Über das Wunder, auf dieser Welt zu sein – das neue Kinderbuch der Jugendliteraturpreisträgerinnen Dita Zipfel und Rán Flygenring
Ist es nicht unglaublich, dass du jetzt gerade hier auf dieser Welt bist? Dass dafür uralte Atome zusammenkamen, um einen ganz einzigartigen Menschen zu formen? Wie fühlt es sich an, das Leben? Diese und viele weitere Fragen stellen sich die Jugendliteraturpreisträgerinnen Dita Zipfel und Rán Flygenring in ihrem neuen Kinderbuch. Zusammen mit ihnen denken wir über das nach, was uns ausmacht, und das, was uns verbindet. Übers Pfannkuchenbacken und Erbsenhassen, über die Großartigkeit des Lebens und die Rätselhaftigkeit des Todes. Warmherzig, ehrlich und humorvoll geht es um Anfänge und Enden, Freude und Trauer – und um ein Kaninchen namens Miss Marple.
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lesenmitausblick
5/5
16.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eines der schönsten Bücher für Kinder über das Leben und den Tod
Wie ist es jetzt gerade, du zu sein?
Wie fühlt es sich an in dir, das Leben?
„Leben, Sterben und Kaninchen“ fragt genau danach. Es fordert dazu auf, über das Leben nachzudenken. Und so auch über den Tod. Über Anfang und Ende und damit einhergehend über Freude und Trauer. Dita Zipfel und Rán Flygenring haben ein starkes Buch geschrieben, ein Buch, das beschäftigt, das man nicht mal schnell nebenher liest. Erschienen ist es im Carl Hanser Verlag.
Das Buch feiert die Einzigartigkeit unseres Lebens, die leisen und die lauten Töne. Das Leben, zu dem die schönen und auch die traurigen Momente gehören. Es lädt dazu ein über unser Dasein in diesem Universum zu staunen. Ein Mal innehalten und sich darüber bewusst werden, dass da der ganze riesige Planet unter uns ist und wir zu diesem Planeten gehören. Dass wir mit ihm verwurzelt sind, mit dem Planeten und den vielen Leben vor uns, vor Jahrtausenden. All das, was wir wissen, haben wir von den Menschen vor uns. Aber vielleicht setzen wir irgendwann noch etwas drauf? All die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben!
Und unsere Körper? Wir bestehen aus 13,8 Milliarden alten Atomen. Atome können nicht sterben, sie werden nur Teil von einer anderen Form. Ist das nicht verrückt? Alle Leben vor uns, mit uns und nach uns haben einen Anfang und ein Ende. Den Tod. Was wissen wir über den Tod? Was glauben Menschen darüber zu wissen? Überall auf der Welt werden unterschiedliche Dinge gemacht, wenn Menschen gestorben sind. Wie ist es, jemanden nie wieder zu sehen? Der Tod bringt so viele Gefühle und doch so wenig Worte dafür mit sich. Aber wenn es ihn nicht gäbe, gäbe es auch keine Anfänge. Das Gegenteil von Traurigkeit ist Glück. Beides gehört dazu. Wie der Tod zum Leben. Es ist gut, wenn man in Frieden mit dem Tod leben kann. Dieses wundersame Glück zu haben, da zu sein. Das Universum wäre ein völlig anderes ohne uns.
„Leben, Sterben und Kaninchen“ ist ein unglaublich schönes und wertvolles Buch. Der Blick auf das große Ganze und dann wiederum auf unsere Einzigartigkeit – Dita Zipfel und Rán Flygenring haben hier ein Buch erschaffen, das hilft, über das Leben und den Tod nachzudenken und darüber zu sprechen, die Gefühle, die das mit sich bringt einzuordnen, mit Trauer umzugehen. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch als Kind gehabt. Denn oft lag ich nachts wach und konnte diese unglaubliche Angst vor dem Tod im Bauch nicht einordnen, kaum aushalten. Der Text von Dita Zipfel wird durch die Illustrationen von Rán Flygenring unglaublich schön und poetisch eingerahmt und untermalt. Text und Bilder ergeben zusammen eine Einheit. Ein Junge mit seinem Kaninchen Miss Marpel bildet hier den Rahmen der Geschichte, den Erzählanlass, den roten Faden. Das Buch ist komplett in den Farben des Covers gehalten und wirkt wie ein Gesamtkunstwerk. Es lädt zum gemeinsamen Lesen und Philosophieren ein. Zum Nachdenken über Leben und Tod. Zur Wertschätzung dessen, was man hat. Das Buch wird auch sehr persönlich, denn die Ich-Erzählerin berichtet vom Tod der Schwester, von der großen Traurigkeit, die der Verlust bis heute mit sich bringt.
Der Text ist sehr kindgerecht geschrieben. Es zeigt die Möglichkeiten auf, mit Trauer und Verlust umzugehen, mit der Vorstellung vom Leben nach dem Tod, erzählt vom Glauben oder Nicht-Glauben, ohne zu werten. Jede/r kann selbst entscheiden, was er/sie glauben möchte, welche Vorstellung er/sie vom Tod haben möchte. Besonders schön und wichtig finde ich den Fokus darauf, dass man von seinen Gefühlen wie von einem großen schweren Brocken droht erdrückt zu werden. Dass dies aber nicht das Ende ist. Dass das wieder vorbeigeht, dass die Schwere dazugehört, aber überwunden werden kann.
„Leben, Sterben und Kaninchen“ ist ein wunderbar einfühlsames und poetisch schönes Buch über das Leben und den Tod. Ich empfehle es von Herzen weiter. Es ist eines der schönsten Bücher für Kinder, um über den Tod zu sprechen.
Daggy
5/5
09.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr schöne Gedanken zum traurigen Thema
Auf dem Cover ist das Kind zu sehen, das im Text direkt angesprochen wird. Neben ihm das Kaninchen Miss Marple um dessen Tod es geht.
Zunächst sitz das Kind mit Miss Marple am Tisch und isst Erdbeermarmelade. Danach geht es um die Einzigartigkeit des Kindes, am Beispiel seines Ellenbogens und darum, dass es schon viele andere vor ihm auf dieser Erde gab. Daraus entsteht die Aufforderung „Lern, was andere vor dir gelernt haben, und mach was Neues daraus.“ Unser Körper und die vielen Atome aus dem er besteht, führt zu der Frage „Wo waren deine Atome, als du noch nicht da warst?“ Dunkelblauer Hintergrund, das entsetzte Kind und Miss Marple am Boden mit leeren Augen. Der kurze Text besagt „Und das Ende ist immer der Tod.“ Miss Marple im Sarg liegen, danach sehen wir ein Kreuz und das Kind liegt am Boden mit der Schaufel in der Hand. Dann kehren die Buchstaben wieder ins Buch zurück und das Kind denkt über Beerdigungen nach. Dann folgt eine „Sammlung dessen, was ich weiß, was ich glaube…über den Tod zu wissen. Dann hören wir von den Verlusten der Autorin, da sind ihre Großeltern, aber auch ihre Schwester Nele.
„Du bist ein wichtiger Teil des Universums, es wäre ein völlig anderes ohne dich.“ So wunderschön tröstend und die Wichtigkeit des Lesenden herauskehrend endet dieses wundervolle Buch. Gerade gab es einen Todesfall im Freundeskreis und da fallen mir die Menschen ein, von denen ich mich schon verabschieden musste. Da hat mir das Lesen dieses Buches richtig gutgetan. Auch mir ist klar, ohne Tod gibt es kein neues Leben, das kann man sehr schön in der Natur beobachten. Der Text des Buches ist durch die direkte Ansprache und die persönlichen Erfahrungen des Autorin so ehrlich und klar und die Bilder sind so wunderbar passen und ansprechend gestaltet.
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