iran mitgenommen. Anhand von drei Generationen beschreibt sie eindrucksvoll die Gefangenheit und innere Zerrissenheit iranischer Frauen. Dabei hinterfragt sie gleichzeitig auch ihre eigene Vorstellung des Landes und ihre Zugehörigkeit.
Die Protagonistin reist mit dem Versuch ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten in den Iran. Im Zuge dessen lernt sie viel über das Land, die Gastfreundschaft, aber auch den Widerstand gegen das Regime. Sie merkt - das Land bietet vielen keine "echte" Heimat mehr.
Ein intensives, aber dennoch mutmachendes Buch, das ich allen empfehle, die sich mehr mit dem Iran beschäftigen möchten.
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