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Am Semmering

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

33163

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2025

Verlag

Residenz Verlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

21,5/13,3/3 cm

Gewicht

370 g

Farbe

Anthrazit / Camel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7017-1807-8

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

33163

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2025

Verlag

Residenz Verlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

21,5/13,3/3 cm

Gewicht

370 g

Farbe

Anthrazit / Camel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7017-1807-8

Herstelleradresse

Residenz Verlag
Lange Gasse 76/12
1080 Wien
AT

Email: info@residenzverlag.at

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Das Leben der kleinen Leute oder wie Menschlichkeit gelingt

Eva am 01.12.2025

Bewertungsnummer: 2666947

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kommen Sie an den Semmering! Gönnen Sie sich im Sporthotel am Semmering eine luxuriöse Auszeit von der Hektik Wiens und tauchen Sie ein in die Freuden exquisiter Kulinarik, herrlicher Landschaft, Wellness und fantastischer Sportmöglichkeiten in einem der beliebtesten Luftkurorte Österreichs. Bis heute ist der Semmering bei Wien ein Luftkurort für die Wohlhabenden. Tanja Paar aber nimmt uns mit in die Parallelwelt der einfachen Leute. Klara und Bertl leben nicht in der mondänen Welt der Luxushotels, auch wenn Klara immer mal wieder einen Blick in Richtung Bürgertum wirft. Sie leben in der Gartenwohnung des Bahnwärterhäuschens, denn Karl hat sich vom einfachen Bahnarbeiter zum Fahrdienstleiter hochgearbeitet. Gemeinsam mit Klaras bester Freundin Rahel, einer jüdisch-orthodoxe Witwe mit drei Kindern, Fritz, einem Ex-Baron, der sich auf die Seite der Roten schlägt und Szabo, Lebemann, Pianist und Hotelverwalter bilden Klara und Bertl ein fünfblättriges Freundschaftskleeblatt, das das Beste aus dem Leben herausholt. Der Semmering wirkt wie ein Kokon, in den erst nach und nach die Zeitgeschichte Einzug hält, die Tanja Paar gekonnt mit der Familiengeschichte verwebt. Die Erzählung beginnt 1928 und reicht bis 1945. Die Bürgerkriegskämpfe 1934 sind Thema, die illegalen Nazis während der Ständediktatur, der Anschluss Österreichs ebenso wie die Kämpfe zwischen Wehrmacht und Roter Armee 1945. So entsteht ein multidimensionales Bild aus Familiengeschichte, Existenzsorgen und Historie Österreichs. Wunderbar wird der Roman vom authentischen Klang der Sprache getragen, stilsicher nachempfunden und zum Leben erweckt. Die Sprachmelodie trägt wunderbar durch den Alltag, die kleinen Sorgen und die großen Umbrüche. Tanja Paar zeichnet ein persönliches, wortgewandtes und eindringliches Portrait von Menschen, die keine Held*innen waren und dennoch unweigerlich politisiert wurden. Die Großeltern der Autorin lieferten mit ihrer eigenen Geschichte die Inspiration zu diesem außergewöhnlichen Erzählprojekt, denn der Großvater war Eisenbahner und lebte mit seiner Frau ebenfalls am Semmering. Wieder einmal zeigt sich anschaulich, wie die politische Geschichte ins Private eindringt. Ein absolut lesenswerter Roman, der mit leisen, humorvollen und klangvollen Tönen die Schrecken und Freuden der Zeit einfängt.

Das Leben der kleinen Leute oder wie Menschlichkeit gelingt

Eva am 01.12.2025
Bewertungsnummer: 2666947
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kommen Sie an den Semmering! Gönnen Sie sich im Sporthotel am Semmering eine luxuriöse Auszeit von der Hektik Wiens und tauchen Sie ein in die Freuden exquisiter Kulinarik, herrlicher Landschaft, Wellness und fantastischer Sportmöglichkeiten in einem der beliebtesten Luftkurorte Österreichs. Bis heute ist der Semmering bei Wien ein Luftkurort für die Wohlhabenden. Tanja Paar aber nimmt uns mit in die Parallelwelt der einfachen Leute. Klara und Bertl leben nicht in der mondänen Welt der Luxushotels, auch wenn Klara immer mal wieder einen Blick in Richtung Bürgertum wirft. Sie leben in der Gartenwohnung des Bahnwärterhäuschens, denn Karl hat sich vom einfachen Bahnarbeiter zum Fahrdienstleiter hochgearbeitet. Gemeinsam mit Klaras bester Freundin Rahel, einer jüdisch-orthodoxe Witwe mit drei Kindern, Fritz, einem Ex-Baron, der sich auf die Seite der Roten schlägt und Szabo, Lebemann, Pianist und Hotelverwalter bilden Klara und Bertl ein fünfblättriges Freundschaftskleeblatt, das das Beste aus dem Leben herausholt. Der Semmering wirkt wie ein Kokon, in den erst nach und nach die Zeitgeschichte Einzug hält, die Tanja Paar gekonnt mit der Familiengeschichte verwebt. Die Erzählung beginnt 1928 und reicht bis 1945. Die Bürgerkriegskämpfe 1934 sind Thema, die illegalen Nazis während der Ständediktatur, der Anschluss Österreichs ebenso wie die Kämpfe zwischen Wehrmacht und Roter Armee 1945. So entsteht ein multidimensionales Bild aus Familiengeschichte, Existenzsorgen und Historie Österreichs. Wunderbar wird der Roman vom authentischen Klang der Sprache getragen, stilsicher nachempfunden und zum Leben erweckt. Die Sprachmelodie trägt wunderbar durch den Alltag, die kleinen Sorgen und die großen Umbrüche. Tanja Paar zeichnet ein persönliches, wortgewandtes und eindringliches Portrait von Menschen, die keine Held*innen waren und dennoch unweigerlich politisiert wurden. Die Großeltern der Autorin lieferten mit ihrer eigenen Geschichte die Inspiration zu diesem außergewöhnlichen Erzählprojekt, denn der Großvater war Eisenbahner und lebte mit seiner Frau ebenfalls am Semmering. Wieder einmal zeigt sich anschaulich, wie die politische Geschichte ins Private eindringt. Ein absolut lesenswerter Roman, der mit leisen, humorvollen und klangvollen Tönen die Schrecken und Freuden der Zeit einfängt.

Geschichte von unten

Johanna aus München am 06.10.2025

Bewertungsnummer: 2617126

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Keine Heldengeschichte, sondern ein Roman über die kleinen Leute am berühmten Semmering. Über Menschen, die die Nazis zwar verabscheuten, aber aus großer Angst dann beim „Anschluss“ doch mit „Ja“ gestimmt haben. Das Bild einer Gesellschaft zwischen 1928 und 1945. Die großen Linien der furchtbaren Zeitgeschichte muss man sich dazudenken. Im Roman geht es um das Leben und die Auswirkungen dieser Geschichte auf die Leute, die am Semmering wohnen, aber unterhalb der feinen Hotels und Villen. Worum geht es? Die Sorge um die jüdische Freundin, den Kampf ums tägliche Brot, die gehässige Nachbarin, die Sehnsucht nach dem eigenen Kind, die Empörung über den besoffenen Dorfschullehrer, um die Hakenkreuzler, Sozis und am Rand auch um die vornehmen Gäste hoch oben im Panhans oder im Südbahnhotel. Prominente Semmering-Bewohner wie Alma Mahler, Franz Werfel und die Besitzer des Loos-Hauses am Kreuzberg werden erwähnt, aber dabei bleibt es dann auch. Tanja Paar erzählt zweistimmig: von hinten und von vorn. Der verkrachte Pianist und Hotelverwalter Szabo erinnert sich als alter Mann nach der Grenzöffnung 1989 an seine Zeit am Semmering, die tragische Beziehung zur jüdischen Köchin Rahel und die Freundschaft mit dem Fahrdienstleiter Bertl und seiner Frau Klara. Seine Rückschau kontrapunktiert Klaras dominante Perspektive: sehr nahe am mündlichen Erzählton, manchmal auch fast im inneren Monolog mit Satzabbrüchen und Wiederholungen. Die Tochter eines Flickschusters aus Böhmen, geboren in der Wiener Vorstadt, hat den Eisenbahner und Sozi Bertl geheiratet. Er schafft den Aufstieg vom Wagenputzer zum Fahrdienstleiter. Sie kümmert sich um den Haushalt in einer Zeit, in der beinahe jedes Gramm Mehl und jede Tasse Milch wertvoll sind. Kunststücke sind zu vollbringen, um beide satt zu bekommen. Sie sind Außenseiter; er einer, von dem die Leute nicht wissen, ob er ein Sozi ist, sie eine mit feinen Schuhen und dem Klavier in der Stube. Dazu liest sie Zeitung und tarockt auch noch klassenübergreifend mit dem Ehemann, der Freundin Rahel, dem Pianisten und einem Ex-Baron. Bis es nicht mehr möglich ist: Erst ist der Ex-Baron im „Anhaltelager“ verschwunden, später die Freundin deportiert. Spätestens als die Russen an den Semmering kommen, wird es auch für Klara lebensgefährlich. Tanja Paar hat die Konturen ihres Romans der Lebensgeschichte ihrer Großeltern entnommen und zu einem Roman verdichtet. Mit großen Gespür findet sie den richtigen Tonfall und malt Bilder für den Kopf. Manchmal mag die Gutherzigkeit und Naivität der Hauptfigur zwar eine Idee „drüber“ sein, man möchte sie ihr aber gern glauben, besonders wenn sie so frech daherkommt: „Weil sie war sicher, dass es ein Mädchen werden würde. Das sagte sie dem Bertl nicht mit seiner blauen Wiege. Aber sie war gewiss. In so einen Krieg hinein konnte man nur ein Mädchen auf die Welt bringen. Zur Sicherheit betete sie dafür jeden Tag. Sie zündete der Maria zu Hause neben dem Bett jeden Tag auf dem Nachtkastel ein Kerzerl an, aber der evangelischen! Mit der katholischen war sie fertig, ein für alle Mal.“ In der Danksagung erwähnt die Autorin den Ausgangspunkt ihrer Geschichte: „ein Scheitel – eine Perücke wie sie orthodoxe Jüdinnen tragen, wenn sie verheiratet sind – unter einer mysteriösen Porzellanpuppe.“ Die Teepuppe mit dem ausladenden Rock gehört im Roman der jüdischen Köchin Rahel. Ihre einzige Hinterlassenschaft. Eine Leseempfehlung für alle, die an leicht lesbarer Zeitgeschichte von unten interessiert sind und sich nicht scheuen, auch mal ein paar Ausdrücke nachzuschauen. Ich weiß jetzt jedenfalls, was eine Bassenawohnung ist.

Geschichte von unten

Johanna aus München am 06.10.2025
Bewertungsnummer: 2617126
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Keine Heldengeschichte, sondern ein Roman über die kleinen Leute am berühmten Semmering. Über Menschen, die die Nazis zwar verabscheuten, aber aus großer Angst dann beim „Anschluss“ doch mit „Ja“ gestimmt haben. Das Bild einer Gesellschaft zwischen 1928 und 1945. Die großen Linien der furchtbaren Zeitgeschichte muss man sich dazudenken. Im Roman geht es um das Leben und die Auswirkungen dieser Geschichte auf die Leute, die am Semmering wohnen, aber unterhalb der feinen Hotels und Villen. Worum geht es? Die Sorge um die jüdische Freundin, den Kampf ums tägliche Brot, die gehässige Nachbarin, die Sehnsucht nach dem eigenen Kind, die Empörung über den besoffenen Dorfschullehrer, um die Hakenkreuzler, Sozis und am Rand auch um die vornehmen Gäste hoch oben im Panhans oder im Südbahnhotel. Prominente Semmering-Bewohner wie Alma Mahler, Franz Werfel und die Besitzer des Loos-Hauses am Kreuzberg werden erwähnt, aber dabei bleibt es dann auch. Tanja Paar erzählt zweistimmig: von hinten und von vorn. Der verkrachte Pianist und Hotelverwalter Szabo erinnert sich als alter Mann nach der Grenzöffnung 1989 an seine Zeit am Semmering, die tragische Beziehung zur jüdischen Köchin Rahel und die Freundschaft mit dem Fahrdienstleiter Bertl und seiner Frau Klara. Seine Rückschau kontrapunktiert Klaras dominante Perspektive: sehr nahe am mündlichen Erzählton, manchmal auch fast im inneren Monolog mit Satzabbrüchen und Wiederholungen. Die Tochter eines Flickschusters aus Böhmen, geboren in der Wiener Vorstadt, hat den Eisenbahner und Sozi Bertl geheiratet. Er schafft den Aufstieg vom Wagenputzer zum Fahrdienstleiter. Sie kümmert sich um den Haushalt in einer Zeit, in der beinahe jedes Gramm Mehl und jede Tasse Milch wertvoll sind. Kunststücke sind zu vollbringen, um beide satt zu bekommen. Sie sind Außenseiter; er einer, von dem die Leute nicht wissen, ob er ein Sozi ist, sie eine mit feinen Schuhen und dem Klavier in der Stube. Dazu liest sie Zeitung und tarockt auch noch klassenübergreifend mit dem Ehemann, der Freundin Rahel, dem Pianisten und einem Ex-Baron. Bis es nicht mehr möglich ist: Erst ist der Ex-Baron im „Anhaltelager“ verschwunden, später die Freundin deportiert. Spätestens als die Russen an den Semmering kommen, wird es auch für Klara lebensgefährlich. Tanja Paar hat die Konturen ihres Romans der Lebensgeschichte ihrer Großeltern entnommen und zu einem Roman verdichtet. Mit großen Gespür findet sie den richtigen Tonfall und malt Bilder für den Kopf. Manchmal mag die Gutherzigkeit und Naivität der Hauptfigur zwar eine Idee „drüber“ sein, man möchte sie ihr aber gern glauben, besonders wenn sie so frech daherkommt: „Weil sie war sicher, dass es ein Mädchen werden würde. Das sagte sie dem Bertl nicht mit seiner blauen Wiege. Aber sie war gewiss. In so einen Krieg hinein konnte man nur ein Mädchen auf die Welt bringen. Zur Sicherheit betete sie dafür jeden Tag. Sie zündete der Maria zu Hause neben dem Bett jeden Tag auf dem Nachtkastel ein Kerzerl an, aber der evangelischen! Mit der katholischen war sie fertig, ein für alle Mal.“ In der Danksagung erwähnt die Autorin den Ausgangspunkt ihrer Geschichte: „ein Scheitel – eine Perücke wie sie orthodoxe Jüdinnen tragen, wenn sie verheiratet sind – unter einer mysteriösen Porzellanpuppe.“ Die Teepuppe mit dem ausladenden Rock gehört im Roman der jüdischen Köchin Rahel. Ihre einzige Hinterlassenschaft. Eine Leseempfehlung für alle, die an leicht lesbarer Zeitgeschichte von unten interessiert sind und sich nicht scheuen, auch mal ein paar Ausdrücke nachzuschauen. Ich weiß jetzt jedenfalls, was eine Bassenawohnung ist.

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