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Buch der Gesichter Deutscher Buchpreis 2025 (Longlist) — Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

39459

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.08.2025

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

20,6/13/4,5 cm

Gewicht

570 g

Farbe

Schwarz / Senf

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-07577-1

Beschreibung

Rezension

»Lesen Sie dieses Buch. Es ist dem Andenken an die Opfer des Faschismus gewidmet. Es gehört in die Reihe der großen Erinnerungsliteratur von Jorge Semprun über Fred Wander, Primo Levi bis hin zu Ruth Klüger.« Katja Gasser
»Ein erschütterndes und gleichzeitig erzählerisch meisterhaftes Werk, das den Lesenden nicht loslässt.« Sven Trautwein, Frankfurter Rundschau, 25.03.26
»Erinnerungsliteratur im moderenen Gewand - brillant erzählt.« Stephan Ozsváth, rbb, 5.11.25
»Die Fäden, die Dinić meisterhaft spannt, sind fesselnde Erzählkunst und repräsentieren zugleich das unentwirrbare Garn, das die menschliche Psyche spinnt.« Doris Akrap, taz, 16.10.25
»Dinić verflicht seine beeindruckenden Kenntnisse der serbischen Geschichte und der jüdischen Kultur mit seiner Familiengeschichte.« Alida Bremer, der Freitag, 09.10.25
»Dinić ist ein herausragender Erzähler.« Terry Albrecht, WDR5, 27.09.25
»Ein großartiges Geschichtspanorama über jüdisches Leben in Ex-Jugoslawien ... Dinić beherrscht das Spiel der vielen Zungen bravourös, seine ‚Postmemory-Novel‘ ist sorgfältig konstruiert und wird getragen von einer prallen, bildreichen, lebendigen Sprache.« Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 06.09.25
»Dinić versteht es geschickt, in jedem neuen Kapitel die alten Fäden wieder zusammenzuführen und neu zu verknüpfen … und vermag an anderen Stellen mit kühnen und drastischen Bildern zu überraschen … Hier steht das Buch der Gesichter in der Tradition großer jugoslawischer Erzählliteratur, die von Ivo Andrić und Aleksandar Tišma bis zu Slobodan Šnajder, Dževad Karahasan oder Drago Jančar reicht.« Gerhard Zeillinger, Standard Album, 06.09.25
»Ein schonungsloses, imposantes Opus Magnum, das zugleich herausfordert und reich beschenkt.« Judith Hoffmann, Ö1, 04.09.25
»Sehr lebendig und gelungen« Jörg Magenau, SWR Kultur lesenswert, 31.08.25
»Das „Buch der Gesichter“ ist eine literarische Rückkehr ins Herz der serbischen Geschichte – beklemmend, poetisch und hoch aktuell.« Theresa Hübner, SWR Kultur lesenswert, 31.08.25
»Geht tief unter die Haut.« Theresa Hübner, SWR Kultur lesenswert, 31.08.25
»Großartige Erinnerungsliteratur« Stefanie Panzenböck, Falter, 27.08.25
»Ein hochliterarische Vexierspiel.« Barbara Beer, Kurier, 24.08.25
»Nimmt man sich aber Zeit für dieses Buch der Gesichter, so wird man überreich belohnt, denn Marko Dinic verfügt über eine Fähigkeit der Beschreibung, die immer wieder staunen macht ... Zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert.« Cornelius Hell, Presse Spectrum, 23.08.25
»Es geht unter die Haut. Es hält Dinge fest, die vor Jahrzehnten geschehen sind. Und die anderswo wieder und weiter geschehen. Das ist das deprimierende Fazit eines eindrucksvollen literarischen Gedenkaktes.« Wolfgang Huber-Lang, APA, 18.08.25

Produktdetails

Verkaufsrang

39459

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.08.2025

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

20,6/13/4,5 cm

Gewicht

570 g

Farbe

Schwarz / Senf

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-07577-1

Herstelleradresse

Zsolnay-Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

Email: info@hanser.de

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  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    4/5

    15.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer und was definiert, wer man ist?

    Der serbisch-österreichische Autor Marko Dinic ist mit "Buch der Gesichter" auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Das macht neugierig auf dieses Buch. Ich lese es mit dem Hintergrund eines großen Interesses an Serbien, einem Land, das ich schon oft bereist habe und die Sprache dessen Bewohnerinnen und Bewohner ich gelernt habe. Hier handelt es sich um ein sehr hartes Buch. Es werden ärgste Kriegsgräuel und Verbrechen an Menschen und Tieren zu verschiedenen Zeiten, ganz besonders in den beiden Weltkriegen, ausführlich geschildert. Die Schrecken der Kriege werden eindrücklich spürbar. Ich verzichte hier auf das Zitieren einer der zahlreichen Stellen des Quälens oder Tötens von Menschen oder Tieren, aber zitiere eine andere Stelle zu diesem Thema, die mich berührt hat: "Jegliche Zukunft, ob als Wunsch geäußert oder als Schicksal hingenommen, versank im Schlamm dieser auf Tod und Stumpfsinn gebauten Gegenwart. Was anderes war der Krieg als ein Karren im Dreck, fragte sich Olga, während es einerlei geworden war, ob Herbst, Winter oder ein Jahr verstrichen. Denn 1917 zählte niemand die Toten mehr; im Osten, hieß es, bereiteten die Russen die Revolution vor." (S. 19) Die Thematik der Grausamkeiten, die Menschen verüben können, macht es zu einem Buch, das man aushalten können muss und für das es die passende psychische Stabilität und Resilienz braucht. Kann man sich darauf einlassen, dann ist es ein tiefgründiges Buch, in dem man viel über die Geschichte Serbiens und die Auslöschung der Jüdinnen und Juden und ihrer Kultur auch dort erfährt. Das Buch lebt von verschiedenen Charakteren und Erzählperspektiven, im Zentrum steht aber Isak, ein Jude, der später als Ivan unter Verleugnung seiner jüdischen Identität und unter härtesten Bedingungen auch die NS-Zeit überlebt: "Dass die Deutschen ihn nicht erwischt hatten, war dem Zufall seines neuen, serbischeren Namens geschuldet, der seit vielen Jahren Ivan lautete. Oder aber das Leben besaß die Angewohnheit, ohne ihn stattzufinden. Das wiederum konnte nur bedeuten, dass er kein Jude war. Wäre er nämlich Jude, hieße er Isak, und hieße er Isak, säße er im Laderaum eines Lastwagens." (S. 84) Das Buch ist in einzelne Episoden eingeteilt, die nicht unbedingt linear und chronologisch erzählt werden, das wird gleich am Anfang vorgestellt und begründet, und hat für mich den Lesefluss nicht gestört. In vielen kleinen Szenen erfährt man viel über das, was das Leben der Menschen in dieser Region ausmachte und zum Teil bis heute prägt, da geht es um Kollaboration genauso wie um Widerstand und immer wieder stark um das Kämpfen um die eigene Identität, die hebräische Sprache, die Liebe zu Büchern in einer Kultur, in der so einige das als unmännlich und unserbisch ansehen. Darum, wer wir sind, wie wir uns selbst definieren oder von anderen definiert werden und ob und wie es möglich ist, trotz aller Gefahren und trotz der Notwendigkeit des Sich-Versteckens an der eigenen Identität und den eigenen Wurzeln festzuhalten. Um jene, die den Mut haben, sich dem Widerstand gegen unterdrückerische Regime anzuschließen und jene, die an das Ideal einer neuen, kommunistischen Gesellschaft glaubten, mit der damals viele Hoffnungen und Träume verbunden waren. Aber auch um die kulturelle und religiöse Vielfalt am Balkan und alles, was damit zusammenhängt. Und um noch vieles mehr. Wer sich auf dieses lange und tiefgründige Buch einlassen kann und will, die geschilderten Grausamkeiten aushalten kann und sich für die serbische Geschichte des letzten Jahrhunderts interessiert, kann in diesem Buch explizit und implizit sehr viel lernen. Sowohl in dem, was erzählt wird, als auch in der Art und Weise, wie es geschildert und sprachlich formuliert wird, kommt für mich sehr viel der Kultur und Geschichte dieser Region durch. Es ist kein sehr angenehmes oder Freude machendes Buch, auch keines, das sich schnell und leicht liest, aber doch eines, das tief nachhallen kann, das bildet und auf vielen Ebenen zum Nachdenken anregt. Empfehlung für jene, die dafür offen sind und sich die Zeit dafür nehmen können und wollen.

  • yellowdog

    4/5

    19.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Balkan-Reigen

    Von Marko Dinic hatte mich sein Roman Die guten Tage beeindruckt. Buch der Gesichter ist komplex und als Leser muss man erst einmal in den Text reinkommen. Betrachtet wird eine Zeit Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Figuren wechseln mit den Kapiteln. Es wirkt wie ein Reigen. Viele Schilderungen sind hat, bis an die Grenze des erträglichen. Das Buch kann daher nur Lesern empfohlen, die thematisch wirklich interessiert sind.

  • Bories vom Berg

    aus München

    1/5

    12.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Danebengelungen Der serbische…

    Danebengelungen Der serbische Schriftsteller Marko Dinić hat mit »Buch der Gesichter» seinen zweiten Roman vorgelegt, der es immerhin auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025 geschafft hat, das mit 461 Seiten gewichtigste Buch unter den für dieses Jahr nominierten. Ein historischer Roman, der um den denkwürdigen Frühlingstag des Jahres 1942 kreist, an dem Serbien von den Nazis für judenfrei erklärt wurde. Eine literarische Aufarbeitung jener Zeit, die auch nicht davor zurückschreckt, eigene Schuld einzugestehen, also freimütig auch den serbischen Anteil an der Judenverfolgung zu benennen. In Belgrad macht sich Isak Ras auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit, als seine Mutter Olga 1942 spurlos verschwand. Hinter den Fassaden der Gegenwart sind die historischen Schichten verborgen, nach denen er, unbeirrt durch allerlei Rückschläge, hartnäckig sucht. Er hatte sich, um Distanz zu seiner jüdischen Herkunft bemüht, vorsichtshalber in Ivan Ras umbenannt und ist die zentrale Figur dieses Romans, von seiner jüdischen Mutter unter prekären Bedingungen großgezogen, nachdem sein Vater nicht aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt war. Sie hat die wertvolle Haggadah der Familie in weiser Voraussicht sicher versteckt, kurz bevor sie verschwand. Olgas einzige Freundin war Rosa, die zusammen mit Milan eine herunter gekommene Kneipe betrieb, in der Olga sich öfter mal hat volllaufen lassen, wenn es ihr besonders schlecht ging. Milan hat sich dann vom unbedarften Bauernlümmel zum Aktivisten entwickelt, er gehörte zur politischen Intelligencija Serbiens. Andere zählten das Paar zu den Anarchisten, weil in ihrer Kneipe oft äußerst zwielichtige Gestalten verkehrten. Nach Olgas spurlosem Verschwinden kümmerten sie sich nicht nur um Isak, sondern auch um dessen elternlosen Freund Petar, den Isak auf der Straße aufgelesen hatte. Petar hatte sich dann später den Partisanen angeschlossen und gegen die deutschen Besatzer gekämpft. Dieser aus vielerlei Perspektiven erzählte Roman kreist narrativ immer erneut um Isak und den Belgrader Vorort Zemun. Mutig versucht der Autor dabei, den latenten Antisemitismus in seiner serbischen Heimat aufzuarbeiten, beginnend im späten neunzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein. Er stellt klar, dass die Juden in der wechselvollen Geschichte Serbiens permanent erheblichen Anfeindungen ausgesetzt waren, denn egal wer da gerade regiert hat waren es immer die Juden, die an Allem Schuld waren. Eine Problematik allerdings, unter der weltweit ja auch Minderheiten in anderen Staaten leiden. En passant setzt sich der relativ junge Autor dabei auch intensiv mit der jeweiligen staatlichen Identität Serbiens im zwanzigsten Jahrhundert auseinander. Erzählt wird all das bewusst unchronologisch in acht Kapiteln, wobei im ersten Kapitel ein längeres Zitat von Leo Perutz vorangestellt ist, in dem der Sinn dieser Vorgehensweise aus stilistischer Sicht erläutert wird. Überhaupt benutzt Marko Dinić sehr kreativ unkonventionelle Stilmittel, so wenn er sich manchmal sogar persönlich als Erzähler einbringt oder in einem anderen Kapitel einem Hund dessen Gestaltung überlässt. Als Vorlage für den Plot dient dem Autor letztendlich auch noch der reale Brief eines Onkels. Diese stilistischen Kapriolen sind es dann allerdings auch, die das Lesen zum Geduldsspiel machen. Zu Beginn hat man oft den Eindruck, aus Versehen zu einem historischen Sachbuch gegriffen zu haben, das sich zu allem Überfluss auch noch in einer Fülle von Details verliert. Erst später nimmt die Geschichte langsam etwas Fahrt auf, ohne aber je spannend zu sei, bis zum Ende hin. Ganze Passagen mit primitiven Kraftausdrücken trüben zusätzlich das Bild, so als müsste man Prekariat mit Stumpfsinn gleichsetzen. Auf sechs eng bedruckten Seiten Glossar werden sehr spezielle Begriffe und Details erklärt, was den Lesefluss erheblich beeinträchtigt und die Lektüre geradezu in Arbeit ausarten lässt. Dieser Roman ist also in jeder Hinsicht danebengelungen!

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    29.09.2025

    eBook (ePUB)

    Im Krieg

    Wie ein Kriminalroman liest sich diese Geschichte einer Familie in Belgrad, die in den Wirren des 1. und 2. Weltkriegs ums Überleben kämpft. Die einzelnen Kapitel sind in sich abgeschlossen und ergeben erst am Ende eine ganze Erzählung. Die Atmosphäre und die Figuren fand ich sehr gut eingefangen; die Beklemmung der damaligen Zeit wird sehr deutlich. Sehr empfehlenswert.

  • Bewertung

    aus Quickborn

    3/5

    25.08.2025

    eBook (ePUB)

    Krieg ist überall ein Grauen

    Mir hat dieses Buch nicht gefallen. Warum? Gefühlt auf jeder Seite tauchte das Wort Genosse auf, ich habe es nicht gezählt. Der Roman liest sich daher eher wie ein Parteiprotokoll der Kommunisten, egal zu welcher Zeit. Dass sich die Zeiten im Roman überschneiden, abwechseln und neu auftauchen, ist verwirrend, aber nachvollziehbar. Die Protagonisten werden dem Leser nahegebracht, manchmal durch kleine Gesten oder Gedanken oder durch ihre Äußerungen. Das schönste Zitat aus diesem Buch möchte ich hier veröffentlichen "Also ich warte, Gott, wie lange warte ich?" - Geduld ist auch beim Lesen gefragt. Zum Schluss liest man dann "Im Andenken an de Opfer des Faschismus" - ich füge hinzu, "Im Andenken an die jüdischen Opfer". Fazit: Die Geschichten, die der Roman erzählt, sind traurig und bedrückend, wie er sie erzählt, ist manchmal verwirrend. Trotzdem: gute drei Sterne.

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    Annelie W.

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    02.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    eine Seite der NS Zeit, die viel zu wenig beleuchtet wird

    Marko Dinićs »Buch der Gesichter« ist einer dieser Romane, die man trotz der für das Belletristik Genre untypisch umfangreichen Länge förmlich inhaliert. Dank des cineastischen Schreibstils des Autors hat man beim Lesen fast schon einen Film vor Augen, der gleichermaßen packend und fasznierend, wenn auch ab und an schockierend ist. Dinić trifft hier perfekt die Balance zwischen Belletristik und historischem Roman. Die Charaktere sind unglaublich nahbar und echt geschrieben - etwas, dass den Kurzgeschichten, die die Kapitel dieses Romans bilden, Persönlichkeit geben. Für mich war der Titel bereits Anfang des Jahres ein großes Highlight - und die Nominierung für den deutschen Buchpreis im vergangenen Jahr absolut verdient. Man merkt, wie viel Zeit und Recherche in diesem Titel steckt und ich bin mehr als gespannt, was der Autor als nächstes zaubern wird.

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