A NEW YORK TIMES NOTABLE BOOK • A NEW YORKER RECOMMENDED BOOK • IRISH BESTSELLER
“A stylish escapade that even Henry James might relish." —Wall Street Journal
A masterful, enthralling new novel from the Booker Prize winner
Everything was a puzzle, everything a trap set to mystify and hinder me. . . .
1899. As the new century approaches, struggling English writer Evelyn Dolman—a hack, by his own description—marries Laura Rensselaer, daughter of an American oil tycoon. Evelyn anticipates that he and Laura will inherit a substantial fortune and lead a comfortable, settled life. But his hopes are dashed when a mysterious rift between Laura and her father, just before the patriarch’s death, leads to her disinheritance.
The unhappy newlyweds travel to Venice to celebrate the New Year at the Palazzo Dioscuri, ancestral home of the charming but treacherous Count Barbarigo. From their first moments in the mist-blanketed floating city, otherworldly occurrences begin to accumulate. Evelyn’s already jangled nerves fray further. Where has Laura disappeared to? How to explain the increasingly sinister circumstances closing around him? Could he be losing his mind?
Venetian Vespers is a haunting, atmospheric novel from one of the most sophisticated stylists of our time.
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„Abenddämmerung, ein verlassen…
ElliP aus Hessen am 26.12.2025
Bewertungsnummer: 2976712
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Abenddämmerung, ein verlassenes Zimmer, ein Stückchen schwarzer Seide auf einem Marmortisch, darunter dunkelndes Wasser. Dieses Bild, menschenleer, düster und still, tauchte seit Monaten in meinen Träumen auf, oft an zwei, drei aufeinanderfolgenden Nächten, immer dieselbe Szenerie, mehr oder weniger, mehr als weniger. Was bedeutete das, wofür stand dieser Traum?“ John Banvilles Roman „Die Schatten der Gondeln“ beginnt und endet mit einer Traumsequenz, die durch ihre Rätselhaftigkeit besticht und passend in die Geschichte einführt – genau darum geht es, um ungelöste Rätsel, um Träume und Stimmungen, eine düstere Atmosphäre. Es beginnt mit einer Hochzeitsreise nach Venedig, eigentlich das Klischee für den perfekten ersten Urlaub zu zweit, eine Reise in die Stadt der Sehnsüchte, die unvergessen bleiben soll – unvergessen auch hier, aber aus anderen Gründen. Die Zeit ist unpassend, es ist Winter, nasskalt, ungemütlich, die Unterkunft im riesigen Palazzo unwirtlich, unübersichtlich und nicht einladend. Das junge Paar – Evelyn Dolman, ein erfolgloser Schriftsteller von Reiseberichten, aber mit großen Ambitionen und Laura Rensselaer, verwöhnte Tochter eines reichen Geschäftsmannes – beginnen ihre Flitterwochen, wollen das neue Jahrhundert in Venedig begrüßen und dort für mehrere Monate bleiben. Allerdings steht die Hochzeit unter einem ungünstigen Stern, was sich schnell bemerkbar macht. Dolman erzählt selbst aus der Retrospektive, was ihm widerfahren ist, er bewertet, urteilt, berichtet, stellt in Frage und wir folgen seinem Blick und seiner Urteilskraft, müssen aber im Laufe des Romans erkennen, dass er kein zuverlässiger Erzähler ist und auch seine Motive nicht immer edel und selbstlos sind. Man hat das Gefühl, in die Schauerromantik E. A. Poes oder E. T. A. Hoffmanns versetzt zu sein, Doppelgängern zu begegnen, in der Lagunenstadt in den wabernden Nebeln verloren zu gehen, nichts ist greifbar oder überprüfbar, Fährten werden gelegt, Geheimnisse angedeutet, Sehnsüchte, Begehren, verbotene Liebe, Fieberwahn, Krankheit, Fäulnis, Verrat tauchen auf, uneindeutiges Personal spielt eine Rolle: ein dunkler Graf, geheimnisvolle Zwillinge, eine bildschöne Bedienstete, eine verschwundene Ehefrau, eine habgierige Schwester und weitere zwielichtige Gestalten. Ich bin begeistert von dieser Sprachgewalt, atmosphärischen Dichte, bestechenden Metaphern, schillernd und verwirrend zieht der Roman die Leserin in seinen Bann. Das Venedig des Romans ist ein Ort des Schreckens, der Fremde, des Verfalls und voller Lust beschreibt Banville immer wieder die düstere Umgebung, den furchteinflößenden Palazzo, alles von Schlamm und Ungeziefer überzogen und man versteht Dolmans Sehnsucht nach seinem bekannten und überschaubaren London, wo ihn keine sprachlichen oder kulturellen Barrieren von seinen Mitmenschen trennen. Der Roman besticht und verschafft pures Lesevergnügen, it’s hilarious, wir tauchen in die fremde Welt und in die vergangene Zeit ein, leiden mit dem Protagonisten und verachten ihn wieder, hoffen und bangen und sind froh, die Lektüre am sicheren, warmen Ort genießen zu dürfen.
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